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Ducati Panigale V4 Marquez 2025 World Champion Replica 2
Neue Motorräder

Neue Motorräder 2026: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick

By Andreas Denner14 März, 2026
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Das Motorradjahr 2026 bringt eine Fülle an Neuheiten – von komplett neuen Modellen über tiefgreifende Überarbeitungen bis hin zu frischen Farben und technischen Updates. Diese Übersichtsseite fasst alle wichtigen Motorrad-Neuheiten 2026 zusammen und wird laufend aktualisiert.
  • Über 20 Hersteller mit neuen Modellen, Updates und Sonderserien für das Modelljahr 2026
  • BMW, Ducati, Triumph und Harley-Davidson mit besonders umfangreichen Modelloffensiven
  • Erste große Elektro-Straßenmotorräder von Honda und KTM in Vorbereitung
  • Technologie-Trends: Aufladung, elektronische Fahrassistenz, A2-Segment und Heritage-Modelle

Das Motorradjahr 2026 bringt eine Fülle an Neuheiten – von komplett neuen Modellen über tiefgreifende Überarbeitungen bis hin zu frischen Farben und technischen Updates. Die Hersteller setzen auf breitere Modellpaletten, moderne Elektronik und zunehmend auf alternative Antriebe. Diese Übersichtsseite fasst alle wichtigen Motorrad-Neuheiten 2026 zusammen, sortiert nach Herstellern, und wird laufend aktualisiert.

Ob sportliche Naked Bikes, komfortable Tourer, vielseitige Adventure-Motorräder oder die wachsende Zahl an Elektromodellen – in dieser Saison ist für jeden Fahrertyp etwas dabei. Einen Überblick über die Messe-Neuheiten liefert auch unser EICMA-2025-Bericht.

BMW Motorrad

BMW Motorrad setzt 2026 einen klaren Schwerpunkt auf die Erweiterung der Einstiegsklasse. Im Mittelpunkt steht die neue F 450 GS – das erste A2-taugliche Modell der GS-Familie. Der neue 450er-Parallel-Twin mit 125-Grad-Hubzapfenversatz und rund 47 PS soll den Einstieg in die Welt der Reiseenduros neu definieren. Das Gewicht soll laut BMW wettbewerbsfähig ausfallen, und neben der klassischen Speichenrad-Variante ist auch eine Version mit Gussrädern geplant.

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Die R 1300 GS bleibt als Flaggschiff das meistverkaufte Adventure-Bike weltweit und erhält für 2026 neue Farboptionen. Gerüchte um eine M 1300 GS als sportliche Topversion haben sich verdichtet: Im Umfeld des Münchner Entwicklungszentrums tauchte ein abgedeckter Prototyp auf, der auf eine tiefgreifend umgebaute GS mit 21-Zoll-Vorderrad und klarer Geländeausrichtung hindeutet. Offiziell bestätigt ist das Modell weiterhin nicht.

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→ BMW M 1300 GS erwischt: 21-Zoll-Rad macht aus der GS ein Sportgerät

Eine zweite GS-Baustelle betrifft die Mittelklasse: Zwischen F 450 GS und F 900 GS klafft im Programm eine Lücke, die BMW offenbar mit einer neuen Reiseenduro schließen will. Ein auf öffentlichen Straßen fotografierter Prototyp zeigt ein 21-Zoll-Vorderrad, ein 18-Zoll-Hinterrad, einen Reihenzweizylinder mit sichtbarer Verwandtschaft zur F 450 GS und rund 204 Kilogramm fahrfertiges Gewicht. Erwartet werden 65 bis 70 PS (48 bis 52 kW); als Name kursieren F 600 GS, F 650 GS und F 700 GS. Mit einem Serienstart ist nicht vor 2028 zu rechnen.

→ Neue BMW Mittelklasse-GS erwischt: Kommt die F 650 GS zurück?

Bereits bestätigt ist dagegen ein umfassendes Facelift der S 1000 XR und M 1000 XR für das Modelljahr 2027. In Australien aufgetauchte Homologationsunterlagen zeigen ein komplett neues Frontdesign mit Zentralscheinwerfer, gestrafftem Heck und neuer Seitenverkleidung. Die Motorleistung bleibt unverändert.

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Aus Südafrika kommt eine exklusive Premiere: Die M 1000 RR M2 Edition und S 1000 RR M2 Edition sind die ersten gemeinsamen Sondermodelle von BMW Motorrad und BMW M – streng limitiert auf jeweils zehn Exemplare, ausschließlich in Südafrika erhältlich. Passend zur 115. Austragung der Isle of Man TT legt BMW zudem die M 1000 RR Limited Edition Isle of Man TT auf – 115 Exemplare in British Racing Green auf Basis der M Competition ab 49.900 Euro.

Auch BMW Motorrad France setzt auf marktexklusive Sondermodelle: Die R 1300 GS Adventure Dark Edition bringt Triple-Black-Design, Sitzheizung und Alarmanlage zum Vorteilspreis von 22.900 Euro – nur in Frankreich bestellbar bis Juni 2026.

Im Heritage-Segment kündigt sich ein weiteres Highlight an: Die BMW R20 mit circa 2.000-Kubik-Big-Boxer rückt näher an die Serienproduktion. Sechs nahezu serienreife Testexemplare wurden bereits ungetarnt in München gesichtet, im September 2026 zeigte BMW den Retro-Roadster auf Basis des R 18-Motors erstmals ungetarnt in einem offiziellen Video. Als Produktionsstart galt bislang März 2028 – Motorrad-Chef Markus Flasch brachte darin jedoch einen vorgezogenen Start im Jahr 2027 ins Spiel.

→ BMW R20: Serienstart könnte auf 2027 vorgezogen werden

Im Touring-Segment hat BMW am 15. Mai 2026 beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este die Vision K18 enthüllt – ein einmaliges Vision Bike mit einem auf 1.800 ccm vergrößerten Reihensechszylinder, handgedengelter Aluminium-Karosserie und Forged-Carbon-Elementen. Die Hubraumsteigerung gegenüber dem aktuellen 1.649-ccm-Triebwerk könnte auf eine neue K-1800-Generation hindeuten – bereits 2015 wurde aus dem ähnlich konzipierten Concept 101 die Serien-K 1600 B.

Für das Modelljahr 2027 hat BMW zudem eine breite Modellpflege vorgestellt: Die M 1000 RR erhält als einzige echte technische Neuerung einen rund 1,3 kg leichteren M-Motorsport-Rahmen der dritten Generation, während S 1000 RR, K 1600 und weitere Baureihen vor allem neue Farben, Editionen und Ausstattungspakete bekommen. Auffällig ist das Fehlen von R 1300 GS, R 1300 GS Adventure, F 450 GS und F 900 GS in der 2027er-Liste – ein möglicher Hinweis auf eine anstehende GS-Überarbeitung. Bestellbar sind die Modelle ab August 2026.

→ BMW Modelljahr 2027: Neuer M-Rahmen und neue Farben im Detail
→ BMW M 1000 RS: Erstes RS-Modell mit Vierzylinder rückt näher

Ducati

Ducati feiert 2026 sein 100-jähriges Jubiläum und nutzt diesen Anlass für eine umfangreiche Modelloffensive. Im Zentrum steht die neue V2-Motorplattform mit 890 Kubikzentimetern, die den bisherigen Testastretta-Motor ablöst. Alle Termine der Enthüllungen sind in unserer Ducati World Première 2026 Übersicht zusammengefasst.

Die Monster 2026 präsentiert sich als fünfte Generation der ikonischen Naked-Bike-Baureihe – mit dem neuen 890er-V2, einem Monocoque-Rahmen und einem Gewicht von nur 175 kg ohne Kraftstoff. Die Multistrada V4 Rally wurde umfassend überarbeitet und ist erstmals auch in auffälligem Jade Green erhältlich.

Mit der Panigale V4 R bringt Ducati das fortschrittlichste Superbike seiner Geschichte auf den Markt. Entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Ducati Corse, dient sie als Homologationsbasis für die Superbike-WM und bietet erstmals Corner-Sidepod-Aerodynamik aus der MotoGP. Die Leistung liegt bei bis zu 239 PS mit Renn-Auspuff.

Oberhalb der Serienmodelle zeichnet sich bereits die nächste Ausbaustufe ab: Für das Modelljahr 2027 hat die kalifornische Umweltbehörde CARB eine Ducati Panigale V4 SP zertifiziert. Sie nutzt denselben 1.103-cm³-Motor wie die übrigen Panigale-V4-Modelle und soll sich zwischen V4 S und V4 R einordnen. Die offizielle Vorstellung wird für Herbst 2026 im Rahmen der Ducati World Première rund um die EICMA in Mailand erwartet, Preise sind noch offen.

