- EU-Führerscheinreform 2025: Digitaler Führerschein, europaweites Punktesystem und verschärfte Fahranfänger-Regeln
- Motorcycling MEP Club: Seit dem 1. Juli 2026 haben Motorräder, Roller und Mopeds eine eigene, parteiübergreifende Gruppe im Europäischen Parlament
- Frankreich: Extreme Tempoverstöße sind jetzt eine Straftat – auch für ausländische Motorradfahrer
- Grundsatzurteil OVG Koblenz: Polizei darf Motorrad nach Tempoverstoß nicht einfach sicherstellen
- Rechtsfahrgebot in der Gruppe: Versetztes Fahren kostete einen Motorradfahrer die Hälfte seiner Entschädigung
- Verschmutzte Fahrbahn: LG Flensburg spricht 75 Prozent Schadensersatz zu – 25 Prozent Mithaftung wegen nicht angepasster Geschwindigkeit
- Spanien: 130 tragbare Veloláser-Radare ohne Blitz, dazu 15 neue dynamische Laserradare und 122 zusätzliche feste Messstellen
- Lärm-Plakette: Verbände fordern 80-dB-Grenze und bundesweite Lärmschutzzonen mit Plakettenpflicht
- Dashcam und Actioncam: Kein europäisches Land verbietet Kameras ab Werk – nachgerüstete Kameras kosten in Baden-Württemberg 1000 bis 2000 Euro
- Österreich: Fahrerflucht gilt auch ohne Berührung der Fahrzeuge – bis zu 2.180 Euro Strafe und mindestens drei Monate Führerscheinentzug
- Autonomes Fahren: In München starten die ersten Robotaxi-Testflotten – die Fernlenk-Verordnung erfasst Motorräder nicht
- Kanada: Seit dem 8. September 2026 gilt ein Zoll von 50 Prozent auf Motorräder US-amerikanischen Ursprungs über 800 Kubikzentimeter – Harley-Davidson und Indian trifft es mit dem kompletten Programm
- FIA Road Safety Index: Der Automobilweltverband bewertet seit 2026 mit bis zu fünf Sternen – Honda ist das erste Unternehmen mit der Höchstwertung, geprüft in 17 Ländern inklusive Motorradgeschäft
- HU-Debatte, Ausrüstungsvorschriften, StVZO-Änderungen und internationale Entwicklungen
Wer Motorrad fährt, ist nicht nur auf der Straße unterwegs – sondern auch in einem komplexen Geflecht aus Verkehrsregeln, Gerichtsurteilen und politischen Entscheidungen. Vieles davon betrifft Motorradfahrer direkt, wird aber von klassischen Fachmedien kaum systematisch aufbereitet. Genau das ändern wir hier.
Diese Seite bündelt alle relevanten Entwicklungen rund um Motorradrecht und Verkehrspolitik: von EU-Regulierungen, die den Führerschein und die Hauptuntersuchung betreffen, über länderspezifische Gesetze in Frankreich, der Schweiz oder den USA bis hin zu wegweisenden deutschen Gerichtsurteilen und konkreten Tipps für den Umgang mit Polizeikontrollen.
Hinweis: Streckensperrungen und lokal begrenzte Fahrverbote (Kesselberg, Sudelfeld, Feldberg, Schliem etc.) werden in einer eigenen Übersicht behandelt.
Was sich in Europa ändert
EU-Richtlinien betreffen jeden Motorradfahrer in Europa – oft bevor man davon erfährt.
Automatisierte Tempokontrolle: Prüft die EU eine Satelliten-Tempobremse?
Nach den verpflichtenden ISA-Warnsystemen prüft die EU-Kommission Berichten zufolge eine Technik, die Fahrzeuge bei Tempoüberschreitung nicht mehr nur warnt, sondern aktiv abbremst. Ob Motorräder überhaupt einbezogen würden, ist offen – ein Gesetzentwurf liegt bislang nicht vor.
▸ EU prüft Satelliten-Tempobremse: Was das für Motorradfahrer heißt
Wie das System aus Satellitenortung, Karten und Kameras funktionieren soll, warum Studien Schwächen bei der Limit-Erkennung zeigen und ab wann die Technik frühestens Pflicht werden könnte.
