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Startseite » MotoGP 2026: Phillip Island verliert den Grand Prix, Yamaha steckt in der Krise und KTM macht Fortschritte
MotoGP Test Buriram 2026 KTM Maverick Vinales 02
MotoGP

MotoGP 2026: Phillip Island verliert den Grand Prix, Yamaha steckt in der Krise und KTM macht Fortschritte

By Andreas Denner24 Februar, 2026
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Die MotoGP-Saison 2026 steht kurz vor dem Start in Thailand. Doch vor dem ersten Rennen sorgen das Aus für Phillip Island, Yamahas anhaltende Motorenprobleme und die schwierige Anpassung von Toprak Razgatlioglu für Gesprächsstoff.
  • FIM-Präsident Viegas erklärt, warum Phillip Island die MotoGP verloren hat
  • Yamaha kämpft auch in Buriram mit Materialengpässen beim neuen V4-Motor
  • Toprak Razgatlioglu hadert mit dem Umstieg von der Superbike-WM in die MotoGP

Wenige Tage vor dem Saisonauftakt der MotoGP 2026 in Buriram (Thailand) bewegen gleich mehrere Themen das Fahrerlager. Neben dem sportlichen Geschehen auf der Strecke, wo die letzten Wintertestfahrten gerade abgeschlossen wurden, sorgt vor allem eine Entscheidung abseits der Rennstrecke für Diskussionen: Phillip Island verliert nach fast 30 Jahren seinen Platz im MotoGP-Kalender. Gleichzeitig offenbaren die Tests in Thailand, dass Yamaha auch kurz vor dem Saisonstart mit massiven technischen Problemen zu kämpfen hat, während KTM vorsichtig optimistisch in die neue Saison blickt.

MotoGPPhillipIsland2025

Phillip Island verliert die MotoGP: FIM-Präsident erklärt die Hintergründe

FIM-Präsident Jorge Viegas hat im Rahmen eines Interviews mit dem australischen Magazin MCNEWS ausführlich erläutert, warum Phillip Island seinen Platz im MotoGP-Kalender an Adelaide abtreten muss. Demnach lag das Problem nicht an der Strecke selbst, sondern an der fehlenden Infrastruktur rund um den Kurs.

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„This was asked 10 years ago, that they should improve the facilities here, and every year they said, ‚Yeah, yeah, yeah, we will do it‘. But it never happened, so now it’s gone, because Adelaide made a good proposal“, erklärte Viegas. („Vor zehn Jahren wurde darum gebeten, die Einrichtungen hier zu verbessern, und jedes Jahr hieß es: ‚Ja, ja, ja, wir werden es machen.‘ Aber es ist nie passiert, und jetzt ist es vorbei, weil Adelaide ein gutes Angebot gemacht hat.“)

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Viegas verwies dabei auf die grundsätzlichen Schwierigkeiten, ein MotoGP-Wochenende in der heutigen Dimension auf Phillip Island zu organisieren. Die Einschränkungen liegen ihm zufolge nicht auf der Strecke, sondern im Umfeld, insbesondere bei der Unterbringung und Versorgung größerer Besucherzahlen. „As to Phillip Island, everybody loves this track. I love to come here, but if you want to invite people, if you want to make something different, there are no hotels, there’s nothing. It’s really difficult“, so der FIM-Präsident. („Was Phillip Island betrifft: Jeder liebt diese Strecke. Ich komme gern hierher, aber wenn man Leute einladen will, wenn man etwas Besonderes machen will, gibt es keine Hotels, es gibt nichts. Es ist wirklich schwierig.“)

Mehrere geplante Bauprojekte auf Phillip Island, die das Problem hätten lösen können, scheiterten in der Vergangenheit an lokalen Planungsverfahren. Ein Vorhaben von Linfox Tourist Development für mehr als 500 Apartments und einen Golfplatz in der Nähe der Rennstrecke wurde vom Gemeinderat abgelehnt, da es nicht den Planungsrichtlinien entsprach. Auch eine geplante Umwidmung von 24 Hektar Ackerland in Ventnor für Wohnbebauung scheiterte nach einer Kampagne der Gemeinde. In Cape Woolamai wurde zudem ein Antrag für einen Pub, Geschäfte und eine Backpacker-Unterkunft abgelehnt.

