- Designpatent für eFX 3O in Indien eingereicht
- Erstvorstellung als Konzept auf der EICMA 2025 in Mailand
- Serienversion soll angeblich ab 2027 möglich sein
Nach der Präsentation auf der EICMA 2025 verfolgt TVS Motor Company seine Elektrostrategie weiter konkret. Das nun veröffentlichte Designpatent gewährt einen detaillierten Blick auf die Gestaltung und das technische Layout der eFX 3O. Auch wenn es sich weiterhin um ein Konzept handelt, lassen sich aus den Unterlagen klare Rückschlüsse auf die Ausrichtung eines möglichen Serienmodells ziehen.

Design und optische Ausrichtung
Das eFX 3O Konzept setzt auf eine kantige und moderne Formensprache. Scharf gezeichnete Verkleidungsteile treffen auf weitgehend glatte Flächen, was dem Motorrad ein technisch geprägtes Erscheinungsbild verleiht. Auffällig ist der rechteckige Frontscheinwerfer, der sich klar von klassischen Rund oder Mehrfachscheinwerfern absetzt.
Die Seitenansicht wird von schlanken Tankverkleidungen geprägt, die optisch an sportliche Naked Bikes erinnern. Tiefe Konturen in den Seitenverkleidungen sollen angeblich auch aerodynamische Vorteile bieten. Insgesamt wirkt das Design bewusst kompakt und leistungsorientiert.
Fahrwerk, Sitzposition und Ergonomie
Das Patent zeigt eine Upside Down Telegabel an der Front. Am Heck kommt ein Monofederbein zum Einsatz. Diese Kombination deutet auf einen sportlichen Anspruch hin, auch wenn keine Details zu Einstellmöglichkeiten bekannt sind.
Die Sitzposition fällt laut Abbildungen eher aktiv aus. Ein tief montierter Lenker und eine einteilige Sitzbank ausschließlich für den Fahrer lassen auf eine leicht nach vorne geneigte Haltung schließen. So positioniert sich das Konzept klar näher an sportlichen Naked Bikes als an komfortorientierten Alltagsmodellen.
Batterie, Kühlung und Antrieb
Besonders ins Auge fällt der große Akku, der nicht vollständig von Verkleidungsteilen umschlossen ist. Diese teilweise offene Bauweise soll der Wärmeabfuhr dienen. Zusätzlich wird ein integriertes Kühlsystem erwartet, um die thermische Belastung bei sportlicher Fahrweise zu kontrollieren.
Zu Kapazität, Leistung oder Reichweite äußert sich TVS bislang nicht. Auch das Patent selbst liefert hierzu keine Angaben. Am Heck ist ein Riemenantrieb zu erkennen, kombiniert mit einem massiv wirkenden Schwingenaufbau. Die Abbildungen lassen zudem auf einen mittig montierten Elektromotor schließen, was bei leistungsorientierten Elektro Motorrädern üblich ist. Da es sich um ein reines Designpatent handelt, kann die finale Serienlösung davon abweichen.
Cockpit und Ausstattung
Das Cockpit der eFX 3O ist sehr reduziert gehalten. Ein kompaktes digitales Display übernimmt die Anzeige aller relevanten Informationen. Am linken Lenkerende ist eine separate Schaltereinheit erkennbar, die vermutlich zur Bedienung des Displays dient. Weitere Ausstattungsdetails sind nicht bekannt.
Einordnung, Marktposition und Ausblick
TVS hatte auf der EICMA betont, dass der eFX 3O das bislang leistungsstärkste Elektro Motorrad Konzept des Herstellers sei. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen parallel an neuen Modellen mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb.
Eine Serienversion der eFX 3O soll angeblich ab 2027 denkbar sein. In Indien könnte das Modell als sportlich orientierte Elektro Alternative oberhalb bestehender Mittelklasse Motorräder positioniert werden. Als Vergleich wird häufig die Apache RTR 310 genannt, allerdings mit klarer Premium Ausrichtung.
Der erwartete Preis soll bei etwa 2.300 € bis 3.450 € (2.500 $ bis 3.750 $, ex Showroom, umgerechnet aus 2 bis 3 Lakh Rupien) liegen. Offizielle Bestätigungen zu Markteinführung, technischen Daten oder finalem Design stehen jedoch noch aus.
Was bedeutet das für mich als Motorradfahrer?
Das Designpatent zur TVS eFX 3O zeigt vor allem, dass elektrische Motorräder künftig stärker in Richtung sportlicher Performance und eigenständiger Technik gehen sollen. Für Motorradfahrer bedeutet das perspektivisch mehr Auswahl jenseits klassischer Verbrenner, insbesondere im Bereich sportlich orientierter Naked Bikes mit Elektroantrieb. Konkrete Vorteile wie Leistung, Reichweite oder Ladezeiten lassen sich aktuell noch nicht bewerten, da TVS hierzu keine Daten veröffentlicht hat. Klar ist jedoch, dass Hersteller elektrische Konzepte nicht mehr nur als urbane Pendlerfahrzeuge verstehen, sondern auch als ernstzunehmende Alternative für ambitionierte Fahrer. Ob und wann daraus ein serienreifes Motorrad mit alltagstauglichen Eigenschaften entsteht, bleibt vorerst offen.









