- Drei Modelle mit Luftfederung: die Dark Flag 500, die Rock 707 und die LFC 700 Pro
- Sitzhöhenverstellung von bis zu 70 mm per Knopfdruck
- Automatische Niveauregulierung und Absenkung im Stand
Luftfederung ist im Motorradbereich keine neue Erfindung. Bereits 1907 brachte der britische Hersteller Associated Springs Ltd ein Motorrad namens ASL auf den Markt, das anstelle von Stahl- oder Blattfedern komprimierte Luft als Federmedium nutzte. In jüngerer Vergangenheit griffen Systeme wie die Showa SFF-Air TAC (Triple Air Chamber) Gabeln das Prinzip wieder auf, die unter anderem in der Kawasaki KX450F und der Honda CRF250R zum Einsatz kamen. Grundsätzlich spielt Luft bei nahezu jeder Motorradgabel ohnehin eine Rolle, da das Luftpolster oberhalb des Gabelöls als ergänzende Luftfeder wirkt. Der chinesische Hersteller Benda macht sich dieses Prinzip nun in deutlich größerem Umfang zunutze und bringt mit der V4 Dark Flag 500, der V-Twin Rock 707 und der Reihenvierzylinder LFC 700 Pro gleich drei Cruiser-Modelle mit serienmäßiger Luftfederung am Heck.
Technik von ELAI und Huawei als Basis
Die Luftfederung stammt vom Zulieferer ELAI, einer Tochtermarke des chinesischen Feder- und Dämpferspezialisten Yu’an, der zahlreiche Motorrad- und Automobilhersteller in China beliefert. Die Steuerungstechnik wurde in Zusammenarbeit mit Huawei entwickelt und basiert auf Systemen, die bereits in luftgefederten Fahrzeugen der Oberklasse zum Einsatz kommen.
Im Gegensatz zu einfachen Nachrüstlösungen, bei denen der Fahrer manuell eine Pumpe anschließen muss, setzt Benda auf eine vollständig integrierte, computergesteuerte Lösung. Eine elektrische Pumpe moduliert die Luftmenge im Federbein automatisch und ermöglicht so eine stufenlose Anpassung von Sitzhöhe und Federrate während der Fahrt.
Die Dark Flag 500: Einkammer-System als Einstieg
Das einfachste System kommt in der Dark Flag 500 zum Einsatz. Der V4-Cruiser nutzt zwei Einkammer-Luftfederbeine, die mit einer elektrischen Pumpe, einem Drucksensor, einer Steuereinheit und einem Höhensensor zusammenarbeiten. Das System gleicht Beladungsunterschiede automatisch aus, indem es den Luftdruck erhöht, um die Federung auf eine vorgegebene Höhe zu bringen. Mehr Druck bedeutet dabei gleichzeitig eine härtere Federrate.
Die Sitzhöhe lässt sich zwischen 670 mm in der niedrigsten und 700 mm in der höchsten Einstellung variieren, was einem Verstellbereich von 30 mm entspricht. Im Stand senkt sich das Fahrwerk automatisch auf die tiefste Position ab und hebt sich beim Losfahren wieder an. Vergleichbare Luftfahrwerke sind im Zubehörmarkt seit Jahren erhältlich, vor allem für Harley-Davidson-Modelle, doch als Serienausstattung ab Werk ist diese Technik im Motorradbereich nach wie vor ungewöhnlich.
Die Rock 707 und die LFC 700 Pro: Zweikammer-Technik mit variablen Federraten
Sowohl die Rock 707 als auch die LFC 700 Pro setzen auf eine weiterentwickelte Zweikammer-Luftfederung, die neben der Höhenverstellung auch unterschiedliche Federraten ermöglicht. Das Prinzip: Sind beide Luftkammern verbunden, steht ein größeres Luftvolumen zur Verfügung, was eine weichere Federrate und damit mehr Komfort ergibt. Schließt ein elektronisch gesteuertes Ventil die Verbindung zwischen den beiden Kammern, verringert sich das nutzbare Luftvolumen, die Federrate steigt und das Fahrwerk wird straffer.
Die Rock 707 nutzt dabei zwei separate Zweikammer-Federbeine. Die Sitzhöhe lässt sich über einen Verstellbereich von 30 mm zwischen 690 mm und 720 mm anpassen, gesteuert vom Lenker aus. Die automatische Niveauregulierung gleicht das Gewicht des Fahrers aus, die Federrate passt sich während der Fahrt selbstständig an, und im Stand senkt sich das Fahrwerk auf die tiefste Position ab.
Die LFC 700 Pro als technologisches Flaggschiff
Das technisch aufwendigste System steckt in der LFC 700 Pro. Hier kommt ein einzelnes Zweikammer-Monoshock-Federbein zum Einsatz, bei dem beide Luftkammern in einer einzigen Einheit untergebracht sind. Es bietet dieselben Funktionen wie die Doppelfederbein-Lösung der Rock 707, also automatische Niveauregulierung, Absenkung im Stand und variable Federrate, allerdings mit einem deutlich größeren Verstellbereich.
Die Sitzhöhe lässt sich bei der LFC 700 Pro über beachtliche 70 mm variieren, von 650 mm bis 720 mm. Zusätzlich verfügt das System über eine elektronisch geregelte, geschwindigkeitsabhängige adaptive Dämpfung, die das Fahrwerk je nach Fahrsituation automatisch anpasst.

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