Autonomes Fahren: Robotaxis in München und die Lücke im Regelwerk
München wird zum größten deutschen Testfeld für automatisiertes Fahren. Waymo beginnt mit Kartierungsfahrten und peilt den öffentlichen Betrieb gegen Ende 2027 an, der chinesische Entwickler Momenta hat vom Kraftfahrt-Bundesamt eine bundesweite Erprobungsgenehmigung für Stufe 4 erhalten, Uber testet parallel mit Nvidia und Autobrains. Rechtlich möglich ist das seit dem Gesetz zum autonomen Fahren von 2021: Bei Stufe 4 entfällt die Fahrerhaftung, es zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Halters, der Versicherer kann anschließend beim Hersteller Regress nehmen. Die seit dem 1. Dezember 2025 geltende Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung erfasst dagegen nur die Fahrzeugklassen M und N – Motorräder der Klasse L kommen darin nicht vor. Praktisch bleibt die Erkennungslücke das größere Problem: Laut einer Untersuchung des Connected Motorcycle Consortium reagieren Assistenzsysteme bei anderen Pkw in 96 Prozent der Fälle korrekt, bei motorisierten Zweirädern nur in 59 Prozent.
▸ Robotaxi München: Was Motorradfahrer wissen müssen
Wer in München testet, wer bei einem Unfall mit einem fahrerlosen Fahrzeug haftet, warum die Fernlenk-Verordnung Motorräder ausklammert und was Erkennungsraten und unerwartete Bremsmanöver für Zweiradfahrer bedeuten.
Führerschein: Die große EU-Reform
Die Europäische Union hat 2025 eine umfassende Führerscheinreform beschlossen. Digitaler Führerschein, EU-weites Punktesystem, Anerkennung des B196 im Ausland und deutlich schärfere Regeln für Fahranfänger – die Änderungen sind weitreichend und sollen bis spätestens 2029 in nationales Recht umgesetzt werden. Wie der digitale Führerschein konkret funktionieren soll, hat die EU-Kommission inzwischen in einem Durchführungsentwurf präzisiert.
▸ EU-Führerscheinreform 2025: Was sich für Motorradfahrer ändert
Digitaler Führerschein, EU-weites Punktesystem, B196-Anerkennung, verschärfte Fahranfänger-Regeln.
▸ Digitaler EU-Führerschein: Plastikkarte bleibt, Entzug wird neu geregelt
Wie der digitale Führerschein in der EU Digital Identity Wallet funktioniert, was beim Entzug über Ländergrenzen gilt und ab wann er kommt.
▸ Massive Führerscheinänderungen geplant (2023)
Die erste Ankündigung der 4. Führerscheinrichtlinie: B196-Erweiterung, Digitalisierung und Harmonisierung.
Hauptuntersuchung: Kommt die Pflicht-HU für Motorräder?
Regelmäßig flammt in der EU die Debatte über eine verpflichtende technische Prüfung für Motorräder auf. Technische Defekte sind bei weniger als zwei Prozent aller Motorradunfälle die Ursache.
▸ EU-Debatte um Motorrad-HU: Zweifel am Sicherheitsnutzen
Warum Verbände wie FEMA die Pflichtprüfung ablehnen und welche Alternativen sie vorschlagen.
▸ EU entscheidet gegen jährliche HU für Motorräder
Das EU-Parlament hat den verschärften Vorschlag abgelehnt – vorerst.
▸ EU-HU-Pflicht ab 50ccm?
Diskussion über die Ausweitung der Prüfpflicht auch auf Kleinkrafträder und Roller.
▸ Frankreich wehrt sich erfolgreich gegen HU-Einführung
Wie Frankreich die EU-Richtlinie mit sechs alternativen Maßnahmen umging.
Ausrüstung: Was im Ausland Pflicht ist
Helm, Warnweste, Handschuhe, Verbandskasten – die Vorschriften unterscheiden sich in Europa teilweise erheblich.
▸ Dashcam im Ausland 2026: Zypern erlaubt, vier Länder verschärfen
Welche Länder Dashcams erlauben oder verbieten – der aktuelle Überblick für Motorradreisen im Ausland.