Zum Jubiläum deutet sich mit der Ducati Formula ’73 ein besonderes Modell an. US-Zulassungsdokumente listen das Modell auf Basis der Scrambler-Plattform – eine Hommage an die legendäre 750 Supersport Desmo von 1973. Dazu kommen aktualisierte Scrambler-Varianten wie die Nightshift in neuem Smaragdgrün.

Die Superleggera V4 Centenario setzt dem Jubiläum die Krone auf: Der komplett neue Desmosedici Stradale R 1100 mit 228 PS, Carbon-Keramik-Bremsen und ein Nassgewicht von nur 173 kg machen sie zum technisch fortschrittlichsten Serienmotorrad von Ducati. Limitiert auf 500 nummerierte Exemplare plus 100 Tricolore-Einheiten.

Im Offroad-Segment hat Ducati am 9. Juni 2026 die straßenzugelassene Desmo450 EDS als drittes Modell der 450er-Plattform enthüllt. Die Enduro auf Basis der Wettbewerbs-Desmo450 MX ist die einzige ihrer Klasse mit desmodromischer Ventilsteuerung: Der 449,6-cm³-Einzylinder leistet 42 PS, der Tank fasst 8,5 Liter, das Gewicht liegt bei 119,9 Kilogramm ohne Kraftstoff. Der Verkauf in Europa startet im Juli 2026, in Deutschland soll die EDS ab 12.490 Euro kosten – mit vollständiger Straßenausstattung markiert sie Ducatis Einstieg in den Dual-Sport-Markt.

Im Supermoto-Segment erweitert Ducati die Hypermotard-Familie um die 698 Mono Nera – eine optisch und technisch aufgewertete Variante mit komplett schwarzer Lackierung, serienmäßigen Termignoni-Schalldämpfern und Quickshifter ab Werk. Die Nera ergänzt die bestehende Palette und ist ab Juni 2026 beim europäischen Händler erhältlich.

Parallel zur straßenzugelassenen EDS erweitert Ducati seine Wettbewerbs-Offroad-Palette: Mit der Desmo250 MX bringt der Hersteller erstmals einen 250er-Motocrosser mit desmodromischer Ventilsteuerung auf den Markt. Der komplett neu entwickelte 249,7-cm³-Einzylinder dreht bis 15.000 U/min und teilt zentrale Konstruktionsmerkmale mit dem Motor der Panigale V4 R.

Auf der World Ducati Week 2026 in Misano zeigte Ducati am 4. Juli mit der Desmo450 SM die erste Renn-Supermoto der Marke – das fünfte Modell der Desmo-Familie und ein reines Wettbewerbsmotorrad ohne Straßenzulassung. Sie basiert auf der Desmo450 MX, wurde aber an nahezu jedem Bauteil überarbeitet und wird serienmäßig auf Slicks ausgeliefert. Die vollständige Vorstellung mit allen technischen Daten folgt im September 2026, der Verkaufsstart im Oktober.

→ Ducati Panigale V4 SP kommt 2027: Neue Stufe zwischen V4 und V4 R
→ Ducati Desmo450 SM: Erste Renn-Supermoto der Marke feiert Premiere
→ Ducati Desmo450 EDS: Erste straßenzugelassene Enduro mit Desmodromik
→ Ducati Desmo250 MX: Desmodromik erobert die 250er-Motocross-Klasse
→ Ducati Hypermotard 698 Mono Nera: Schwarzes Kleid für die Einzylinder-Supermoto
→ Ducati Monster gewinnt Red Dot Award 2026: Das zählte für die Jury

Harley-Davidson

Harley-Davidson präsentiert für 2026 insgesamt 13 neue Motorräder und Trikes und damit eine der umfangreichsten Modelloffensiven der letzten Jahre. Im Fokus stehen die Grand American Touring Modelle Street Glide und Road Glide.

Die Sportster-Baureihe mit Sportster S, Nightster Special und Nightster setzt auf moderne Technik und neue Motorabdeckungen. Die Nightster kehrt ins europäische Programm zurück – in auffälligem Blood Orange mit Flat-Track-inspiriertem Dekor. Im Adventure-Segment bleibt die Pan America 1250 in den Varianten Special und ST gesetzt. Aus einer der beiden zuvor eingetragenen Wortmarken ist inzwischen ein Serienmodell geworden: Die Harley-Davidson Deadwood ist ein komplett schwarz gehaltener Serien-Bobber auf Softail-Basis mit dem Milwaukee-Eight 117 – für rund 15.780 Euro (17.999 US-Dollar) kommt sie allerdings ausschließlich in den USA und Kanada in den Handel. Die zweite Wortmarke Low Bob bleibt vorerst ein möglicher Modellkandidat; beide fügen sich in die überarbeitete Strategie unter CEO Artie Starrs ein.

Nachgelegt hat Harley-Davidson inzwischen mit zwei weiteren Schutzrechten: Beim US-Patent- und Markenamt wurden die Modellnamen RMCR und RMXR eingereicht. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem im Februar gezeigten Cafe-Racer-Konzept tatsächlich ein Serienmotorrad wird.

→ Harley-Davidson meldet RMCR und RMXR an: Zwei Serienmodelle rücken näher

Honda

Honda sorgt 2026 mit mehreren strategisch wichtigen Neuheiten für Aufmerksamkeit. Das größte Signal kommt aus dem Elektro-Segment: Die WN7 ist das erste großvolumige Elektromotorrad von Honda für den Straßeneinsatz, mit einem Marktstart ab Januar 2026 und einem konkurrenzfähigen Einstiegspreis von umgerechnet etwa 7.500 Euro. In Australien wird die WN7 zunächst ausschließlich im Abo angeboten.

→ Honda WN7 nur im Abo: Was Australiens Modell für Deutschland heißt

Im Verbrenner-Segment sticht die neue CB 1000 GT hervor – ein Sport-Tourer auf Basis der CB 1000 Hornet, der sich gegen die Suzuki GSX-S 1000 GX, BMW S 1000 XR und Kawasaki Versys 1100 positioniert. Die CB 1000 F und CB 1000 F SE kommen als Retro-Varianten. Für das Modelljahr 2027 kehren zudem die Supersportler CBR1000RR-R Fireblade SP (217 PS, ab rund 29.000 Euro) und CBR1000RR zurück – mit Technik aus der MotoGP. Darüber hinaus stehen die neuen 500er-Vierzylinder CB 500 Super Four und CBR 500 R Four mit etwa 80 PS zur Diskussion.

Auf der 42. Osaka Motorcycle Show enthüllte Honda die CB400 Super Four und CBR400R Four als E-Clutch Concepts – mit einem komplett neuen Reihenvierzylinder mit rund 399 ccm und der nächsten Generation der Honda E-Clutch. Inzwischen steht der Serienstart fest: Beide Vierzylinder gehen mit E-Clutch in Japan in Serie – die CB400 Super Four ab 21. August, die CBR400R ab 18. September. Eine Zusage für Europa gibt es bislang nicht.

→ Honda CB400 Super Four und CBR400R: Marktstart steht, Europa offen

Für zusätzliche Verwirrung um die Typenbezeichnung sorgt ein zweiter Träger des Namens CB 500: Am 24. Juli 2026 zeigte Honda in Indien eine CB 500 mit einem komplett neu entwickelten luft-ölgekühlten Einzylinder (501 cm³, 28 PS/20,6 kW, 43,3 Nm) – technisch ohne jede Verbindung zum wassergekühlten 471-cm³-Reihenzweizylinder aus CB500 Hornet, NX500 und CMX 500 Rebel. Weil Honda den Namen GB 500 im November 2024 in der EU und in den USA als Marke hat schützen lassen und die indische CB 350 in Europa bereits als GB 350 S läuft, gilt ein Europastart als GB 500 S frühestens ab 2027 als wahrscheinlich – und damit als einer der wenigen neuen großvolumigen Einzylinder im Neuheiten-Jahrgang 2027.

→ Honda CB 500 mit 28 PS: Was das für die GB 350 S in Europa heißt

Die CB 500 war dabei nur ein Teil einer größeren Offensive: In Neu-Delhi zeigte Honda am selben Tag zehn Modelle auf einmal, sieben davon komplett neu. Neben der CB 500 sind das die Cruiser Rebel 300 und Rebel 500, die Geländemodelle XR 300L und XR 300 Rally, der Roller ADV 160 sowie der Elektroroller QC3, dazu kommen neue Farben für CB350, CB350C und CB350RS. Alle Modelle sollen künftig komplett in Indien gebaut werden, ein Termin für Europa steht für keines davon fest.

