- Harley-Davidson-Bagger wiegen rund 280 kg (617 lbs)
- MotoGP-Bikes liegen bei etwa 165 kg (364 lbs)
- Der Harley-Davidson Bagger World Cup umfasst 6 Events mit 12 Rennen
Nach seinem Einstieg in die amerikanische King of the Baggers Serie 2025 sammelte der ehemalige MotoGP-Pilot und Testfahrer Bradley Smith erstmals umfangreiche Rennerfahrung auf den schweren Harley-Davidson-Rennmaschinen. Im Vergleich zu hochgezüchteten Prototypen aus der MotoGP offenbaren sich dabei deutliche Unterschiede, die sowohl Faszination als auch Einschränkungen mit sich bringen.

Drehmoment statt Hightech
Aus Sicht von Smith liegt eine der größten Stärken der Harley-Davidson-Bagger im enormen Drehmoment der großvolumigen Motoren. Die Kraftentfaltung erfolgt direkt und ungefiltert, da auf komplexe elektronische Assistenzsysteme verzichtet wird. Die Kontrolle liegt vollständig in der rechten Hand des Fahrers.
Smith beschreibt dieses Fahrerlebnis als gleichermaßen aufregend wie fordernd, insbesondere auf Strecken mit geringem Gripniveau. Auf einigen amerikanischen Rennkursen rutsche das Motorrad häufig über beide Räder, was zwar Respekt einflöße, aber auch einen hohen Spaßfaktor mit sich bringe. Gerade dieser rohe Charakter unterscheide die Bagger fundamental von modernen MotoGP-Maschinen.
Gewicht als größter Nachteil
Auf der anderen Seite steht für den Briten ein klarer Schwachpunkt: das hohe Gewicht. Mit rund 280 kg (617 lbs) bringen die Bagger fast 115 kg (253 lbs) mehr auf die Waage als ein MotoGP-Bike mit etwa 165 kg (364 lbs). Dieser Unterschied mache sich vor allem beim Bremsen und beim Richtungswechsel bemerkbar.
Erschwerend kommt hinzu, dass aktuell kein speziell für Bagger entwickelter Vorderreifen zur Verfügung steht. Stattdessen wird ein Reifen eingesetzt, der ursprünglich für Superbikes konzipiert wurde. Das limitiert die maximale Bremsleistung deutlich. Für Smith gehört genau diese Einschränkung jedoch zum sportlichen Reiz der Serie, da es darum gehe, unter gegebenen Bedingungen das Maximum herauszuholen.

Unterschiedliche Fahrer, gleiche Chancen
Die seit 2020 bestehende King of the Baggers zieht Fahrer aus unterschiedlichsten Rennsportdisziplinen an. Neben ehemaligen MotoGP- und Superbike-Piloten treten auch Racer mit völlig anderem Hintergrund an.
Smith sieht darin eine der spannendsten Eigenschaften der Serie. Die Motorräder seien vergleichsweise universell einsetzbar, weshalb nicht zwangsläufig der klassische GP-Lebenslauf über Erfolg oder Misserfolg entscheide. In der bisherigen Serie zeige sich, dass Fahrer mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen konkurrenzfähig sein können.
Europäische Grand-Prix-Strecken als ideales Terrain
Im August 2025 wurde im Rahmen eines MotoGP-Wochenendes der neue Harley-Davidson Bagger World Cup offiziell vorgestellt. Der Kalender umfasst sechs Veranstaltungen in Austin, Mugello, Assen, Silverstone, Aragon und Spielberg. Diese Strecken unterscheiden sich deutlich von vielen amerikanischen Kursen, auf denen die King of the Baggers Serie bislang ausgetragen wird.
Smith erwartet auf den europäischen Rennstrecken ein besonders passendes Umfeld für die schweren Maschinen. Die langen Geraden, schnellen Kurven und flüssigen Streckenlayouts kämen dem langen Radstand der Bagger entgegen. Enge und verwinkelte Kurse seien hingegen schwieriger zu fahren, da die Motorräder hohe Kurvengeschwindigkeiten bevorzugen.
Gerade diese Charakteristik macht für Smith den Reiz des neuen World Cups aus. Auch wenn seine Priorität weiterhin auf der MotoAmerica liege, bezeichnet er einen Start im Bagger World Cup als persönlichen Traum.

Ausblick auf den Bagger World Cup
Im Bagger World Cup sollen sechs bis acht Teams mit jeweils zwei Fahrern gegeneinander antreten. Bislang wurden Teams aus den USA, Australien und Italien bestätigt, konkrete Fahrernamen stehen noch aus. Das erste Rennwochenende ist für Ende März 2026 in Austin angesetzt, ausgerechnet im Heimatmarkt von Harley-Davidson.
Mit der Kombination aus schweren Motorrädern, prominenten Rennstrecken und einem internationalen Fahrerfeld verspricht die neue Serie ein ungewöhnliches, aber sportlich anspruchsvolles Konzept, das sich klar von etablierten Motorrad-Weltmeisterschaften abgrenzt.

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