- Cooperb Motorcycles aus Northamptonshire bietet die Himalayan 450 als „Phantom“ mit umfassenden Offroad-Upgrades an
- Preise beginnen bei 10.299 Pfund (circa 12.200 Euro / 13.100 US-Dollar) und reichen bis etwa 12.000 Pfund (circa 14.200 Euro / 15.300 US-Dollar)
- Ein Klassensieg beim Valleys X-Treme Lite Enduro-Rennen in Wales untermauert die Praxistauglichkeit
Die Royal Enfield Himalayan 450 hat sich seit ihrer Einführung als bezahlbare und erstaunlich fähige Reiseenduro etabliert. Der 452 Kubikzentimeter große Sherpa-Einzylinder, das zugängliche Fahrwerk und der vergleichsweise niedrige Preis machen sie zu einem beliebten Einstieg in die Welt der Abenteuermaschinen. Doch wer das Motorrad ernsthaft abseits befestigter Straßen bewegen will, stößt irgendwann an die Grenzen der Serienausstattung. Genau hier setzt der britische Royal Enfield Spezialist Cooperb Motorcycles aus Northamptonshire an. Der Händler hat unter dem Namen „Phantom“ ein modulares Upgrade-Paket entwickelt, das die Himalayan 450 deutlich geländetauglicher machen soll, ohne dabei tief in die Motorentechnik einzugreifen.

Fahrwerk nach Maß: Hagon, K-Tech und individuelle Abstimmung
Den größten Unterschied zur Serienmaschine dürfte das überarbeitete Fahrwerk ausmachen. Für das Heck haben Käufer die Wahl zwischen einem Federbein von Hagon oder K-Tech. Beide Varianten bieten Einstellmöglichkeiten für Federvorspannung und Druckstufendämpfung, wobei das K-Tech-Federbein zusätzlich über eine Zugstufeneinstellung verfügt. Unabhängig von der gewählten Marke wird die Federrate individuell auf das Gewicht des Fahrers und den geplanten Einsatzzweck abgestimmt.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann für die Vorderradgabel ein K-Tech ProValve-Kit ordern. Dieses System behält die serienmäßige Open-Cartridge-Konstruktion bei, ersetzt aber die internen Steuerventile und Nadeln. Dadurch soll die Dämpfungskontrolle spürbar verbessert und das Einstellfenster deutlich erweitert werden, ohne dass die komplette Gabel getauscht werden muss.
Mehr Leistung aus dem Sherpa-Motor ohne interne Eingriffe
Am 452-Kubikzentimeter-Einzylinder mit der Bezeichnung Sherpa ändert Cooperb intern nichts. Stattdessen setzt der Händler an den beiden Enden des Verbrennungsprozesses an. Eine komplette Abgasanlage von HP Corse ersetzt den Serientopf, während ein DNA Combo Ansaugkit für eine verbesserte Luftzufuhr sorgt. Die Abstimmung übernimmt ein FuelX Pro Plus Kraftstoffprogrammierer, der ohne Laptop auskommt und zehn verschiedene Luft-Kraftstoff-Einstellungen ermöglicht. In Kombination sollen diese Maßnahmen das Ansprechverhalten und die Leistungsabgabe des Motors optimieren.

Größerer Tank, Rally-Sitz und mehr Reichweite
Für lange Offroad-Etappen tauscht Cooperb den serienmäßigen 17-Liter-Tank gegen eine 23-Liter-Einheit aus Kunststoff von Acerbis. Das entspricht einem Zuwachs von rund 35 Prozent und dürfte die Reichweite abseits von Tankstellen erheblich verbessern. Ergänzend kommt Royal Enfields werkseigener Rally-Sitz zum Einsatz, eine flache Sitzbank, die mehr Bewegungsfreiheit beim Fahren im Stehen bietet und die Sitzhöhe um 20 Millimeter auf bis zu 845 Millimeter in der höchsten Einstellung anhebt.
Räder, Reifen und Offroad-Optionen
In der Basisversion behält die Phantom die serienmäßigen Kreuzspeichen-Räder mit Schlauchlos-Bereifung. Wer mehr Stabilität im Gelände sucht, kann auf ultraleichte und besonders robuste SM Pro Felgen umrüsten, muss dann allerdings auf Schlauchbereifung wechseln. Noch weiter geht die Option eines 18-Zoll-Hinterrads anstelle des serienmäßigen 17-Zöllers. Damit eröffnet sich eine deutlich breitere Auswahl an grobstolligen Geländereifen und Mousse-Einlagen, wie sie im Enduro-Sport üblich sind.

Schutzkomponenten von Acerbis für den harten Einsatz
Damit die Technik auch bei Stürzen und Steinschlag möglichst heil bleibt, gehört eine Reihe von Schutzteilen aus dem Hause Acerbis zum Phantom-Paket. Dazu zählen Handprotektoren mit Rundum-Schutz, Motorgehäuse-Schützer, Gabelschutzrohre, Kettenschleifer, ein Unterfahrschutz sowie ein Kühlergitter. Auch kurze Gabelmanschetten und Lenkererhöhungen von Cooperb selbst sowie Pivot Pegz Fußrasten sind Teil des Pakets. Darüber hinaus wurde die Bremsleitung an der Front verlegt, um sie besser vor Beschädigungen im Gelände zu schützen.
Rennerprobtes Konzept: Klassensieg in Wales
Dass die Upgrades nicht nur auf dem Papier funktionieren, hat Cooperb Motorcycles im Januar 2026 beim Valleys X-Treme Lite Enduro-Rennen in South Wales unter Beweis gestellt. Der Händler schickte drei Himalayan 450 mit Teilen des Phantom-Pakets ins Rennen. Jake Edey holte auf einer der umgebauten Maschinen den Sieg in der Big Bike Single-Klasse, was die Praxistauglichkeit der gewählten Komponenten eindrücklich unterstreicht.

Preis und Verfügbarkeit: Nicht ganz günstig, aber individuell
Das Phantom-Paket startet bei 10.299 Pfund (circa 12.200 Euro / 13.100 US-Dollar) für die Basisversion und kann in der Vollausstattung auf etwa 12.000 Pfund (circa 14.200 Euro / 15.300 US-Dollar) ansteigen. Zum Vergleich: Die Standard-Himalayan 450 kostet in Großbritannien je nach Farbvariante zwischen 5.750 und 6.400 Pfund (circa 6.800 bis 7.600 Euro / 7.300 bis 8.100 US-Dollar). Der Aufpreis ist also beträchtlich und entspricht annähernd dem Preis des Basismotorrads selbst. Cooperb Motorcycles liefert die fertigen Phantom-Maschinen innerhalb von England und Wales aus. Das Paket ist modular aufgebaut, sodass Käufer die einzelnen Komponenten nach ihren Bedürfnissen und ihrem Budget zusammenstellen können.
Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit der Redaktion.
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