- Einheitliche Lackierung für Werksteam und Tech3 auch 2026
- Vier KTM RC16 erneut im bekannten Orange
- Saison 2026 entscheidend für die Zukunft von Pedro Acosta
Nach mehreren durchwachsenen Jahren geht KTM mit klaren Zielen in die MotoGP Saison 2026. Der Hersteller setzt erneut auf ein geschlossenes Auftreten mit vier nahezu identischen Motorrädern und unveränderter Fahrerbesetzung. Gleichzeitig steht das Projekt sportlich und strategisch an einem kritischen Punkt.

Einheitliches Auftreten von KTM und Tech3
KTM und das französische Kundenteam Tech3 präsentierten ihre Motorräder für 2026 gemeinsam in einem kurzen Online Event. Wie bereits im Vorjahr treten beide Teams mit identischer Lackierung an. Das Farbschema aus Orange und Dunkelblau bleibt erhalten und prägt weiterhin den Auftritt aller vier KTM RC16.
Tech3 fungiert damit erneut faktisch als Verlängerung des Werksteams. Nachdem das GasGas Branding, das 2023 und 2024 genutzt wurde, im Zuge von Sparmaßnahmen der Pierer Mobility Group eingestellt wurde, tritt das Team bereits seit 2025 wieder unter dem Namen Tech3 KTM an. Auch 2026 bleibt es bei dieser Konstellation.
Neu auf den Motorrädern ist das Logo von Motorex, das 2026 wieder als offizieller Schmierstoffpartner fungiert und Mobil 1 ersetzt. Ansonsten zeigen die Motorräder kaum optische Veränderungen, was bei KTM inzwischen zur Konstante geworden ist.
Fahrerbesetzung bleibt unverändert
Sportlich setzt KTM auf Kontinuität. Im Werksteam fahren erneut Pedro Acosta und Brad Binder. Für Tech3 gehen wie im Vorjahr Maverick Viñales und Enea Bastianini an den Start. Alle vier Piloten stehen direkt bei KTM unter Vertrag.
Die Stabilität auf dem Papier täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die Leistungen 2025 sehr unterschiedlich ausfielen. Acosta war klarer Leistungsträger, während Binder, Viñales und Bastianini über weite Strecken hinter den Erwartungen blieben.

