- Alex Marquez fährt die schnellste Runde des gesamten Tests
- Ducati stellt fünf Fahrer in den Top sechs am letzten Testtag
- Yamaha nimmt Testbetrieb nach technischem Problem wieder auf
Nach drei Tagen intensiver Testarbeit auf dem Sepang International Circuit ist der erste große Gradmesser der MotoGP Saison 2026 gesetzt. Die Zeitenlisten, Sprintsimulationen und Fahrerkommentare zeigen klare Tendenzen, lassen aber noch Raum für Interpretation. Besonders Ducati präsentierte sich geschlossen stark, während Yamaha nach einem zwischenzeitlichen Rückzug vorsichtig zurückkehrte.

Alex Marquez setzt Bestmarke am Abschlusstag
Alex Marquez war am dritten und letzten Testtag der Mann, an dem kein anderer Fahrer vorbeikam. Mit einer Runde von 1:56.402 Minuten stellte der Gresini Pilot nicht nur die Tagesbestzeit auf, sondern auch die schnellste Zeit des gesamten Tests. Der Wert lag nur knapp eine Zehntelsekunde über dem Pole Rekord von 2024.
Hinter ihm platzierte sich Marco Bezzecchi auf der Aprilia RS GP, der als einziger Nicht Ducati Fahrer die Dominanz der italienischen Marke an der Spitze durchbrach. Auf den weiteren Positionen folgten Fabio Di Giannantonio, Marc Marquez und Francesco Bagnaia.

Ducati auch in Sprintsimulation vorn
Nicht nur auf eine schnelle Runde zeigte sich Alex Marquez konkurrenzfähig. Auch in den Sprintsimulationen setzte er die Referenz und lag im Durchschnitt vor den beiden Werksfahrern von Ducati. Bagnaia und Marc Marquez folgten zwar mit konstanter Pace, mussten sich im direkten Vergleich aber geschlagen geben.
Bagnaia zeigte sich dennoch zufrieden mit seiner Arbeit. Nach einer schwierigen zweiten Saisonhälfte 2025 sprach der zweifache Weltmeister von einem deutlich verbesserten Gefühl auf dem Motorrad. Ducati setzt aktuell auf eine Kombination aus bewährten Aero Elementen und weiterentwickelten Komponenten, um dem Italiener mehr Vertrauen zu geben.
Marc Marquez sieht noch Verbesserungspotenzial
Marc Marquez beendete den Test insgesamt auf Rang vier der kombinierten Zeiten. Nach langer Pause aufgrund seiner Verletzung zeigte sich der amtierende Weltmeister grundsätzlich zufrieden, mahnte jedoch zur Vorsicht. Er erklärte offen, dass aktuell zwei bis drei Fahrer ein höheres Tempo gehen könnten.
Ein Sturz am dritten Testtag führte er auf ein verändertes Aeropaket zurück, das die Balance der Ducati spürbar beeinflusst habe. Insgesamt bewertete er die Testtage dennoch als hilfreich, betonte aber die Bedeutung des kommenden Tests in Thailand.
Yamaha nach Technikproblemen wieder auf der Strecke
Yamaha sorgte in Sepang für einige Fragezeichen. Nach einem Defekt am neuen V4 Motor der YZR M1 zog der Hersteller seine Motorräder aus Sicherheitsgründen zunächst zurück. Erst nach nächtlichen Untersuchungen zwischen Japan und der europäischen Einsatzzentrale wurde die Fortsetzung der Testarbeit freigegeben.
Alex Rins war am Abschlusstag der schnellste Yamaha Fahrer auf Rang zwölf. Auffällig waren die im Vergleich niedrigeren Topspeed Werte, was zeitweise Spekulationen über eine mögliche Drehzahlbegrenzung auslöste. Diese Vermutung wurde später relativiert. Yamaha bestätigte, die Ursache des Problems gefunden zu haben, ohne technische Details offenzulegen.
Positiv für Yamaha bleibt die Sonderstellung im Reglement. Als einziger Hersteller in Rang D darf während der Saison unbegrenzt an der Motorentwicklung gearbeitet werden, was im Verlauf der 22 Rennen noch Fortschritte ermöglichen soll.

Verfolgerfeld eng beisammen
Hinter der Spitzengruppe präsentierten sich auch Aprilia, KTM und Honda solide. Raul Fernandez belegte Rang sieben als zweitbester Aprilia Fahrer, gefolgt von KTM Hoffnung Pedro Acosta. Bei Honda war Joan Mir der schnellste Pilot, wenn auch langsamer als an den Vortagen.
Für Aufmerksamkeit sorgten zudem die beiden Rookies. Toprak Razgatlioglu setzte sich knapp gegen Diogo Moreira durch und sammelte weitere wertvolle Kilometer in der Königsklasse.
Blick nach Buriram entscheidet über Feinschliff
Der nächste und letzte Vorsaisontest findet am 21. und 22. Februar in Buriram statt, nur wenige Tage vor dem Saisonauftakt in Thailand. Dort erwarten viele Teams ein klareres Bild, da Streckenbedingungen und Zeitplan näher am Rennwochenende liegen.
Gerade für Ducati mit Bagnaia und Marc Marquez sowie für Yamaha mit dem neuen V4 Motor dürfte der Buriram Test entscheidend sein, um offene Fragen vor dem ersten Grand Prix zu klären.
Was bedeutet das für mich als MotoGP-Fan?
Die Ergebnisse aus Sepang deuten auf eine Saison 2026 hin, in der sich klare Favoriten andeuten, ohne dass bereits alles entschieden wirkt. Ducati startet mit einer breiten Leistungsbasis und mehreren siegfähigen Fahrern, während Aprilia konstant Druck macht und Yamaha trotz Schwierigkeiten noch Entwicklungsspielraum besitzt. Für MotoGP Fans bedeutet das eine hohe Wahrscheinlichkeit enger Duelle, wechselnder Kräfteverhältnisse im Saisonverlauf und eine Meisterschaft, die weniger von Einzelstars als von Konstanz, Technik und Teamarbeit geprägt sein dürfte. Sepang liefert damit keinen fertigen Maßstab, sondern eher einen ersten Rahmen für Erwartungen an eine möglicherweise ausgeglichene Saison.

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