- 51 Rennstarts, 22 Podestplätze, viertschnellster Seitenwagen-Pilot der TT-Geschichte
- Comeback mit Carl Cox Motorsport auf einer DMR Yamaha
- Vater-Sohn-Duell: John Holden tritt gegen seinen Sohn George an
John Holden lässt es einfach nicht sein. Der mittlerweile 69-jährige Seitenwagen-Pilot aus Blackburn hat bereits zweimal seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport erklärt und beide Male kurz darauf seine Meinung geändert. Nun steht fest, dass der zweifache Tourist-Trophy-Sieger auch 2026 wieder auf der Isle of Man an den Start gehen wird. An seiner Seite sitzt mit Phil Hyde ein Beifahrer, der den Mountain Course ebenfalls bestens kennt. Gemeinsam treten die beiden für Carl Cox Motorsport auf einer DMR Yamaha in beiden Seitenwagen-Rennen an, die jeweils über drei Runden ausgetragen werden.

Fünf Jahrzehnte auf dem Mountain Course
Holdens Geschichte bei der Tourist Trophy reicht bis ins Jahr 1988 zurück, als er bei seinem Debüt in der 350cc-Klasse der Formula Two auf den vierten Platz fuhr. Seitdem hat sich der Engländer zu einem der konstantesten und erfolgreichsten Seitenwagen-Fahrer in der Geschichte des Rennens entwickelt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In 51 Rennstarts sammelte Holden zwei Siege, 22 Podestplätze und 39 Top-Ten-Ergebnisse. Seine schnellste Runde liegt bei 117,878 mph, aufgestellt im Jahr 2018, womit er der viertschnellste Seitenwagen-Fahrer aller Zeiten ist. Nur Dave Molyneux hat mit 31 Podestplatzierungen noch öfter auf dem Treppchen gestanden.
Besonders prägend war die langjährige Zusammenarbeit mit Beifahrer Andrew Winkle zwischen 2006 und 2016, in der das Duo zwölf Podestplätze einfuhr, darunter auch Holdens beide Siege 2011 und 2016. Viele Fans dürften sich noch an die packenden Duelle mit dem Österreicher Klaus Klaffenböck in den Jahren 2010 und 2011 erinnern. Klaffenböck gewann damals drei von vier Rennen, doch im zweiten Lauf 2011 schlug Holdens Stunde, nachdem seinen Rivalen ein technischer Defekt aus dem Rennen warf. Fünf Jahre später konnte er den Triumph wiederholen. In einer späteren Partnerschaft mit Lee Cain gelangen Holden sechs aufeinanderfolgende zweite Plätze. Sein bislang letztes Podium datiert aus dem Jahr 2023, es war sein 22. in seiner Karriere.
Zweimal Rücktritt, zweimal Comeback
Beim Sidecar-Festival 2023 verkündete Holden das Ende seiner Rennkarriere. Wenige Monate später zog er diese Entscheidung wieder zurück und meldete sich für die TT 2024 an. „Es ist einfach die Liebe zu diesem Platz und den Leuten hier“, erklärte er damals seinen Rücktritt vom Rücktritt. Bei der TT 2024 wurde es ein achter Platz im ersten Rennen, der zweite Lauf endete durch einen Defekt an seinem Gespann vorzeitig an aussichtsreicher Position.
Die TT 2025 ließ Holden dann aus. Der dreifache britische F2-Champion wollte seine Erfahrung stattdessen an seinen Sohn George weitergeben, der im vergangenen Jahr sein Debüt auf der Insel gab. Obwohl der 33-jährige George gut abschnitt und sein Vater sichtlich stolz war, beschrieb Holden seinen eigenen Gemütszustand als „miserable“, also miserabel. Die Rolle des Zuschauers lag ihm ganz offensichtlich nicht.

Ehefrau Fiona als treibende Kraft hinter der Rückkehr
Nachdem er zudem eine schwere Erkrankung überstanden hatte, fiel die Entscheidung für ein erneutes Comeback. Maßgeblichen Anteil daran hatte seine Ehefrau Fiona, die als langjährige Beifahrerin aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer der Abschied vom Rennsport fällt. „There is nothing like the TT. Fiona encouraged me to come back, and I’m also really looking forward to doing a parade lap with her, that will be very special, especially as she has unfinished business from 2018“, so Holden. Auf Deutsch: Es gebe nichts Vergleichbares wie die TT. Fiona habe ihn ermutigt, zurückzukommen, und er freue sich darauf, mit ihr eine Ehrenrunde zu drehen. Das werde etwas ganz Besonderes, zumal sie seit 2018 noch eine offene Rechnung habe. Er verweist damit auf den schweren Unfall seiner Frau, den sie damals nur mit Glück überlebte.
Erfahrener Beifahrer an Holdens Seite
Mit Phil Hyde hat sich Holden einen Beifahrer ausgesucht, der den Mountain Course ebenfalls sehr gut kennt. Hyde gab 2013 sein TT-Debüt und kam seither auf mehrere Top-Ten-Ergebnisse, darunter drei fünfte Plätze an der Seite von Gary Bryan. Er hat Rundenzeiten von über 113 mph erreicht. Hyde sprach davon, die TT enorm vermisst zu haben. Als Holden ihn gefragt habe, ob er einsteige, habe er nicht gezögert. Sie wüssten beide, was auf dem Mountain Course nötig sei, um eine gute Runde zusammenzubringen.
Vater gegen Sohn auf dem Mountain Course
Eine besondere Note erhält das Comeback durch die Tatsache, dass Vater und Sohn erstmals im selben Starterfeld antreten werden. John Holden macht keinen Hehl daraus, dass er seinen Sohn George schlagen will, auch wenn er die Herausforderung realistisch einschätzt. „Beating George would be a tall order, but I do have the experience over him. Phil and I have a lot of laps between us, and we’ve proved before that you can be competitive without having the most horsepower“, sagte er. Er wolle die Erwartungen der Zweifler übertreffen und wenn möglich Geschichte schreiben. George zu schlagen sei keine leichte Aufgabe, aber die Erfahrung spreche für ihn. Er und Phil hätten viele Runden gemeinsam absolviert und schon bewiesen, dass man auch ohne die größte Motorleistung konkurrenzfähig sein könne.
Neben Holden und Hyde kehrt mit Tim Reeves ein weiterer prominenter Name zur TT 2026 zurück, dessen Comeback bereits im Februar bekannt gegeben wurde.

- Shoei 12060291Shoei Neotec 2 Klapphelm Blau male








