- Honda stellt die CBR400R E-Clutch als Konzeptmodell auf den Motorradmessen in Osaka, Tokio und Nagoya vor
- Erstmaliger Einsatz des E-Clutch-Systems in der 400er-Zweizylinder-Baureihe
- Japanische Beschriftungen am Ausstellungsfahrzeug deuten auf eine bevorstehende Serienversion hin
Die Honda CBR400R gehört seit Jahren zum festen Bestandteil des japanischen Motorradmarkts. Nun steht dem vollverkleideten Zweizylinder eine technisch bedeutsame Erweiterung bevor: Auf der 42. Osaka Motorcycle Show, der 53. Tokyo Motorcycle Show und der 5. Nagoya Motorcycle Show 2026 präsentiert Honda erstmals eine CBR400R mit dem hauseigenen E-Clutch-System. Das Modell wird als Konzeptfahrzeug ausgestellt, doch mehrere Details sprechen dafür, dass die Serienfertigung nicht mehr weit entfernt sein dürfte.

E-Clutch hält Einzug in die 400er-Klasse
Dass die automatische Kupplungstechnologie früher oder später auch in Hondas 400er-Zweizylindern landen würde, war absehbar. Bereits im Herbst 2025 hatte Honda auf der EICMA in Mailand die europäischen Schwestermodelle CBR500R, CB500 Hornet und NX500 mit E-Clutch vorgestellt. Diese Modelle basieren auf einem 471 Kubikzentimeter großen Paralleltwin mit 180-Grad-Kurbelwelle, der für den japanischen Markt auf 399 Kubikzentimeter angepasst wird. Die Übertragung der Technologie auf die hubraumreduzierte Variante galt daher als logischer nächster Schritt.
Honda bestätigte die CBR400R E-Clutch im Rahmen der offiziellen Ankündigung des Messeprogramms. Das Modell wird dort unter der Kategorie „Konzeptmodell“ geführt.
Technik ohne elektronische Drosselklappe
Ein interessantes Detail betrifft die technische Umsetzung des E-Clutch-Systems in der CBR400R. Während die ebenfalls als Referenzfahrzeuge ausgestellten CB750 Hornet und XL750 Transalp sowohl eine elektronische Drosselklappe als auch den E-Clutch nutzen, setzt die CBR400R auf eine konventionelle Drosselklappenmechanik. Das hat Auswirkungen auf die Funktionsweise: Beim Hochschalten arbeitet das System mit einer Kombination aus Zündungsunterbrechung und automatischer Kupplungsbetätigung. Beim Herunterschalten übernimmt ausschließlich die automatische Kupplung, da ohne elektronische Drosselklappe kein automatisches Zwischengas möglich ist.

Quickshifter serienmäßig an Bord
Ergänzend zum E-Clutch-System verfügt das Konzeptmodell über einen serienmäßigen Quickshifter. Dieser ermöglicht in Kombination mit der automatischen Kupplung sowohl schnelle Hochschaltvorgänge als auch Herunterschaltvorgänge ohne manuelles Kupplungsziehen. Der Fahrer behält dabei jederzeit die Möglichkeit, den Kupplungshebel selbst zu betätigen und manuell in den Schaltvorgang einzugreifen.
Optik orientiert sich an der europäischen CBR500R
Äußerlich bleibt die CBR400R E-Clutch dem bekannten Grunddesign der Baureihe treu. Die Farbgebung orientiert sich an den neuen Lackierungen, die Honda für die europäische CBR500R E-Clutch vorgestellt hat. Das Cockpit zeigt ein 5-Zoll-TFT-Display. Die E-Clutch-Einheit selbst fällt kompakt aus und fügt sich unauffällig in das Motorgehäuse ein.
Serienversion in Sichtweite
Obwohl Honda die CBR400R E-Clutch offiziell als Konzeptmodell bezeichnet, gibt es deutliche Hinweise auf eine baldige Serienfertigung. Auf dem Kraftstofftank des Ausstellungsfahrzeugs befinden sich japanischsprachige Warnhinweis-Aufkleber. Solche Beschriftungen in Landessprache werden üblicherweise erst bei marktnahen Fahrzeugen angebracht und gelten als verlässlicher Indikator dafür, dass eine offizielle Vorstellung als Serienmodell für den japanischen Markt kurz bevorsteht.
Medienvertreter hatten im Rahmen einer exklusiven Vorab-Besichtigung bereits Gelegenheit, das Fahrzeug vor dem offiziellen Messestart zu begutachten.

Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Die Einführung des E-Clutch-Systems in der 400er-Klasse von Honda signalisiert, dass die Technologie mittelfristig zum Standard in immer mehr Hubraumsegmenten werden könnte. Für Fahranfänger, die in Japan und einigen anderen Märkten mit der 400er-Klasse einsteigen, senkt die automatische Kupplung die Einstiegshürde deutlich, da das manuelle Kupplungsziehen im Stadtverkehr oder bei langsamer Fahrt entfällt. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit zur manuellen Bedienung erhalten, sodass erfahrene Fahrer nicht auf das gewohnte Fahrgefühl verzichten müssen. In Kombination mit dem serienmäßigen Quickshifter entsteht ein Paket, das sowohl Komfort als auch sportlichen Anspruch bedienen kann. Ob und wann Honda die Technologie auch in weiteren 400er-Modellen wie der CB400 Hornet oder der NX400 anbieten wird, bleibt abzuwarten, liegt aber angesichts der europäischen Modellpalette nahe.

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