- Patent mit detaillierten Abbildungen von Batterie, Motor und Rahmen
- Batterie übernimmt tragende Funktion im Fahrwerk
- Komponenten teilweise aus der CFMoto 450SS übernommen
Die Entwicklung elektrischer Motorräder im oberen Marktsegment verläuft derzeit zurückhaltender als noch vor wenigen Jahren erwartet. Hohe Preise sowie im Vergleich zu Verbrennern begrenzte Reichweite und Leistungswerte erschweren offenbar die breite Akzeptanz. Dennoch wird hinter den Kulissen weiter an neuen Konzepten gearbeitet. Ein aktueller Patentantrag von CFMoto liefert nun einen konkreten Ausblick auf ein leichtes elektrisches Sportmotorrad.

Konstruktion mit tragender Batterieeinheit
Das Patent zeigt eine deutlich weiterentwickelte Version eines bereits im Vorjahr bekannt gewordenen Konzepts. Besonders im Fokus stehen Batterie, Motor und Rahmenstruktur. Wie bei anderen aktuellen Entwicklungen im Bereich größerer Elektromotorräder wird die Batterie als strukturelles Element genutzt.
Auch bei Hondas erstem größeren Elektromotorrad, der Honda WN7, kommt eine vergleichbare Bauweise zum Einsatz. Bei CFMoto bildet das Batteriegehäuse den zentralen Bestandteil des Chassis. Der Lenkkopf ist direkt an einem Ende des Batteriegehäuses befestigt.
Im Gegensatz zu Konzepten, bei denen das Aluminiumgehäuse der Batterie allein als tragendes Element dient, ergänzt CFMoto die Konstruktion um zwei seitlich angebrachte Aluminium Gitterrohrrahmen Segmente. Diese sollen das Batteriegehäuse entlasten und zusätzlichen Schutz vor Beschädigungen bieten. Am hinteren Bereich ist ein Stahlheckrahmen angebracht, der sowohl mit dem Batteriegehäuse als auch mit gegossenen Halterungen verbunden ist.

Motorposition und Hinterradaufhängung
Der Elektromotor ist bei diesem Entwurf ungewöhnlich weit nach hinten versetzt positioniert und sitzt hinter dem Schwingenlager. Um die Baubreite gering zu halten, verläuft die Hinterradschwinge in einer geschwungenen Form über dem Motor hinweg.
Durch diese Anordnung bleibt kein Platz für eine Umlenkung mit progressiver Kennlinie. Stattdessen ist das Federbein direkt mit der Schwinge sowie mit einer Halterung am hinteren Bereich des Batteriegehäuses verbunden. Genau diese obere Federbeinaufnahme steht im Mittelpunkt des Patentantrags.
Motor und Getriebe sind über zwei gegossene Aluminiumhalter mit dem Batteriepaket verschraubt. Diese Halter dienen zugleich als Aufnahme für Fußrasten und Seitenständer. In den Abbildungen sind zudem Verstärkungsstrukturen im äußeren Rand des Batteriegehäuses sowie in die seitlichen Aluminiumabdeckungen eingepresste Versteifungen zu erkennen. Auch Befestigungspunkte für bislang nicht näher bezeichnete Komponenten am Heckrahmen sind detailliert dargestellt.
Fokus auf Gewicht und Bauraum
Im gesamten Patent steht die Reduzierung von Gewicht und Baugröße im Vordergrund. Gerade bei sportlich ausgelegten Elektromotorrädern gelten diese beiden Faktoren als zentrale Herausforderungen, da sie direkten Einfluss auf Fahrleistungen und Reichweite haben.
Die Abbildungen zeigen einen Kettenantrieb. Laut Beschreibung könnte alternativ auch ein Riemenantrieb zum Einsatz kommen. Fahrwerks und Bremskomponenten sowie die Räder wirken stark an die CFMoto 450SS angelehnt. Dieses Modell leistet 51 PS, was 37,5 kW entspricht, und bringt 375 lbs, also rund 170 kg, auf die Waage. Die Parallelen könnten darauf hindeuten, dass das elektrische Sportmotorrad in einer vergleichbaren Leistungsklasse positioniert werden soll.

Markteinführung noch offen
Angesichts der Entwicklungsdynamik des Herstellers erscheint eine zeitnahe Präsentation eines seriennahen Modells möglich. Allerdings zeigt ein Blick auf die ebenfalls patentierte elektrische Motocrossmaschine CF X, die 2024 als Konzept vorgestellt wurde, dass zwischen Patentanmeldung und Serienfertigung erhebliche Zeit vergehen kann. Dieses Modell ist bislang noch nicht in Produktion gegangen.
Ob und wann das elektrische Sportmotorrad auf Basis der nun veröffentlichten Patentunterlagen tatsächlich auf den Markt kommt, bleibt daher offen. Klar ist jedoch, dass CFMoto weiterhin intensiv an einer leichten und kompakten Lösung für ein sportlich ausgelegtes Elektromotorrad arbeitet.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für den Motorradfahrer deutet das Patent darauf hin, dass CFMoto an einem elektrisch angetriebenen Sportmotorrad arbeitet, das sich beim Gewicht und bei den Abmessungen an bekannten Mittelklassemodellen orientieren könnte. Die Nutzung bestehender Fahrwerkskomponenten sowie die kompakte Bauweise lassen vermuten, dass das Fahrverhalten eher sportlich und vertraut ausfallen soll, statt ein völlig neues Konzept darzustellen. Gleichzeitig zeigt der Fokus auf Gewichtsreduzierung und Bauraumoptimierung, dass Reichweite und Performance weiterhin zentrale Entwicklungsfelder sind. Ob daraus zeitnah ein serienreifes Modell entsteht, bleibt jedoch offen, da frühere elektrische Projekte des Herstellers bislang nicht in Produktion gegangen sind.

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