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Motorcycles.News – Motorrad Magazin
Startseite » Australien-GP bleibt vorerst auf Phillip Island: Regierung von Victoria lehnt Umzug nach Melbourne ab
Bagnaja MotoGP Phillip Island 2025
MotoGP

Australien-GP bleibt vorerst auf Phillip Island: Regierung von Victoria lehnt Umzug nach Melbourne ab

By Andreas Denner18 Februar, 2026
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Die Regierung des australischen Bundesstaates Victoria hat eine Anfrage der MotoGP-Promoter abgelehnt, den Australien-Grand-Prix von Phillip Island in den Albert Park von Melbourne zu verlegen. Gleichzeitig stellt die Landesregierung zusätzliche Finanzmittel für eine Modernisierung der Streckeninfrastruktur in Aussicht.
  • Der aktuelle Vertrag für den MotoGP-Lauf auf Phillip Island läuft Ende 2026 aus.
  • Die Regierung von Victoria hat den Antrag auf eine Verlegung nach Albert Park offiziell zurückgewiesen.
  • Zusätzliche Fördermittel sollen fließen, allerdings nur unter der Bedingung, dass das Rennen auf Phillip Island bleibt.

Die Zukunft des australischen MotoGP-Laufs beschäftigt die Motorsportwelt seit Monaten. Nur noch wenige Tage vor dem Saisonstart 2026, der Ende Februar in Buriram ansteht, hat die Regierung des Bundesstaates Victoria nun Fakten geschaffen. Die Allan-Regierung unter Premierministerin Jacinta Allan lehnte eine offizielle Anfrage der MotoGP Sports Entertainment SL, vormals Dorna Sports, ab, das Rennen vom traditionellen Austragungsort Phillip Island in den aus der Formel 1 bekannten Albert Park im Zentrum von Melbourne zu verlegen.

Phillip Island und die MotoGP: Eine fast 30 Jahre alte Verbindung

Der Grand-Prix-Circuit auf Phillip Island ist seit den 1990er Jahren die Heimat des australischen Motorrad-Grand-Prix. Insgesamt 29 Mal wurde das Rennen bereits auf der 4,448 Kilometer langen Strecke im äußersten Südosten Australiens ausgetragen. Der Kurs gilt als fahrerisch anspruchsvolle Highspeedstrecke in malerischer Kulisse und genießt unter Fahrern wie Fans gleichermaßen einen hervorragenden Ruf. Die Veranstaltung ist zudem das größte internationale Sportevent im regionalen Australien. Laut dem Tourismus-, Sport- und Großveranstaltungsminister von Victoria, Steve Dimopoulos, besuchten im vergangenen Jahr 91.000 Zuschauer das Rennwochenende.

Doch hinter den Kulissen schwelt seit geraumer Zeit ein Konflikt um die Zukunft des Austragungsortes. Der Vertrag zwischen dem australischen Promoter AGPC und den MotoGP-Rechteinhabern läuft Ende 2026 aus. Bereits Ende 2025 waren Berichte aufgetaucht, wonach die Promoter einen Umzug des Grand Prix auf eine finanziell lohnendere Rennstrecke anstreben.

Infrastrukturprobleme als Hauptgrund für die Umzugspläne

Die Gründe für die Überlegungen, Phillip Island den Rücken zu kehren, liegen vor allem in der veralteten Infrastruktur der Anlage. Das knapp bemessene Gelände rund um die Strecke bietet nur wenig Platz für das Fahrerlager, die Boxen gelten als deutlich zu klein für eine internationale Rennserie dieser Größenordnung. Große Tribünen, zeitgemäße VIP-Bereiche und ausreichend Hotels in der Umgebung fehlen weitgehend. Die Teamparkplätze befinden sich auf einer Grünfläche, was bei schlechtem Wetter regelmäßig für Ärger sorgt. Darüber hinaus ist die Strecke selbst bei günstiger Verkehrslage kaum in unter zwei Stunden vom Flughafen Melbourne aus zu erreichen.