Trotz des Verlusts der MotoGP betonte Viegas, dass die Tür für Phillip Island nicht endgültig geschlossen sei. „It’s not a goodbye forever“, sagte er. („Es ist kein Abschied für immer.“) Die FIM arbeite daran, alternative internationale Veranstaltungen an den Kurs zu bringen. Konkret nannte Viegas die FIM Intercontinental Games 2028, ein Mehrdisziplin-Event, das neben Rundstreckenrennen auch Motocross umfassen soll. Darüber hinaus brachte der FIM-Präsident die Möglichkeit ins Spiel, einen Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft nach Phillip Island zu holen. Ab 2027 soll Adelaide als neuer Austragungsort für den Australien-Grand-Prix dienen, wobei dort ein Straßenkurs zum Einsatz kommen soll.

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MotoGP Test Buriram 2026 Yamaha Toprak Razgatlioglu 01

Yamaha in der Krise: Motorenprobleme setzen sich in Buriram fort

Yamaha sollte mit dem komplett neuen V4-Motor in die MotoGP-Saison 2026 starten und den Anschluss an die Spitze wiederherstellen. Die Realität sieht bislang allerdings anders aus. Schon beim Test in Sepang hatte der japanische Hersteller einen kompletten Testtag ausfallen lassen müssen, nachdem ein Motorschaden bei Fabio Quartararo aufgetreten war und die Ursache nicht sofort geklärt werden konnte. Erst nach einer Freigabe durch ein Technik-Komitee durften die Fahrer am letzten Tag mit reduzierter Laufleistung wieder auf die Strecke.

Dieses Muster wiederholte sich beim abschließenden Zweitagetest in Buriram. Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli bestätigte, dass bei zwei der vier Werksmotorräder bereits nach dem ersten Tag die maximale Laufleistung der Motoren erreicht war. Betroffen waren beide Maschinen aus der Garage von Fabio Quartararo. Kurzerhand wurde eines der beiden Motorräder von Teamkollege Alex Rins an Quartararo übertragen, sodass beide Fahrer am Sonntag nur jeweils ein Motorrad zur Verfügung hatten.

„Wir haben uns entschlossen, am zweiten Tag jeweils nur ein Motorrad zu bewegen. Der Grund ist, dass wir bei den anderen beiden Bikes im Werksteam gegen Ende des ersten Tages die maximale Laufleistung der Motoren erreicht hatten. Sämtliche neuen Teile und Motoren, die wir für den Einsatz beim Saisonauftakt eingeplant haben, treffen erst morgen bei uns ein“, erklärte Meregalli.

Die Nachricht, dass frische Motoren aus Japan rechtzeitig zum Saisonstart in Buriram eintreffen sollen, wird allerdings durch einen wesentlichen Punkt getrübt: Die neuen Triebwerke bringen keine aktualisierte Spezifikation mit sich. Yamaha wird demnach auch im Rennbetrieb mit einem erheblichen Topspeed-Nachteil antreten müssen. Im Schnitt war die M1 in Buriram rund 10 km/h langsamer auf der Geraden als die Konkurrenz. Auf das erste Motorenupdate müssen Quartararo und seine Kollegen noch warten. Für die ersten vier Rennwochenenden der Saison in Thailand, Brasilien, den USA und Katar wird es definitiv keine neue Ausbaustufe des V4 geben. Frühestens beim Europaauftakt in Jerez vom 24. bis 26. April könnte eine neue Version zum Einsatz kommen.

