- Aero-Pakete müssen vor dem Thailand-GP homologiert werden
- Ducati testet 2026 mit hybrider GP26-Spezifikation
- Jorge Martin und Fabio Quartararo planen Rückkehr beim Buriram-Test
Mit dem letzten offiziellen Vorsaisontest in Buriram am 21. und 22. Februar verdichtet sich die Lage in der MotoGP. Nach dem Shakedown und den umfangreichen Testfahrten in Sepang stehen für Hersteller und Fahrer zentrale Entscheidungen an. Besonders die Aerodynamik rückt in den Fokus, da sie für die gesamte Saison nahezu festgeschrieben wird. Gleichzeitig kehren mehrere Fahrer nach Verletzungen zurück, während sich im Fahrerlager bereits erste Konturen für den Transfermarkt ab 2027 abzeichnen.

Aero-Entscheidungen unter Zeitdruck
Mit der bereits eingefrorenen Motorenentwicklung, ausgenommen Yamaha, liegt der Schwerpunkt der Wintertests klar auf der Aerodynamik. Für die sogenannte Aero Body ist nur ein Update während der Saison erlaubt. Entsprechend hoch ist der Druck, bereits vor dem ersten Rennwochenende die richtige Konfiguration zu wählen.
Der amtierende MotoGP-Champion Marc Marquez beschrieb in Sepang, wie Fahrer trotz begrenzter Teststrecken versuchen, unterschiedliche Rennbedingungen zu simulieren. Bestimmte Kurvenkombinationen werden gedanklich auf andere Strecken übertragen, um abzuschätzen, wie sich ein Aero-Paket über 22 Rennwochenenden hinweg verhält. Sepang biete mit seiner Streckencharakteristik zumindest die Möglichkeit, Passagen zu finden, die an Kurse wie Katar oder Jerez erinnern.
Marquez zeigte sich dennoch zurückhaltend. Zwei Teststrecken seien nicht ausreichend, um alle Eventualitäten abzudecken. Da es keine Alternative gebe, müsse besonders sorgfältig analysiert werden. Nach dem Test in Malaysia deutete sich an, dass Ducati Teile des bisherigen Aero-Konzepts beibehalten könnte. Eine finale Einschätzung soll erst nach den Eindrücken in Thailand erfolgen.
Ducati GP26: Rückschritt als strategischer Schritt
Während Ducati in Sepang sportlich überzeugte, hielt sich der Hersteller kommunikativ auffällig zurück. Hinter den Kulissen wurde jedoch intensiv an der Basis für 2026 gearbeitet. Ziel ist es, eine erneute Spaltung innerhalb der Werksfahrer zu vermeiden, wie sie in der Vorsaison entstanden war.
Die Lösung zeichnet sich in einer hybriden Spezifikation ab. Elemente aus der GP24, GP25 und neue Komponenten für 2026 fließen zusammen. Besonders die als ausgewogen geltende Basis der GP24 dient dabei als Fundament. Die Aerodynamik stellt das wichtigste neue Entwicklungsfeld dar.
Am Ende des Sepang-Tests lagen mehrere Ducati-Piloten mit dieser Mischkonfiguration geschlossen an der Spitze, sowohl bei schnellen Runden als auch bei Longruns. Dass Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi zwischenzeitlich das Ducati-Quartett durchbrechen konnte, änderte wenig an der internen Bewertung. Ducati sieht sich mit vier konkurrenzfähigen Fahrern gut aufgestellt für den Saisonstart.

Gesundheits-Updates vor dem Thailand-Test
Neben technischen Entscheidungen stehen auch mehrere Comebacks im Fokus. Jorge Martin wird nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in Sepang beim Buriram-Test wieder auf die RS-GP steigen. Der Aprilia-Pilot hatte sich Operationen an der linken Hand sowie am rechten Schlüsselbein unterzogen. Nach positiven Untersuchungen in Madrid plant er die Reise nach Thailand, muss jedoch vor Ort noch die medizinische Freigabe der FIM erhalten.
Auch Fabio Quartararo soll beim letzten Test vor dem Saisonstart zurückkehren. Der Yamaha-Fahrer hatte sich in Sepang bei einem Sturz den Mittelfinger der rechten Hand gebrochen. Nach einer Operation in Barcelona geht Yamaha davon aus, dass er sowohl am Test als auch am ersten Grand Prix teilnehmen kann.
Noch offen ist die Rückkehr von Fermin Aldeguer. Der Gresini-Pilot erholt sich von einem Oberschenkelbruch und peilt nach aktuellen Aussagen ein Comeback beim zweiten Saisonrennen in Brasilien an.
Erste Bewegungen im Transfermarkt ab 2027
Obwohl die Saison 2026 noch nicht begonnen hat, richtet sich der Blick im Fahrerlager bereits weiter nach vorne. KTM-Testfahrer Dani Pedrosa heizte Spekulationen um den Fahrermarkt 2027 an. Er sprach von ungewöhnlich frühen Weichenstellungen und deutete an, dass Ducati einen wichtigen Schritt gemacht habe.
Im Zentrum der Gerüchte steht Pedro Acosta, dem ein Wechsel zu Ducati nachgesagt wird. Parallel dazu werden innerhalb der KTM-Struktur bereits mögliche Nachfolger gehandelt. Auch Namen wie Maverick Vinales und Alex Marquez kursieren im Zusammenhang mit künftigen Teamwechseln. Bestätigt ist davon bislang nichts, doch die frühe Dynamik gilt als ungewöhnlich.

Ausblick auf Buriram
Der Thailand-Test markiert den letzten großen Prüfstein vor dem Saisonstart. Hier müssen Aero-Pakete homologiert, Setups finalisiert und die Fitness zurückkehrender Fahrer bewertet werden. Entscheidungen aus diesen beiden Tagen werden die gesamte Saison 2026 prägen. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Tests, auch wenn viele Fragen erst im Rennbetrieb beantwortet werden können.
Was das für mich als MotoGP-Fan bedeutet?
Aus Fan Sicht verdichtet sich vor Buriram vieles gleichzeitig. Die Aero Entscheidungen fallen unter hohem Zeitdruck und können den Charakter der gesamten Saison prägen. Gleichzeitig kehren Fahrer wie Jorge Martin und Fabio Quartararo nach Verletzungen zurück, was das sportliche Kräfteverhältnis schwerer einschätzbar macht. Besonders spannend ist, dass Ducati offenbar bewusst auf eine stabile und für mehrere Fahrer funktionierende Basis setzt, statt auf radikale Lösungen. Dazu kommen frühe Signale vom Transfermarkt, die zeigen, dass langfristige Weichenstellungen längst begonnen haben. Unterm Strich entsteht der Eindruck einer Saison, die weniger von einzelnen Sensationen lebt, sondern von strategischer Tiefe, technischer Detailarbeit und einer ungewöhnlich frühen Dynamik hinter den Kulissen.

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