▸ Motorradreise Europa: Ausrüstungsvorschriften 2025 – Alle Länder im Überblick
Länderüberblick von Albanien bis Zypern: Welche Ausrüstung wo Pflicht ist.
Dashcam und Actioncam: Nicht das Gerät entscheidet, sondern der Zweck
Kein europäisches Land verbietet Fahrzeuge mit fest verbauten Kameras – untersagt wird immer nur eine bestimmte Datenverarbeitung. Den europarechtlichen Rückhalt, den Autofahrer genießen, haben Motorradfahrer dabei nicht: Die EU-Verordnung 2019/2144 (General Safety Regulation) gilt ausdrücklich nur für die Fahrzeugklassen M, N und O, Motorräder der Klasse L fallen nicht darunter. Teuer wird es bei nachgerüsteten Kameras. In Baden-Württemberg verhängte der Landesdatenschutzbeauftragte gegenüber Fahrzeughaltern Bußgelder von 1000 bis 2000 Euro, in Österreich lagen die dokumentierten Strafen bei 80, 250 und 300 Euro. Die Rechtsprechung hat sich zuletzt mehrfach verschoben: Das Schweizer Bundesgericht erklärte 2019 Dashcam-Aufnahmen nur bei schweren Straftaten für verwertbar, der österreichische Verwaltungsgerichtshof kippte im Oktober 2025 die Vorschrift zur privaten Dokumentation, und der Europäische Gerichtshof präzisierte im Juli 2026, was journalistische Zwecke verlangen – die entscheidende Linie für Motovlogger.
▸ Dashcam am Motorrad: Kamera ab Werk erlaubt, Actioncam wird teuer
Warum die EU-Verordnung 2019/2144 Motorräder nicht schützt, welche Modelle ab Werk filmen (Zontes 703F, 703T und 368G zeichnen auf, Yamaha Tracer 9 GT+ und Kawasaki Ninja H2 SX SE steuern nur das Fernlicht), was der Tesla-Wächtermodus mit dem Motorrad zu tun hat und wie hoch die Bußgelder in Deutschland und Österreich ausfallen.
Spanien: Neue Ausrüstungspflichten ab Oktober 2026
Spanien verschärft mit einer Reform der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Motorradfahrer. Ab dem 1. Oktober 2026 gelten außerorts eine Handschuhpflicht, geschlossene Schuhe auf allen Straßen und eine eng begrenzte Freigabe des Seitenstreifens im Stau (maximal 30 km/h, nur auf ausgeschilderten Abschnitten). Verstöße kosten 200 Euro und gelten als schwerer Verkehrsverstoß. Die Vorgaben gelten unabhängig vom Zulassungsland auch für ausländische Urlauber.
▸ Spanien verschärft die Motorrad-Regeln: Das ändert sich für Urlauber
Handschuhpflicht, geschlossene Schuhe, Seitenstreifen-Regel und homologierte Helme – alle Details zur Reform.
Spanien: 130 Veloláser und ein Ausbau der Tempokontrollen
Parallel zu den neuen Ausrüstungspflichten baut die spanische Verkehrsbehörde DGT ihre Geschwindigkeitsüberwachung aus. Rückgrat sind 130 tragbare Veloláser-Laserradare, die seit 2018 im Einsatz sind: rund 50 Zentimeter hoch, unter zwei Kilogramm schwer, ohne Blitz und für klassische Radarwarner nicht erkennbar, weil sie mit Infrarot-Laserimpulsen statt Mikrowellen messen. Sie erfassen 30 bis 250 km/h in beiden Fahrtrichtungen, funken Bilder und Messwerte per WLAN und 4G an ein Tablet im Streifenwagen und hängen an Leitplanken, Schildern oder Stativen. Nach einem Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs gilt für sie ein Messfehlerabzug von nur 5 statt 7 Prozent. Dazu kommen ein im April 2026 im Amtsblatt veröffentlichter Auftrag über 1.020.000 Euro netto für dynamische Laserradare von Jenoptik (laut Medienberichten 15 Geräte) sowie ein separater Plan mit 122 neuen festen Messstellen, von denen Ende Februar 2026 bereits 106 in Betrieb waren.
