- Die WEC hat ihren Saisonauftakt in Katar offiziell auf die zweite Jahreshälfte verlegt
- Ezpeleta hält eine Durchführung am 12. April für unwahrscheinlich, schließt sie aber nicht aus
- Ein Ersatzrennen an einem anderen Austragungsort wurde kategorisch ausgeschlossen
Während am vergangenen Wochenende in Buriram die MotoGP-Saison 2026 mit dem Thailand-GP eröffnet wurde, beschäftigt die gesamte Motorsportwelt ein deutlich ernsteres Thema. Der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran am Samstag und die darauffolgenden Vergeltungsschläge auf umliegende Staaten haben die geopolitische Lage im Nahen Osten drastisch verschärft. Neben den verheerenden Auswirkungen auf die betroffene Region hat die militärische Eskalation auch massive Konsequenzen für den internationalen Flugverkehr. Der katarische Luftraum wurde am vergangenen Montag gesperrt, Qatar Airways musste den Betrieb an ihrem Drehkreuz in Doha einstellen. Die Luftverkehrszentren in Dubai und Abu Dhabi sind ebenfalls betroffen.
WEC macht den Anfang und verschiebt Katar-Rennen
Die erste direkte Konsequenz für den Motorsport ließ nicht lange auf sich warten. Die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC hat ihren ursprünglich vom 26. bis 28. März geplanten Saisonauftakt auf dem Losail International Circuit offiziell verschoben. Das 1812-km-Rennen soll nun in der zweiten Jahreshälfte 2026 nachgeholt werden. Stattdessen wird Imola mit dem Termin vom 17. bis 19. April zum neuen Saisonauftakt der Sportwagen-WM.
WEC-Chef Frédéric Lequien erklärte, man habe seit Samstagmorgen eng mit dem Lusail International Circuit und dem katarischen Motorsportverband zusammengearbeitet, um die beste Lösung zu finden. Pierre Fillon, Präsident des Automobile Club de l’Ouest, betonte: „Zuallererst möchte ich betonen, dass unsere Gedanken in erster Linie bei den Opfern dieses schrecklichen Konflikts sind. In Zeiten wie diesen treten sportliche Interessen eindeutig in den Hintergrund.“
Ob und wo der offizielle Vorsaisontest der WEC, der sogenannte Prologue, stattfinden wird, ist ebenfalls noch ungeklärt.
Ezpeleta: Durchführung des Katar-GP unwahrscheinlich
Nur zwei Wochen nach dem WEC-Termin soll planmäßig die MotoGP auf dem Losail International Circuit antreten. Der Grand Prix von Katar ist als vierte Station der Saison 2026 für den 10. bis 12. April angesetzt. Doch auch hier herrscht mittlerweile große Unsicherheit. MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta hat bei einer Pressekonferenz des spanischen Bierproduzenten Estrella Galicia am Mittwoch in Madrid erstmals öffentlich eingeräumt, dass die Durchführung in Frage steht.
„Wir müssen abwarten. Ich kann im Moment nicht sagen, dass wir nicht fahren werden“, erklärte der 78-Jährige. Seit Sonntag stehe man in Kontakt mit den Verantwortlichen in Katar und werde eine Entscheidung treffen. Gleichzeitig machte Ezpeleta aber auch deutlich: „Es ist schwierig für uns, am 12. April nach Katar zu gehen, aber ich kann nicht sagen, dass wir nicht fahren werden.“
Ohne einen stabilen Flugverkehr in der Region ist die Abwicklung einer Großveranstaltung wie der MotoGP schlicht nicht möglich. Schon bei der Heimreise vom Saisonauftakt in Thailand mussten zahlreiche Paddock-Mitglieder wegen der Luftraumsperrungen über dem Iran kurzfristig auf alternative Flugrouten ausweichen.
Kein Ersatzrennen, aber mögliche Nachholung
Ein Ausweichen auf eine andere Rennstrecke schloss Ezpeleta kategorisch aus. Es hatte zuvor Berichte gegeben, wonach im Falle einer Absage ein Ersatz-Grand-Prix im argentinischen Termas de Rio Hondo denkbar wäre, da die MotoGP in den Wochen zuvor ohnehin mit Brasilien (20. bis 22. März in Goiania) und dem US-GP in Austin (27. bis 29. März) bereits auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs ist. Doch dem erteilte der MotoGP-Chef eine klare Absage: „An einen anderen Ort gehen? Ganz sicher nicht.“
Vorstellbar bleibt für Ezpeleta lediglich eine Nachholung des Katar-GP zu einem späteren Zeitpunkt im laufenden Jahr. Einen passenden Platz im dicht gedrängten Rennkalender mit 22 Events zu finden, dürfte allerdings alles andere als einfach werden. Nach dem Aragon-GP Ende August warten bis zum Saisonfinale in Valencia bereits vier Double-Header in Serie. Das einzige theoretisch denkbare Zeitfenster läge rund um den Großbritannien-GP Anfang August. Im August herrschen in Katar jedoch Durchschnittstemperaturen von 43 Grad tagsüber und 32 bis 34 Grad in der Nacht, was Rennen praktisch unmöglich machen dürfte.
Ezpeleta gab sich diesbezüglich dennoch zuversichtlich: „Wir sind sehr gut darin, Kalender zu machen. Wir werden bald mehr wissen. Wir warten darauf, dass sie uns etwas mitteilen. Es ist noch Zeit.“
Marquez: Grand Prix wird bei solchen Ereignissen zweitrangig
Aus dem Fahrerlager kamen nachdenkliche Töne. Marc Marquez, der auf derselben Pressekonferenz anwesend war, ordnete die Situation nüchtern ein. Es sei noch nichts Konkretes besprochen worden, aber wenn solche Dinge in der Welt passieren, werde die Austragung eines Grand Prix zweitrangig.
Die Veranstaltung in Doha hat für den katarischen Staat einen enormen Stellenwert. Die MotoGP ist seit 2004 auf dem Losail International Circuit zu Gast, und die Rennen unter Flutlicht gehören zu den besonderen Highlights im Kalender. Mit Ausnahme des MotoGP-Rennens 2020, das der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, fand die Veranstaltung ohne Unterbrechung statt. Katar subventioniert das Event seit Jahren umfangreich über mehrere staatliche Instanzen, was dafür spricht, dass die Verantwortlichen vor Ort eine Absage so lange wie möglich hinauszögern werden.
Auch Formel 1 von Unsicherheit betroffen
Die MotoGP ist nicht die einzige Serie, die unter den Auswirkungen des Nahost-Konflikts leidet. Auch in der Formel 1 stehen Fragezeichen hinter den Grands Prix in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April). Es kursieren Berichte, wonach Imola und Portimao als mögliche Ersatzaustragungsorte in Betracht gezogen werden könnten. Die späteren F1-Rennen in Katar und Abu Dhabi im November und Dezember sind von der aktuellen Lage weniger betroffen. Die Formel 1 teilte mit, die Situation im Nahen Osten aufmerksam zu beobachten.
Vor dem Katar-GP stehen für die MotoGP zunächst die Stationen in Brasilien (Goiania, 20. bis 22. März) und Austin (27. bis 29. März) auf dem Programm. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Wüsten-GP am 12. April tatsächlich stattfinden kann oder ob er dem Nahost-Konflikt zum Opfer fällt.
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