- Neuer V4 Motor mit Leistungsdefiziten auf der Geraden
- Testeinschränkungen durch Sicherheitsprobleme und Teilemangel
- Überarbeiteter Motor für den Buriram Test angekündigt
Der Sepang Test 2026 stellte für Yamaha eine erste Standortbestimmung mit dem neu entwickelten V4 Motorrad dar. Trotz intensiver Vorbereitung und zusätzlicher Fahrzeit durch den Shakedown Test verlief die Woche in Malaysia alles andere als reibungslos. Technische Probleme, ein verletzungsbedingter Ausfall und ein kompletter Testtag ohne Streckenbetrieb prägten den Auftritt des japanischen Herstellers.

Technische Probleme und Sicherheitsbedenken bremsen Testverlauf
Bereits am ersten Testtag musste Yamaha einen Rückschlag hinnehmen. Fabio Quartararo stürzte und brach sich dabei einen Finger an der rechten Hand. Der ehemalige Weltmeister reiste daraufhin zur weiteren Behandlung nach Europa zurück und stand für den restlichen Test nicht mehr zur Verfügung.
Am Mittwoch folgte der nächste Einschnitt. Yamaha entschied sich aus Sicherheitsgründen, den gesamten Tag auszusetzen. Hintergrund waren Probleme mit dem neuen V4 Motor, die sowohl Quartararo als auch Rookie Toprak Razgatlioglu betroffen hatten. Erst nach intensiver Analyse in Japan konnte die Ursache identifiziert werden.
Massimo Meregalli, Teammanager von Yamaha, erklärte dazu:
„Ja, für uns war es eine Riesen Erleichterung, als wir die Information aus Japan bekamen.“
„Ich glaube, sie hatten eine richtig lange Nacht zwischen Japan und Italien.“
Nach dem grünen Licht aus der Entwicklungsabteilung konnte Yamaha am finalen Testtag wieder auf die Strecke zurückkehren.
Fahrbarkeit und Balance überzeugen, Motorleistung bleibt Schwachpunkt
Sportdirektor Maio Meregalli zog nach dem Test ein sachliches Fazit. Das Motorrad selbst habe einen soliden Entwicklungsstand erreicht, insbesondere in Bezug auf Fahrbarkeit und Balance. Defizite sieht Yamaha klar im Bereich der Motorleistung.
„Der Bereich, den wir am meisten verbessern müssen, ist die Leistung, weil das Motorrad fahrbar ist und auch die Balance gut ist. Das Motorrad selbst performt nicht schlecht“, so Meregalli.
Diese Einschätzung teilte auch Pramac Teammanager Gino Borsoi. Aus Sicht des Satellitenteams funktioniere das Chassis sehr gut, allerdings fehle es weiterhin an Topspeed. Yamaha arbeite jedoch bereits an Lösungen.

Limitierte Testmöglichkeiten durch Materialknappheit
Ein weiterer limitierender Faktor in Sepang war die geringe Anzahl verfügbarer Bauteile und Motoren. Der neue V4 Antrieb musste sowohl für den Test in Malaysia als auch für den folgenden Test in Buriram mit demselben Materialbestand auskommen.
„Alles ist neu und wir haben nicht viele Teile“, erklärte Meregalli. „Wir wussten schon bei der Ankunft, dass wir Sepang und Buriram mit dem gleichen Material bestreiten müssen. Deshalb war genau festgelegt, wie viele Runden wir fahren können.“
Auch während früherer Wildcard Einsätze hatte Testfahrer Augusto Fernandez das volle Potenzial des Motorrads nicht ausschöpfen können, da der Motor aus Sicherheitsgründen im sogenannten Safe Mode betrieben wurde.
Fahrer sehen Potenzial trotz Rückstand
Sportlich blieb Yamaha in Sepang das Schlusslicht unter den fünf MotoGP Herstellern. Auf der Geraden war das V4 Motorrad das langsamste im Feld. Zusätzlich klagten die Fahrer über ein schwieriges Einlenkverhalten.
Jack Miller ordnete die Situation nüchtern ein:
„Solche Dinge gehören einfach zum Prozess dazu. Wenn man erwartet, dass alles reibungslos läuft, wäre das naiv.“
„Natürlich hätte ich mir von diesem Test etwas mehr erhofft, aber ich bin wirklich überzeugt, dass das Bike noch jede Menge Potenzial hat.“
Auch Alex Rins bestätigte, dass grundlegende Entscheidungen bereits beim Shakedown und am ersten Testtag getroffen werden konnten. Am letzten Tag konzentrierte sich der Spanier auf die Abstimmung und absolvierte unter anderem eine Sprint Simulation. In Sepang erzielte Rins die beste Yamaha Zeit mit einem Rückstand von 1,1 Sekunden. Miller lag 1,7 Sekunden zurück, Razgatlioglu knapp zwei Sekunden.

Fokus richtet sich auf Buriram Test
Für den kommenden Test in Thailand erwartet Yamaha spürbare Fortschritte. Rins kündigte neue Motoren an, die dort erstmals zum Einsatz kommen sollen. Gerade auf dem Stop and Go Kurs in Buriram spielt Beschleunigung eine zentrale Rolle.
Meregalli zeigte sich trotz aller Einschränkungen vorsichtig optimistisch:
„Es war ein produktiver Test. Wir konnten die meisten geplanten Teile bewerten, vor allem Chassis, Schwinge und Aerodynamik. Was gefehlt hat, war die Feinabstimmung. Das verschieben wir auf Buriram.“
Was das für mich als MotoGP Fan bedeutet
Aus Fan Sicht bedeutet die aktuelle Situation bei Yamaha vor allem Geduld. Das neue V4 Projekt zeigt, dass der Hersteller bereit ist, alte Pfade zu verlassen und strukturelle Probleme anzugehen, auch wenn der sportliche Ertrag kurzfristig ausbleibt. Die Aussagen von Management und Fahrern machen klar, dass es weniger an der Basis des Motorrads als vielmehr an der Motorleistung und an begrenzter Entwicklungsfreiheit liegt. Für die Saison 2026 heißt das: Ergebnisse werden schwanken, Rückstände gehören weiterhin zum Bild, aber die Richtung stimmt. Wer Yamaha verfolgt, sollte weniger auf einzelne Testzeiten schauen, sondern darauf, ob das Paket Schritt für Schritt kompletter wird und ob der Hersteller die Lernkurve mit dem V4 konsequent fortsetzt.
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