- Wechsel von der Superbike-WM in die MotoGP zur Saison 2026
- Vergleich mit Casey Stoner durch Fahrermanager Alberto Vergani
- Debütsaison soll laut Management klar als Lernjahr gelten
Der bevorstehende Einstieg von Toprak Razgatlioglu in die MotoGP wird bereits intensiv diskutiert. Der dreifache Superbike-Weltmeister aus der Türkei, der seine Titel mit Yamaha sowie später mit BMW einfuhr, hat seinen Platz für 2026 in der Königsklasse sicher. Noch vor dem ersten Grand Prix wird er mit großen Namen der Vergangenheit in Verbindung gebracht.

Vergani sieht mentale Stärke als Schlüssel
Einer der prominentesten Stimmen ist Fahrermanager Alberto Vergani, der in der Superbike-WM und MotoGP seit vielen Jahren aktiv ist. Vergani arbeitete unter anderem mit Danilo Petrucci sowie früher mit Marco Melandri und Carlos Checa zusammen. Auch den Werdegang von Casey Stoner begleitete er über längere Zeit.
Im Gespräch mit GPOne beschreibt Vergani Razgatlioglu als außergewöhnliches Naturtalent mit ausgeprägter mentaler Klarheit. Besonders beeindruckt habe ihn, wie reflektiert der Türke mit Problemen umgeht. Razgatlioglu wisse genau, welche Herausforderungen in der MotoGP auf ihn warten, und gehe diese bewusst an, ohne sich von äußeren Faktoren ablenken zu lassen.
Parallelen zu Stoner im Umgang mit Technik
Aus Sicht Verganis zeigen sich die Gemeinsamkeiten zu Stoner vor allem in der Herangehensweise an das Motorrad. Der Manager erinnert an eine frühere Aussage Stoners:
„If you have a bike, you must think only about that bike and how to ride it as best as possible. The moment you look at another one, you lose energy and you are already beaten.“
„Wenn du ein Motorrad hast, musst du nur an dieses Motorrad denken und daran, es so gut wie möglich zu fahren. In dem Moment, in dem du auf ein anderes schaust, verlierst du Energie und hast im Grunde schon verloren.“
Genau diese Haltung erkennt Vergani auch bei Razgatlioglu wieder. Ein Gespräch nach der Superbike-Saison 2025 sei dafür beispielhaft gewesen. Damals habe der Türke eingeräumt, dass ihn technische Einschränkungen zunächst aus dem Konzept gebracht hätten. Erst als er aufgehört habe zu klagen und sich vollständig darauf konzentrierte, das Maximum aus der BMW herauszuholen, seien die Probleme lösbar gewesen. Für Vergani war dieser Moment ausschlaggebend für den Vergleich. Für ihn ist Razgatlioglu ein „Stoner 2.0“.
Realistische Erwartungen an die MotoGP-Saison 2026
Trotz der großen Vorschusslorbeeren bremst Vergani überzogene Erwartungen. Die Saison 2026 soll klar als Lernphase verstanden werden. Motorrad, Reifen und viele Strecken werden für Razgatlioglu neu sein. Hinzu kommt, dass die Yamaha M1, die er beim Kundenteam Pramac Racing einsetzt, aktuell nicht als Maß der Dinge gilt.
Dennoch traut Vergani dem Türken zu, auch innerhalb des Yamaha-Lagers Akzente zu setzen. Er geht davon aus, dass Razgatlioglu seinen Teamkollegen bei MotoGP zumindest zeitweise Probleme bereiten könnte, selbst wenn das Material nicht auf dem Niveau der Konkurrenz sein sollte.
Erste Eindrücke sammelte Razgatlioglu bereits bei einem privaten Test in Aragon sowie beim offiziellen Nachsaisontest in Valencia. Dort fuhr er erstmals im direkten Umfeld des MotoGP-Starterfeldes. Pramac und Yamaha setzen dabei offenbar weniger auf sofortige Resultate, sondern auf eine langfristige Entwicklung.
Ausblick über das Rookie-Jahr hinaus
Im Managementumfeld wird 2026 vor allem als Vorbereitung auf die folgende Saison gesehen, in der neue technische Regeln greifen sollen. Vergani zeigt sich überzeugt, dass Razgatlioglu sein Talent dann noch deutlicher umsetzen kann. Ob sich die hochgezogenen Vergleiche mit Casey Stoner sportlich bestätigen, wird sich allerdings erst nach mehreren Rennwochenenden zeigen.