Ein neues Motorrad für 2026?
Während die Lackierung kaum verändert wurde, richtet sich der Fokus auf die Technik. Nach drei Jahren ohne Grand Prix Sieg und einer insgesamt enttäuschenden Saison 2025 soll die RC16 für 2026 deutlich überarbeitet worden sein.
Pedro Acosta sprach im Rahmen der Präsentation von einem Motorrad, das „built from zero“ sei. Wörtlich sagte er:
„Maybe not completely, but I feel like it’s a completely new bike, built from zero.“
Übersetzung: Vielleicht nicht vollständig, aber es fühlt sich wie ein komplett neues Motorrad an, das von Grund auf neu aufgebaut wurde.
Acosta verwies darauf, dass die Updates in der Vorsaison 2025 eher Weiterentwicklungen älterer Konzepte gewesen seien. Erst zur Saisonmitte habe KTM spürbare Fortschritte gemacht. Für 2026 sehe er nun deutlich mehr neue Ansätze und spüre eine andere Stimmung im Werk.
Teamkollege Brad Binder bestätigte diese Einschätzung und bezeichnete das 2025er Motorrad rückblickend als eine Art Ableitung des Vorgängers. Für den Winter 2025 2026 stünden hingegen deutlich mehr neue Bauteile und Konzepte zur Verfügung, die bereits beim Test in Valencia erste kleine Verbesserungen gezeigt hätten.
Die Bedeutung der Tests in Sepang
Ob die Optimismus vorsichtig gerechtfertigt ist, soll sich sehr früh zeigen. Vom 29. bis 31. Januar findet in Malaysia der Shakedown Test statt, ehe vom 3. bis 5. Februar der offizielle Sepang Test folgt. Gerade diese Tage gelten intern als entscheidend.
KTM Motorsportchef Pit Beirer machte keinen Hehl daraus, dass der Hersteller Pedro Acosta bislang noch nicht von einem Verbleib über 2026 hinaus überzeugt habe. „We haven’t done enough yet“, sagte Beirer offen. Übersetzung: Wir haben bisher noch nicht genug getan.
Er betonte jedoch, dass KTM bewusst abgewartet habe und nun liefern müsse. Entscheidend seien nicht nur schnelle Rundenzeiten, sondern vor allem das Gefühl der Fahrer und ob bekannte Probleme tatsächlich gelöst wurden. Erst danach wolle man Gespräche über die Zukunft führen.
Acostas Zukunft bleibt offen
Pedro Acosta selbst wich Fragen zu seiner Zukunft konsequent aus. Auf Nachfrage erklärte er:
„We are in ’26. I want to make good results.“
Übersetzung: Wir sind in 26. Ich will gute Ergebnisse erzielen.
Der Fokus liege aktuell ausschließlich auf den Tests in Malaysia und auf der Saison 2026. Für 2027 sei alles offen. Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach ein Wechsel zu Ducati bereits weit fortgeschritten sein soll. In Spanien wird sogar spekuliert, dass sein Abgang kaum noch zu verhindern sei.
Sollte Acosta KTM tatsächlich verlassen, gilt Maverick Viñales intern als möglicher Kandidat für den Platz im Werksteam ab 2027. Offiziell bestätigt ist dazu nichts.
Druck auf Binder und Bastianini
Neben Acosta stehen auch andere Fahrer unter Zugzwang. Brad Binder erlebte 2025 nach eigener Aussage seine bislang schwierigste MotoGP Saison und beendete das Jahr lediglich auf Rang 11 der WM. Enea Bastianini konnte zwar in Barcelona ein Podium einfahren, fiel danach aber wieder deutlich zurück und landete am Saisonende nur auf Platz 14.
Für beide Fahrer wurden personelle Änderungen vorgenommen. Binder arbeitet 2026 mit Phil Marron als neuem Crewchief, der zuvor lange mit Toprak Razgatlioglu zusammengearbeitet hatte. Bastianini übernimmt Andres Madrid, der zuvor für Binder verantwortlich war.
Ob diese Umstellungen den erhofften Effekt haben, dürfte sich bereits bei den ersten Tests zeigen.

Eine Saison mit Signalwirkung
Die Saison 2026 ist für KTM mehr als nur ein weiteres Jahr im Kalender. Nach dem Eigentümerwechsel hin zu Bajaj Auto, anhaltender Siegflaute und der unklaren Zukunft des wichtigsten Fahrers steht viel auf dem Spiel. Sportlich muss das Projekt zeigen, dass es wieder siegfähig sein kann. Strategisch geht es darum, Vertrauen zurückzugewinnen.
Ob das neue Motorrad tatsächlich den erhofften Schritt bringt, werden die kommenden Wochen zeigen. Klar ist jedoch bereits jetzt: Für KTM wird 2026 zu einer der entscheidendsten MotoGP Saisons seit dem Einstieg im Jahr 2017.
Was bedeutet das für mich als MotoGP Fan?
Für MotoGP Fans bedeutet die Saison 2026 bei KTM vor allem eines: genau hinschauen. Das einheitliche Auftreten von Werksteam und Tech3 signalisiert Stabilität, gleichzeitig steht das Projekt sportlich unter Beobachtung. Die kommenden Tests und die ersten Rennen werden zeigen, ob KTM den angekündigten technischen Schritt tatsächlich geschafft hat oder ob sich bekannte Probleme fortsetzen. Besonders die Entwicklung von Pedro Acosta ist dabei zentral, denn seine Leistungen und seine Zukunftsentscheidung könnten maßgeblich beeinflussen, wie konkurrenzfähig und attraktiv KTM in den nächsten Jahren wahrgenommen wird. Auch abseits der Spitze lohnt sich der Blick, da personelle Änderungen bei Binder und Bastianini Hinweise darauf liefern könnten, ob KTM in der Breite Fortschritte erzielt oder weiter hinter Ducati und Aprilia zurückbleibt.

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