- Großbrand in der Nacht zum 23. Januar 2026
- Rund 180 Einsatzkräfte vor Ort
- Gebäude fast vollständig zerstört, Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich
Ein in der norddeutschen Motorradszene fest verankerter Treffpunkt ist innerhalb weniger Stunden ein Raub der Flammen geworden. Das Bikerhotel Zur Schanze im Ortsteil Holtgast der Gemeinde Apen brannte in der Nacht zum Freitag nahezu vollständig aus. Die Feuerwehr war mit einem Großeinsatz vor Ort, konnte den massiven Schaden jedoch nicht verhindern.

Brand bricht am Abend aus
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Feuer gegen 21 Uhr entdeckt und gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Dachstuhl des rund 88 bis 90 Jahre alten Gebäudes bereits in Vollbrand. Mehrere Zimmer sollen zu diesem Zeitpunkt schon gebrannt haben, das Feuer griff schnell auf weitere Gebäudeteile über.
Insgesamt waren etwa 180 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Drehleitern, Tanklöschfahrzeuge und zusätzliche Einheiten aus umliegenden Gemeinden wurden nachalarmiert, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Trotz intensiver Löscharbeiten brannte das Gebäude weitgehend aus.
Keine Verletzten, aber schwierige Bedingungen
Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich keine Hotelgäste oder Mitarbeiter im Gebäude. Eine im Gebäude lebende dreiköpfige Familie konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und kam bei Freunden unter. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Die Witterung erschwerte den Einsatz erheblich. Bei Temperaturen um minus 4 Grad Celsius gefror das Löschwasser sofort auf Straßen und Gehwegen. Der Winterdienst musste die Einsatzstelle und Zufahrtswege mit Salz sichern, um weitere Gefahren für die Einsatzkräfte zu vermeiden. Zudem musste das Wasser ständig in Bewegung gehalten werden, um ein Einfrieren der Leitungen zu verhindern. Auch Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Morgenstunden, da immer wieder Glutnester aufflammten.
Gebäude nahezu vollständig zerstört
Das weitläufige Hotelgebäude, das ursprünglich aus einer ehemaligen Hofstelle hervorgegangen war, ist nahezu komplett ausgebrannt. Vom Dach blieb lediglich ein verkohltes Gerippe zurück, im Inneren standen die Räume unter Wasser und Löschschaum. Die 20 bis 21 Gästezimmer des Hauses wurden durch Feuer, Rauch und Löschwasser schwer beschädigt.
Nach Angaben der Polizei wird der entstandene Sachschaden auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt. Der Brandort wurde beschlagnahmt, Ermittlungen zur Brandursache sollen beginnen, sobald die Brandstelle vollständig abgekühlt ist. Konkrete Hinweise zur Ursache lagen zuletzt noch nicht vor.
Bedeutung für die Motorradszene
Zur Schanze galt seit Jahrzehnten als fester Bestandteil der regionalen und überregionalen Motorradszene. Besonders in den Sommermonaten war das Hotel mit Biergarten ein stark frequentierter Treffpunkt für Motorradfahrer. An guten Tagen sollen dort bis zu 800 Gäste zusammengekommen sein.
Entsprechend groß ist die Betroffenheit innerhalb der Szene. Mehrere Vertreter regionaler Motorradbetriebe äußerten die Hoffnung, dass der traditionsreiche Treffpunkt eine Zukunft haben könnte. Ob und wann ein Wiederaufbau oder eine Fortführung des Betriebs möglich ist, bleibt jedoch offen.
Betreiber äußert sich vorsichtig
Geschäftsführer Tim Kaminski zeigte sich nach dem Brand sichtlich erschüttert. Er sei in der Nacht selbst vor Ort gewesen und habe das Ausmaß der Zerstörung erst langsam realisieren können. Für die kommende Saison sei das Hotel ursprünglich von Mai bis August ausgebucht gewesen. Trotz der aktuellen Situation betonte er, dass es grundsätzlich weitergehen solle, konkrete Schritte seien jedoch noch nicht absehbar.
Ungewisse Zukunft
Mit dem Brand ist nicht nur ein Gebäude verloren gegangen, sondern auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt der norddeutschen Motorradszene. Während der Sachschaden erheblich ist, bleibt als positives Ergebnis, dass keine Menschen verletzt wurden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob und in welcher Form Zur Schanze eine Zukunft haben kann.
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