Sportlich bildeten die vier Yamaha-Fahrer Quartararo, Rins, Jack Miller und Toprak Razgatlioglu in der Endabrechnung des Buriram-Tests das Schlusslicht. Zwischen das Quartett mischten sich lediglich Enea Bastianini, der Rookie Diogo Moreira und Ducati-Ersatzfahrer Michele Pirro. Neben der mangelnden Motorleistung kämpft Yamaha auch mit einem noch nicht gelösten Chassis-Problem, das insbesondere Quartararo einschränken soll.

Einen kleinen Vorteil hat Yamaha durch die Einstufung als unterdurchschnittlicher Hersteller: Als einziges Werk darf die Mannschaft aus Iwata auch während der laufenden Saison Motorupdates einbringen, während Ducati, Aprilia und KTM mit der festgelegten Spezifikation antreten müssen.

Toprak Razgatlioglu: Der schwierige Weg vom Superbike-Champion zum MotoGP-Rookie

Der dreifache Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Karriere. Der Türke, der als erster Fahrer seit Cal Crutchlow im Jahr 2011 den Wechsel von der Superbike-WM in die MotoGP vollzieht, kämpft auch nach den Wintertests weiterhin massiv mit der Anpassung an das Prototypen-Motorrad und die Michelin-Reifen.

In Buriram beendete Razgatlioglu den letzten Testtag als 21. von 22 Fahrern mit über zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze. Sein größtes Problem ist nach eigener Aussage das fehlende Vertrauen in den Vorderreifen, insbesondere in Schräglage. Um besser zu verstehen, wo er Zeit verliert, folgte er am letzten Testtag seinem Pramac-Teamkollegen Jack Miller auf der Strecke.

„When I was following Jack, I was surprised, because I was losing a lot in the first corner, the first sector in general. I’m always riding a little bit more calm, I don’t trust the front tyre“, beschrieb Razgatlioglu die Situation. („Als ich Jack gefolgt bin, war ich überrascht, weil ich in der ersten Kurve und generell im ersten Sektor sehr viel verloren habe. Ich fahre immer etwas ruhiger, weil ich dem Vorderreifen nicht vertraue.“)

Der Unterschied zu den erfahrenen MotoGP-Piloten zeigt sich besonders beim Einlenken. Während Miller und andere Fahrer sofort mit viel Schräglage in die Kurve gehen, wartet Razgatlioglu und rechnet jederzeit damit, das Vorderrad zu verlieren. „On the brakes, I can do hard braking, but when I am leaning, I don’t really trust the front tyre because the other riders lean completely and the bike turns, while I’m leaning and just waiting because I’m already waiting to lose the front tyre“, erklärte er. („Beim Bremsen kann ich hart bremsen, aber wenn ich in Schräglage bin, vertraue ich dem Vorderreifen wirklich nicht, weil die anderen Fahrer sich komplett reinlegen und das Motorrad einlenkt, während ich mich reinlege und einfach warte, weil ich schon darauf warte, das Vorderrad zu verlieren.“)

Razgatlioglu fuhr während der gesamten Tests sturzfrei, sieht darin aber paradoxerweise auch einen Nachteil. Ohne einen Sturz fehle ihm die Erfahrung, wo die tatsächlichen Grenzen des Reifens liegen. „Still, I haven’t crashed, but maybe I need to crash to understand the limit“, sagte er dazu. („Ich bin immer noch nicht gestürzt, aber vielleicht muss ich stürzen, um die Grenzen zu verstehen.“)

Eine Rennsimulation brach der 29-Jährige in Buriram bereits nach zehn Runden ab, weil seine Rundenzeiten zu langsam waren. Allerdings stellte er fest, dass längere Stints auf gebrauchten Reifen ihm halfen, sich besser an das Motorrad anzupassen und ein Gefühl für die richtige Fahrweise zu entwickeln. Quartararo besuchte seinen Yamaha-Markenkollegen im Laufe des Tests und ermutigte ihn, sich nicht unter Druck zu setzen. Der Kernpunkt seiner Schwierigkeiten liegt im fundamental unterschiedlichen Fahrstil: In der Superbike-WM setzt Razgatlioglu auf harte Bremsmanöver und V-förmige Linienwahl, während die MotoGP vor allem hohe Kurvengeschwindigkeiten und großes Vertrauen in den Vorderreifen erfordert. Die Umstellung von Pirelli-Reifen auf Michelin-Gummis erschwert den Prozess zusätzlich.

