- Etappensieg für Luciano Benavides auf KTM
- Daniel Sanders übernimmt wieder die Gesamtführung
- Marathon Etappe bringt mehrere Favoriten in Schwierigkeiten
Nach vier intensiven Tagen erreicht die Dakar Rally 2026 mit dem zweiten Teil der Marathon Etappe einen ersten sportlichen Höhepunkt. Ohne externe Hilfe, mit stark beanspruchten Reifen und über anspruchsvollstes Terrain wird Etappe 5 zu einem echten Belastungstest für Fahrer und Motorräder. Die 371 Kilometer lange Wertungsprüfung rund um Hail fordert präzises Navigieren, kluge Reifenstrategie und Durchhaltevermögen.

KTM meldet sich zurück: Benavides siegt, Sanders übernimmt Führung
Nach einem schwierigen Vorfeld mit Verletzungssorgen gelingt Luciano Benavides auf Etappe 5 der Befreiungsschlag. Der Argentinier setzt sich nach einem turbulenten Renntag durch und holt seinen ersten Etappensieg bei der Dakar 2026. Dabei bleibt selbst ein heftiger Sturz ohne nachhaltige Folgen.
„Das Tempo war sehr hoch. Ich kam gut rein, machte aber ein paar kleinere Fehler beim Navigieren und Canet holte mich ein. Dann setzte ich mich wieder von ihm ab, bis ich bei hoher Geschwindigkeit stürzte. Es ging so schnell, dass ich gar nicht mitbekommen habe wieso, aber alles blieb heil, auch meine Knochen.“
Trotz des Zwischenfalls fährt Benavides kompromisslos weiter. Die Sorge um Reifen und Mousse begleitet alle Fahrer, doch der KTM Pilot hält das Tempo hoch und setzt sich im weiteren Verlauf entscheidend ab. Im Ziel liegt er knapp vier Minuten vor José Ignacio Cornejo, Daniel Sanders folgt mit 5:50 Minuten Rückstand.
Für Sanders bedeutet Rang drei dennoch einen wichtigen Erfolg. Der Australier übernimmt nach Etappe 5 wieder die Gesamtführung und führt das Klassement vor Ricky Brabec an.
Honda zwischen Schadensbegrenzung und Fehlern
Bei Monster Energy Honda HRC verläuft der Tag wechselhaft. Ricky Brabec zeigt erneut Konstanz und Übersicht. Als Zweiter gestartet, schließt er nach rund 180 Kilometern zu Teamkollege Tosha Schareina auf, sammelt Zeitgutschriften und beendet die Etappe als Fünfter. In der Gesamtwertung bleibt der US Amerikaner Zweiter, nur gut zwei Minuten hinter Sanders.
„Es war ein langer Tag an der Spitze, eigentlich sogar beide Tage. Heute Morgen war die Navigation auf den großen flachen Felsen etwas schwierig.“
Brabec bleibt auch beim Thema Reifen ruhig. Beide Marathon Tage überstehen seine Pneus ohne größere Schäden, was sich im Gesamtklassement auszahlt.
Ganz anders der Tag für Tosha Schareina. Der Spanier startet erneut als Erster in die Etappe und muss seine bereits am Vortag beschädigten Reifen schonen. Mit improvisierten Reparaturen kämpft er sich ins Ziel, verliert jedoch durch eine Zeitstrafe von zehn Minuten weiter Boden. Grund ist ein formaler Fehler beim Verlassen des Marathon Biwaks. Schareina rutscht damit von Platz eins auf Rang vier der Gesamtwertung ab.
„Meine Mission änderte sich und es ging darum, beide Tage zu eröffnen, fast 800 Kilometer. Wir haben einen guten Job gemacht und sind in einer guten Position.“
Reifenprobleme bremsen Howes und Van Beveren
Auch Skyler Howes erlebt einen schwierigen Tag. Nach einem massiven Reifenschaden am Vortag steht der Amerikaner vor einer Materiallotterie. Provisorische Reparaturen mit Stoffresten, Energiegels und Schlauchschellen halten nur begrenzte Zeit. Howes fährt die Etappe im Stehen, verlagert sein Gewicht nach vorne und versucht Hitze im Hinterreifen zu vermeiden. Am Ende verliert er über 20 Minuten und fällt in der Gesamtwertung auf Rang sechs zurück.
Adrien Van Beveren wird früh gestoppt. Bereits nach 88 Kilometern setzen sich Drahtreste im Hinterrad fest. Der Franzose muss anhalten, das Rad ausbauen und den Schaden mühsam beheben. Über 30 Minuten Rückstand im Ziel bedeuten einen herben Dämpfer für seine Ambitionen. In der Gesamtwertung liegt er nun mehr als 52 Minuten zurück.

Sherco Einzelkämpfer Cox sorgt für Ausrufezeichen
Für eine der Überraschungen des Tages sorgt Bradley Cox. Der Südafrikaner ist nach den Ausfällen seiner Teamkollegen der letzte verbliebene Sherco Fahrer im RallyGP Feld. Nach vorsichtiger Fahrweise an den Vortagen nutzt er auf Etappe 5 seine Chance und fährt auf Rang vier. Damit schiebt er sich bis auf Platz acht der Gesamtwertung vor.
„Ich habe mir jeden Tag gesagt, dass mein Tag kommen wird. Heute habe ich gemerkt, dass es ein guter Tag werden kann.“
Cox fährt bewusst mit Sicherheitsreserve, um Motorrad und Material zu schonen. Das Ergebnis wirkt wie ein Befreiungsschlag für das angeschlagene Team.
Rally2: Campbell baut Führung aus, Ventura sammelt Erfahrung
Auch in der Rally2 Klasse fordert die Marathon Etappe ihren Tribut. Preston Campbell bleibt jedoch fehlerfrei. Der US Amerikaner kommt ohne Reifenschäden durch die Prüfung und belegt Rang drei. Damit baut er seine Gesamtführung auf über 20 Minuten aus.
„Ich werde meine Strategie nicht ändern. Ich gehe Tag für Tag an.“
Teamkollege Martim Ventura kämpft sich nach technischen Problemen am Vortag auf Platz sechs. Der Portugiese fährt kontrolliert ins Ziel und verbessert sich auf Rang acht der Gesamtwertung. Der Fokus liegt nun klar auf Ankommen und Erfahrung sammeln.
Ausblick auf Etappe 6 Richtung Riyadh
Nach dem Kraftakt von Etappe 5 wartet auf die Fahrer die längste Tagesdistanz der Rallye. Eine fast 600 Kilometer lange Verbindungsetappe führt das Feld nach Riyadh, davor steht eine 331 Kilometer lange Wertungsprüfung mit vielen Dünen auf dem Programm. Sand Spezialisten könnten profitieren, während Material und Konzentration weiter im Mittelpunkt stehen.

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