- Kein Einsteiger Motorrad unterhalb der bestehenden Modellpalette geplant
- Fokus bleibt auf mittel schweren und schweren Straßenmotorrädern
- Gebrauchtmotorräder und Merchandising sollen neue Zielgruppen ansprechen
Nach einem Eigentümerwechsel und der Trennung vom früheren Mutterkonzern richtet Indian Motorcycle seine Produktstrategie neu aus. Während viele Hersteller verstärkt auf günstige Motorräder mit kleinen Hubräumen setzen, schlägt die traditionsreiche US Marke bewusst einen anderen Weg ein.
Klare Absage an Einsteiger Motorräder
In einer Fragerunde erklärte der neue CEO Mike Kennedy, dass Indian Motorcycle keine Einsteiger Motorräder entwickeln wird. Gemeint sind Modelle mit kleinem Hubraum und niedrigem Preisniveau, wie sie aktuell in vielen Märkten stark gefragt sind. Kennedy betonte, dass diese Klasse nicht zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens passe.
Nach seiner Einschätzung ist es ein Irrtum, dass ausschließlich Motorräder um 6.000 Euro (ca. 6.500 US Dollar) gefragt seien. Indian habe 2025 trotz eines rückläufigen US Marktes für Highway Motorräder Marktanteile hinzugewonnen, insbesondere im Touring und Cruiser Segment. Es gebe dort weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial.
Wachstum durch bestehende Stärken
Kennedy sieht die Zukunft der Marke in ihren historischen Wurzeln. Cruisers, Baggers und Touring Modelle sollen weiter ausgebaut werden. Auch ein neues Trike ist laut Aussagen Teil der kommenden Produktstrategie. Ein kleineres, leichteres Motorrad würde aus seiner Sicht Ressourcen binden und vom Kerngeschäft ablenken.
Er machte deutlich, dass Indian bewusst auf mittel schwere und schwere Motorräder setzt, da hier sowohl Nachfrage als auch Markenidentität zusammenpassen. Die gestalterische DNA und die klassischen Proportionen seien zentrale Bestandteile der Marke.
Neue Fahrer über Gebrauchtmarkt und Marke
Auf die Frage, wie Indian neue oder unerfahrene Fahrer gewinnen möchte, verwies Kennedy auf den Gebrauchtmarkt. Gebrauchte Indian Motorräder können den ersten Kontakt mit der Marke ermöglichen, auch wenn sie aufgrund von Größe, Gewicht und Leistung nicht als typische Einsteiger Motorräder gelten.
Zugleich räumte er ein, dass Indian nicht für jeden Fahrertyp geeignet sei. Aufgrund von Größe und Gewicht seien viele Modelle für kleinere oder weniger kräftige Fahrer schwer zu handhaben. Kennedy nannte ein persönliches Beispiel aus seinem Umfeld, um zu verdeutlichen, dass selbst lizenzierte Fahrer nicht automatisch zur Zielgruppe der Marke gehören.
Aspirationsmarke statt Volumenhersteller
Indian Motorcycle versteht sich laut Kennedy als aspirative (erstrebenswerte) Marke. Menschen sollen die Marke kennenlernen, auch wenn sie zunächst Motorräder anderer Hersteller fahren. In diesem Zusammenhang gewinnen Bekleidung, Zubehör und Lizenzprodukte an Bedeutung. Sie sollen helfen, die Marke präsent zu halten und Begehrlichkeit aufzubauen.
Auf den Vergleich mit Luxus Automarken angesprochen, lehnte Kennedy diesen zwar teilweise ab, bestätigte aber den grundsätzlichen Gedanken. Ein günstiges Motorrad mit kleinerem Rahmen und 650 oder 750 Kubik wäre theoretisch reizvoll, würde aber aktuell nicht zur strategischen Ausrichtung passen.
Keine Rückkehr der FTR Plattform
Mit dieser klaren Fokussierung sinken auch die Chancen auf eine Rückkehr sportlicher oder experimenteller Modelle. Eine Wiederbelebung der FTR Baureihe gilt damit als unwahrscheinlich. Stattdessen konzentriert sich Indian auf das, was laut Unternehmensführung den Markenkern ausmacht.
Indian Motorcycle positioniert sich damit bewusst gegen den Branchentrend. Während andere Hersteller versuchen, über günstige Modelle neue Käuferschichten zu gewinnen, setzt Indian auf Profil, Tradition und Marktanteilsgewinne im hochpreisigeren Segment.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für Motorradfahrer bedeutet diese Strategie, dass Indian Motorcycle weiterhin ausschließlich Motorräder anbietet, die sich an erfahrene Fahrer oder an Umsteiger aus ähnlichen Segmenten richten. Wer ein leichtes, günstiges oder besonders einsteigerfreundliches Motorrad sucht, wird bei Indian auch künftig nicht fündig werden. Stattdessen richtet sich das Angebot an Fahrer, die bewusst ein größeres, schwereres Motorrad fahren wollen und mit Gewicht, Abmessungen und Leistungsentfaltung umgehen können. Für Interessierte ohne viel Fahrerfahrung bleibt realistisch nur der Weg über den Gebrauchtmarkt oder über andere Marken, bevor ein späterer Wechsel zu Indian infrage kommt. Gleichzeitig bleibt das Markenbild klar und unverändert, was für Fahrer attraktiv sein kann, die genau diese konsequente Ausrichtung schätzen.

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