▸ Veloláser: Spaniens 130 versteckte Mini-Radare und was jetzt noch dazukommt
Wie die Geräte messen, wo sie stehen, welche Toleranz gilt – und wie sich die neuen Jenoptik-Laserradare und die 122 festen Messstellen davon unterscheiden.
Barcelona: Mehr Platz fürs Motorrad statt neuer Verbote
Während in Deutschland eine bundesweite Regelung zum Motorradparken fehlt, behandelt Barcelona das Zweirad als festen Teil des Stadtverkehrs. Die Stadt verdoppelt bis 2027 die Zahl der vorgezogenen Aufstellflächen an Ampeln (ZAM) von 52 auf rund 100, testet erstmals Aufprallabsorber für Geschwindigkeiten bis 50 km/h an Tunneleinfahrten und verlagert das Parken vom Gehweg auf die Fahrbahn – 84.083 Stellplätze gibt es dort bereits, bis 2030 sollen rund 40.000 weitere hinzukommen. Wer trotzdem auf dem Gehweg abstellt, zahlt zwischen 50 und 500 Euro. Der Vergleich mit Paris (Gebührenpflicht seit dem 1. September 2022, rund 42.000 ausgewiesene Plätze), Großbritannien (4.241 von 1.046.437 kommunalen Parkhausplätzen) und Deutschland (keine Bundesregelung bei gut fünf Millionen zugelassenen Krafträdern) zeigt, wie unterschiedlich europäische Städte mit dem Motorrad umgehen.
▸ Barcelona baut Motorradzonen aus: So steht Deutschland im Vergleich
ZAM-Ausbau, Aufprallschutz im Stadtverkehr, Gehwegparkverbot mit Bußgeldern von 50 bis 500 Euro – und der Vergleich mit Großbritannien, Frankreich und Deutschland.
Österreich: Verkehrsstrafen ab 2027 bundesweit einheitlich und teurer
Österreich vereinheitlicht seine Verkehrsstrafen ab dem 1. Januar 2027. Die per Anonymverfügung verhängten Strafen gelten dann in jedem Bundesland gleich hoch und steigen im Schnitt um rund 50 Prozent – relevant für alle, die durch Österreich touren.
▸ Verkehrsstrafen in Österreich 2027: Bundesweit gleich und teurer
Warum die Strafen künftig überall gleich hoch sind, um wie viel sie steigen und was das für Motorradreisende bedeutet.
Österreich: Fahrerflucht gilt auch ohne Berührung der Fahrzeuge
Nach § 4 der österreichischen Straßenverkehrsordnung knüpfen die Pflichten nach einem Unfall an die ursächliche Beteiligung, nicht an einen Kontakt zwischen den Fahrzeugen. Wie weit das reicht, zeigt ein tödlicher Fall vom 17. Juli 2026 auf der B154 am Mondsee: Ein 26-jähriger Motorradfahrer wich einem ausparkenden Auto aus, stürzte in einen Straßengraben und starb an der Unfallstelle, während der Pkw-Lenker weiterfuhr. Bei Personenschaden drohen nach § 99 StVO bis zu 2.180 Euro Strafe und mindestens drei Monate Führerscheinentzug; das Imstichlassen eines selbst verletzten Menschen ist zusätzlich gerichtlich strafbar und kann bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe kosten. Bei der Fahndung nach Flüchtigen gilt zugleich die enge österreichische Dashcam-Linie: Die Videoüberwachung des Verkehrs ist der Polizei vorbehalten, Verstöße gegen den Datenschutz können bis zu 3.700 Euro kosten.
▸ Biker stirbt am Mondsee: Fahrerflucht gilt auch ohne Berührung
Der Fall im Detail, die Pflichten nach § 4 StVO, die Strafen nach § 99 StVO und warum private Dashcam-Aufnahmen in Österreich nur begrenzt weiterhelfen.
Polen: Keine e-TOLL-Pflicht mehr für leichte Gespanne
Seit dem 21. September 2026 hängt die e-TOLL-Pflicht in Polen nur noch am zulässigen Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs. Wer sein Motorrad mit einem Pkw oder Transporter bis 3,5 Tonnen auf dem Anhänger nach Polen bringt, braucht kein e-TOLL-Konto mehr – auch wenn das Gespann insgesamt schwerer ist. Auf den privat betriebenen Abschnitten der A1 sowie auf Teilstücken der A2 und A4 bleibt die Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen fällig. Restguthaben wird nicht automatisch erstattet und muss bis zum 21. März 2027 zurückgefordert werden.
