- Neuer 890-ccm-V2-Motor mit 110 PS (81 kW) und 92 Nm
- Monocoque-Rahmen mit Motor als tragendes Element
- Vollständig überarbeitetes Fahrwerk mit progressiver Umlenkung hinten
- Marktstart Europa ab April 2026
Die Ducati DesertX der zweiten Generation wurde im Rahmen der Ducati World Première 2026 am 25. Februar 2026 vorgestellt. Das Motorrad wurde nach Herstellerangaben von Grund auf neu entwickelt und basiert auf dem neuen Ducati-V2-Motor sowie einem speziell konstruierten Monocoque-Rahmen. Die erste Generation der DesertX ging 2021 in Produktion und richtete sich mit ihrem 21-Zoll-Vorderrad an Fahrer, die eine Maxi-Enduro mit echten Offroad-Fähigkeiten suchten.
Laut Ducati flossen bei der Entwicklung der zweiten Generation umfangreiche Erfahrungen aus Wettbewerben auf anspruchsvollem Gelände ein, darunter das Erzbergrodeo, die Rally of Albania, die Transanatolia und die 1.500 Kilometer durch die Wüste bei der NORRA Mexican 1000 Rally.
Der neue 890-ccm-V2 mit variabler Einlassventilsteuerung
Das Herzstück der neuen DesertX ist der 890-ccm-V2-Motor, der laut Ducati der leichteste Zweizylinder mit vier Ventilen pro Zylinder in der Geschichte des Herstellers sein soll. Der Motor verfügt über das IVT-System (Intake Valve Timing), eine variable Einlassventilsteuerung, die in diesem Segment einzigartig sein soll.
Die Leistungsdaten: 110 PS (81 kW) bei 9.000 Umdrehungen pro Minute und ein maximales Drehmoment von 92 Nm (67,9 lb-ft) bei 7.000 Umdrehungen. Im Vergleich zum Vorgänger soll die Drehmomentkurve fülliger ausfallen. 70 Prozent des maximalen Drehmoments stehen bereits bei 3.000 Umdrehungen zur Verfügung, was für ein spontanes Ansprechverhalten beim Herausbeschleunigen aus Kurven sorgen soll.
Die Getriebeübersetzung wurde speziell für die DesertX abgestimmt. Die ersten vier Gänge sind kürzer übersetzt, um auch bei schwierigen Hindernissen genügend Traktion und Durchzugskraft zu bieten. Der sechste Gang fällt dagegen länger aus, was den Verbrauch senken und den Komfort bei schnellen Etappen verbessern soll.
Bei den Wartungsintervallen positioniert sich die DesertX mit 45.000 Kilometern bis zur Ventilspielkontrolle und Ölwechseln alle 15.000 Kilometer oder zwei Jahre in der Spitzengruppe des Segments.
Monocoque-Rahmen mit Motor als tragendem Element
Der Monocoque-Rahmen nutzt den Motor als strukturelles Element und fungiert gleichzeitig als Airbox. Diese Konstruktion soll maximale Kompaktheit bei gleichzeitig hoher Rahmensteifigkeit ermöglichen. Durch die neue Position der Airbox ist der Luftfilter besser zugänglich und lässt sich nach Offroad-Fahrten leichter entnehmen und reinigen.
Der hintere Gitterrohrrahmen verweist auf Ducatis Designtradition und soll einen einfachen Zugang zu den Motorkomponenten bieten. Die Aluminium-Schwinge wurde eigens für die DesertX entwickelt.
Fahrwerk mit progressiver Umlenkung und Kayaba-Komponenten
Eine der wesentlichen Neuerungen betrifft das Fahrwerk. Die zweite Generation der DesertX verfügt am Heck über eine Full-Floater-Aufhängung mit progressiver Umlenkung. Im Unterschied zu einer Federung ohne Umlenkung, bei der die Kraft linear über den gesamten Federweg zunimmt, bietet dieses System in der ersten Phase ein weicheres Ansprechen und bei höheren Belastungen zunehmend mehr Abstützung.
Die neue Kayaba-Gabel mit 46 Millimetern Standrohrdurchmesser verfügt über unabhängige hydraulische Einstellmöglichkeiten an beiden Gabelholmen und bietet 230 Millimeter Federweg. Am Heck stehen 220 Millimeter Federweg zur Verfügung, das Kayaba-Federbein lässt sich vollständig einstellen und besitzt eine Federbasisverstellung per Fernbedienung.
