- Das RMCR nutzt den 1.250-ccm-Revolution-Max-V-Twin mit rund 150 PS (110 kW) und eine Akrapovič 2-in-2-Auspuffanlage
- Fahrwerk von Öhlins, Brembo-Monoblock-Bremszangen und eine Aluminium-Einarmschwinge unterstreichen den sportlichen Anspruch
- Eine Serienfertigung ist bislang nicht bestätigt, Harley-Davidson sammelt aktiv Feedback von Fans
Harley-Davidson hat auf der Mama Tried Motorcycle Show 2026 in Milwaukee, Wisconsin, ein Konzeptmotorrad vorgestellt, das in der Szene für erhebliches Aufsehen sorgt. Die RMCR, kurz für Revolution Max Cafe Racer, verbindet die Designsprache der klassischen XLCR aus den späten Siebzigerjahren mit der modernen Revolution Max Antriebsplattform des Unternehmens. Eine offizielle Pressemitteilung hat Harley-Davidson bislang nicht veröffentlicht. Das Konzept wurde über die Social-Media-Kanäle der Marke sowie direkt auf der Messe präsentiert, wobei Harley-Davidson ausdrücklich um Feedback der Community gebeten hat.
Revolution Max als Herzstück
Den Antrieb des RMCR übernimmt der 1.250-ccm-Revolution-Max-V-Twin. Dabei handelt es sich um einen flüssigkeitsgekühlten 60-Grad-V-Twin mit doppelter obenliegender Nockenwelle (DOHC), der rund 150 PS (110 kW) leistet. Der Motor feierte ursprünglich im Februar 2021 mit der Pan America sein Debüt und kommt seitdem auch in der Nightster und der Sportster S zum Einsatz. Im RMCR fungiert der Motor als tragendes Element innerhalb eines eigens konstruierten Stahlrohrrahmens. Als Ausgangsbasis diente die Pan America ST, deren Grundarchitektur für das Cafe-Racer-Konzept modifiziert wurde.
Dass der Revolution Max durchaus sportliches Potenzial mitbringt, zeigt sich unter anderem in der MotoAmerica Super Hooligan Rennserie. Dort fährt ein auf der Pan America basierendes Rennmotorrad des Zubehörherstellers Saddlemen regelmäßig auf das Podium.
Premium-Fahrwerk und Akrapovič-Auspuff
Das Fahrwerk des RMCR setzt konsequent auf hochwertige Komponenten. An der Front arbeitet eine Öhlins-USD-Gabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser, die Verzögerung übernehmen Brembo-Monoblock-Bremszangen. Am Heck kommt eine verstärkte Aluminium-Einarmschwinge zum Einsatz, die über ein Öhlins-Federbein mit Piggyback-Ausgleichsbehälter verfügt. Die Auspuffanlage stammt von Akrapovič und ist als 2-in-2-System mit zwei separaten Schalldämpfern ausgelegt.

Carbon-Karosserie und Anleihen bei der XLCR
Die komplette Karosserie des RMCR besteht aus Carbonfaser. Die Seitenverkleidungen, der Kühlerverkleidungsrahmen, das vordere Schutzblech und die Tankverkleidung sind allesamt aus dem leichten Material gefertigt, wobei das Carbongewebe bewusst sichtbar gelassen wurde. Das Design ist eindeutig von der originalen XLCR inspiriert, die zwischen 1977 und 1979 gebaut wurde. Das Heck mit seiner bootsförmigen Sitzverkleidung zitiert die XLCR direkt, während der Tank Anleihen bei der Sportster S und dem Super Hooligan Rennmotorrad nimmt. An der Front sitzt ein runder Scheinwerfer, umgeben von einer aggressiven Verkleidung im klassischen Cafe-Racer-Stil.
Verantwortlich für das Design zeichnet Bjorn Shuster, Chefdesigner bei Harley-Davidson. Laut dem Unternehmen sollte das Projekt ausloten, wie weit sich die Revolution Max Plattform treiben lässt. Harley-Davidson bezeichnete das RMCR als „a modern interpretation of a rebellious original, and a tribute to Willie G., whose influence still guides how we design today.“ Auf Deutsch etwa: „Eine moderne Interpretation eines rebellischen Originals und eine Hommage an Willie G., dessen Einfluss bis heute prägt, wie wir designen.“ Willie G. Davidson hatte die originale XLCR seinerzeit gemeinsam mit Bob Modero und Jim Haubert entworfen.
Die XLCR als historisches Vorbild
Die originale XLCR, auf der das Design des RMCR basiert, wurde nur zwei Jahre lang produziert. Von 1977 bis 1979 baute Harley-Davidson den Cafe Racer auf Basis des Ironhead-Sportster-Motors mit 1.000 ccm Hubraum. Obwohl die XLCR zu ihrer Zeit kein kommerzieller Erfolg war, hat sie sich in den Jahrzehnten danach zu einem begehrten Sammlerstück entwickelt, das auf Auktionen hohe Preise erzielt.

Keine Serienproduktion in Sicht
Ob das RMCR jemals in Serie gehen wird, ist offen. Harley-Davidson hat nach der Veröffentlichung der Bilder erklärt, dass man die Reaktionen der Öffentlichkeit abwarten wolle. Die Resonanz in den sozialen Medien fiel bislang überwiegend positiv aus. Zahlreiche Kommentatoren forderten eine Serienfertigung des Konzepts.
Allerdings hat Harley-Davidson in der Vergangenheit bereits vielversprechende Konzepte gezeigt, die es nicht in die Produktion geschafft haben. Das ursprünglich auf der EICMA 2019 angekündigte Naked Bike Bronx auf Revolution Max Basis wurde trotz positiver Resonanz 2020 eingestellt, da sich Harley-Davidson auf sein Kerngeschäft mit großvolumigen V-Twin-Cruisern und Tourern konzentrieren wollte. Auch die Street 750 und Street 500, die als günstige Einstiegsmodelle gedacht waren, konnten sich auf dem US-Markt nicht durchsetzen und wurden nach kurzer Zeit wieder eingestellt.
Ein Hoffnungsschimmer für eine eventuelle Serienfertigung könnte die Entwicklung der Sportster S sein. Das Modell galt nach seiner Einführung zunächst als zu weit entfernt von den klassischen luftgekühlten XL-Sportster-Modellen und verkaufte sich anfangs schleppend. Inzwischen soll die Sportster S jedoch zunehmend eine jüngere Käuferschicht ansprechen und sich am Markt etabliert haben. Zusätzlich wird Harley-Davidson 2026 mit seinem Bagger World Cup bei sechs MotoGP-Runden einem globalen Publikum präsent sein, was den Druck erhöhen dürfte, auch sportliche Serienmodelle anzubieten.

- Dr.Wack Motorradreiniger S100 Total Reiniger Plus, Gel, Kanister 2 LiterGrundpreis: € 12,10 / l








