- US Händler schlossen lediglich an Weihnachten und Neujahr
- Mehrere deutsche Harley-Davidson Standorte wurden geschlossen oder umstrukturiert
- Deutlicher Rückgang der Neuzulassungen in Deutschland
Nach aufsehenerregenden Schlagzeilen über angebliche flächendeckende Schließungen von Harley-Davidson Händlern in den USA lohnt ein nüchterner Blick auf die Fakten. Während sich viele Meldungen als stark verzerrt oder schlicht falsch erweisen, ist die Situation im deutschen Händlernetz tatsächlich von Bewegung geprägt.
Angebliche Händler-Schließungen in den USA
In mehreren internationalen Medien war in den vergangenen Wochen zu lesen, dass Harley-Davidson sämtliche US Händler für jeweils 24 Stunden schließen würde. Die Darstellung suggerierte wirtschaftliche Probleme oder strukturelle Einschnitte im Vertriebsnetz. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um reguläre Feiertagsschließungen an Weihnachten und Neujahr, wie sie in den USA bei vielen Unternehmen üblich sind.
Einzelne Schlagzeilen stellten diese kurzen Unterbrechungen bewusst dramatisiert dar. Der Kontext, dass es sich um planmäßige Feiertage handelte, wurde teils erst nach mehreren Absätzen oder erst gar nicht klar benannt. Inhaltlich bestand kein Zusammenhang mit Umsatzproblemen, einer strategischen Neuausrichtung oder einer Gefährdung des Händlernetzes.
Bewegung im deutschen Harley-Davidson Händlernetz
Während die Meldungen aus den USA vor allem auf irreführender Darstellung beruhen, ist die Lage in Deutschland differenzierter. In der vergangenen Saison kam es zu mehreren einschneidenden Veränderungen bei autorisierten Harley-Davidson Vertragshändlern.
In Erfurt kündigte Geschäftsführer Robert Kremer Ende August eine temporäre Schließung an. Der Standort soll erst dann wieder öffnen, wenn ein neuer Geschäftsnachfolger gefunden ist. Bis dahin konzentriert sich das Unternehmen auf den Stammsitz in Fulda.
In Berlin schloss der Händlerbetrieb der CBB Classic Bike Berlin GmbH dauerhaft. Nach dem Tod von Inhaber Lothar Schmidt wurden die Geschäftsräume am 25. November endgültig geschlossen.
Auch in Koblenz endet eine langjährige Präsenz. Die Harley-Davidson Vertretung Koblenz GmbH stellte Anfang Oktober die Weichen für die Liquidation. Der Betrieb soll zum Jahresende 2025 eingestellt werden. Geschäftsführerin Andrea Vetter und Prokurist Oliver Rasbach leiteten die entsprechenden Schritte ein.
Umfirmierungen und Standort-Konzentration
Nicht alle Veränderungen bedeuten ein vollständiges Aus. In der Rhein-Neckar Region firmiert der bisherige Harley-Davidson Händler seit dem 28. Oktober unter dem Namen Rhein-Neckar Motorcycles. Vorausgegangen war eine Vertragskündigung durch den Hersteller, wie Inhaber Pascal Vergnaud erklärte.
Nach 23 Jahren verabschiedet sich zudem Harley-Davidson Osnabrück vom Markt. Der Vertragshändler Reibchen + Stegemann GmbH zieht sich aus dem Standort zurück. Geschäftsführer Stephan Kaminski richtet seinen Fokus künftig auf den Harley-Hauptsitz in Bielefeld.
Neuzulassungen deutlich rückläufig
Ein Blick auf die aktuellen Zulassungszahlen verdeutlicht den wirtschaftlichen Druck. In den ersten elf Monaten des Jahres wurden laut IVM 3586 neue Harley-Davidson Motorräder in Deutschland zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 47,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Marktanteil sank damit auf 3,77 Prozent, nachdem im Jahr zuvor noch 5,09 Prozent erreicht wurden. Dieses Ergebnis wurde jedoch auch maßgeblich von der Euro 5 Plus Problematik beeinflusst, die zahlreiche Hersteller und Modelle betraf.
Ausblick unter neuer Führung
Mit Artie Starrs steht ein neuer Chef an der Spitze von Harley-Davidson. Ihm wird eine anspruchsvolle Aufgabe zugeschrieben. Die Marke soll stabilisiert, Wachstumspotenzial erschlossen und das Kundenerlebnis neu belebt werden. Wie sich diese Strategie konkret auf das Händlernetz in Europa und insbesondere in Deutschland auswirkt, bleibt abzuwarten.

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