MotoGP Test Buriram 2026 KTM Pedro Acosta 01

Pedro Acosta: KTM macht Fortschritte, aber Ducati und Aprilia dominieren

Einen deutlich positiveren Eindruck hinterließ Pedro Acosta beim Buriram-Test. Der KTM-Fahrer beendete den letzten Testtag auf dem sechsten Platz mit 0,353 Sekunden Rückstand und zeigte sich mit der Entwicklung des österreichischen Herstellers zufrieden. Über alle fünf Vorsaison-Testtage hinweg blieb der 21-Jährige ohne einen einzigen Sturz.

Besonders beim Reifenverschleiß, der im vergangenen Jahr die größte Schwäche von KTM war, sieht Acosta deutliche Verbesserungen. Bei Asphalttemperaturen von über 40 Grad Celsius am Nachmittag in Buriram lieferte die weiterentwickelte RC16 vielversprechende Ergebnisse. Acosta beschrieb, dass der Reifen bis Runde 24 oder 25 noch ausreichend Grip geboten habe, was im Vorjahr nicht der Fall war.

Dennoch sieht Acosta zwei Hersteller klar vor der Konkurrenz. Ducati wirke sogar noch dominanter als im Vorjahr, und auch Aprilia habe einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Die Stärke von Aprilia beschränke sich dabei nicht mehr nur auf einen einzelnen Fahrer, sondern zeige sich über das gesamte Aufgebot hinweg.

Für den Saisonauftakt am kommenden Wochenende in Thailand steckt sich Acosta ein realistisches Ziel: eine Platzierung in den Top 5. Dafür müsse im Qualifying und beim Start alles zusammenkommen. Der Spanier lobte ausdrücklich die Arbeit von KTM und betonte, dass sich das Motorrad natürlicher anfühle als im Vorjahr. Die weiterentwickelte RC16 sei einfacher zu fahren und in der Handhabung spürbar verbessert.

Im vergangenen Jahr hatte Acosta beim Saisonauftakt in Buriram im Sprint als Sechster fast zwölf Sekunden auf die Spitze verloren und war im Grand Prix nach einem frühen Sturz nur noch hinterhergefahren. Die Ausgangslage für 2026 erscheint nun deutlich besser, auch wenn der Abstand zu Ducati und Aprilia in den Rennsimulationen weiterhin sichtbar war.

Was das für die MotoGP-Saison 2026 bedeutet

Der Saisonstart in Thailand am kommenden Wochenende wird zeigen, wie sich die Kräfteverhältnisse unter Rennbedingungen tatsächlich darstellen. Ducati und Aprilia gehen als Favoriten in die neue Saison, wobei Marco Bezzecchi und Ai Ogura beim Buriram-Test die überzeugendsten Rennsimulationen ablieferten. KTM hat unter Pedro Acosta Fortschritte gezeigt, muss sich aber beweisen. Für Yamaha beginnt ein schwieriges Jahr, in dem es zunächst darum gehen wird, die Zuverlässigkeit des neuen V4-Motors in den Griff zu bekommen, bevor an sportliche Erfolge zu denken ist. Und abseits der Strecke wird die Diskussion um den Verlust von Phillip Island und die Zukunft des Australien-Grand-Prix in Adelaide die MotoGP-Gemeinschaft noch lange beschäftigen.

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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich. Verantwortlich für die Seiten www.Motorcycles.News, www.Motorrad.Training und den YouTube-Kanal "Motorrad Nachrichten", sowie deren social Media-Seiten.

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