→ Honda baut zehn neue Modelle in Indien: Rebel, XR und ein Elektroroller

→ Honda CB1000F: Freddie Spencer und historische Rennmaschinen begleiten das neue Naked Bike
→ Honda CB1000F und Fireblade SP: Hondas Bandbreite von Retro bis MotoGP

Auch die CB750 Hornet geht ins Modelljahr 2027, allerdings rein optisch aufgefrischt: Vier neue Zweiton-Lackierungen lösen die bisherige Farbpalette ab, technisch bleiben der 92 PS starke 755-cm³-Reihenzweizylinder, Fahrwerk und Elektronik unangetastet. In Italien bietet Honda das Naked Bike laut Medienberichten ausschließlich mit E-Clutch und nur in drei der vier Farbkombinationen an, im deutschsprachigen Raum bleibt die Version mit konventioneller Kupplung im Programm.

→ Honda CB750 Hornet 2027: Vier neue Farben, in Italien nur drei

Kawasaki

Kawasaki bringt mit der Z 1100 und Z 1100 SE das neue Flaggschiff im Supernaked-Segment zurück. Nach dem Produktionsende der Z1000 im Jahr 2020 wegen Euro 5 gibt es damit wieder ein vollwertiges Spitzenmodell in der Z-Reihe.

Die Rückkehr der KLE 500 als Reiseenduro ist eines der am meisten erwarteten Comebacks der Saison. Das Modell soll in der 48-PS-Klasse für A2-Fahrer positioniert werden. Die Ninja-Modellpalette erhält neue Farbvarianten bei ZX-4R, ZX-6R, Ninja 650 und Ninja 500.

Für Aufsehen sorgt außerdem ein zwölf Sekunden langes Video auf den europäischen Social-Media-Kanälen: Es zeigt kein Motorrad, sondern nur den Sound eines Kompressors und den Schriftzug „Return To Beyond Belief“ – ein direkter Verweis auf den Claim „Built Beyond Belief“ der ersten Ninja H2 von 2014. Zusammen mit den EPA- und CARB-Unterlagen, die die Ninja H2 für das Modelljahr 2027 mit den Emissionsdaten der Z H2 SE führen (197 PS statt bisher 228 PS), verdichten sich damit die Hinweise auf eine Rückkehr der aufgeladenen Supersportlerin nach Europa, wo sie 2021 an Euro 5 gescheitert war. Als wahrscheinlicher Rahmen für die Vorstellung gilt die EICMA Anfang November 2026 – bestätigt ist das nicht.

→ Kawasaki Ninja H2: Teaser deutet Europa-Comeback mit weniger Leistung an

Bei den kleinen Retro-Modellen bleibt dagegen alles beim Alten: Kawasaki führt die Meguro S1 und die W230 technisch unverändert ins Modelljahr 2027. Beide A2-tauglichen Einzylinder mit 233 cm³ und 18 PS (12,9 kW) bei 7.000/min werden künftig nur noch in der Farbe Ebony angeboten, die W230 verliert damit ihr bisheriges Metallic Matte Dark Green. Preise für 2027 hat Kawasaki noch nicht genannt; im Modelljahr 2026 standen 4.995 Euro für die W230 und 5.695 Euro für die Meguro S1 in der Liste (jeweils ab Werk).

→ Meguro S1 und W230 bleiben 2027: Kawasaki bietet nur noch Ebony

Auch die Kawasaki-Tochter Bimota baut ihr Portfolio weiter aus: Die KB399 Espresso ist ein neues 400er-Modell auf Basis der Kawasaki Ninja ZX-4RR. Die offizielle Vorstellung erfolgte am 18. März 2026 kurz vor der Osaka Motorcycle Show. Oberhalb der Serien-KB998 Rimini platziert Provec Racing seit April 2026 zudem die auf fünf Exemplare limitierte KB998 Rimini Elite – ein reines Trackbike mit 215 PS, 16,7 kg weniger Gewicht und Komponenten direkt aus dem WorldSBK-Programm.

→ Bimota KB998 Rimini Elite: Nur fünf Exemplare der Rennversion für Kunden

KTM

Bei KTM steht 2026 im Zeichen der Konsolidierung. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der vollständigen Übernahme durch den indischen Partner Bajaj hat der österreichische Hersteller die EICMA 2025 ausgelassen und verschiebt größere Neuheiten auf spätere Termine.

Dennoch bringt KTM seine bislang umfangreichste Duke-Modellfamilie auf den Markt. An der Spitze steht die weltweit auf 350 Exemplare limitierte KTM 1390 Super Duke RR 2026 – mit 193 PS starkem LC8-V-Twin, neuer CAMSHIFT-Technologie und 11 kg weniger Gewicht als die 1390 Super Duke R. Noch exklusiver ist die KTM 1390 Super Duke RR Track – das erste reine Track-Modell der Super Duke Familie, auf 100 Exemplare limitiert, mit 196 PS, Brembo GP4-MS-Bremsen in Superbike-Spezifikation und geschmiedeten Magnesiumrädern. Auch an einer elektrischen Duke wird gearbeitet – die KTM E-Duke könnte frühestens 2026, wahrscheinlicher aber 2027 auf den Markt kommen. Darüber hinaus hat KTM ein Patent für einen neuartigen elektrisch unterstützten Kompressor eingereicht. Für den indischen Markt bietet KTM die Duke 390 und Adventure 390 nun auch in einer auf 349 cm³ verkleinerten Variante an, um von der günstigeren Steuerklasse unter 350 cm³ zu profitieren. Die Garantieabdeckung wurde auf vier Jahre für alle Straßenmodelle ausgeweitet. Mit der Freeride E 2027 hat KTM im April 2026 zudem ein erstes Elektromodell der neuen Generation in den Handel gebracht – eine 26-PS-Enduro mit Straßenzulassung, 5,5-kWh-Akku und 112 kg Gewicht, fahrbar ab 16 Jahren mit A1 oder B196.

Im Adventure-Segment legt KTM mit der 890 Adventure R Rally 2026 eine neue Auflage des limitierten Sondermodells mit Dakar-Genen auf. Die Rally kommt mit WP Pro Components Fahrwerk, 270 mm Federweg und dem bewährten 889-cm³-Paralleltwin mit 106 PS. Die Stückzahl ist erneut weltweit begrenzt, die Auslieferung beginnt im April 2026. Im Off-Road-Segment folgt die KTM 450 Rally Replica 2027 – eine auf etwas mehr als 100 Exemplare limitierte Rennmaschine mit 449,3-cm³-SOHC-Einzylinder, Akrapovic-Titan-Auspuff und 35-Liter-Drei-Tank-System, die ab Juli 2026 ausgeliefert wird. Zusätzlich entstehen acht Stück der Luciano Benavides Factory Edition im Red Bull KTM Design.

Für die Straße folgt im Oktober 2026 die KTM 690 Rally: Sie überträgt das Rally-Konzept ab Werk auf die 690-Plattform, mit 79 PS (58 kW) aus dem 692,7-cm³-LC4-Einzylinder, 20 Liter Gesamttankvolumen aus einem 13-Liter-Hecktank und zwei Fronttanks, einem eigenen Rally-Tower mit 4,2-Zoll-TFT-Display und 161,5 kg Gewicht ohne Kraftstoff. Das Modell läuft als Modelljahr 2027, einen Preis hat KTM noch nicht genannt.

Bei den Sportmotorrädern zeichnet sich der nächste Schritt ab: KTM-Chef Gottfried Neumeister hat bestätigt, dass die RC-Baureihe unterhalb der 990 RC R um eine 790 RC und eine 490 RC erweitert wird. Die 790 RC dürfte den LC8c-Zweizylinder der 790 Duke übernehmen. Die 490 RC baut nach neueren Angaben nicht auf der in China verkauften 450 RC (Basis CFMoto 450SR S) auf, sondern auf einer eigens entwickelten Plattform mit einem neuen Reihenzweizylinder knapp unter 500 Kubikzentimetern; als Leistung gelten 55 bis 65 PS als wahrscheinlich. Erstes Modell dieser Plattform soll die 490 Duke sein, deren Premiere für Ende 2027 erwartet wird. Termine, Preise und technische Daten hat KTM bislang nicht genannt.

