- Daniel Sanders gewinnt Etappe 2 und führt die Gesamtwertung
- Ricky Brabec liegt auf Rang drei und wollte bewusst weiter hinten starten
- Etappe 3 wird mit 736 km der bisher längste Tag der Rallye
Nach insgesamt 728 absolvierten Wertungskilometern ist die Dakar 2026 noch jung, doch das strategische Denken hat längst begonnen. Der Kampf um Sekunden, Startpositionen und Zeitgutschriften prägt bereits die ersten Tage. Besonders an der Spitze zeigt sich, dass nicht jeder Podestplatz automatisch ein Vorteil ist.

Sanders übernimmt das Kommando
Auf der zweiten Etappe schlug die Stunde von Daniel Sanders. Der amtierende Rally Raid Weltmeister fühlte sich auf dem über 400 km langen Wertungsabschnitt sichtlich wohl und setzte seine Erfahrung gezielt ein. Offenes Gelände, wechselnde Untergründe und anspruchsvolle Navigation kamen dem Australier entgegen. Mit einer Zeit von 4:13:37 Std. sicherte er sich nicht nur den Tagessieg, sondern auch die Führung in der Gesamtwertung.
Sanders profitierte dabei auch vom Rennverlauf. Sein junger Teamkollege Edgar Canet eröffnete erstmals eine Etappe und musste früh navigieren. Nachdem Sanders ihn eingeholt hatte, übernahm der 31-Jährige über weite Strecken die Orientierung. Entscheidend war jedoch der saubere Rhythmus, den Sanders über den gesamten Tag halten konnte. Kleine Navigationsfehler konnten schnell korrigiert werden, größere Zeitverluste blieben aus.
Brabec konstant schnell – und dennoch unzufrieden
Ricky Brabec zeigte auch auf Etappe 2 eine starke Leistung und fuhr erneut auf den dritten Platz. In der Gesamtwertung liegt der Honda-Pilot damit ebenfalls auf Rang drei, 2:18 min hinter Sanders. Sportlich betrachtet ist das eine solide Ausgangsposition, strategisch jedoch nicht ideal.
Der zweifache Dakar Sieger hatte bewusst gehofft, etwas weiter zurückzufallen, um bei der dritten Etappe nicht in eine ungünstige Startposition zu geraten. Ein früher Start kann auf langen, schwierigen Etappen schnell zum Nachteil werden, da das Eröffnen der Route Zeit kostet und Fehler begünstigt. Brabec zeigte sich dennoch gelassen und betonte, dass er sich insgesamt dort befinde, wo er sein möchte. Entscheidend sei, in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben und die direkten Konkurrenten im Blick zu haben.
Canet stürzt und bleibt dennoch dran
Für Edgar Canet verlief Etappe 2 deutlich turbulenter. Der erst 20-Jährige musste erstmals als Führender in die Wertungsprüfung starten und hatte mit der schwierigen Navigation zu kämpfen. Steine, unübersichtliche Passagen und ungeplante Hindernisse wie Kamele und Bäume führten schließlich zu einem Sturz und einer Kollision.
Trotz dieser Zwischenfälle zeigte der KTM Junior eine bemerkenswerte Leistung. Er beendete die Etappe als Zweiter und liegt in der Gesamtwertung nur 30 Sekunden hinter Sanders. Auf Ricky Brabec hat Canet bereits einen Vorsprung von knapp zwei Minuten, was seine starke Ausgangslage unterstreicht.

Honda hält den Schaden in Grenzen
Hinter Sanders und Canet platzierte sich Honda mit mehreren Fahrern geschlossen in den Top 10. Ricky Brabec, Tosha Schareina und Skyler Howes verloren jeweils nur rund dreieinhalb Minuten. Adrien Van Beveren hingegen musste mit fast neun Minuten Rückstand einen Dämpfer hinnehmen. Insgesamt gelang es Honda jedoch, den Zeitverlust auf KTM überschaubar zu halten und mehrere Fahrer in Reichweite der Podestplätze zu positionieren.
Auch in der Rally2 Kategorie sorgte Honda für Aufmerksamkeit. Der Portugiese Martim Ventura überzeugte als bester Pilot seiner Klasse mit Rang sechs im Tagesergebnis und einem Rückstand von lediglich 3:53 min.
Etappe 3: Länge und Navigation als Schlüsselfaktoren
Mit Etappe 3 wartet nun der bisher längste Tag der Dakar 2026 auf die Teilnehmer. Insgesamt 736 km stehen auf dem Programm, davon 422 km als Wertungsprüfung. Die Rallye ist rund um die Oase Al ʿUla angekommen, einer Region mit markanten Felsformationen und wenigen klaren Orientierungspunkten.
Der Veranstalter kündigt für den ersten Teil sandige Pisten an, gefolgt von felsigem Gelände, das höchste Konzentration bei der Navigation erfordert. In der zweiten Hälfte sollen bestehende Pfade für zusätzliche Verwirrung sorgen. Gerade für die frühen Starter kann dies schnell zum Zeitfresser werden.
Ausgangslage vor dem längsten Tag
Nach zwei Etappen führt Daniel Sanders vor Edgar Canet und Ricky Brabec. Dahinter lauern mehrere Fahrer mit überschaubarem Rückstand. Die Dakar 2026 ist damit früh in einer Phase angekommen, in der nicht nur Geschwindigkeit, sondern vor allem Strategie und Übersicht gefragt sind. Etappe 3 dürfte zeigen, wessen Plan aufgeht und wer bereits früh Tribut an die Länge und Komplexität der Rallye zahlen muss.

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