- Erste Dakar Etappe für Skyler Howes
- Gesamtführung wechselt nach Etappe 11 zu KTM
- Nur 23 Sekunden trennen die beiden Spitzenreiter
Nach elf von insgesamt 13 Etappen spitzt sich die Lage bei der Dakar Rally 2026 weiter zu. Die anspruchsvolle Verbindung aus Geschwindigkeit, Ausdauer und taktischen Entscheidungen prägte einen der längsten Tage der diesjährigen Rallye.

Howes nutzt schnelle Etappe zum Durchbruch
Die 883 Kilometer lange Etappe von Bisha nach Al Henakiyah mit einer 346 Kilometer langen Wertungsprüfung spielte den Stärken von Skyler Howes in die Karten. Der US Amerikaner setzte auf den schnellen, überwiegend harten Untergrund konsequent auf Tempo und saubere Navigation. Am Ende stand der erste Etappensieg seiner Dakar Karriere.
„Es ist wirklich absolut cool, einen Etappensieg bei der Dakar zu erzielen“, sagte Howes nach dem Ziel. „Insbesondere bei dieser Ausgabe und auf einer Etappe, die meinem Stil entspricht: felsig und mit hoher Geschwindigkeit.“
Mit dem Sieg bleibt Howes Fünfter der Gesamtwertung, liegt jedoch weiterhin 34 Minuten hinter der Spitze. Nach eigenen Angaben sollen die letzten beiden Etappen genutzt werden, um noch Positionen gutzumachen.
Honda dominiert die Etappe, verzichtet aber auf die Führung
Hinter Howes belegte Adrien Van Beveren den zweiten Rang, nur 21 Sekunden zurück. Der Franzose eröffnete die Etappe und profitierte von Zeitgutschriften für die Führungsarbeit.
Ricky Brabec erreichte das Ziel bewusst nicht auf Podiumskurs. Der zweifache Dakar Sieger nahm auf den letzten Kilometern Tempo heraus, um für die vorletzte Etappe eine günstigere Startposition zu erhalten. Dadurch verlor er die Gesamtführung an KTM.
„Ich bin ein wenig taktisch gefahren und hoffe, dass sich das morgen auszahlt“, erklärte Brabec. Ob diese Entscheidung aufgeht, bleibt angesichts des knappen Abstands offen.

Benavides zurück an der Spitze ohne Taktikspiel
Luciano Benavides beendete die Etappe auf Rang vier und profitierte direkt von Brabecs Strategie. Mit nun 23 Sekunden Vorsprung führt der Argentinier das Gesamtklassement an.
„Ich hatte keine Strategie wie Ricky“, stellte Benavides klar. „Ich mache einfach, was ich kann, und kontrolliere, was ich kontrollieren kann.“
Die kommenden beiden Etappen sollen laut Benavides ohne taktische Zurückhaltung gefahren werden. Die Entscheidung falle erst am letzten Tag.
Canet stark, Sanders kämpft mit Verletzung
Der 20 jährige Edgar Canet fuhr erneut in die Spitzengruppe. Trotz eines Navigationsfehlers erreichte der KTM Pilot den dritten Rang und sicherte sich eine gute Ausgangsposition für Etappe 12.
Titelverteidiger Daniel Sanders kämpfte sich mit Schulterverletzung durch den Tag. Platz 13 bedeutete Schadensbegrenzung, in der Gesamtwertung liegt er weiterhin auf Rang vier.
„Ich bin froh, wieder einen Tag überstanden zu haben“, so Sanders. „Mit zwei Etappen vor mir möchte ich lieber fahren als zuschauen.“
Rally2: Ventura siegt, Mulec übernimmt Führung
In der Rally2 Kategorie feierte Martim Ventura seinen zweiten Etappensieg der Dakar 2026. Nach Problemen mit dem Navigationstablet erhielt der Honda Rookie eine Zeitgutschrift und rückte auf Rang eins vor.
Die Gesamtführung übernahm Toni Mulec, der mit konstanten Leistungen die Spitze der Rally2 Klasse erklomm. Der Vorsprung auf Verfolger Preston Campbell beträgt lediglich 2 Minuten und 27 Sekunden.

Ausblick auf Etappe 12
Die vorletzte Etappe führt über 720 Kilometer zurück in Richtung Yanbu. Kleine Dünen, Flussbetten und schnelle Pisten sollen erneut hohe Anforderungen an Konzentration und Navigation stellen. Da auf der Schlussetappe traditionell kaum attackiert wird, gilt Etappe 12 als möglicher Entscheidungstag.