Für die neuen MotoGP-Eigentümer rund um Liberty Media ist dieses Umfeld offenbar kaum geeignet, um zahlungskräftige Kundschaft anzulocken. Die MotoGP-Promoter sollen insbesondere den Albert Park Circuit in Melbourne als neue Priorität ins Auge gefasst haben. Beim Albert Park handelt es sich zwar um einen Stadtkurs, doch das muss kein Ausschlusskriterium sein.

Auch ein Neubau westlich von Melbourne war im Gespräch

Neben dem Albert Park gibt es offenbar weitere Überlegungen. Im Westen von Melbourne soll mit dem sogenannten Avalon Motor Park eine komplett neue Rennstrecke entstehen, die Phillip Island langfristig ablösen könnte. Da diese Anlage bis zum Herbst 2027 allerdings noch nicht betriebsbereit sein dürfte, kam der Albert Park als kurzfristige Alternative ins Spiel.

Klare Absage aus der Landesregierung

Die Antwort der Regierung von Victoria fiel unmissverständlich aus. In einem offiziellen Statement wurde die Anfrage der MotoGP Sports Entertainment SL zurückgewiesen. Die Regierung erklärte: „Der australische Motorrad-Grand-Prix steht symbolisch für Phillip Island, und Victoria ist stolz, ihn zu unterstützen. Die MotoGP lockt jedes Jahr Zehntausende Besucher nach Phillip Island. Das ist positiv für den Tourismus, für lokale Unternehmen und für die Beschäftigung.“

Minister Steve Dimopoulos bekräftigte die Position der Regierung deutlich. „Wir verkaufen Phillip Island nicht“, sagte er und ergänzte, die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Die Regierung habe aber ihr bestmögliches Angebot vorgelegt.

Der Bundesstaat Victoria unterstützt die Veranstaltung auf Phillip Island jährlich mit rund 20 Millionen Australischen Dollar (circa 11,9 Millionen Euro / 14,1 Millionen US-Dollar). Nun signalisierte die Regierung darüber hinaus die Bereitschaft, zusätzliche Finanzmittel bereitzustellen. Diese sollen allerdings an eine klare Bedingung geknüpft sein: Das Rennen muss auf Phillip Island bleiben. Die genaue Höhe der zusätzlichen Förderung wurde nicht öffentlich gemacht.

Im offiziellen Statement heißt es dazu: „Victoria hat zugestimmt, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um Dorna Sports dabei zu helfen, nach 2026 eine größere und bessere Veranstaltung zu organisieren, jedoch unter der Bedingung, dass diese weiterhin auf Phillip Island stattfindet. Phillip Island ist die Heimat der MotoGP. Die Strecke hat das Event 29 Mal ausgerichtet. Es ist ein ikonischer Kurs mit einer großartigen Geschichte.“

Petition und lokaler Widerstand gegen die Verlegung

Bereits im Vorfeld der Regierungsentscheidung hatte sich massiver Widerstand in der Bevölkerung formiert. Auf der Insel und in der Region Bass Coast starteten Anwohner und der Bass Coast Shire Council eine Kampagne zur Erhaltung des Grand Prix. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: „Rettet unseren MotoGP-Event! Lasst nicht zu, dass sie uns dieses geschichtsträchtige Motorradrennen auf Phillip Island wegnehmen, das es seit über 35 Jahren gibt. MotoGP bedeutet Arbeitsplätze und Geld für unsere Gemeinschaft.“

Eine Petition mit mehr als 4.000 Unterschriften wurde im vergangenen Jahr bei der Regierung eingereicht. Die Bürgermeisterin von Bass Coast, Rochelle Halstead, zeigte sich über die Entwicklung erfreut, auch wenn sie nach eigener Aussage nur wenige Details über die genaue finanzielle Unterstützung erhalten habe. „Es gab große Sorge, dass das nicht passieren könnte, und deshalb haben wir eine Kampagne gestartet. Die Menschen kamen und zeigten ihre Liebe zum Rennen“, erklärte sie. Gleichzeitig äußerte sie die Hoffnung, dass ein neues Abkommen auch Investitionen in die Streckeninfrastruktur beinhalten werde, um die Anlage auf einen internationalen Standard zu bringen.