▸ Polen streicht e-TOLL für Gespanne: Guthaben nur bis März 2027 zurück
Welche Gespanne befreit sind, wo die Maut weiter anfällt, wie die Erstattung funktioniert und was mit Strafen und laufenden Verfahren passiert.
Frankreich: Was Motorradfahrer wissen müssen
Frankreich ist das beliebteste Motorrad-Reiseziel deutschsprachiger Fahrer. Gleichzeitig verschärft das Land seine Verkehrsregeln konsequent.
Tempoverstöße sind jetzt eine Straftat
Seit Ende 2025 gilt in Frankreich: Wer mehr als 50 km/h über dem Tempolimit erwischt wird, begeht keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat. Es drohen bis zu drei Monate Freiheitsentzug und eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro.
▸ Frankreich: Extreme Tempoverstöße jetzt Straftat
Was die Neuregelung konkret bedeutet und warum deutsche Motorradfahrer besonders aufpassen sollten.
Radarfallen prüfen automatisch den Versicherungsschutz
Seit Februar 2026 gleichen französische Radargeräte bei groben Tempoverstößen automatisch ab, ob das erfasste Fahrzeug versichert ist.
▸ Radarfallen prüfen automatisch den Versicherungsschutz
569.000 unversicherte Fahrzeuge in Frankreich – wie die automatische Kontrolle funktioniert.
Lane Filtering: In Frankreich erlaubt, in Deutschland verboten
Frankreich hat Anfang 2025 das Spurfiltern landesweit legalisiert. In Deutschland bleibt das Durchschlängeln dagegen verboten – nicht wegen einer eigenen Verbotsnorm, sondern weil die Lücke zwischen zwei Autoreihen kein Fahrstreifen im Sinne des Gesetzes ist; so hat es das Oberlandesgericht Düsseldorf bereits 1990 entschieden. Außerorts, und dazu zählt die Autobahn, kostet das 100 Euro und einen Punkt, nach einem Unfall trugen Motorradfahrer je nach Fall ein Drittel bis zwei Drittel der Haftung. Das Befahren des Seitenstreifens kostet mindestens 75 Euro und einen Punkt, die unberechtigte Nutzung der Rettungsgasse mindestens 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot – gestaffelt bis 320 Euro, wenn es dabei zu einem Unfall kommt. Neuen Schwung bekam die Debatte im Juni 2026, als Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas in der ARD-Talkshow „Caren Miosga“ einräumte, sich im Stau durchzuschlängeln – parallel sammelt eine Petition an den Bundestag Unterschriften für eine Legalisierung. Auch in Dänemark wird seit dem Sommer 2026 offen gestritten: Der Landesverband MCTC mit knapp 30.000 Mitgliedern fordert eine befristete Testphase nach französischem Vorbild, die Autofahrerorganisation FDM warnt vor zusätzlichen Unfällen. Erlaubt ist das Durchfahren zwischen den Reihen dort weiterhin nicht – es kostet Bußgeld und einen Punkt im Führerschein.
▸ Motorrad im Stau: Bas-Debatte bringt Petition zur Staudurchfahrt in Schwung
Was Bärbel Bas gesagt hat, wie die Rechtslage aussieht und worauf die Petition zur Staudurchfahrt zielt.
▸ Lane Splitting in Dänemark: Verband fordert Testphase, FDM hält dagegen
Die dänische Rechtslage, die Forderungen des MCTC nach einer Testphase mit festen Regeln, die Gegenargumente des FDM und die Erfahrungen aus Kalifornien, Belgien, Luxemburg und Frankreich.
▸ Spurfiltern offiziell in ganz Frankreich erlaubt
Alle Details zur neuen Regelung: Wo, wie schnell, welche Fahrzeuge.
▸ Proteste nach Abschaffung des Lane Splitting (2022)
Hintergrund: Wie der Verkehrsversuch endete.