Die 21-Zoll-Drahtspeichenfelgen vorne (tubeless) und 18-Zoll-Felgen hinten sind serienmäßig mit Pirelli Scorpion Rally Street in den Dimensionen 90/90 und 150/70 bestückt. Dank einer Dreifach-Homologation können alternative Reifen aus dem Pirelli-Scorpion-Programm montiert werden, um die Offroad- oder Straßeneigenschaften je nach Vorliebe zu optimieren.
Brembo-Bremsen mit neuem Hebel-Design
Das Bremssystem stammt von Brembo und umfasst radial montierte M4.32-Monoblock-Sättel, neue 305-Millimeter-Bremsscheiben, spezielle Beläge sowie eine Axialpumpe mit einem neu entwickelten Bremshebel. Die Auslegung soll im Gelände eine bessere Dosierbarkeit bieten und gleichzeitig auf der Straße die volle Bremskraft bereitstellen. Das neue Bremssystem ermöglicht es zudem, einen hoch montierten vorderen Kotflügel ohne zusätzliche Anbauteile zu verbauen.

Ergonomie für den Offroad-Einsatz
Die Sitzposition wurde gezielt auf den Offroad-Einsatz zugeschnitten: breiter Lenker, schmaler Kniebereich, leichtfüßiges Handling. Die Fußrasten wanderten nach hinten, Sitzbank und Lenker nach vorne, was eine weniger sitzlastige Position ergibt. Das soll sowohl das sportliche Fahren auf der Straße als auch die Kontrolle im Gelände verbessern.
Der neue 18-Liter-Kraftstofftank aus Polymer ist schmaler und leichter als beim Vorgänger. Schutzpolster sollen den Tank bei langsamen Stürzen im Gelände schützen. Das Tankvolumen sitzt tief, was den Schwerpunkt absenkt und die Handlichkeit verbessern soll.
Die Seitenverkleidungen sind mit einer Textur versehen, die den Grip beim Stehen auf den Fußrasten erhöhen soll. Der vordere Kotflügel sitzt höher als beim Vorgängermodell, um bei Fahrten in schwerem Gelände mehr Freigang über dem Reifen für Schlammablagerungen zu schaffen.
Das horizontal ausgerichtete Dashboard mit serienmäßiger Utility Bar gibt den Blick auf den Bereich unmittelbar vor dem Motorrad frei, was das Erkennen von Hindernissen beim Stehendfahren erleichtern soll.
Die Sitzhöhe beträgt 880 Millimeter. Mit dem optionalen Tieferlegungskit für Sitz und Fahrwerk lässt sie sich auf 840 Millimeter reduzieren.
Elektronik mit sechs Fahrmodi und vier ABS-Stufen
Die Elektronik basiert auf einer 6-Achsen-Inertialmesseinheit und wurde laut Ducati speziell für den Offroad-Einsatz abgestimmt. Das System erfasst Roll-, Nick- und Gierrate in Echtzeit und steuert darauf aufbauend das Cornering-ABS, die Ducati Traction Control (DTC), die Ducati Wheelie Control (DWC) und die Engine Brake Control (EBC). Alle Systeme lassen sich in mehreren Stufen einstellen.
Sechs vorkonfigurierte Fahrmodi stehen zur Verfügung: Sport, Touring, Urban, Wet sowie die beiden Offroad-Modi Enduro und Rally. Jeder Modus konfiguriert die elektronischen Regelsysteme passend zur jeweiligen Fahrsituation, lässt sich aber auch individuell anpassen.
Das Cornering-ABS verfügt über vier Stufen. Die Stufen 1 und 2 sind für den Offroad-Einsatz ausgelegt, wobei Stufe 1 sich an erfahrene Fahrer richtet und Stufe 2 weniger geübten Piloten den Einstieg in typische Offroad-Manöver erleichtern soll. In den Fahrmodi Enduro und Rally lässt sich das ABS vollständig deaktivieren. Die Stufen 3 und 4 sind für den Straßenbetrieb optimiert.
Das neue 5-Zoll-TFT-Display im 16:9-Format mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln bietet drei Anzeigemodi: Road, Road Pro und Rally. Im Rally-Modus fungiert das Display als Navigationsinstrument mit integriertem Tripmaster. Zwei USB-Anschlüsse gehören zum Serienumfang. Die Bedienung erfolgt über einen neuen blütenförmigen Joystick am linken Lenkerschalter.
Der neue Ducati Quick Shift 2.0 kommt ohne externe Sensoren aus, was das System weniger anfällig für Beschädigungen durch Stöße, Schlamm und Staub machen soll.