→ KTM 790 RC und 490 RC bestätigt: MotoGP rückt in die Mittelklasse

→ KTM 490 RC: Neue Twin-Plattform statt China-Technik aus der 450 RC

→ KTM EXC 6DAYS 2027: Sonderedition zur 100. Six Days in Portugal

→ KTM 690 Rally kommt im Oktober: Rally-Umbau jetzt direkt ab Werk

Husqvarna

Husqvarna Mobility ergänzt die Svartpilen-Baureihe für das Modelljahr 2027 um eine Style Edition. Die Svartpilen 801 SE bringt serienmäßigen Tempomat und bidirektionalen Quickshifter (Easy Shift) sowie eine eigenständige dunkelgrüne Farbgebung. Der bewährte LC8c-Paralleltwin mit 799 cm³ und 105 PS bleibt unverändert. Der Listenpreis liegt in den USA bei 10.799 US-Dollar (circa 9.210 Euro), ein europäischer Preis steht noch aus.

Im Off-Road-Segment präsentiert Husqvarna die komplette Motocross-Palette für das Modelljahr 2027: Neun Maschinen von der TC 50 bis zur FC 450 erhalten einen weißen Chrom-Molybdän-Rahmen und neue Grafiken, bleiben technisch aber weitgehend unverändert. Die Full-Size-Zweitakter (TC 125, TC 250, TC 300) verfügen über Throttle Body Injection, die Viertakter (FC 250, FC 350, FC 450) über Quickshifter, Traktionskontrolle und Launch Control. US-Preise starten bei 5.199 USD für die TC 50 und reichen bis 11.749 USD für die FC 450.

Suzuki

Suzuki setzt auf gezielte Updates bestehender Baureihen. Die Hayabusa erhält überarbeitete Fahrmodi, einen verbesserten Tempomat und eine neue Lithium-Ionen-Batterie. Zwei neue Farbvarianten und eine Sonderedition ergänzen das Programm.

Die V-Strom 1050 und V-Strom 1050DE werden optisch aufgefrischt und preislich neu positioniert. Die GSX-8R tritt in drei neuen Farboptionen an. Zusätzlich baut Suzuki Deutschland die Palette mit Edition-Modellen aus: Power Editions mit Akrapovic-Auspuff bringen bis zu 2,4 PS Mehrleistung und bis zu 3,9 kg Gewichtsersparnis, Travel Editions kommen mit Seitenkoffern und Hauptständer ab Werk. Die Editionen sind für Hayabusa, GSX-8S, GSX-8R, GSX-S 1000GX und V-Strom-Modelle erhältlich und bieten Preisvorteile von bis zu rund 1.000 Euro gegenüber dem Einzelkauf. Zum 50-jährigen Bestehen der deutschen Vertriebsgesellschaft kamen im September 2026 zwei auf je 50 Exemplare limitierte Special Editions dazu: die GSX-8S Special Edition für 9.890 Euro und die GSX-S1000 Special Edition für 14.290 Euro, beide technisch unverändert und nur über Retro-Dekor und ab Werk montiertes Originalzubehör von der Serie abgesetzt.

Die größte Überraschung von Suzuki 2026 ist die SV-7GX – ein neues Crossover-Modell, das den legendären 645-ccm-V-Twin auf Euro 5+ bringt und in ein völlig neues Konzept verpackt. Mit Ride-by-Wire, drei Fahrmodi, Traktionskontrolle und bidirektionalem Quickshifter ab 7.999 Euro positioniert sich die SV-7GX als preisaggressiver Mittelklasse-Crossover gegen Yamaha Tracer 7, Triumph Tiger Sport 660 und Kawasaki Versys 650. Eine Touring Edition mit Tankrucksack, Softtaschen und hoher Scheibe ist ab 8.999 Euro erhältlich. Marktstart ist im Herbst 2026.

→ Suzuki Hayabusa 2027 Special Edition: 700 Dollar mehr für neue Optik

→ Suzuki GSX-8S und GSX-S1000 Special Edition: nur 50 Stück je Modell

Triumph

Triumph startet die wohl ambitionierteste Modelloffensive seiner Geschichte: Weltweit sind 29 neue oder überarbeitete Motorräder angekündigt, wovon etwa 18 nach Europa kommen.

Die Scrambler 900 wurde grundlegend überarbeitet – mit neuem Gitterrohrrahmen, Aluminium-Schwinge, schräglagenabhängigem ABS und Traktionskontrolle, Ride-by-Wire mit drei Fahrmodi sowie einer neuen Instrumentenkombination mit TFT-Display. Neu im Programm ist die Trident 800, die das Naked-Bike-Segment der Mittelklasse bedient, sowie die Tracker 400 und Thruxton 400, die die 400er-Baureihe erweitern. Die Daytona 660 erhält für 2026 eine einstellbare Showa SFF-BP-Gabel, einen serienmäßigen Quickshifter und Metzeler M9RR Supersport-Reifen – Verbesserungen, die auf das Feedback aus dem Rennsportprogramm zurückgehen. Für das vierte Quartal 2026 zeichnet sich zudem eine Bonneville 400 ab – ein Retro-Naked-Bike mit eigenständigem Chassis und Doppelfederbein-Aufhängung, das sich stilistisch an den größeren Bonneville-Modellen orientiert. Aktuelle Erlkönig-Aufnahmen aus Indien bestätigen, dass die Bonneville 400 mehr ist als ein retromäßig umgestalteter Ableger der Speed 400 und auf einem eigenen Rahmen mit eigenständiger Technik aufbaut. In Indien hat Triumph derweil die komplette 400er-Reihe auf 349 cm³ verkleinert, um von einer günstigeren Steuerklasse zu profitieren – ein Schritt, dem KTM mit der Duke 390 und Adventure 390 folgte.

An die Spitze der Speed-Twin-Baureihe stellt Triumph die auf 750 nummerierte Exemplare limitierte Speed Twin 1200 TFC – das fünfte Modell der Reihe Triumph Factory Custom und zugleich die erste angekündigte Neuheit des Modelljahrs 2027. Sie übernimmt Motor und Grundtechnik der Speed Twin 1200 RS (105 PS, 112 Nm), ergänzt sie aber um ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Stylema-Bremsen, einen Akrapovič-Titan-Auspuff und zahlreiche Carbonteile. In Deutschland kostet die TFC 20.895 Euro, die Auslieferung beginnt im Oktober 2026.

Offen bleibt, wie es mit der Street Triple weitergeht. Für die Moto2 hat Triumph einen komplett neuen Dreizylinder entwickelt, der ab 2027 zum Einsatz kommt und ausdrücklich nicht aus der 798-cm³-Baureihe der Trident 800 oder der Tiger Sport 800 stammt. Ein passendes Serienmotorrad gibt es bisher nicht, der Hubraum liegt über 765 cm³ und unter den 850 cm³ der MotoGP.

Auch bei der großen Reise-Enduro deutet sich der nächste Schritt an: Beim Start seiner Weltrekordfahrt am 5. September 2026 in London saß Sam Sunderland auf den Fotos offenbar bereits auf einer neuen Tiger 1200, die Triumph offiziell noch nicht vorgestellt hat.

→ Triumph Street Triple 2027: Neuer Motor kommt nicht aus der Trident 800
→ Sunderland verrät Triumphs Geheimnis: Neue Tiger 1200 auf Weltrekordfahrt

Yamaha

Yamaha treibt 2026 vor allem die Elektronik und Fahrerassistenz voran. Die Tenere 700 World Raid erhält erstmals eine IMU für schräglagenabhängige Systeme und Tempomat. Die neue Tracer 7 GT kommt mit dem Y-AMT-Getriebe und verbesserter Ausstattung.

Technologisch macht Yamaha mit einem Patent für künstliche Motorengeräusche und Vibrationen bei Elektromotorrädern auf sich aufmerksam. Dazu kommt der E-Turbo – Yamahas eigene Lösung für aufgeladene Motorräder.

Konkreter wird es bei der neuen Vollverkleideten der R-Baureihe: Die Yamaha R2 hatte am 27. August 2026 ihre Weltpremiere – allerdings in Indien, wo sie zwischen R15 und R3 positioniert ist. Der neu entwickelte 204-cm³-Einzylinder leistet 26,5 PS (19,5 kW) bei 10.000 U/min und 19,1 Nm bei 8.000 U/min, die Basisversion wiegt fahrfertig 149 Kilogramm. Serienmäßig sind elektronische Gasannahme, Traktionskontrolle, Fahrmodi und ein Fünf-Zoll-TFT-Display, je nach Variante kommt ein Schaltautomat in beide Richtungen dazu. Die Preise beginnen bei 230.500 Rupien (rund 2.080 Euro), die Auslieferung startet Mitte September 2026. Nach Europa kommt die R2 nach derzeitigem Stand nicht: Yamaha Motor Europe soll einen Import abgelehnt haben, eine offizielle Bestätigung fehlt bislang.

