- Vollverkleidetes Sportbike auf Basis der BMW F 450 GS
- Reihenzweizylinder mit 48 PS 35 kW
- Marktstart frühestens 2027
Nach der Vorstellung der BMW F 450 GS verdichten sich die Hinweise, dass BMW die neue 450er Plattform breiter nutzen will. Neben einem möglichen Naked Bike gilt ein sportliches RR-Modell als wahrscheinlich. Erste Erlkönig Sichtungen aus Indien liefern nun konkrete Anhaltspunkte für eine BMW F 450 RR.

Erlkönig auf Testfahrt in Indien
Anfang 2026 tauchten erstmals Fotos eines stark getarnten Supersport Modells auf, das auf öffentlichen Straßen in Indien erprobt wurde. Die Maschine war vollständig verkleidet und klar sportlich ausgelegt. Auffällig sind die Stummellenker, hoch angesetzte Fußrasten sowie eine insgesamt kompakte, nach vorn orientierte Sitzposition. Trotz der sportlichen Ergonomie wirkte die Haltung des Testfahrers nicht extrem, sondern eher einsteigerfreundlich.
Mehrere Details sprechen eindeutig für einen BMW Ursprung. Dazu zählt unter anderem der markentypische Menü Drehregler am linken Lenker sowie die in die hinteren Blinker integrierten Rückleuchten, wie sie bei aktuellen BMW Modellen üblich sind. Auch die Beschriftung an der vorderen Bremszange lässt auf BMW schließen.
Nähe zur BMW F 450 GS Plattform
Technisch soll die F 450 RR eng mit der kommenden BMW F 450 GS verwandt sein. Die neue Plattform entsteht in Zusammenarbeit mit dem indischen Hersteller TVS Motor Company, der seit Jahren als Produktionspartner für kleinere BMW Modelle fungiert. Bereits die früheren G 310 Modelle sowie der elektrische BMW CE 02 liefen bei TVS vom Band.
Auch bei der neuen 450er Generation übernimmt TVS eine zentrale Rolle. Die in Indien gesichtete Sportmaschine nutzt nach bisherigen Erkenntnissen denselben Reihenzweizylinder wie die F 450 GS. Der flüssigkeitsgekühlte Motor soll aus 420 Kubikzentimetern Hubraum eine Spitzenleistung von 48 PS 35 kW bei 8.750 Umdrehungen pro Minute sowie ein maximales Drehmoment von 43 Nm 31,7 lb ft bei 6.750 Umdrehungen pro Minute entwickeln. Damit würde die F 450 RR exakt in das A2 Leistungslimit passen.

Fahrwerk und Ausstattung auf Sportbike Niveau
Auf den Erlkönig Fotos sind mehrere hochwertige Komponenten erkennbar. Vorn arbeitet eine Upside Down Gabel in Goldoptik, hinten ein Zentralfederbein mit direkter Anlenkung an eine doppelseitige Schwinge. Die Fünfspeichen Leichtmetallräder erinnern optisch an jene der BMW G 310 RR, die allerdings nie offiziell in Europa angeboten wurde.
Die Bremsanlage setzt auf Scheibenbremsen an beiden Rädern. Ob vorn eine Einfach oder Doppelscheibe zum Einsatz kommt, ist unter der Tarnung nicht eindeutig erkennbar. Auffällig ist zudem das sportlich geschnittene Heck mit geteiltem Sitz und integrierten Bremsleuchten / Rücklicht in den Blinkern.
Beim Cockpit dürfte BMW auf das bekannte TFT Display mit Konnektivitätsfunktionen zurückgreifen, auch wenn dieses auf den Fotos nicht klar zu sehen ist. Medienberichte gehen außerdem davon aus, dass moderne Assistenzsysteme wie Traktionskontrolle, Fahrmodi und ein bidirektionaler Quickshifter vorgesehen sind. Diese Angaben basieren jedoch auf Erwartungen und sind nicht offiziell bestätigt.
Easy Ride Clutch als technische Besonderheit
Eine Besonderheit der neuen 450er Motorengeneration ist die sogenannte Easy Ride Clutch. Diese weiterentwickelte Fliehkraftkupplung soll laut BMW Angaben bereits bei der F 450 GS zum Einsatz kommen und dürfte auch in der RR Version verbaut werden. Das System kuppelt beim Anfahren automatisch ein und verhindert ein Abwürgen des Motors. Gleichzeitig bleibt die Motorbremswirkung erhalten. Der Kupplungshebel ist weiterhin vorhanden, muss im Alltagsbetrieb jedoch nicht zwingend genutzt werden.
Abgrenzung zu TVS Apache RR 450
Parallel zu den BMW Erlkönigen kursieren Spekulationen über eine TVS Apache RR 450, die ebenfalls auf der 450er Plattform basieren soll. TVS hatte auf der EICMA 2025 das Tangent RR Concept gezeigt. Die nun gesichtete Testmaschine weicht jedoch in mehreren Punkten vom Konzeptfahrzeug ab. Unter anderem fehlen die markanten Doppelscheinwerfer sowie die Doppelscheibenbremse an der Front. Diese Unterschiede sprechen eher für eine BMW F 450 RR als für ein TVS Serienmodell.

Marktstart und Einordnung
Offizielle Angaben zu einer BMW F 450 RR gibt es bislang nicht. Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass BMW die sportliche 450er frühestens im November 2026 auf der EICMA vorstellen könnte. Ein Marktstart wäre dann zum Modelljahr 2027 realistisch.
Als Orientierung dienen die bekannten Eckdaten der BMW F 450 GS, die mit einem fahrbereiten Gewicht von rund 178 kg 392 lbs und einem Einstiegspreis ab etwa 7.220 € rund 7.850 $ positioniert ist. Ob die F 450 RR preislich darüber liegen würde, bleibt offen.
Mit einer sportlichen A2 konformen RR Variante würde BMW das eigene Portfolio nach unten abrunden und erstmals seit der G 310 RR wieder ein kleines Supersport Modell anbieten. Ob und in welchen Märkten die F 450 RR tatsächlich angeboten wird, bleibt abzuwarten.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für Motorradfahrer deutet die mögliche BMW F 450 RR darauf hin, dass das Angebot an sportlichen A2 Motorrädern künftig breiter und technischer wird. Ein vollverkleidetes Sportbike mit 48 PS 35 kW, moderner Elektronik und vergleichsweise alltagstauglicher Ergonomie würde eine Lücke zwischen klassischen Einsteiger Modellen und deutlich stärkeren Supersportlern schließen. Besonders relevant ist das für Fahrer, die Wert auf sportliches Design und Fahrwerk legen, aber aus Führerschein- oder Vernunftgründen nicht in höhere Leistungsklassen wechseln wollen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie zugänglich Preis, Sitzposition und Unterhaltskosten tatsächlich ausfallen, denn erst diese Faktoren entscheiden darüber, ob ein solches Modell im Alltag überzeugt oder eher ein Nischenprodukt bleibt.

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