- Neue 43 mm Upside-Down-Gabel mit Kashima-Beschichtung und einstellbarer Zug- und Druckstufendämpfung
- Größere Bremsscheiben vorn 240 mm und hinten 220 mm mit Komponenten der KX250
- Vier einstellbare Lenkerpositionen und zwei Höhenoptionen für individuelle Anpassung
Die japanische Marke hat für das kommende Modelljahr einen umfassenden Entwicklungsansatz gewählt und die beliebten Jugendmotocross-Modelle in nahezu allen Bereichen weiterentwickelt. Das erklärte Ziel der Ingenieure war es, die Maschinen durch gezielte Verbesserungen bei Chassis, Fahrwerk und Vorderpartie konkurrenzfähig zu halten.

Komplett überarbeitetes Fahrwerk
Das auffälligste Update betrifft die Vorderradführung. Eine neu entwickelte Upside-Down-Gabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser ersetzt die bisherige 36 mm Einheit. Die mit einer reibungsarmen Kashima-Beschichtung versehene Baugruppe bietet nicht nur eine höhere Steifigkeit, sondern erstmals auch eine einstellbare Zugstufendämpfung. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Druckstufen-Versteller ermöglicht dies eine deutlich präzisere Abstimmung der Federung auf unterschiedliche Streckenverhältnisse und Fahrergewichte.
Am Heck arbeitet ein vollständig neu konstruierter Stoßdämpfer mit kompletter Verstellbarkeit. Der Kolbendurchmesser wurde von 12,5 mm auf 14 mm vergrößert, während die Zylinderlänge von 380 mm auf 390 mm gewachsen ist. Diese Änderungen sollen für eine straffere Dämpfungscharakteristik und bessere Durchschlagsreserven sorgen. Beim KX85 L mit großen Rädern und beim KX112 kommt zudem eine überarbeitete Umlenkung zum Einsatz, die einen Federweg von 305 mm ermöglicht. Dieser Wert entspricht dem der vollwertigen KX-Modelle für Erwachsene.
Deutlich verbesserte Bremsanlage
Auch bei der Verzögerung haben die Entwickler nachgebessert. An der Front kommt nun eine vergrößerte Bremsscheibe mit 240 mm Durchmesser zum Einsatz. Diese arbeitet mit dem gleichen Bremssattel und Hauptbremszylinder zusammen, der auch an der KX250 verbaut ist. Die Kombination soll für mehr Bremsleistung, höhere Haltbarkeit und bessere Kontrollierbarkeit sorgen.
Am Hinterrad wurde ebenfalls aufgerüstet. Statt der bisherigen 184 mm großen Scheibe verzögert nun eine 220 mm Einheit. Zusätzlich wurde das Pedalspiel reduziert, was zu einem präziseren Druckpunkt und besserer Dosierbarkeit führen soll. Die neue Konfiguration mit 240 mm vorn und 220 mm hinten ersetzt die vorherige Kombination aus 220 mm und 184 mm.
Serienmäßig sind die Maschinen mit Dunlop Geomax MX34 Reifen ausgestattet. Diese sollen laut Hersteller die Traktion sowie den Brems- und Kurvengrip verbessern und gleichzeitig ein besseres Feedback über das Vorderrad liefern.

Optimierter Rahmen und leichtere Komponenten
Der bewährte Perimeter-Rahmen wurde ebenfalls weiterentwickelt. Das Steuerrohr fällt nun um 25 mm länger aus, was die Steifigkeit im vorderen Bereich erhöhen und zu einem ruhigeren Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten führen soll.
Verschiedene Bauteile wurden zudem auf Aluminium umgestellt und sind dadurch leichter als ihre Vorgänger. Dazu zählen der Lenker, die Lenksäule und das hintere Kettenrad. Die neuen Renthal Fatbars sind mit ODI Lock-On Griffen ausgestattet, die ein Verdrehen verhindern.
Vielfältige Ergonomie-Anpassungen
Ein wichtiger Aspekt für die jungen Fahrer ist die Anpassbarkeit an unterschiedliche Körpergrößen. Die neue obere Gabelbrücke bietet zwei verschiedene Lenkerhalterungen, die sich zusätzlich umdrehen lassen. Daraus ergeben sich vier mögliche Positionen: 10 mm nach vorn, Standard, 10 mm nach hinten und 20 mm nach hinten. In Kombination mit zwei Höhenoptionen durch Distanzringe (Standard und plus 5 mm) stehen den Piloten insgesamt acht verschiedene Einstellmöglichkeiten zur Verfügung.
Auch die Fußrasten wurden überarbeitet. Sie fallen nun mit 48 mm deutlich breiter aus als zuvor mit 40 mm und verfügen über mehr Zähne für besseren Halt. Die flachere Bauform soll zusätzlich zu einem sichereren Stand beitragen.
Aggressiveres Erscheinungsbild
Optisch orientieren sich die Nachwuchsmodelle stark an den großen KX-Maschinen. Ein neuer, kantiger Frontkotflügel, eine überarbeitete Startnummerntafel sowie neu gestaltete Gabelschützer prägen das Erscheinungsbild. Schwarze Felgen und grün eloxierte Fahrwerks-Versteller unterstreichen den werksseitigen Renncharakter der Maschinen und schaffen eine klare visuelle Verbindung zu den Modellen der Erwachsenenklasse.

Modellvarianten und Verfügbarkeit
Kawasaki bietet die KX85 in zwei Radgrößen-Konfigurationen an. Die Standardversion verfügt über ein 17 Zoll Vorderrad und ein 14 Zoll Hinterrad, während das KX85 L Modell mit der Bezeichnung für großes Rad ein 19 Zoll Vorderrad und ein 16 Zoll Hinterrad aufweist. Das größere KX112 Modell profitiert von denselben technischen Neuerungen.
Die Maschinen sollen ab Ende Februar 2026 in der Farbe Lime Green verfügbar sein.
Mit den umfangreichen Änderungen an Fahrwerk, Bremsen und Ergonomie positioniert Kawasaki die KX85 und KX112 Modelle für 2026 als wettkampforientierte Werkzeuge für ambitionierte Nachwuchsfahrer im Motocross-Sport.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für Eltern junger Motocross-Talente und die jungen Fahrer selbst bringen die Neuerungen spürbare Vorteile im Trainings- und Rennalltag. Die verbesserte Gabel mit einstellbarer Zug- und Druckstufendämpfung ermöglicht eine deutlich präzisere Anpassung an unterschiedliche Streckenverhältnisse und das wachsende Können des Nachwuchses. Besonders die stärkeren Bremsen mit Komponenten aus der größeren KX250 geben jungen Piloten mehr Sicherheit und Vertrauen beim Verzögern vor Sprüngen und in Kurveneingängen. Die acht verschiedenen Lenker-Einstellmöglichkeiten erlauben es, die Maschine über mehrere Wachstumsphasen hinweg optimal anzupassen, ohne dass gleich ein neues Motorrad nötig wird. Der erweiterte Federweg von 305 mm beim KX85 L und KX112 sowie die straffere Dämpfung am Heck bedeuten weniger Durchschläge bei harten Landungen und damit ein kontrollierbareres Fahrverhalten auch auf anspruchsvollen Strecken. Insgesamt rücken die neuen KX-Modelle näher an die Ausstattung und das Fahrgefühl der großen Rennmaschinen heran, was den Umstieg erleichtert und gleichzeitig die Lernkurve im Nachwuchsbereich verbessern kann.