Terminproblematik als zusätzliche Herausforderung

Neben der Infrastrukturfrage spielt auch der Veranstaltungstermin eine Rolle in der Debatte um die Zukunft des Australien-GP. Während bei der Superbike-WM Ende Februar, im australischen Spätsommer, meist gutes Wetter herrscht, ist die Witterung zum MotoGP-Termin Ende Oktober im australischen Frühling oft wechselhaft bis schlecht. Die Promoter hatten sich jahrelang dafür eingesetzt, das MotoGP-Rennen an den Anfang des Kalenders zu verlegen. Das hätte allerdings den traditionellen Saisonauftakt der Superbike-WM auf Phillip Island in Frage gestellt. Zudem hätte ein MotoGP-Termin Ende Februar oder Anfang März eine zu große terminliche Nähe zum Formel-1-Grand-Prix im Albert Park von Melbourne bedeutet.

The Bend Motorsport Park als weitere Alternative

Unabhängig von der Debatte um Albert Park gibt es mit dem The Bend Motorsport Park bei Adelaide eine weitere Alternative für den Australien-GP. Die Anlage bietet insgesamt acht verschiedene Streckenführungen. Der sogenannte International Circuit verfügt über eine für die MotoGP passende Länge von 4,95 Kilometern und weist 85 Meter Höhenunterschied auf. Entscheidend: Die für einen MotoGP-Lauf notwendige Grade-A-Homologation des Motorrad-Weltverbands FIM ist bereits vorhanden. Allerdings hat auch diese Strecke einen Nachteil, denn Unterkünfte in der näheren Umgebung sind kaum verfügbar.

Zukunft des Australien-GP noch nicht gesichert

Wie die MotoGP-Promoter um Carmelo Ezpeleta auf die Entscheidung der Regierung reagieren werden, bleibt abzuwarten. Die Absage an den Albert Park und das Angebot zusätzlicher Fördermittel für Phillip Island sind zwar ein wichtiger Schritt, eine langfristige Sicherung des Events bedeuten sie jedoch nicht automatisch. Die MotoGP könnte sich trotz infrastruktureller Verbesserungen gegen einen Verbleib auf Phillip Island entscheiden und den Australien-GP aus dem Kalender streichen, um den Platz an einen anderen Standort im asiatischen oder amerikanischen Raum zu vergeben. An Interessenten soll es den Rechteinhabern nicht mangeln. Mit 22 Grands Prix pro Saison operiert die Königsklasse des Zweiradsports aktuell bereits am Maximum. Um neue Austragungsorte aufzunehmen, müssten bestehende Gastgeber weichen.

Während die Verhandlungen um die MotoGP-Zukunft andauern, findet an diesem Wochenende der Saisonauftakt der Superbike-WM auf dem Phillip Island Circuit statt.

Was das für mich als MotoGP-Fan bedeutet?

Für Fans des australischen MotoGP-Laufs ist die Entscheidung der Regierung von Victoria zunächst eine positive Nachricht. Phillip Island mit seiner spektakulären Streckenführung direkt an der Küste bleibt vorerst als Austragungsort im Gespräch und wird nicht kurzfristig durch einen Stadtkurs in Melbourne ersetzt. Gleichzeitig besteht weiterhin Unsicherheit, denn der aktuelle Vertrag läuft Ende 2026 aus und eine Verlängerung ist noch nicht unterschrieben. Sollten die Verhandlungen zwischen der Regierung von Victoria und den MotoGP-Promotern scheitern, könnte der Australien-GP ab 2027 entweder an einen komplett anderen Standort wandern oder sogar ganz aus dem Kalender verschwinden. Wer das Rennen auf Phillip Island noch einmal live erleben möchte, sollte die Saison 2026 daher möglicherweise als Gelegenheit nutzen, solange die Zukunft des Events nicht vertraglich gesichert ist.

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