- Der 390-Einzylinder ist seit über einem Jahrzehnt das Rückgrat der leichten KTM-Modelle
- Ein Parallel-Twin in der Sub-500-Kubik-Klasse soll den Nachfolger antreiben
- Erste Konzepte könnten frühestens auf der EICMA 2027 zu sehen sein
Kaum ein Motor hat die leichtgewichtige Modellpalette von KTM so nachhaltig geprägt wie der 390-Einzylinder. Seit seiner Einführung im Jahr 2013 mit ursprünglich 373 Kubikzentimetern Hubraum bildet er die Basis für eine ganze Reihe von Modellen, darunter die Duke, die RC390, die 390 Adventure, die Enduro R und die 390 SMC R. Für das Modelljahr 2024 wuchs das Aggregat in der überarbeiteten LC4c-Ausführung auf 399 Kubikzentimeter und treibt seitdem die aktuelle Generation der 390 Duke und der Adventure an. Doch nun mehren sich die Anzeichen, dass dieses Kapitel bald enden könnte.

Warum KTM den bewährten Einzylinder ersetzen will
Berichten aus Indien zufolge bereitet KTM den Abschied vom 390-Einzylinder vor. Hintergrund sollen die begrenzten Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Motors unter zunehmend strengeren Regulierungen sein. Der Einzylinder, der über ein Jahrzehnt lang das Fundament der A2-tauglichen Modellpalette bildete, scheint an seine Entwicklungsgrenzen zu stoßen. Entsprechend setzt der österreichische Hersteller offenbar erneut auf die langjährige Partnerschaft bzw. dem neuen Eigentümer, dem indischen Unternehmen Bajaj, um den Nachfolgeantrieb zu realisieren.
Parallel-Twin als Nachfolger in der Sub-500-Kubik-Klasse
Beim erwarteten Nachfolger soll es sich um einen Parallel-Twin handeln, der in der Klasse unterhalb von 500 Kubikzentimetern angesiedelt ist. Konkrete technische Daten sind bislang nicht bestätigt. Die Leistung dürfte sich allerdings an der Obergrenze für die A2-Führerscheinklasse orientieren. Der aktuelle LC4c-Einzylinder leistet rund 45 PS und liegt damit knapp unterhalb der A2-Grenze von 47 PS. Es wäre naheliegend, dass auch das neue Triebwerk in diesem Leistungsbereich angesiedelt wird, um die wichtige Zielgruppe der A2-Fahrer weiterhin zu bedienen.

Anschluss an den Wettbewerb
Mit dem Wechsel auf einen Zweizylinder würde sich KTM an einem deutlichen Trend im A2-Segment orientieren. Twin-Motoren sind in dieser Klasse mittlerweile weit verbreitet. Honda setzt beispielsweise bei der CB500 Hornet, der CBR500R und der NX500 auf dieses Konzept. BMW hat mit der F 450 GS ebenfalls ein Modell in dieser Hubraumklasse positioniert. Auch Kawasaki war mit der KLE500 in der Vergangenheit in diesem Segment vertreten.
Zeitrahmen: Frühestens 2027 auf der EICMA
Mit einer schnellen Vorstellung ist allerdings nicht zu rechnen. Frühe Konzeptmodelle könnten erstmals auf der EICMA 2027 gezeigt werden. Serienreife Modelle werden Berichten zufolge eher ab 2028 erwartet. Bis der 490-Twin tatsächlich in den Showrooms steht, dürfte also noch einige Zeit vergehen.
Wenn man allerdings bedenkt, dass dieser Schritt auch schon vor ein paar Jahren geplant war, dann aber nochmal zurückgestellt wurde, könnte KTM uns auch überraschen. Es kommt darauf an, wie weit die Entwicklung damals vorangeschritten war.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet
Wer aktuell mit dem Gedanken spielt, sich eine KTM 390 Duke oder Adventure zuzulegen, muss sich keine Sorgen machen: Das aktuelle Modell wird noch einige Jahre im Programm bleiben, bevor ein Nachfolger serienreif ist. Interessant wird es vor allem für Einsteiger und A2-Fahrer, die ihren Kauf erst in Richtung 2028 oder später planen. Ein Parallel-Twin bringt gegenüber dem Einzylinder in der Regel einen breiteren nutzbaren Drehzahlbereich, eine gleichmäßigere Leistungsentfaltung und oft auch spürbar weniger Vibrationen mit sich. Auf der anderen Seite könnte ein Zweizylinder-Modell etwas schwerer und teurer ausfallen als der bisherige Einzylinder. Für alle, die bereits eine 390 besitzen, ändert sich zunächst nichts. Ersatzteile und Serviceunterstützung dürften auch nach einem Modellwechsel noch über Jahre hinweg gesichert sein.

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