- Bonhams versteigert am 26. April Barry Sheenes Werks-Suzuki RG500 XR14 von 1977
- Erwarteter Preis: 160.000 bis 200.000 Pfund (circa 185.000 bis 231.000 Euro / 214.000 bis 268.000 USD)
- Das Motorrad war fast 40 Jahre lang nicht öffentlich zu sehen
Es gibt Rennmotorräder, und es gibt Motorräder, die Sportgeschichte geschrieben haben. Die Suzuki RG500 XR14 mit der Rahmennummer 1201 gehört zweifellos in die zweite Kategorie. Am 26. April wird sie bei Bonhams im Rahmen der International Classic MotorCycle Show auf dem Staffordshire Showground unter den Hammer kommen. Es ist das erste Mal seit fast vier Jahrzehnten, dass dieses Motorrad überhaupt wieder in der Öffentlichkeit auftaucht.

Von der Werkstatt auf die Weltbühne: Barry Sheene und die RG500
Barry Sheene war Mitte der 1970er-Jahre weit mehr als nur ein Grand-Prix-Pilot. In Großbritannien genoss er einen Bekanntheitsgrad, der allenfalls mit dem von Formel-1-Fahrer James Hunt vergleichbar war. Dass Sheene überhaupt um WM-Titel kämpfen konnte, war allerdings alles andere als selbstverständlich. Vor der Saison 1976 hatte Suzuki sein Werksteam aus der Grand-Prix-Meisterschaft zurückgezogen. Um den Rennbetrieb aufrechtzuerhalten, sprang der britische Suzuki-Importeur ein und führte das Team fortan unter dem Banner von Texaco Heron weiter.
Sheene zahlte dieses Vertrauen eindrucksvoll zurück. 1976 gewann er fünf Rennen und sicherte sich vorzeitig den Titel in der 500er-Klasse. Ein Jahr später legte er nach: Sechs Siege aus elf Rennen und ein Vorsprung von 27 Punkten auf den Yamaha-Piloten Steve Baker reichten, um den Titel erfolgreich zu verteidigen. Zusätzlich fuhr Sheene noch einen zweiten und einen sechsten Platz ein und wurde von MCN zum Man of the Year gewählt.

Frame 1201: Das Motorrad des entscheidenden Rennens
Bei der nun zur Versteigerung stehenden Maschine handelt es sich laut Bonhams um eines von nur zwei Werksfahrzeugen, die Sheene während der Saison 1977 einsetzte. Die Rahmennummer 1201 und die Motornummer RR 1202 RG500 identifizieren sie als Baujahr 1977. Entscheidend: Es ist genau das Motorrad, mit dem Sheene im letzten Saisonrennen über die Ziellinie fuhr und damit seinen zweiten und letzten 500er-Weltmeistertitel besiegelte. Das Schwesterfahrzeug befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Sheene.
Die RG500 XR14 trägt noch immer die ikonische rot-weiß-gelbe Suzuki-Lackierung sowie Sheenes unverwechselbare gelb-schwarze Startnummer sieben. Zeittypisch für Rennmaschinen jener Ära befindet sich die Gangschaltung am rechten Fuß. Die Maschine verfügt über vier Auspuffausgänge und doppelte Bremsscheiben an der Vorderachse.
Fast 40 Jahre im Verborgenen
Nach Sheenes aktiver Zeit ging die Maschine in den Besitz von Peter Agg über, jenem Mann, der als britischer Suzuki-Importeur maßgeblich dafür verantwortlich war, dass Suzukis Präsenz im Grand-Prix-Sport überhaupt aufrechterhalten werden konnte. 1987 wechselte das Motorrad dann in die Hände des heutigen Besitzers, wo es seitdem verblieben ist, ohne jemals öffentlich gezeigt zu werden.
Ben Walker, International Department Director von Bonhams Collectors‘ Motorcycles, sprach von einer „einmaligen Gelegenheit für Sammler auf höchstem Niveau. Es handele sich um „eine wirklich außergewöhnliche Chance, eine vollständig dokumentierte Werks-Suzuki RG500 XR14 zu erwerben“. Walker betonte zudem: „Maschinen dieser Klasse und Bedeutung kommen selten auf den Markt, erst recht nicht eine, die dem unvergesslichen Barry Sheene gehörte.
Die RG500 XR14 wird ohne Mindestgebot angeboten. Der Schätzpreis liegt zwischen 160.000 und 200.000 Pfund (circa 185.000 bis 231.000 Euro / 214.000 bis 268.000 USD). Neben Sheenes Suzuki umfasst die Auktion mehr als 100 weitere Lose, darunter eine straßenzugelassene Honda RC213V-S als MotoGP-Replik sowie eine MV Agusta 500 Grand Prix von 1965, die angeblich von Mike Hailwood oder Giacomo Agostini pilotiert wurde. Ebenfalls Teil des Angebots ist die umfangreiche Rex Judd Collection.

50 Jahre nach dem ersten Titel: Goodwood feiert Barry Sheene
Das Jahr 2026 markiert zugleich den 50. Jahrestag von Sheenes erstem WM-Triumph 1976. Aus diesem Anlass sind gleich drei Veranstaltungen im Rahmen der großen Goodwood-Motorsportfestivals geplant. Den Auftakt macht das Goodwood Members‘ Meeting am 18. und 19. April, bei dem bis zu 30 500er-Grand-Prix-Maschinen aus Sheenes Karriere auf die Strecke gehen sollen.
Beim Festival of Speed vom 9. bis 12. Juli werden zehn Grand-Prix-Motorräder aus seiner Laufbahn den legendären Hillclimb-Kurs in Angriff nehmen. Den Abschluss bildet das Revival-Wochenende vom 18. bis 20. September, bei dem Sheenes WM-Suzukis auf dem Goodwood Motor Circuit vor den Rennen um die Barry Sheene Memorial Trophy fahren werden.
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