▸ Durchfahren zwischen den Kolonnen: Warum es in Deutschland verboten bleibt
Die Rechtsgrundlage nach dem OLG Düsseldorf, die Haftungsquoten nach Unfällen, das Fahrverbot in der Rettungsgasse (AG Leutkirch, Januar 2024) und der Vergleich mit Frankreich, Österreich, Belgien und Spanien.
Frankreich kippt die Umweltzonen (ZFE)
Im April 2026 haben die französische Nationalversammlung und der Senat die Abschaffung der Zones à Faibles Émissions (ZFE) beschlossen. Die Umweltzonen hatten ältere Motorräder ohne Crit-Air-Plakette bisher aus Innenstädten wie Paris, Lyon oder Grenoble ausgeschlossen. Der Verfassungsrat könnte die Regelung allerdings noch kippen.
▸ ZFE-Abschaffung: Frankreich kippt Umweltzonen im Parlament
Wie das Parlament entschieden hat, welche Rolle der Verfassungsrat spielt und was das konkret für Motorradfahrer bedeutet.
Führerscheinentzug bei Handynutzung: Vier Départements ziehen sofort ein
In vier französischen Départements wird der Führerschein bei Handynutzung am Steuer seit Anfang 2026 sofort vorläufig eingezogen – auch ohne gleichzeitigen weiteren Verstoß. Die Maßnahme gilt in den Landes, Lot-et-Garonne, Pas-de-Calais und seit Mai 2026 auch in der Charente-Maritime. Die Suspendierung kann je nach Département zwischen 15 Tagen und sechs Monaten betragen und betrifft alle Fahrzeugführer einschließlich Motorradfahrer.
▸ Frankreich verschärft den Kampf gegen das Smartphone am Steuer
Sofortiger Führerscheinentzug in vier Départements: Wie die Maßnahme funktioniert, welche Strafen drohen und warum 67 Prozent der französischen Motorradfahrer ihr Handy am Steuer nutzen.
Deine Rechte als Motorradfahrer in Deutschland
Darf die Polizei dein Motorrad einfach sicherstellen? Was passiert bei einer Verkehrskontrolle? Hier die wichtigsten Urteile und Regelungen.
Hupen, Bremslicht, Sperrlinie: Wo die Alltagsregeln bis heute unklar sind
Nicht jede Alltagssituation ist rechtlich sauber geregelt. Innerorts darf gehupt werden, sobald eine konkrete Gefahr besteht – untersagt ist innerhalb geschlossener Ortschaften nur die Ankündigung eines Überholvorgangs; ein Verstoß kostet 10 Euro und auch das nur, wenn dadurch jemand belästigt wurde. Ob das kurze Antippen des Bremslichts als Warnsignal nach hinten zulässig ist, hat das Oberlandesgericht Köln ausdrücklich offengelassen – wer dagegen aus verkehrsfremden Gründen so abbremst, dass der Hintermann selbst stark bremsen muss, begeht Nötigung. Die durchgezogene Linie darf beim Vorbeifahren an einem haltenden Fahrzeug überfahren werden, wenn eine Gefährdung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist und es sonst keine Möglichkeit zum Passieren gibt: Das Oberlandesgericht Saarbrücken hat diese Ausnahme im Juli 2026 bestätigt und dabei auch den nötigen Seitenabstand einbezogen. Im Stau oder an einer roten Ampel greift sie nicht, weil es sich dann rechtlich um Überholen handelt. Offen ist auch die rote Ampel, die kein Motorrad erkennt: Bei einer technischen Störung halten die Oberlandesgerichte Hamm (1999) und Hamburg (2023) das Haltegebot für nicht verbindlich – ob eine einwandfrei arbeitende Induktionsschleife, die schlicht zu wenig Metall erfasst, darunter fällt, hat bislang kein Gericht entschieden.
▸ Rote Ampel, Hupe, Sperrlinie: Was Motorradfahrer wirklich dürfen
Fünf Situationen zwischen Regel und Selbstschutz: die Rechtsgrundlagen, die einschlägigen Urteile und die Bußgelder – von 10 Euro fürs bloße Überfahren der Linie bis zu 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot beim qualifizierten Rotlichtverstoß.
