- Umzug erfolgt phasenweise von Ende 2026 bis Ende 2028
- Verkauf des kompletten 25,1 Acre großen Geländes in Cypress geplant
- US-Zölle und gestiegene Kosten als Hauptgründe genannt
Yamaha Motor Co., Ltd. hat angekündigt, seine US-Tochtergesellschaft Yamaha Motor Corporation, U.S.A. (YMUS) von Cypress in Kalifornien nach Kennesaw im US-Bundesstaat Georgia zu verlagern. Damit endet eine Ära, die fast ein halbes Jahrhundert andauert. Yamaha hatte das Grundstück in Cypress 1978 erworben und dort 1979 seinen US-Hauptsitz eröffnet. Gleichzeitig sollen sämtliche Immobilien am bisherigen Standort verkauft werden, darunter Bürogebäude, Lagerhallen und das gesamte Grundstück mit einer Fläche von rund 25,1 Acres (circa 102.000 Quadratmeter).
Eine Konsolidierung mit langer Vorgeschichte
Der Schritt kommt allerdings nicht aus dem Nichts. Die Verlagerung von Geschäftsbereichen nach Georgia hat bei Yamaha eine lange Geschichte. Bereits 1999 wurde die Marine-Sparte nach Kennesaw verlegt, um näher an den Kunden zu sein. 2018 folgte eine umfassende Reorganisation des Cypress-Standorts, bei der die Motorsport-Sparte bis auf die Test- und Rennabteilungen nach Georgia umzog. Im Jahr 2019 wurde dieser Prozess weiter vorangetrieben, sodass die Motorrad- und Offroad-Operationen ebenfalls in Kennesaw angesiedelt wurden. Darüber hinaus hat Yamaha auch die Bereiche Golfcarts, WaveRunner, ATVs und Side-by-Sides nach Georgia verlagert und beschäftigt dort inzwischen rund 2.600 Mitarbeiter. Die Fertigungsanlage in Newnan, Georgia, produziert sämtliche vollwertigen Yamaha-ATVs und Side-by-Side-Fahrzeuge sowie WaveRunner und Golfcarts für den US- und Weltmarkt.
Am Standort Cypress verblieben zuletzt im Wesentlichen noch die Unternehmensverwaltung und die Finanzdienstleistungssparte. Dass auch diese Funktionen nun nach Kennesaw folgen, war absehbar. Bei Motocross Action Magazine heißt es, die Verlagerung sei lange geplant gewesen. Als Indiz wird unter anderem angeführt, dass die sogenannte „Wall of Champions“ bereits abgebaut und nach Georgia verschickt wurde.
US-Zölle belasten die Profitabilität
Yamaha nennt die gestiegenen Kosten durch US-Zölle und veränderte Marktbedingungen als zentrale Gründe für die Umstrukturierung. Der japanische Mutterkonzern hatte in seinem Geschäftsbericht für das Fiskaljahr 2025 bereits einen Rückgang des operativen Gewinns um 30,4 Prozent verzeichnet, zu dem die US-Zölle beigetragen haben sollen. Die Verlagerung ist demnach als eine von mehreren Strukturreformen einzuordnen, mit denen Yamaha die Profitabilität seiner US-Operationen verbessern will.
In der offiziellen Pressemitteilung formuliert Yamaha es so: Man strebe mittelfristig bis langfristig eine Gewinnstruktur an, die nicht ausschließlich vom Umsatzwachstum abhängig sei. Stattdessen wolle man sich zu einer widerstandsfähigeren Organisation entwickeln, die sich besser an Veränderungen anpassen könne.
Immobilienverkauf über Sale-and-Leaseback
Für den Übergang plant Yamaha eine sogenannte Sale-and-Leaseback-Vereinbarung. Das bedeutet, dass das Grundstück in Cypress verkauft und anschließend für einen begrenzten Zeitraum zurückgemietet wird, um den Geschäftsbetrieb während der Übergangsphase aufrechtzuerhalten. Verkaufspreis, Käufer und genauer Zeitplan werden nach Angaben des Unternehmens noch geprüft. Der Umzug selbst soll funktionsweise ab Ende 2026 beginnen und bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Immobilien in Südkalifornien zählen zu den teuersten der USA. Die hohen Grundstückskosten und die kalifornische Steuerlast werden als wesentliche Faktoren für die Entscheidung gewertet. Durch den Verkauf des Geländes kann Yamaha gebundenes Kapital freisetzen und die Bilanz unmittelbar entlasten.
Neue Führung für den US-Markt
Der Umzug fällt in eine Phase des Führungswechsels bei der US-Tochter. Im Juli 2025 wurde Eishin Chihana als neuer CEO der US-Sparte eingesetzt. Chihana war zuvor Chef von Yamaha in Indien und bringt Erfahrung aus Stationen in Europa, Indien und Südostasien mit. Ob er den Umzug selbst initiiert hat, ist nicht bekannt. Die Bündelung sämtlicher US-Funktionen an einem Standort dürfte jedoch in die strategische Ausrichtung unter seiner Führung passen.
Yamaha bleibt in Kalifornien präsent
Trotz der Verlegung der Zentrale bleibt Yamaha dem US-Markt im bisherigen Umfang erhalten. Es wurden weder Produktrücknahmen noch Händlerschließungen angekündigt. Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern soll weiterhin in Kalifornien stationiert bleiben und dort in den Bereichen Testfahrten und Rennsport arbeiten.
Insgesamt verfügt Yamaha in den USA über drei Büros in Georgia und 13 weitere Standorte, darunter in Wisconsin, Alabama und Florida. Mit der Verlagerung der letzten Funktionen aus Cypress wird Georgia endgültig zum Zentrum der gesamten US-Operationen von Yamaha.
Was das für Motorradfahrer bedeutet
Für Yamaha-Kunden in den USA ändert sich zunächst nichts. Weder am Modellprogramm noch am Händlernetz sind Einschnitte geplant. Dass ein Unternehmen seinen Verwaltungssitz verlegt, hat in der Regel keine direkten Auswirkungen auf Produkte oder Service. Allerdings zeigt der Schritt, unter welchem wirtschaftlichen Druck die Motorradindustrie in den USA derzeit steht. Die Kombination aus Zöllen, steigenden Kosten und veränderten Marktbedingungen zwingt selbst etablierte Hersteller zu strukturellen Anpassungen. Yamaha versucht, durch Kostensenkungen und organisatorische Straffung eine Basis zu schaffen, die auch dann trägt, wenn die Absatzzahlen nicht weiter wachsen.

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