Key Facts
- Nettogewinn nach neun Monaten: 465,4 Milliarden Yen, umgerechnet rund 2,87 Milliarden € beziehungsweise etwa 3,00 Milliarden $
- Operativer Gewinn: 591,5 Milliarden Yen, umgerechnet rund 3,65 Milliarden € beziehungsweise etwa 3,80 Milliarden $
- Operativer Verlust der Autosparte: 166,4 Milliarden Yen, umgerechnet rund 1,03 Milliarden € beziehungsweise etwa 1,10 Milliarden $
Honda steht im laufenden Geschäftsjahr unter erheblichem Druck. Vor allem das Automobilgeschäft leidet unter externen Faktoren wie US Importzöllen, einer schwächeren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Nordamerika sowie einmaligen Belastungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der EV Strategie. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass ein anderer Unternehmensbereich die Bilanz stabilisiert.
Geschäftszahlen nach neun Monaten im Überblick
Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres meldete Honda einen Nettogewinn von 465,4 Milliarden Yen. Das entspricht umgerechnet rund 2,87 Milliarden € beziehungsweise etwa 3,00 Milliarden $. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 42,2 Prozent.
Der operative Gewinn fiel um 48,1 Prozent auf 591,5 Milliarden Yen, was etwa 3,65 Milliarden € beziehungsweise rund 3,80 Milliarden $ entspricht. Der Umsatz sank um 2,2 Prozent auf 15,9 Billionen Yen, umgerechnet rund 98,0 Milliarden € beziehungsweise etwa 102 Milliarden $.
Allein im dritten Quartal brach der operative Gewinn um 61 Prozent ein und blieb damit unter den Erwartungen.
Autosparte rutscht in die Verlustzone
Besonders deutlich wird die Belastung im Automobilbereich. Die Autosparte verzeichnete einen operativen Verlust von 166,4 Milliarden Yen, umgerechnet rund 1,03 Milliarden € beziehungsweise etwa 1,10 Milliarden $. Hauptgründe sind US Zölle auf importierte Fahrzeuge, Abschreibungen im Zusammenhang mit der Elektrofahrzeugstrategie sowie eine langsamer als erwartete Marktentwicklung bei batterieelektrischen Modellen in Nordamerika.
Zusätzlich verschärft der Wettbewerbsdruck in China die Situation. Auch andere internationale Hersteller wie Ford und Stellantis meldeten zuletzt hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit ihren EV Aktivitäten.
Honda hält trotz der angespannten Lage an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest, weist jedoch auf Risiken im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Elektrofahrzeugmarktes hin. Die Entscheidung, den umfassenden Aufbau einer EV Lieferkette in Kanada zu verschieben, wird als strategische Anpassung gewertet.
Motorräder als globales Volumen- und Stabilitätsgeschäft
Im Gegensatz dazu zeigt sich das Motorradgeschäft als stabilisierender Faktor. Weltweit verkauft Honda in einem typischen Jahr mehr als 18 Millionen Motorräder, teilweise nähert sich das Volumen 19 Millionen Einheiten. Dem stehen etwa 3,5 bis 4 Millionen verkaufte Automobile gegenüber. Das verdeutlicht die strukturelle Bedeutung der Zweiradsparte.
Ein Großteil dieser Stückzahlen entfällt auf Märkte in Südostasien und Indien. Dort sind Motorräder in vielen Regionen das primäre Verkehrsmittel. Kleinvolumige Modelle mit 125 Kubikzentimetern Hubraum spielen dabei eine zentrale Rolle. Ihre Entwicklung und Produktion sind im Vergleich zu komplexen batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich weniger kapitalintensiv. Hohe Investitionen in Batteriefabriken oder umfangreiche Softwarearchitekturen entfallen.
Zwar ist die Marge pro Fahrzeug vergleichsweise gering, doch die enorme Stückzahl sorgt für stabile und wiederkehrende Erträge. Risiken verteilen sich auf Millionen Einheiten, während Produktionskosten und Marktschwankungen in vielen Schwellenländern weniger stark von politischen Förderprogrammen oder Zollregelungen abhängig sind.
Strukturelle Verschiebung der Wahrnehmung
In westlichen Märkten wird Honda häufig primär als Automobilhersteller wahrgenommen. Global betrachtet ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Das Motorradgeschäft stellt volumenmäßig den Kern des Unternehmens dar und trägt maßgeblich zur finanziellen Stabilität bei.
Angesichts eines um 42,2 Prozent gesunkenen Nettogewinns und eines um 61 Prozent eingebrochenen Quartalsergebnisses wird deutlich, wie stark externe Faktoren das Automobilgeschäft beeinflussen. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass die Zweiradsparte derzeit eine ausgleichende Funktion übernimmt und operative Verluste im Autogeschäft kompensiert.
Damit prägen Motorräder nicht nur das Straßenbild in zahlreichen asiatischen Metropolen, sondern sichern in der aktuellen Phase auch die wirtschaftliche Stabilität des Konzerns.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für Motorradfahrer bedeutet die aktuelle Entwicklung, dass die Zweiradsparte innerhalb des Konzerns eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt. Die hohen weltweiten Stückzahlen von über 18 Millionen Einheiten pro Jahr sorgen für stabile Einnahmen, selbst wenn das Automobilgeschäft unter Druck gerät. Diese finanzielle Stabilität kann dazu beitragen, dass Investitionen in bestehende Modellreihen und neue Projekte im Motorradbereich weiterhin möglich bleiben, auch wenn andere Unternehmensbereiche Verluste verzeichnen. Damit zeigt sich, dass Motorräder nicht nur ein ergänzendes Produkt im Portfolio sind, sondern ein tragender Bestandteil der gesamten Unternehmensstruktur.

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