Key Facts
- Liberty Media erwirbt 84 Prozent von Dorna Sports für 3,1 Milliarden € entsprechend rund 3,35 Milliarden $
- Offizielle Umbenennung in MotoGP Sport Entertainment SL im Jahr 2026
- Umfangreiche personelle und strukturelle Veränderungen auf Führungsebene
Die Motorrad Weltmeisterschaft steht vor einer der umfassendsten Umbruchphasen ihrer Geschichte. Neben dem geplanten Reglementwechsel im Jahr 2027 verändern sich bereits jetzt die wirtschaftlichen und organisatorischen Grundlagen der Serie. Im Zentrum steht der langjährige Rechteinhaber Dorna Sports, der nach der Übernahme durch Liberty Media nicht nur strukturell neu aufgestellt wird, sondern auch einen neuen Namen erhält.
Liberty Media übernimmt Mehrheit an Dorna Sports 2025
Im Jahr 2025 genehmigten die Europäische Kommission sowie weitere zuständige Behörden den Verkauf von 84 Prozent der Anteile an Dorna Sports an Liberty Media. Der Kaufpreis beträgt 3,1 Milliarden € entsprechend rund 3,35 Milliarden $. Damit sichert sich Liberty Media die Kontrolle über die kommerziellen Rechte der MotoGP sowie weiterer Rennserien.
Der Einstieg des US Medienkonzerns gilt als einer der bedeutendsten Eigentümerwechsel in der jüngeren Geschichte des Sports. Beobachter sprechen von einer strategischen Neuausrichtung mit stärkerem Fokus auf globale Vermarktung und Entertainment Strukturen.
Umbenennung in MotoGP Sport Entertainment SL
Mit Wirkung ab 2026 firmiert Dorna Sports offiziell unter dem Namen MotoGP Sport Entertainment SL. Der traditionsreiche Name verschwindet damit nach mehr als drei Jahrzehnten aus dem internationalen Motorradsport.
Auffällig ist die Integration des Begriffs MotoGP in die neue Firmenbezeichnung. Neben der Königsklasse verantwortete das Unternehmen bislang auch die Superbike Weltmeisterschaft WorldSBK sowie die FIM Women’s Circuit Racing World Championship WCR. Die Umbenennung deutet auf eine stärkere Markenfokussierung rund um die MotoGP hin.
Veränderungen auf Führungsebene und in der Unternehmensstruktur
Die Neustrukturierung geht über eine reine Namensänderung hinaus. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Positionen auf Managementebene neu besetzt oder aufgehoben.
Pablo González Mosqueira, Juan Sánchez Alférez und Pablo Matesanz Rodríguez wurden als Unternehmensvertreter abberufen und verloren ihre entsprechenden Befugnisse. María Dolores Priego Luque wurde zur autorisierten Vertreterin ernannt.
William Nicholas Jackson trat als Präsident zurück. Seine Nachfolge übernimmt Charles Gordon Carey. Auch José María Maldonado Trinchant legte sein Amt als Vizepräsident nieder.
Bereits im Januar wurde Martin Edward Patterson offiziell zum Senior Vice President der Liberty Media Corporation ernannt. Unterstützt wird er von Idelfonso Polo del Marmol sowie Oriol Abad Vela als stellvertretende Sekretäre ohne Mandat im Vorstand.
Carmelo Ezpeleta bleibt weiterhin Geschäftsführer. Er führt das Unternehmen seit 1998 und behält seine Funktion ebenso wie Finanzchef Enrique Aldama, der weiterhin als CFO tätig ist.
Neue Verantwortlichkeiten im kommerziellen Bereich
Mit Blick auf die Saison 2026 werden weitere personelle Weichen gestellt. Borja de Altolaguirre soll die Rolle des Head of Sponsorship übernehmen. Er war zuvor als Director of Global Alliances tätig und sammelte berufliche Erfahrung unter anderem bei Paris Saint-Germain F.C. und der National Basketball Association.
Marc Saurina richtet seinen Schwerpunkt künftig stärker auf die Superbike Weltmeisterschaft WorldSBK. Ziel ist es, die kommerzielle Basis der seriennahen Rennserie zu festigen und auszubauen.
Daniel Ruiz, der 2025 von Adidas als Commercial Strategy Director kam, verantwortet Hospitality und Licensing und arbeitet eng mit der Marketingabteilung zusammen. Parallel läuft die Suche nach einem Chief Commercial Officer, der künftig eine zentrale Rolle in der strategischen Vermarktung übernehmen soll.
Strategische Neuausrichtung unter Liberty Media
Die Umstrukturierung signalisiert eine umfassende Anpassung der kommerziellen Ausrichtung. Liberty Media hatte bereits nach der Übernahme der Formel 1 im Jahr 2017 zahlreiche strukturelle und mediale Veränderungen vorgenommen. Auch in der MotoGP dürfte eine stärkere Fokussierung auf globale Reichweite, digitale Präsenz und Entertainment Konzepte erfolgen.
Ob und wie sich diese Maßnahmen langfristig auf den Sport auswirken, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass mit der Umbenennung in MotoGP Sport Entertainment SL ein neues Kapitel in der wirtschaftlichen Organisation der Motorrad Weltmeisterschaft beginnt.
Was das für mich als MotoGP Fan bedeutet
Für den MotoGP Fan werden die Veränderungen zunächst vor allem im Hintergrund stattfinden. Die Umbenennung und die personellen Wechsel betreffen in erster Linie die kommerzielle und strategische Ausrichtung des Sports, nicht unmittelbar das Renngeschehen auf der Strecke. Mittel bis langfristig könnten sich jedoch Anpassungen bei Event Inszenierung, Medienpräsenz, digitalen Angeboten und Fan Einbindung bemerkbar machen. Ob sich daraus konkrete Vorteile im Hinblick auf Zugänglichkeit, Unterhaltung oder internationale Reichweite ergeben, wird sich erst mit der praktischen Umsetzung der neuen Strategie unter Liberty Media zeigen.
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