- Marc Marquez laboriert weiterhin an Ausdauerproblemen nach Schulterverletzung
- Francesco Bagnaia besitzt keinen Vertrag über 2026 hinaus
- Ducati priorisiert zunächst die Vertragsverlängerung mit Marquez
Der MotoGP-Winter 2025/2026 verläuft für Ducati alles andere als ruhig. Sportliche Fragen, körperliche Unsicherheiten und strategische Personalentscheidungen greifen ineinander. Besonders im Fokus stehen die beiden Werksfahrer Marc Marquez und Francesco Bagnaia, deren Situationen kaum gegensätzlicher sein könnten.

Marc Marquez und die Grenzen der Belastbarkeit
Der schwere Zwischenfall beim Indonesien Grand Prix in Mandalika im Oktober 2025 wirkt bei Marc Marquez bis heute nach. Nach einer Kollision mit Marco Bezzecchi zog sich der Spanier eine komplexe Schulterverletzung zu. Neben einem zunächst diagnostizierten Schlüsselbeinbruch wurden später eine Fraktur am Ansatz des Rabenbeins sowie eine Bänderverletzung festgestellt.
Die Folgen waren gravierend. Marquez verpasste nicht nur die verbleibenden Rennen der Saison 2025, sondern auch den wichtigen Nachsaisontest in Valencia. Erst im Dezember kehrte der achtfache Weltmeister schrittweise ins Training zurück. Zunächst auf dem Fahrrad, später auf dem Flat Track Bike und schließlich auf einer Ducati Panigale V2 auf dem Aspar Circuit nahe Valencia.
Ausdauer als zentrales Problem
Im Rahmen der Ducati Teampräsentation sprach Marquez offen über seine derzeit größte Einschränkung. «Ganz klar die Ausdauer», erklärte der 32-Jährige. Während einzelne Trainingstage bereits wieder auf gewohnt hohem Niveau möglich seien, zeige sich am zweiten Belastungstag ein deutlicher Leistungsabfall. Genau dieses Muster bereite aktuell die größten Sorgen.
Besonders relevant wird dieses Defizit beim anstehenden offiziellen Test in Sepang, der über mehrere Tage angesetzt ist. Marquez beschreibt den Übergang vom ersten zum zweiten Tag als schwierig. Eine Konstanz über längere Distanzen sei derzeit noch nicht gegeben. An seiner Grundschnelligkeit zweifelt der Weltmeister jedoch nicht. Auf eine schnelle Runde sei das Tempo sofort wieder da, über Renndistanz fehle bislang noch die körperliche Reserve.
Trotzdem zeigt sich Marquez zuversichtlich. Mit rund eineinhalb Monaten bis zum Saisonauftakt in Buriram sieht er sich auf einem guten Weg. Aus früheren Verletzungsphasen schöpft er zusätzliche Zuversicht, dass mit zunehmender Fitness auch die gewohnte Leistungsfähigkeit zurückkehrt.

Vertragsfrage 2027: Ducati setzt Prioritäten
Parallel zur sportlichen Vorbereitung laufen im Hintergrund bereits die Weichenstellungen für die Zeit nach 2026. Ducati hat klar signalisiert, dass eine Vertragsverlängerung mit Marquez oberste Priorität besitzt. Ducati Lenovo Teammanager Davide Tardozzi machte in Madonna di Campiglio deutlich, dass man den Weltmeister langfristig binden möchte.
Marquez selbst bezeichnet Ducati als erste Option, ließ jedoch offen, dass weitere Angebote vorliegen. Laut Tardozzi laufen Gespräche bereits, eine Entscheidung könnte noch vor dem Saisonstart in Thailand fallen. Die enge Zusammenarbeit in der Entwicklungsarbeit der neuen Desmosedici GP26 spricht aus Sicht des Teams klar für eine Fortsetzung der Partnerschaft.
Francesco Bagnaia unter wachsendem Erfolgsdruck
Für Francesco Bagnaia stellt sich die Lage deutlich komplizierter dar. Der Doppelweltmeister von 2022 und 2023 beendete die Saison 2025 lediglich auf Rang fünf. Damit verlor er nicht nur sportlich an Boden, sondern auch an Verhandlungsmacht. Sein Vertrag läuft nach 2026 aus, Gespräche über eine Verlängerung gibt es bislang nicht.
Noch vor zwei Jahren hatte Ducati Bagnaia frühzeitig vom Markt genommen. Heute ist die Situation umgekehrt. Marquez gilt als wertvollster Fahrer im Team, während Bagnaia sich in einer Gruppe hochkarätiger Kandidaten wiederfindet, die ebenfalls Ambitionen auf einen Werksplatz haben.

Leistung als einziges Argument
Bagnaia selbst gibt sich öffentlich ruhig. In Madonna di Campiglio betonte er, dass der Fokus klar auf der Saison 2026 liege. Angesichts des bevorstehenden Regelwechsels und vieler auslaufender Verträge sei es entscheidend, mit der richtigen Einstellung zu starten und Leistung zu zeigen. Erst danach werde sich die Zukunft klären.
Teammanager Tardozzi bestätigte, dass man intensiv mit Bagnaia über die schwierige Saison 2025 gesprochen habe. Nach einer bewussten Pause folgte eine detaillierte Analyse gemeinsam mit Gigi Dall’Igna und Mauro Grassilli. Bagnaia habe erkannt, wo Probleme lagen und welche Entwicklungsrichtungen er nicht ausreichend verstanden habe.
Ducati betont dabei, dass technische Entwicklungen weiterhin beiden Fahrern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Anpassungen am Motorrad erfolgen individuell, die Entscheidung über neue Teile liege letztlich beim Fahrer selbst.
Eine Saison mit Signalwirkung
Fest steht, dass Ducati Bagnaia nicht fallen lassen möchte. Gleichzeitig ist klar, dass sportliche Leistung zur zentralen Währung geworden ist. Während Marquez um körperliche Stabilität kämpft, muss Bagnaia auf der Strecke überzeugen, um seine Position im Werksteam zu sichern.
Die Saison 2026 wird damit für beide Fahrer richtungsweisend. Für Marquez geht es darum, trotz Nachwirkungen seiner Verletzung seine Führungsrolle zu bestätigen. Für Bagnaia zählt mehr denn je nur eines: konstante Ergebnisse an der Spitze.
Was bedeutet das für mich als MotoGP Fan?
Für MotoGP Fans bedeutet diese Ausgangslage vor allem eines: eine Saison mit vielen offenen Fragen und hohem sportlichem Spannungsfaktor. Bei Ducati treffen Unsicherheit über die körperliche Belastbarkeit von Marc Marquez und der Leistungsdruck auf Francesco Bagnaia direkt aufeinander. Das kann sich sowohl auf die interne Dynamik im Werksteam als auch auf die sportliche Hierarchie im Feld auswirken. Gleichzeitig rücken Tests, Trainings und die ersten Rennen stärker in den Fokus, weil sie frühe Hinweise liefern, wer über Renndistanz konstant konkurrenzfähig ist. Für den Saisonverlauf heißt das, dass Ergebnisse nicht nur für die WM Wert haben, sondern auch als Signal für die Zukunft der Fahrer gelten.

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