→ Yamaha R2 startet in Indien: Was das für den Europa-Markt bedeutet

Zuwachs könnte es auch bei der XSR900 geben: In den Fahrzeugkennungs-Listen, die Yamaha bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA einreicht, steht eine bislang unbekannte XSR900 SP – einmal als Standardmodell, einmal als Kalifornien-Version. Die eingetragene Spitzenleistung entspricht mit rund 119 PS (87,5 kW) exakt den übrigen Modellen mit dem 890-Kubikzentimeter-Dreizylinder, Unterschiede dürften also eher beim Fahrwerk oder bei der Optik liegen. Ein zweites US-Dokument führt an dieser Stelle allerdings die XSR900 GP auf. Angekündigt hat Yamaha bislang keines der beiden Modelle.

→ Yamaha XSR900 SP: US-Papiere deuten auf eine neue Topversion hin

Ein weiteres Modell hat Yamaha für den 2. November angekündigt, einen Tag vor der Eröffnung der EICMA in Mailand. Die Save-the-Date-Mitteilung trägt den Titel „Redefine the Standard“ und zeigt eine EKG-Grafik mit drei ungleichmäßigen Ausschlägen, dazu einen Satz über den Rhythmus der Branche. Das deutet auf einen Dreizylinder mit unregelmäßiger Zündfolge hin, wie ihn Triumph mit dem T-Plane-Motor einsetzt. Ein Modellname wird nicht genannt; als wahrscheinlichste Variante gilt eine Ténéré 900, im Gespräch sind aber auch ein kleinerer Dreizylinder und ein aufgeladenes Naked Bike auf Basis des E-Turbo-Projekts.

→ Yamaha kündigt Neuheit für die EICMA an: Was die drei Herzschläge verraten

→ Yamaha Ténéré 900: Was die Konkurrenz bei Preis und Gewicht vorlegt

Weitere Hersteller

Neben den großen Marken bringen auch kleinere und aufstrebende Hersteller interessante Neuheiten auf den Markt:

Aprilia setzt seinen Erfolgskurs aus der MotoGP in die Serie fort. Mit der X-Serie bietet Aprilia Racing außerdem das weltweit exklusivste Brückenkonzept zwischen MotoGP-Prototyp und Kunde: Jedes Modell wird auf 30 Exemplare limitiert, ausschließlich für die Rennstrecke gebaut und persönlich in Noale übergeben. Das sechste Modell der Reihe wurde im März 2026 am Circuit of The Americas in Austin vorgestellt.

→ Aprilia stellt neue X in Austin vor: Sechstes Sammlerstück mit MotoGP-DNA

→ Aprilia X 250TH: MotoGP-Bremsen für die Straße gibt es nur 30 Mal
→ Aprilia X 250th ausverkauft: Nur 14 Tage bis zum letzten Exemplar

Die RS 457 GP Replica bringt MotoGP-Lackierung, serienmäßigen Quickshifter und verbesserte Bremsen in die A2-Klasse – ab April 2026 für 7.550 Euro beim Händler.

Benelli baut sein Portfolio gleich mehrfach aus: Die BKX 125 bringt ein neues Adventure-Bike in die 125er-Klasse, die TNT 550 als Naked Bike und die TRK 902 als Reise-Enduro ergänzen die Mittel- und Oberklasse. Die TRK 902 steht seit dem 1. Juli 2026 offiziell in der Preisliste und erreichte ab Mitte Juli den Handel – damit spielt Benelli erstmals in der Maxi-Klasse mit. Der 904-cm³-Reihenzweizylinder leistet 95,2 PS (70 kW) und 90 Nm, angeboten wird die Maschine als Stradale mit 17-Zoll-Vorderrad ab 8.790 Euro und als Xplorer mit 19-Zoll-Kreuzspeichenrad ab 8.990 Euro, jeweils ab Werk in Italien. Die ersten Testfahrten in den Dolomiten zeigten eine für die Preisklasse ungewöhnlich vollständige Ausstattung samt Heckradar und Dashcam, aber auch Schwächen bei Durchzug und Gewicht.

→ Benelli TRK 902: Erste Testfahrten zeigen Stärken und Schwächen

BRABUS / DAB Motors betritt das Elektromotorrad-Segment: In Kooperation mit dem französischen Spezialisten DAB Motors präsentierte der Bottroper Luxusveredler auf der Milano Design Week 2026 drei Modelle – die DAB 1a BRABUS (ab 20.111 €), die leistungsstärkere BRABUS URBAN E mit 37 PS und 475 Nm (ab 27.251 €) sowie die auf 40 Stück limitierte FIRST EDITION (38.675 €). Alle basieren auf der DAB-1a-Plattform mit 7,1-kWh-Batterie und bis zu 150 km Reichweite.

→ BRABUS steigt ins Elektromotorrad-Geschäft ein: Drei neue Modelle mit DAB Motors

Aston Martin steigt gemeinsam mit Brough Superior erstmals mit einem straßenzugelassenen Motorrad ein: Die am 9. September 2026 vorgestellte AMB 002 Roadster nutzt einen neu entwickelten 1.083-cm³-V2 mit 130 PS (95,6 kW) und 110 Nm in einem aus dem vollen Block gefrästen Titanrahmen. Statt einer Teleskopgabel führt eine Fior-Doppelquerlenker-Konstruktion das Vorderrad, das Gesamtgewicht liegt bei 190 kg. Gebaut werden 300 Stück, die ersten Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2027 geplant.

Boss Hoss bleibt der Exot unter den Neuheiten 2026: Der US-Hersteller stattet sein Cruiser Bike 2026 erstmals mit dem 8,1-Liter-Big-Block-V8 aus dem früheren Super Sport Bike aus – 600 PS (441 kW) und 772 Nm in einem 556 Kilogramm schweren Chopper. Das Super Sport Bike entfällt, das Zweirad-Programm schrumpft auf Cruiser Bike und Bagger.

Brough Superior erweitert seine moderne Baureihe um eine sportlichere Variante: Die Dagger S übernimmt den hauseigenen 997-ccm-V2 mit 102 PS der Standard-Dagger, setzt aber auf eine sportlichere Sitzposition, eine überarbeitete Frontverkleidung und ein schmaleres Heck mit Wabencarbon-Tank. Gefertigt wird der Carbon-Roadster in Toulouse, der Preis soll dem der regulären Dagger entsprechen. Im selben Werk entsteht außerdem die gemeinsam mit Aston Martin entwickelte AMB 002 Roadster, das erste straßenzugelassene Modell dieser Partnerschaft.

Bultaco meldet sich zurück: Die spanische Traditionsmarke baut wieder Motorräder. Das erste neue Modell ist die leichte Enduro Rally GT 300 für 3.999 Euro. Gebaut wird sie allerdings nicht in Katalonien, sondern in China – sie basiert auf einer Maschine, die es dort längst gibt.

→ Bultaco kehrt zurück: Warum die neue Rally GT 300 aus China kommt

Buell beginnt nach jahrelangem Warten mit der Auslieferung der Super Cruiser. Aus derselben Plattform entstand mit The Goat ein Bergrenn-Konzept, aus dem laut Firmenchef Bill Melvin das erste Adventure-Modell der Marke werden könnte – eine Serienversion ist weder bestätigt noch terminiert.

CFMoto drängt weiter ins High-Performance-Segment – mit der V4 SR-RR wurde auf der EICMA ein ambitioniertes Superbike vorgestellt, das im Juni 2026 mit rund 316 km/h einen Geschwindigkeitsrekord als schnellstes chinesisches Verbrenner-Motorrad aufstellte. Gleichzeitig arbeitet CFMoto an der nächsten Generation im Cruiser-Segment: Die 550CL-C bringt einen 526-Kubik-Paralleltwin mit 53 PS und Aluminium-Schwinge – ein deutliches Upgrade gegenüber der 450CL-C mit geplantem Marktstart 2027. Noch tiefer im Cruiser-Portfolio setzt die CLC-V250 mit einem eigenentwickelten 250-ccm-V-Twin und 27 PS neue Akzente – der erst zweite V-Twin in der CFMoto-Geschichte. Nach oben abgerundet wird die Adventure-Palette durch die neue 1000MT-X mit 946-ccm-Paralleltwin auf KTM-LC8c-Basis, 113 PS und KYB-Fahrwerk – als neues Topmodell zum Einführungspreis von 9.999 Euro. Darunter positioniert sich die neue 800MT-ES mit elektronisch geregeltem Fahrwerk (Intelligent Suspension System), 91 PS starkem 799-cm³-Zweizylinder und Bosch-MSC-Sicherheitspaket ab 10.999 Euro – Marktstart Mitte Juni 2026. Für die bestehende Modellpalette legt CFMOTO mit der limitierten 675NK Champion Blue (300 Stück), die inzwischen als 675 NK Aspar Edition in den Farben des CFMoto-Aspar-Rennteams und ohne Aufpreis im Handel steht, der 1000MT-X Comfort mit 835 mm Sitzhöhe und der 450MT in neuem Farbton Tundra Grey nach. Im Enduro-Segment ergänzt die unter dem Markennamen CFLite geführte 250 Dual das Portfolio nach unten – eine leichte A2-Enduro mit wassergekühltem Einzylinder und 25 PS ab 2.990 Euro in Europa.