Design: Niedriger, schlanker, funktionaler
Das Design der zweiten Generation folgt dem Prinzip Form follows Function. Die Front sitzt 20 Millimeter niedriger als beim Vorgänger, was das Erscheinungsbild dynamischer wirken lässt. Luftkanäle in der Verkleidung sollen den Luftstrom verbessern und den thermischen Komfort erhöhen. Der schmalere Tank mit Kunststoffabdeckungen unterstreicht die Offroad-Tauglichkeit.
Das Heck ist technisch-minimalistisch gestaltet und lässt die progressive Hinterradfederung sichtbar. Es nimmt Zubehör wie einen Zusatztank, einen Beifahrerhaltegriff und Seitenkofferrahmen auf.

Ducati Performance Zubehör
Für die DesertX bietet Ducati ein umfangreiches Zubehörprogramm an. Ein hinterer Zusatztank erweitert das Tankvolumen um 8 Liter und ist so konstruiert, dass er bei Stürzen als erste Kontaktstelle kritische Bauteile schützen soll. Kühlerschutzgitter und Sturzbügel ergänzen das Schutzkonzept.
Für Reisende stehen Aluminium-Koffer mit passenden Trägern bereit. Offroad-orientierte Fahrer können auf ein rahmenloses Softbag-Set zurückgreifen, das in Zusammenarbeit mit Mosko Moto entwickelt wurde.
Bei der Elektronik sind das Ducati Multimedia System (DMS) für die Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone sowie ein Turn-by-Turn-Navigator als Zubehör erhältlich. Sportfahrer dürften sich für den zugelassenen Auspuff mit Titaniumauskleidung und Carbon-Endkappen interessieren, der gemeinsam mit Termignoni entwickelt wurde.
Verfügbarkeit und Farbe
Die neue Ducati DesertX kommt ab April 2026 zu den europäischen Händlern. In den USA folgt der Verkaufsstart im Mai, in Australien und Japan im Juni 2026. Die DesertX ist in der Farbe Matt Star White Silk erhältlich. Für Inhaber eines A2-Führerscheins steht eine auf 35 kW (48 PS) gedrosselte Version zur Verfügung.
Das Gewicht liegt bei 209 kg (461 lbs) nass ohne Kraftstoff.
Technische Daten und Ausstattung
- Motor: V2, 890 ccm, vier Ventile pro Zylinder, variable Einlassventilsteuerung (IVT)
- Leistung: 110 PS (81 kW) bei 9.000 U/min
- Drehmoment: 92 Nm (67,9 lb-ft) bei 7.000 U/min
- Gewicht: 209 kg (461 lbs) nass ohne Kraftstoff
- Tankvolumen: 18 Liter (Polymer)
- Rahmen: Monocoque mit Motor als tragendem Element
- Heckrahmen: Gitterrohr
- Schwinge: Aluminium, doppelseitig, mit progressiver Umlenkung
- Gabel: Kayaba USD, 46 mm, voll einstellbar, unabhängige Einstellungen an beiden Holmen, 230 mm Federweg
- Federbein: Kayaba, voll einstellbar, Federbasisverstellung per Fernbedienung, 220 mm Federweg
- Räder: Drahtspeichen, tubeless, 21 Zoll vorne / 18 Zoll hinten
- Reifen: Pirelli Scorpion Rally Street, 90/90 vorne, 150/70 hinten
- Bremse vorne: Brembo M4.32 Monoblock-Radialsättel, doppelte 305-mm-Scheiben
- Elektronik: 6-Achsen-Inertialmesseinheit (6D IMU), Cornering-ABS (4 Stufen, abschaltbar), Ducati Traction Control (DTC), Ducati Wheelie Control (DWC), Engine Brake Control (EBC), Ducati Quick Shift 2.0
- Fahrmodi: Sport, Touring, Urban, Wet, Enduro, Rally
- Display: 5 Zoll TFT, 16:9, 800 x 480 Pixel, drei Anzeigemodi (Road, Road Pro, Rally)
- Beleuchtung: Voll-LED mit Tagfahrlicht und dynamischen Blinkern (wo homologiert)
- Sitzhöhe: 880 mm (840 mm mit Tieferlegungskit)
- Wartungsintervalle: Ventilspielkontrolle alle 45.000 km, Ölwechsel alle 15.000 km oder 2 Jahre
- Konnektivität: Vorbereitet für Ducati Multimedia System (DMS), Turn-by-Turn-Navigation, Tempomat
- Weitere Ausstattung: Ducati Brake Light EVO, blütenförmiger Joystick, 2 USB-Anschlüsse, Utility Bar
- A2-Version: 35 kW (48 PS) verfügbar
- Farbe: Matt Star White Silk
- Marktstart: April 2026 (Europa), Mai 2026 (USA), Juni 2026 (Australien, Japan)

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