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Startseite » Pierer Mobility: Jobabbau und Produktionsverlagerung als Reaktion auf Umsatzrückgang in 2024
KTM grosse Probleme
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Pierer Mobility: Jobabbau und Produktionsverlagerung als Reaktion auf Umsatzrückgang in 2024

By Andreas Denner8 September, 2024
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Die Pierer Mobility AG, Mutterkonzern von KTM, Husqvarna, GasGas und WP Suspension, steht aktuell vor großen Herausforderungen. Das Unternehmen meldet massive Umsatzrückgänge und sieht sich gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um den finanziellen Rückgang aufzuhalten. Die jüngsten Schritte beinhalten Jobabbau sowie die Verlagerung eines Teils der Produktion ins Ausland.

Umsatzrückgang und finanzielle Lage

Das erste Halbjahr 2024 war für die Pierer Mobility alles andere als erfolgreich.  Das Unternehmen verzeichnete einen Absatzrückgang von bis zu 27 % im Motorradsegment.  Der Gesamtumsatz sank auf 936 Millionen Euro (etwa 1 Milliarde USD).  Auch das Fahrradgeschäft musste starke Einbußen hinnehmen.  Der Umsatz in diesem Segment fiel um 36 % auf 69 Millionen Euro (rund 74 Millionen USD).

Während der Motorradbereich insgesamt einen größeren Beitrag zum Unternehmensumsatz leistet, bleibt der Rückgang im Fahrradgeschäft prozentual betrachtet noch gravierender.  Besonders problematisch ist jedoch der Periodenverlust, der sich auf insgesamt 172 Millionen Euro (rund 184 Millionen USD) beläuft.  Allein der Motorradbereich verzeichnete ein Minus von 78 Millionen Euro (83 Millionen USD).  Zudem stieg die Netto-Gesamtverschuldung des Konzerns auf etwa 1,5 Milliarden Euro (etwa 1,6 Milliarden USD).

 

Ursachen und betroffene Märkte

Als Hauptursachen für den Einbruch nennt das Unternehmen ein wirtschaftlich volatiles Umfeld, steigende Personalkosten in Europa und die laufende Restrukturierung des Fahrradsegments.  Während sich in Europa die Absätze noch im leicht positiven und in Indien im positiven Bereich befinden, zeigte sich der Rückgang in den Märkten Nordamerika, Australien und China deutlich.  Insgesamt ist man aber global von Herausforderungen betroffen.

Die Prognosen für das gesamte Jahr 2024 zeigen einen Rückgang um bis zu 15 % im Vergleich zum Vorjahr.

 

Maßnahmen der Pierer Mobility

Um den negativen Trend zu stoppen, hat die Pierer Mobility AG bereits 2023 begonnen, Maßnahmen zu ergreifen.  Das Unternehmen beschäftigte nach der Konsolidierung von MV Agusta insgesamt rund 6.000 Mitarbeiter.  Anfang 2024 wurden bereits 373 Arbeitsplätze gestrichen, vor allem am Standort Mattighofen in Österreich.  Für das dritte Quartal 2024 sind weitere 200 Entlassungen geplant, was die Gesamtzahl der Jobverluste im Jahr 2024 auf 573 ansteigen lässt.

Ein weiterer wesentlicher Schritt ist die Reduzierung der Produktionskapazitäten in Österreich um 25 %.  Diese Produktionsmenge soll jedoch nicht vollständig wegfallen, sondern nach Indien und China verlagert werden, um von den dort günstigeren Produktionsbedingungen zu profitieren.  In Indien arbeitet KTM schon lange mit Bajaj zusammen, während CFMoto in China unter anderem bereits die Produktion für die 790 Duke übernommen hat.

 

Kritik von Gewerkschaften

Die Produktionsverlagerung und der Stellenabbau stoßen bei den Gewerkschaften auf Widerstand.  Sie werfen der Pierer Mobility vor, soziale Verantwortung zu vernachlässigen.  Die zunehmende Automatisierung und Verlagerung der Produktion nach Asien sorgen für Unsicherheit unter den Arbeitnehmern.  Das Hauptziel des Unternehmens bleibt jedoch, die Kosten zu senken und die Schulden abzubauen.

 

Kürzungen bei sportlichen Aktivitäten

Neben der Produktion sollen auch die Ausgaben im sportlichen Bereich reduziert werden.  Welche Maßnahmen hier konkret geplant sind, ist noch unklar.  Es ist jedoch möglich, dass Kürzungen im Bereich Motorsport folgen könnten.  Ein ähnlicher Schritt wurde bereits von Suzuki vollzogen, als das Unternehmen sich aus der MotoGP zurückzog, um Kosten zu sparen.  Ob KTM einen ähnlichen Weg einschlägt, bleibt abzuwarten.  Der Konzern hat eine lange Tradition im Motorsport, vor allem in der MotoGP und der MXGP, und es wäre überraschend, wenn KTM sich aus diesen wichtigen Rennserien zurückziehen würde.

 

Zukunft ungewiss

Die Pierer Mobility steht weiterhin vor großen Unsicherheiten.  Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit Jahresbeginn um 40 % gefallen, und es ist unklar, ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu bringen.  Einige Medien spekulieren bereits über ein mögliches Aus für Marken wie GasGas oder Husqvarna, die zur Pierer Mobility gehören.

Die Übernahme von MV Agusta, bei der KTM 50,1 % der Anteile erworben hat, wird in diesem Zusammenhang ebenfalls kritisch betrachtet.  Ob diese Entscheidung zur aktuellen Zeit die richtige war, bleibt offen.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Situation für KTM, Husqvarna, GasGas und MV Agusta entwickelt.  Vielleicht gibt es bereits auf der EICMA, einer der größten Motorrad-Messen weltweit, einen Einblick in die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens.  Man darf gespannt sein, welche Modelle und Strategien Pierer Mobility dort vorstellen wird.

 

Fazit

Die Pierer Mobility AG steht vor einem schwierigen Jahr 2024.  Mit sinkenden Verkaufszahlen, Produktionsverlagerungen und Jobabbau versucht das Unternehmen, sich zu stabilisieren.  Doch ob diese Maßnahmen ausreichend sind, um das Ruder herumzureißen, bleibt abzuwarten.  Es könnte auch neue Herausforderungen mit sich bringen, die das Unternehmen langfristig belasten.

 

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Andreas Denner
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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich.

Verantwortlich für die Seiten www.Motorcycles.News, www.Motorrad.Training und den YouTube-Kanal "Motorrad Nachrichten", sowie deren social Media-Seiten.

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