- Imatra und Schleiz nicht mehr Teil der IRRC 2026
- Meisterschaft aktuell auf vier Veranstaltungen reduziert
- IRRC arbeitet an einer zusätzlichen fünften Runde Mitte Juni
Nur kurze Zeit nach dem Saisonfinale in Frohburg und noch während viele Teams und Fahrer ihre Planungen für das kommende Jahr vorantreiben, hat das Management der International Road Racing Championship tiefgreifende Änderungen am vorläufigen Kalender für 2026 bekannt gegeben. Statt der ursprünglich vorgesehenen sechs Veranstaltungen bleiben derzeit nur noch vier Rennen im Championatskalender.
Zwei prominente Austragungsorte gestrichen
Besonders ins Gewicht fällt der Wegfall zweier Klassiker des internationalen Straßenrennsports. Sowohl der finnische Straßenkurs von Imatra als auch das traditionsreiche Schleizer Dreieck werden 2026 keine IRRC Läufe mehr austragen.
Die Gründe für die Absage in Finnland liegen nach Angaben der IRRC nicht beim Veranstalter selbst, sondern bei einer Entscheidung des nationalen Verbands. Demnach wurde die Veranstaltung nicht in den finnischen Rennkalender für 2026 aufgenommen. Dadurch entfällt die Unterstützung des Verbands und die Lizenzen der IRRC Fahrer wären für das Rennen nicht gültig. Aus Sicht der Serienorganisation blieb damit keine andere Möglichkeit als die Absage der Imatra Runde.
Im Fall von Schleiz verlief die Trennung deutlich überraschender. Laut IRRC wurde die Zusammenarbeit vom Veranstalter einseitig und ohne vorherige Abstimmung beendet. Die Serienverantwortlichen bedauern ausdrücklich das Ende dieser langjährigen Partnerschaft.
Reduzierte Meisterschaft und Suche nach Ersatz
Durch den Wegfall von Imatra und Schleiz besteht die IRRC Meisterschaft aktuell nur noch aus vier Veranstaltungen. Geplant sind derzeit Rennen in Hengelo, Chimay, Horice und Frohburg. Ursprünglich sollten die Gesamtsieger der Klassen Sportbike und Supersport erneut über sechs Veranstaltungen mit jeweils zwei Läufen ermittelt werden.
Die IRRC arbeitet jedoch bereits an einer Erweiterung des Kalenders. Konkret wird an einer zusätzlichen fünften Runde für das Wochenende am 13. und 14. Juni 2026 gearbeitet. Eine endgültige Entscheidung dazu soll zeitnah fallen. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass sich durch den veränderten Kalender auch die Teilnahmegebühren anpassen könnten. Weitere Informationen sollen in den kommenden Tagen folgen.
Schleiz bleibt Rennsport Schauplatz ohne IRRC
Trotz des Ausstiegs aus der IRRC bleibt das Schleizer Dreieck auch 2026 Teil des internationalen Straßenrennsports. Die bereits kommunizierten Termine Mitte Juni sollen beibehalten werden, allerdings mit einem neu ausgerichteten Programm. Statt IRRC Rennen sind unter anderem Läufe zur International Sidecar Trophy, zur German Twin Trophy, zum HR Cup, zu klassischen Rennklassen sowie offene Rennen für Superbike und Supersport geplant.
Parallel dazu finden an diesem Rennwochenende weitere Straßenrennen und Bergrennen in Europa statt, darunter Veranstaltungen in Tschechien, Frankreich und Belgien. Die Termindichte unterstreicht, wie lebendig, aber auch wie anfällig der internationale Road Racing Kalender bleibt.
Straßenrennsport unter Druck
Beobachter der Szene verweisen seit Jahren auf zunehmende Herausforderungen für den reinen Straßenrennsport. Versicherungsfragen, steigende Schadenssummen und eine insgesamt kritischere Haltung internationaler Verbände gegenüber Road Racing sollen den Fortbestand einzelner Veranstaltungen erschweren. Gleichzeitig gilt die Szene als widerstandsfähig und anpassungsfähig, auch wenn kurzfristige Änderungen für Teams, Fahrer und Fans zur neuen Normalität geworden sind.
Was bedeutet das für mich als Roadracing Fan?
Für Roadracing Fans bedeutet der Wegfall von Imatra und Schleiz vor allem eines, weniger Gelegenheiten, den einzigartigen Charakter dieses Sports live zu erleben. Zwei Strecken mit völlig unterschiedlicher Atmosphäre, Geschichte und regionaler Prägung fallen aus der Meisterschaft heraus, was den Kalender nicht nur kürzer, sondern auch homogener macht. Die IRRC lebt von genau diesen Kontrasten zwischen schnellen Waldpassagen, engen Ortsdurchfahrten und jahrzehntelanger Tradition. Wenn solche Veranstaltungen wegfallen, schrumpft nicht nur die Anzahl der Rennen, sondern auch die emotionale Vielfalt der Saison. Gleichzeitig zeigt die Situation, wie fragil der Straßenrennsport geworden ist und wie schnell sich Planungen ändern können. Für Fans heißt das, flexibel zu bleiben, Termine neu zu bewerten und die verbleibenden Veranstaltungen umso bewusster zu genießen, weil nicht selbstverständlich ist, dass sie langfristig bestehen bleiben.

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