- Honda belegt auf Etappe 4 die Plätze eins bis drei
- Tosha Schareina und Ricky Brabec führen die Gesamtwertung zeitgleich an
- Erste Marathon Etappe sorgt für Reifensorgen und Materialprobleme
Die vierte Etappe der Dakar Rally 2026 markierte den Beginn der Marathon Wertung und stellte Fahrer wie Material vor außergewöhnliche Herausforderungen. Über 417 Kilometer führte die Wertungsprüfung durch sandige Schluchten, steinige Hochplateaus und schwer zu navigierende Felssektionen. Mechanische Hilfe war im Ziel nicht erlaubt, Reparaturen mussten im spartanischen Biwak selbst durchgeführt werden.

Honda setzt sportliches Ausrufezeichen
Honda Pilot Tosha Schareina eröffnete die Etappe früh am Morgen und musste als Führender die anspruchsvolle Navigation übernehmen. Trotz dieser undankbaren Ausgangslage behauptete sich der Spanier an der Spitze. Ricky Brabec schloss nach rund 200 Kilometern auf, anschließend absolvierten beide den zweiten Teil der Prüfung gemeinsam und sammelten Zeitgutschriften.
Schareina erreichte das Ziel nach 4:31:56 Std mit der Bestzeit. Brabec folgte mit nur 6 Sekunden Rückstand, Skyler Howes komplettierte mit weiteren 4 Sekunden Abstand den Honda Dreifachsieg. Ross Branch auf Hero verpasste das Podium mit 16 Sekunden Rückstand denkbar knapp.
Reifenschäden überschatten den Etappenerfolg
So dominant der Auftritt von Honda war, so groß sind die Sorgen mit Blick auf die folgende Etappe. Die vierte Prüfung führte über viele scharfkantige Steine und Felsplatten. Da die Fahrer im Marathon Biwak keine neuen Reifen montieren dürfen, müssen sie Etappe 5 mit dem vorhandenen Material bestreiten.
Schareina äußerte sich vorsichtig und betonte, dass sich der tatsächliche Zustand seines Motorrads erst am nächsten Tag zeigen werde. Brabec zeigte sich entspannter und erklärte, sein Motorrad habe keinen Bodenkontakt gehabt, lediglich eine Kontrolle der Reifen sei notwendig.
Anders die Lage bei Skyler Howes. Der US Amerikaner kämpfte zusätzlich mit gesundheitlichen Problemen und machte keinen Hehl aus seinen Reifensorgen. Er rechnet damit, dass die Entscheidung der Marathon Etappe maßgeblich davon abhängen wird, wer seine Reifen bis ins Ziel retten kann.

Sanders verliert Führung nach Navigationsfehlern
Daniel Sanders ging als Gesamtführender in die Etappe, musste diese Position jedoch nach Rang fünf wieder abgeben. Der KTM Pilot verlor 2:37 Minuten auf Schareina und rutschte in der Gesamtwertung auf Platz drei ab. Ausschlaggebend waren mehrere Navigationsfehler, die Sanders selbst als unnötig bezeichnete.
Nach dem Tankstopp versuchte der Australier, das Tempo zu erhöhen und Zeit gutzumachen. In der zweiten Hälfte der Etappe stabilisierte sich seine Leistung, größere Fehler blieben aus. Angesichts der geringen Zeitreserven reichte dies jedoch nicht, um die Führung zu verteidigen.
Sanders wies zudem auf die stark beanspruchten Reifen im gesamten Feld hin und rechnet für den zweiten Teil der Marathon Etappe mit weiteren Ausfällen und Zeitverlusten.
Rally2: Historischer Erfolg für Kove
In der Rally2 Klasse sorgte Neels Theric für einen besonderen Moment. Der Franzose gewann die Etappe und bescherte Kove den ersten Dakar Etappensieg der Markengeschichte. Dahinter belegten Toni Mulec und Preston Campbell die Plätze zwei und drei.
Trotz Rang drei übernahm Campbell die Führung in der Rally2 Gesamtwertung. Der Dakar Neuling fährt bislang konstant und führt mit rund 19 Minuten Vorsprung. Teamkollege Martim Ventura erlebte hingegen einen Rückschlag. Nach einem Defekt verlor er über zwei Stunden und fiel im Gesamtklassement deutlich zurück.

Gesamtwertung nach Etappe 4 stark verdichtet
Nach vier Etappen führen Schareina und Brabec die Gesamtwertung zeitgleich an. Sanders folgt mit 1:24 Minuten Rückstand. Dahinter klafft bereits eine größere Lücke, was die Bedeutung der Marathon Etappe zusätzlich unterstreicht. Materialschonung, Reifenmanagement und fehlerfreie Navigation dürften auf Etappe 5 entscheidender sein als reines Tempo.