→ CFMOTO 800MT-ES kommt ab 10.999 Euro: elektronisches Fahrwerk serienmäßig
→ CFMOTO 2026: Neue Farben und Varianten im Überblick

Fantic erweitert seine Stealth-Reihe um ein A2-Modell: Die Stealth 500 nutzt den 463-cm³-Einzylinder aus der Caballero 500 mit 45 PS (33 kW) und 42,5 Nm, wiegt trocken 147 Kilogramm und ist Euro-5+-konform. Im deutschen Handel wird das leichte Naked Bike derzeit zwischen rund 6.640 und 6.690 Euro gelistet.

Moto Guzzi bricht mit der The Trip 500 erstmals mit dem markentypischen Längs-V2: Das geplante A2-Einstiegs-Naked-Bike nutzt den 457-cm³-Reihenzweizylinder aus den Aprilia-Modellen RS 457 und Tuono 457 (rund 47 bis 48 PS) und könnte erstmals auf der EICMA 2026 zu sehen sein. Erlkönigaufnahmen und mehrere Markenanmeldungen („The Trip 500″ bzw. „Il Viaggio Cinquecento“) deuten auf eine baldige Serienreife hin. Zum 105. Firmenjubiläum legt Moto Guzzi außerdem eine Sonderserie für Stelvio, V100 Mandello, V85 Strada und V7 Stone auf, die ab Oktober 2026 und nur bis Ende 2027 erhältlich ist (➜ Moto Guzzi 105th Anniversary Edition: Fünf Modelle tragen die Farben des neuen Werks).

Moto Morini erweitert mit der Corsaro GT sein Portfolio um ein langstreckentaugliches Crossover-Modell.

MV Agusta leitet mit der Brutale 950 Serie Oro eine neue Modellgeneration ein – limitiert auf 300 Stück mit neu entwickeltem Dreizylinder-Motor. Die Enduro Veloce 2026 setzt dagegen auf Vollausstattung ab Werk: Aluminium-Seitenkoffer, Sturzbügel, Nebelscheinwerfer und Hauptständer gehören zum Serienumfang. Die Rush Titanio 2026 markiert die bislang aufwendigste Ausbaustufe der Hyper-Naked-Baureihe – mit 206 PS (Arrow-Anlage), dem weltweit ersten Öhlins Smart EC 3.0 und einer Sitzbank komplett aus Alcantara. Die F3 R 2026 wurde deutlich im Preis gesenkt: Mit 16.000 Euro positioniert MV Agusta den 147-PS-Dreizylinder neu im Mittelklasse-Segment – bei unveränderter Vollausstattung inklusive Sechs-Achs-IMU und Brembo-Stylema-Bremsen. Mit der Brutale 1000 ABT entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kemptener Tuning-Spezialisten ABT Sportsline eine auf 130 Exemplare limitierte Sonderedition zum 130-jährigen ABT-Jubiläum – inklusive Racing-Kit mit Arrow-Titan-Auspuff und 19 Carbon-Bauteilen (ab 40.990 Euro). Ob diese Modelle in nennenswerter Stückzahl beim Händler ankommen, ist allerdings offen: Nach Medienberichten ruht die Produktion im Werk Varese seit April 2026, nachdem der geplante Einstieg des chinesischen Herstellers CFMOTO gescheitert ist. Bis Ende Juli 2026 wurden 1.238 Motorräder ausgeliefert, rund 185 Arbeitsplätze gelten als gefährdet.

→ MV Agusta: CFMOTO-Deal geplatzt, Händler bekommen kaum Motorräder

Royal Enfield steigt mit der Sherpa FT Mk2 in die FIM Flat Track Weltmeisterschaft ein. Die Rennmaschine auf Guerrilla-450-Basis debütierte am 9. Mai 2026 beim Saisonauftakt in Roden und wird als bald erscheinende Serienversion angekuendigt. Darüber hinaus wagt Royal Enfield mit der Flying Flea C6 den Sprung ins Elektrosegment – das erste Serienmodell mit Elektroantrieb in 125 Jahren Firmengeschichte. Der 3,91-kWh-Akku und 15,4 kW Spitzenleistung positionieren sie im urbanen 125er-Segment. Parallel baut Royal Enfield die 452-ccm-Sherpa-Plattform weiter aus: Mit der Scram 450 soll 2027 ein dritter Scrambler neben Himalayan 450 und Guerrilla 450 auf den Markt kommen – mit 19-Zoll-Vorderrad, USD-Gabel und eigenständigem Tracker-Design. Für Sammler legt Royal Enfield zudem die Shotgun 650 x Rough Crafts auf – eine gemeinsam mit dem taiwanischen Customizer Rough Crafts entwickelte Sonderserie, weltweit auf 100 Exemplare limitiert, von denen nur 25 nach Europa gehen. Nach unten erweitert die Marke ihr Reiseenduro-Angebot: Die Himalayan 440 soll die 2023 eingestellte, luftgekühlte Himalayan 411 beerben – mit dem 443-cm³-Motor der Scram 440, sechstem Gang und 21-Zoll-Vorderrad. Der Marktstart in Indien wird für September 2026 erwartet, offiziell bestätigt hat Royal Enfield den Termin nicht.

Hero MotoCorp drängt als weltweit größter Zweiradhersteller nach Stückzahl auf den europäischen Markt. In Italien, Spanien und Großbritannien ist die Marke bereits mit der Reiseenduro Xpulse 200 und dem Naked Bike Hunk 440 (auf Harley-Davidson-X440-Plattform) vertreten, Deutschland und Frankreich sollen folgen. Angekündigt sind weitere Modelle wie die vom Dakar-Einsatz inspirierte Xpulse 210 Dakar Edition und der Scrambler Hunk 440 SX.

→ Hero plant Europa-Expansion: Günstige Modelle und Dakar-Ableger
→ Harley-Davidson Sprint: Hero-Allianz zielt jetzt auf den Weltmarkt

Ultraviolette bringt mit der Shockwave eine kompakte Elektro-Enduro auf den Markt: 14,5 PS und 505 Nm am Hinterrad bei nur 120 kg Gewicht, 165 km Reichweite nach indischem Fahrzyklus. Lieferstart in Indien ab Juli 2026 zu einem Preis von umgerechnet rund 1.900 Euro. Der Hersteller aus Bangalore will mittelfristig rund ein Drittel seines Umsatzes außerhalb Indiens erzielen und nennt Europa als primären Zielmarkt – ein Segment, in dem kleine Verbrenner-Enduros durch strengere Emissionsvorgaben zunehmend unter Druck geraten.

TVS baut in Indien seine Marvel-Reihe aus: Die Raider 125 Doctor Doom Edition wurde am 31. Juli 2026 in Bengaluru vorgestellt und ist nach Iron Man, Black Panther, Deadpool und Wolverine das fünfte Sondermodell dieser Art – erstmals mit einem Bösewicht als Vorlage. Neu sind allein die Lackierung Spectral Green (Multi Tone Travel Finish) und die Marvel-Grafiken; die Technik mit 124,8-cm³-Einzylinder, 11,6 PS (8,5 kW), 11,7 Nm und Fünfganggetriebe bleibt unverändert. Der Preis liegt bei 95.320 Rupien, umgerechnet rund 868 Euro (Ex-Showroom Delhi). Für den deutschen Markt bleibt die Raider 125 ohne Bedeutung.

→ TVS Raider Doctor Doom: Marvel-Bösewicht statt Superheld auf dem 125er

GWM Souo sorgt für eine Premiere: Mit dem LH2000 (S2000) hat die Motorradmarke des chinesischen Automobilkonzerns Great Wall Motor die europäische Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung (WVTA) erhalten. Der 1.999-ccm-Boxer-Achtzylinder mit 154 PS und 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist damit das erste chinesische Luxus-Motorrad mit offizieller EU-Zulassung. Ob und wann ein Vertriebsnetz in Europa aufgebaut wird, ist allerdings noch offen.

