- Straßenzugelassene 450er Enduro auf Basis der Desmo450 EDX
- Markteinführung für Sommer 2026 angekündigt
- Überarbeitete Abgasanlage mit Katalysator und O2 Sensor
Nach Motocross und reinrassiger Enduro folgt nun der nächste Schritt. Ducati bringt mit der Desmo450 EDS erstmals ein zulassungsfähiges Offroad Modell mit desmodromischer Ventilsteuerung auf die Straße. Bereits auf der EICMA im November war ein Vorserienmodell zu sehen, nun liefern europäische Designregistrierungen zusätzliche Hinweise auf die finale Serienversion.

Neue Baureihe auf bekannter technischer Basis
Der Einstieg von Ducati in den modernen Offroad Wettbewerb begann mit zwei 450er Modellen. Die Desmo450 MX für den Motocross Einsatz und die Desmo450 EDX als reine Wettbewerbs Enduro. Beide Modelle teilen sich denselben flüssigkeitsgekühlten Einzylinder mit 450 cm³ Hubraum und desmodromischer Ventilsteuerung ohne Ventilfedern.
Die Leistungsdaten der Wettbewerbsmodelle liegen bei 64,5 PS (47,4 kW) bei 9.400 U/min sowie 53,6 Nm (39,5 lb ft) bei 7.500 U/min. Das Chassis ist ebenfalls identisch, inklusive einer Sitzhöhe von 970 mm. Unterschiede gibt es vor allem im Detail. Die EDX nutzt einen größeren Kraftstofftank mit rund 8,3 Litern statt etwa 7,2 Litern und bringt dadurch etwas mehr Gewicht auf die Waage.
Straßenzulassung bringt sichtbare Änderungen
Optisch bleibt die Desmo450 EDS eng an der EDX. Bereits das auf der Messe gezeigte Modell zeigte einen in die Startnummerntafel integrierten Scheinwerfer, ein kleines Cockpit sowie ein Rücklicht unter dem Heckkotflügel.
Die nun veröffentlichten Designzeichnungen bestätigen weitere notwendige Komponenten für die Zulassung. Dazu zählen Rückspiegel am Lenker, Blinker vorne und hinten sowie eine Halterung für das Kennzeichen. Darüber hinaus fallen zusätzliche Schutzbauteile auf, etwa ein Fersenschutz am rechten Fußrastenhalter über dem hinteren Bremszylinder sowie neue Kettenschutzabdeckungen auf der linken Fahrzeugseite.
Überarbeitete Abgasanlage für den Straßenbetrieb
Deutlich umfangreicher sind die Änderungen an der Abgasanlage. Während das Messefahrzeug noch den Wettbewerbs Auspuff der EDX trug, zeigt die Serienauslegung einen deutlich längeren Krümmer, der weiter nach unten vor dem Motor verläuft. In diesem Bereich sitzt nun eine Lambdasonde.
Anstelle der flach ausgeführten Expansionskammer der Offroad Modelle kommt ein rund ausgeführter Katalysator mit Hitzeschild zum Einsatz. Diese Anpassungen sind klare Hinweise auf die Einhaltung der geltenden Abgasvorschriften für den Straßenverkehr.
Mögliche Anpassungen bei Haltbarkeit und Abstimmung
Auch wenn die Desmo450 EDS weiterhin als sportliche Enduro positioniert ist, dürfte die Straßenzulassung weitere technische Änderungen nach sich ziehen. Die extrem kurzen Wartungsintervalle der Wettbewerbsmodelle mit 15 Betriebsstunden bis zum Ölwechsel und 45 Stunden Kolbenstandzeit könnten verlängert werden. Dies würde vermutlich mit einer reduzierten Leistungsabgabe einhergehen, auch wenn dazu bislang keine offiziellen Angaben vorliegen.
Nicht sichtbar, aber wahrscheinlich, ist der Einsatz von Kühlerlüftern. Diese sind im Straßenbetrieb mit geringerer Fahrtwind Kühlung üblich und bei zulassungsfähigen Enduros nahezu Standard.
Fahrwerk weitgehend unverändert
Das Fahrwerk scheint weitgehend von der Desmo450 EDX übernommen zu werden. Zum Einsatz kommen weiterhin 49 mm Showa Upside Down Gabeln sowie ein Showa Monofederbein. Durch die zusätzliche Straßenausrüstung dürfte das Gewicht der EDS leicht steigen. Ob Ducati darauf mit angepassten Federraten oder geänderter Dämpfung reagiert, ist bislang nicht bekannt.
Zum Vergleich: Die EDX bringt rund 107 kg (236 lbs) auf die Waage, während die Motocross Version mit etwa 105 kg (231 lbs) etwas leichter ausfällt.

Marktstart im Sommer geplant
Ducati hat den Marktstart der Desmo450 EDS für den Sommer 2026 angekündigt. Bis zur Serienvorstellung dürften weitere Details zu Leistung, Wartungsintervallen und Ausstattung folgen. Klar ist bereits jetzt, dass Ducati den Schritt von der reinen Wettbewerbsmaschine hin zur zulassungsfähigen Enduro sehr konsequent umsetzt.
Was bedeutet das für mich als Motorradfahrer?
Für Motorradfahrer bedeutet die Desmo450 EDS vor allem den Zugang zu einer sehr sportlich ausgelegten Enduro mit Straßenzulassung, die technisch deutlich näher an einem Wettbewerbsmodell liegt als viele klassische Reiseenduros. Wer bislang zwischen reiner Renntechnik ohne Zulassung und deutlich zahmeren Serienenduros wählen musste, erhält mit diesem Modell eine neue Option. Die Desmo450 EDS dürfte sich besonders für Fahrer eignen, die überwiegend im Gelände unterwegs sind, aber auf Verbindungsstrecken oder bei der Anfahrt keine Transportlösung benötigen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass Wartung, Komfort und Haltbarkeit im Vergleich zu den reinen Wettbewerbsmaschinen etwas alltagstauglicher ausfallen, ohne den sportlichen Charakter komplett aufzugeben. Damit positioniert sich das Motorrad klar für ambitionierte Fahrer mit Offroad Fokus, weniger für den klassischen Pendelverkehr oder längere Straßenetappen.








