- Ricky Brabec gewinnt Etappe 12 und übernimmt die Gesamtführung
- Luciano Benavides bleibt mit 3:20 Minuten Rückstand in Schlagdistanz
- Entscheidung fällt auf der kurzen Schlussetappe rund um Yanbu
Nach fast zwei Wochen Rallye-Marathon wurde die vorletzte Etappe der Dakar Rally 2026 zu einem Schlüsselmoment. Auf dem 311 Kilometer langen Wertungsabschnitt zwischen Al Henakiyah und Yanbu traf strategisches Kalkül auf sportliche Härte. Die Strecke verlangte den verbliebenen Fahrern mit schnellen Passagen, steinigen Flussbetten, anspruchsvoller Navigation und weichen Dünen alles ab.

Brabec schlägt zurück und übernimmt die Führung
Ricky Brabec ging mit einem klaren Plan in Etappe 12. Nach einer bewusst defensiven Fahrweise am Vortag startete der Honda-Pilot mehrere Minuten hinter seinem direkten Konkurrenten Luciano Benavides. Ziel war es, von freier Sicht und möglichen Zeitgutschriften zu profitieren.
Bereits früh entwickelte sich ein enges Duell. Während Benavides zunächst die Zwischenzeiten bestimmte, fand Brabec zunehmend seinen Rhythmus. Kilometer für Kilometer verringerte er den Rückstand, überholte vor ihm gestartete Fahrer und sammelte wertvolle Bonussekunden. Zur Rennmitte hatte sich das Blatt gewendet. Brabec kontrollierte das Geschehen und konzentrierte sich im zweiten Teil der Etappe darauf, Risiken zu minimieren.
Im Ziel stand der zweite Etappensieg für Brabec bei dieser Dakar. Mit einem Vorsprung von 3:43 Minuten auf Benavides übernahm er zugleich die Gesamtführung und geht nun mit 3:20 Minuten Vorsprung in den finalen Tag.
Benavides bleibt trotz Rückschlag kämpferisch
Luciano Benavides startete als Vierter in die Etappe und wusste um die Bedeutung dieses Tages. Der KTM-Pilot überholte früh Edgar Canet und eröffnete ab etwa Kilometer 150 die Strecke selbst. Gerade dieser Abschnitt erwies sich als besonders anspruchsvoll.
Staub, schwierige Navigation, viele Felsen und einzelne weiche Dünen kosteten Zeit. Trotz hoher Einsatzbereitschaft konnte Benavides den Angriff seines Rivalen nicht vollständig kontern. Dennoch zeigte er sich im Ziel zufrieden mit seiner Leistung und machte klar, dass der Titelkampf noch nicht entschieden ist. Die Hoffnung auf den Gesamtsieg soll bis zum letzten Kilometer der Rallye aufrechterhalten bleiben.

Honda-Doppelpodium und stabile Verfolger
Hinter den beiden Titelanwärtern fuhr Tosha Schareina eine starke Etappe. Der Spanier komplettierte das Tagespodium und festigte Rang drei in der Gesamtwertung. Nach früheren Rückschlägen im Rallyeverlauf scheint dieser Podestplatz kaum mehr gefährdet.
Adrien Van Beveren folgte auf Rang vier. Der Franzose kämpfte erneut mit der Navigation, fand aber nach kleineren Fehlern in einen soliden Rhythmus. Skyler Howes erlebte einen schwierigen Tag als Eröffner der Strecke und musste zudem mit technischen Problemen umgehen, konnte sich aber in der Gesamtwertung auf Platz vier vorarbeiten.
Sanders kämpft sich trotz Verletzung ins Ziel
Besonders bemerkenswert war der Auftritt von Daniel Sanders. Der amtierende Rallye-Weltmeister ging angeschlagen in die Etappe und stürzte im Verlauf des Tages leicht. Trotzdem brachte er seine KTM mit großem Einsatz ins Ziel und belegte Rang 15. In der Gesamtwertung fiel er zwar auf Platz fünf zurück, bleibt aber Teil der engen Top-Gruppe.
Blick auf die letzte Etappe rund um Yanbu
Die Entscheidung fällt nun auf der dreizehnten Etappe. Rund um Yanbu wartet ein vergleichsweise kurzer Rundkurs mit etwas mehr als 100 Kilometern Wertung. Trotz der überschaubaren Distanz gilt die Schlussetappe traditionell als tückisch. Kleine Fehler können große Auswirkungen haben, vor allem im engen Duell zwischen Honda und KTM.
Mit dem Zeitpolster im Rücken hat Brabec die bessere Ausgangslage, doch Benavides hat bereits mehrfach bewiesen, dass er auch unter Druck angreifen kann. Die Dakar Rally 2026 steuert damit auf ein spannendes Finale zu.