→ GWM Souo mit EU-Zulassung: Chinas Achtzylinder-Tourer darf jetzt in Europa verkauft werden

Norton steht unter TVS-Regie vor einem kompletten Neustart: Sechs neue Modelle auf drei Motorplattformen sind angekündigt. Den Auftakt macht die Norton Manx R 2026 – das neue Supersport-Flaggschiff mit 1.200-ccm-V4, 209 PS, sieben Farbvarianten und Fertigung im Werk Solihull. Erste Fahreindrücke aus Sevilla bestätigen den drehmomentstarken Charakter des V4-Motors und die hervorragende semiaktive Marzocchi-Federung, zeigen aber auch Optimierungsbedarf bei Kupplung und Traktionskontrolle. Technisch ungewöhnlich ist die Sensorik dahinter: Norton misst über lineare Wegsensoren direkt in Gabel und Federbein und regelt Zug- und Druckstufe laut Hersteller alle drei Millisekunden nach. Teile dieser Elektronikphilosophie übernimmt die Atlas in der Mittelklasse. Auch das Design ist ausgezeichnet: Die Manx R holte bei den International Design Excellence Awards (IDEA) 2026 Bronze in der Kategorie Automotive and Transportation – laut Norton das erste Serien-Sportmotorrad mit Verbrennungsmotor mit dieser Auszeichnung. Die Preise starten bei 23.250 Euro für die Basisversion, die Apex kostet 29.750 Euro und die Signature 43.750 Euro. In den USA sollen Manx R und Atlas ab Oktober 2026 in den Verkauf gehen.

→ Norton Manx R im ersten Praxistest: Was das V4-Superbike auf Straße und Rennstrecke zeigt
→ Norton Atlas und Atlas GT: Briten greifen in der Adventure-Mittelklasse an
→ Norton Manx R mit Wegsensoren im Fahrwerk: Was das für Fahrer ändert
→ Norton Manx R gewinnt IDEA Award: Was hinter dem Designpreis steckt

Mac Motorcycles ist ein neuer britischer Kleinserienhersteller aus South Yorkshire, der nach über zehn Jahren Entwicklung den Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Im Angebot stehen zwei handgefertigte Modelle: die Rex als aufrechter Roadster und die Ruby als Café Racer – beide angetrieben von einem flüssigkeitsgekühlten 600-ccm-Einzylinder von SWM mit 57 PS. Der Einstiegspreis liegt bei 15.500 Pfund (circa 17.900 Euro).

Morbidelli bringt mit der N125V eine der ungewöhnlichsten 125er auf den Markt: Ein wassergekühlter V-Twin mit 13,8 PS, Stahlgitterrohrrahmen und Aluminium-Einarmschwinge heben sie deutlich von der Einzylinder-Konkurrenz ab. Der europäische Marktstart soll ab Mai 2026 in Italien und Spanien erfolgen. Hinter der Marke steht die chinesische Keeway Group. Parallel stellt Morbidelli in China die Timeless 1200 vor – einen Retro-Scrambler mit 1.222-cm³-Reihenzweizylinder und 83 PS, der technisch auf der Brixton Cromwell 1200 X basiert und vom chinesischen Hersteller Gaokin produziert wird. Design-Registrierungen zeigen zudem die T125WR – einen dedizierten Offroader mit neuem DOHC-Einzylinder und Perimeter-Stahlrohrrahmen, der das geländetauglichste 125er-Modell der Marke werden soll.

QJMotor rückt mit der überarbeiteten SRK600RS 2026 näher an japanische und europäische Mittelklasse-Sportler heran: 101 PS aus 680 ccm, neue Magneti-Marelli-Elektronik mit Ride-by-Wire, Quickshifter und Tempomat. Die Top-Version kommt mit Marzocchi-Fahrwerk, Brembo-Bremsen und Kurven-ABS – bei in China deutlich gesenktem Einstiegspreis ab umgerechnet rund 4.050 Euro. Ob das Update den Weg nach Europa findet, ist noch offen. Gleichzeitig rückt QJMotor mit der SRK 800 RC ins vollwertige Supersport-Segment vor: Der Reihenvierzylinder mit 778 ccm leistet 125 PS, trägt Marzocchi-Fahrwerk und Brembo-Bremsen und kostet in Deutschland 10.999 Euro – deutlich weniger als Honda CBR 600 RR und Kawasaki Ninja ZX-6R.

ZXMoto bringt mit der 820RR-R und 820R zwei neue Mittelklasse-Dreizylinder in Serie – zunächst nur in China. Die stärkere 820RR-R leistet 145 PS, wiegt vollgetankt 186 kg und setzt auf Brembo-Bremsen und KYB-Fahrwerk. Der chinesische Newcomer fährt zudem in seiner ersten WorldSSP-Saison 2026 ganz vorne mit und rangiert in der Hersteller-Wertung auf Rang drei. Für 2027 folgt mit der 820X die erste Reiseenduro der Marke: Die Typgenehmigung der Serienversion nennt 116 PS aus 819 cm3, 218 kg und einen Preis von rund 6.100 Euro in China. Für 2028 hat Firmengründer Zhang Xue darüber hinaus einen Fünfzylinder in V-Anordnung mit rund 1.000 Kubikzentimetern angekündigt – bestätigt ist bislang aber nur das Motorenkonzept, nicht die dazu kursierenden Leistungsdaten.

→ ZXMoto V5-Superbike für 2028: Was bestätigt ist und was nicht

Voge drängt mit der R125S ins europäische Einsteigersegment. Die 125er-Naked kombiniert Traktionskontrolle, integrierte 1080p-Dashcam und Bluetooth-Konnektivität mit einem Einstiegspreis ab 2.888 Euro – deutlich günstiger als die japanische und europäische Konkurrenz.

Bashan betritt mit dem BS1200-G überraschend die hubraumstarke Cruiser-Klasse. Der Hardtail-Bobber mit 1202-cm³-V-Twin von Shineray – technisch nah verwandt mit dem eingestellten Harley-Davidson Evolution Sportster Motor – hat eine chinesische Typzulassung erhalten. Ein Europastart ist noch nicht bestätigt.

Kove bereitet ein umfassendes Facelift der 800X vor. Geleakte chinesische Zulassungsdokumente zeigen ein komplett neues Frontdesign mit vertikal gestapelten LED-Leuchten und Hochkotflügel. Der bewährte 799-ccm-Paralleltwin mit 71 kW (96,5 PS) bleibt unverändert, das Gewicht steigt leicht auf 194 kg.

Zontes baut die Dreizylinder-Baureihe 703 von zwei auf vier Modelle aus: Neben dem Supersportler 703RR und der Reiseenduro 703F kommen das Naked Bike 703R und der Sport-Tourer 703T. Der flüssigkeitsgekühlte 699-cm³-Reihendreizylinder leistet 95 PS (70 kW) bei 11.500/min und 74,4 Nm bei 8.500/min, eine A2-Version mit 35 kW ist ebenfalls vorgesehen. Ab Modelljahr 2027 gehören Ride-by-Wire, Tempomat, ein Schaltautomat in beide Richtungen, ein Sechs-Achsen-Sensor und Kurven-ABS zur Serienausstattung der ganzen Baureihe. Die 703T fährt mit 20-Liter-Tank, Acht-Zoll-TFT und Dashcam vorn wie hinten vor. In Spanien starten die Preise bei 6.488 Euro für die 703R und 7.288 Euro für die 703T, deutsche Händler nennen bislang rund 9.000 Euro.

→ Zontes 703R und 703T kommen: Ride-by-Wire und Tempomat serienmäßig

Segway wagt mit der Xaber 300 den Sprung in die leistungsstarke E-Offroad-Klasse. Das Dirtbike liefert 21 kW Spitzenleistung und 600 Nm Drehmoment bei nur 85 kg Gewicht, bietet eine virtuelle E-Kupplung und vier Fahrmodi, die 150- bis 300-ccm-Verbrenner simulieren. Ab Mai 2026 in den USA für 5.299 US-Dollar erhältlich.

→ Segway Xaber 300: Das Dirtbike, das den E-Offroad-Markt aufrütteln soll

Stark Future setzt seiner elektrischen Varg-Baureihe mit zwei Sonderserien die Krone auf: Die auf zusammen 500 Exemplare limitierten Varg MX und EX Factory Edition bekommen als erstes Serienmotorrad überhaupt ein vollständiges KYB Factory A-Kit sowie Titanteile und wiegen in der MX-Version nur 116,9 Kilogramm. Preise ab 15.990 Euro, Auslieferung ab September 2026.

→ Stark Varg Factory Edition: KYB-Werksfahrwerk erstmals in Serie

E Daddy aus Dubai stellt mit der X7-Serie eine vernetzte Elektro-Plattform vor: Das Startup setzt auf Schnellladung und Akkutausch, zielt primär auf Lieferflotten und plant Exporte unter anderem nach Europa.

→ E Daddy X7-Serie: Dubai stellt vernetzte Elektro-Plattform vor

Zero Motorcycles hat ein umfassendes Update der Elektromotorrad-Palette vorgestellt, darunter den neuen Urban Scooter LS1 und das Lompico Concept. Im Mai 2026 tauchte ein beim EUIPO registriertes Designpatent für die Serienversion des Lompico auf – das Modell soll als Zero SF mit 8,8-kWh-Batterie, rund 30 kW (41 PS) und dem neuen Betriebssystem Cypher 4 unter 10.000 US-Dollar auf den Markt kommen. Die Vorstellung der Serienversion wird zur EICMA 2026 erwartet.

LiveWire (Harley-Davidson) hat im Mai 2026 das Offroad-Startup Dust Moto übernommen und steigt damit erstmals in den Markt für elektrische Dirtbikes ein. Das Hightail genannte E-Dirtbike leistet 32 kW (42 PS) bei unter 100 kg Gewicht. LiveWire will die Plattform zur Serienreife bringen – Details zur Markteinführung folgen in der zweiten Jahreshälfte 2026. Parallel hat LiveWire die S4 Honcho Ende Mai 2026 in Serie geschickt – ein kompaktes elektrisches Mini-Motorrad als 125-Kubik-Äquivalent. Die S4 Honcho kommt in einer straßenzugelassenen Street- und einer reinen Gelände-Version Trail, setzt auf zwei herausnehmbare KYMCO-Akkus mit zusammen 3,48 kWh und bis zu 86 Kilometer Reichweite und kostet in Deutschland ab 5.299 Euro. Gefertigt wird sie bei KYMCO, der Vertrieb läuft über das internationale Händlernetz von Harley-Davidson.

→ LiveWire S4 Honcho: E-Minibike ab 5.299 Euro geht in Produktion

Letbe, eine Submarke des chinesischen Herstellers Haojin, startet ab Mai 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Flaggschiff Arthur 700 bringt einen 693-ccm-Paralleltwin mit 75 PS und 68 Nm zu einem Aktionspreis ab 5.990 Euro – rund 1.500 bis 2.500 Euro günstiger als die japanische Mittelklasse-Konkurrenz von Yamaha MT-07 und Kawasaki Z 650. Als zweites Modell ergänzt die Punk 500 das deutsche Sortiment – ein Bobber mit 500er-Reihenzweizylinder, 44 PS (A2-tauglich), Bosch-ABS und TFT-Display ab 6.100 Euro. Importeur ist FK Motors Europe in Schneverdingen.

Veloce bringt mit der Aperion eines der ungewöhnlichsten Naked Bikes der Saison: Das britische Start-up aus Oxfordshire setzt auf einen Achtzylinder-Zweitakter in X-Konfiguration, der aus 1.000 cm³ nach Herstellerangabe 280 PS leistet. Die auf der Bike Shed Moto Show in London gezeigte Maschine ist auf 24 Exemplare limitiert, kostet 78.000 Pfund (circa 90.500 Euro) und soll ab 2027 erhältlich sein. Mit der Ethereal kündigt Veloce zudem einen 500-cm³-Vierzylinder-Zweitakter mit 145 PS an.

→ Veloce Aperion: Was hinter dem 280-PS-Achtzylinder-Zweitakter steckt

Indian ergänzt seinen Modelljahrgang 2026 um die limitierte PowerPlus Signature Series – vier aufwendig handlackierte Sondermodelle (Chieftain PowerPlus, Challenger, Roadmaster PowerPlus und Pursuit) mit dem 126 PS starken PowerPlus-112-Motor. Zwei der Touring-Modelle würdigen mit rot-weiß-blauer Optik das 250-jährige Bestehen der USA. Die Preise beginnen bei rund 35.000 Euro (40.999 US-Dollar).

Parallel dazu räumt Indian die Modellpalette auf: Für das Modelljahr 2027 hat die US-Umweltbehörde EPA nur noch sechs Scout-Varianten zertifiziert – nach 17 im Modelljahr 2025 und 15 im laufenden Jahr. Scout Classic und Sport Scout RT entfallen ebenso wie die Ausstattungsstufe Limited +Tech.

Zum Auftakt der 86. Sturgis Motorcycle Rally kam im August 2026 die Chief Vintage Sturgis, SD Edition dazu: ein auf 125 nummerierte Exemplare limitiertes Sondermodell mit Zweitonlackierung in Rot und Creme, dem mehrfarbigen Headdress-Tanklogo im Stil der 1930er-Jahre und der Startnummer 56 auf der Seitenplatte. Technisch bleibt es beim luftgekühlten Thunderstroke 116 mit 1.890 Kubikzentimetern und 156 Nm. Für Deutschland ist genau ein Exemplar vorgesehen, der Preis liegt bei 25.990 Euro.

→ Indian PowerPlus Signature Series: vier limitierte Sondermodelle im Detail
→ Indian kürzt die Scout-Reihe: Von 17 Modellen bleiben nur noch sechs
→ Indian Chief Vintage Sturgis SD Edition: Nur eine für Deutschland

Technologie-Trends 2026

Neue Marken und Markteintritt chinesischer Hersteller: Neben dem bereits etablierten CFMoto drängen 2026 weitere chinesische Marken nach Europa. Letbe (Haojin-Gruppe) startet mit der Arthur 700, Voge und Morbidelli erweitern ihre Portfolios, und GWM Souo hat die EU-Typgenehmigung für seinen Achtzylinder-Tourer erhalten.

Aufladung kehrt zurück: Nach dem Wegbereiter Kawasaki H2 bewegt sich jetzt auch die Konkurrenz – Honda mit dem V3R (elektrischer Kompressor), Yamaha mit dem E-Turbo und KTM mit einem patentierten Hybrid-Kompressor.

→ Kawasaki Ninja H2 2027: Warum die Topversion laut Homologation an Leistung verliert

Elektronische Fahrerassistenz wird Standard: Schräglagenabhängiges ABS, Traktionskontrolle mit IMU, adaptive Fahrmodi und Ride-by-Wire sind 2026 nicht mehr den Topmodellen vorbehalten. Automatisierte Getriebe wie Yamahas Y-AMT verbreiten sich ebenfalls.

Elektro – erste Großserien-Modelle: Mit Hondas WN7 bringt erstmals ein großer japanischer Hersteller ein vollelektrisches Straßenmotorrad. KTMs E-Duke steht in den Startlöchern, und Nischenhersteller wie Jarv und Zero besetzen Spezialsegmente.

A2-Segment wächst deutlich: Die 48-PS-Klasse bekommt mit der BMW F 450 GS, der Kawasaki KLE 500 und Triumphs 400er-Baureihe hochwertige Neuzugänge.

Jubiläen und Heritage: Ducatis 100-jähriges Jubiläum mit der Formula ’73, Triumphs Rekord-Modelloffensive und die Rückkehr von Traditionsmarken wie Norton und BSA zeigen: Geschichte verkauft – vor allem wenn sie mit moderner Technik kombiniert wird.

Fazit und Ausblick

Das Motorradjahr 2026 ist geprägt von Breite und Vielfalt. Die Hersteller erweitern ihre Modellpaletten in alle Richtungen – nach unten in die A2-Klasse, nach oben mit immer leistungsstärkeren Superbikes und zur Seite mit Retro-Modellen, Adventure-Bikes und ersten ernsthaften Elektro-Angeboten.

Gleichzeitig wird deutlich, dass 2026 für einige Hersteller ein Übergangsjahr ist: KTM konsolidiert nach der Übernahme, Suzuki überrascht mit der neuen SV-7GX, und die große Revolution im Elektro-Segment steht noch bevor. Die eigentliche Zeitenwende dürfte ab 2027 mit neuen Emissionsvorschriften, Pirellis MotoGP-Einstieg und der 850er-Regelreform eingeläutet werden. Welche Modelle dann anstehen, steht in unserer Übersicht zu den Motorrad-Neuheiten 2027.

Diese Übersicht wird laufend aktualisiert, sobald neue Modelle vorgestellt oder bestätigt werden. Über die verlinkten Einzelartikel sind alle Details zu den jeweiligen Motorrädern abrufbar.

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Andreas Denner
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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich. Verantwortlich für die Seiten www.Motorcycles.News, www.Motorrad.Training und den YouTube-Kanal "Motorrad Nachrichten", sowie deren social Media-Seiten.

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