Polizei darf Motorrad nicht einfach sicherstellen
Ein Grundsatzurteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz hat klargestellt: Ein einzelner Geschwindigkeitsverstoß oder der bloße Verdacht auf ein illegales Straßenrennen rechtfertigt es nicht, ein Motorrad zu beschlagnahmen.
▸ OVG Koblenz: Polizei darf Motorrad nicht einfach sicherstellen
Das Urteil im Detail: Warum die Sicherstellung rechtswidrig war und welche Rechte Motorradfahrer bei Kontrollen haben.
Mitschuld trotz überhöhter Geschwindigkeit
Ein Motorradfahrer fuhr mit über 100 km/h durch eine 50er-Zone und kollidierte mit einem abbiegenden PKW. Das OLG Schleswig-Holstein entschied auf 50:50-Haftung.
▸ Motorradunfall: Gericht entscheidet über Mitschuld trotz Raserei
Warum die Schuldfrage bei Abbiege-Unfällen mit Motorrädern komplexer ist als gedacht.
Rechtsfahrgebot in der Gruppe: Halbe Entschädigung nach versetztem Fahren
Ein Motorradfahrer aus einer sechsköpfigen Gruppe trug nach einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Pkw 50 Prozent seines Schadens selbst. Er fuhr in der Formation auf der linken Position innerhalb der eigenen Fahrspur. Weil sich nicht mehr klären ließ, wer über die Fahrbahnmitte geraten war, teilten die Gerichte die Verantwortung hälftig auf – vor dem Oberlandesgericht Schleswig endete der Fall mit einem Vergleich auf Basis dieser Quote. Versetztes Fahren ist damit keine eigene Rechtskategorie: Das Rechtsfahrgebot nach § 2 Abs. 2 StVO gilt für jeden Fahrer einzeln.
▸ Motorradgruppe: Versetzt fahren kann die halbe Entschädigung kosten
Der Fall aus Schleswig-Holstein im Detail, die BGH-Rechtsprechung zum Rechtsfahrgebot, Richtwerte für den Abstand zur Mittellinie und warum eine private Ausfahrt kein geschlossener Verband ist.
Linksabbieger-Crash: 95.000 Euro Schmerzensgeld bei voller Haftung des Verursachers
Ebenfalls vom OLG Schleswig-Holstein, aber mit gegenteiligem Ergebnis: Bei einem regulären Überholvorgang auf der B202 bog der Vorausfahrende unvermittelt und ohne Blinker nach links ab. Das Gericht sah die gesamte Haftung beim Linksabbieger – die Betriebsgefahr des Motorrads trat vollständig hinter dem groben Verschulden zurück.
▸ OLG Schleswig-Holstein: 95.000 Euro Schmerzensgeld für Motorradfahrer nach Linksabbieger-Crash
100-Prozent-Haftung des Abbiegers, kein Mitverschulden des Bikers – ein wichtiges Signal für die Motorrad-Community.
Verschmutzte Fahrbahn: Wer den Dreck verursacht, haftet – aber selten allein
Nach Paragraf 32 der Straßenverkehrsordnung ist derjenige, der die Fahrbahn so verschmutzt, dass der Verkehr gefährdet oder erschwert wird, zur unverzüglichen Beseitigung verpflichtet. Wie weit diese Haftung reicht, zeigt ein Urteil des Landgerichts Flensburg vom 10. Mai 2024 (Aktenzeichen 12 O 71/23): Nach der Verschmutzung durch einen Maishäcksler rutschte ein Müllfahrzeug in den Straßengraben, der Schaden lag bei über 26.000 Euro. Das Gericht verurteilte die Haftpflichtversicherung des Verursachers zu 75 Prozent des Schadens, die restlichen 25 Prozent trug der Geschädigte, weil er trotz erkennbarer erster Verschmutzungen nicht langsamer gefahren war. Für Motorradfahrer ist das die entscheidende Linie: Ansprüche gegen den Verursacher bestehen, eine Mithaftung ist bei unangepasster Fahrweise aber realistisch.
▸ Erntezeit: Warum Feldzufahrten für Motorradfahrer jetzt riskant sind
Das Flensburger Urteil im Detail, die Pflichten nach Paragraf 32 StVO und warum Reibwertsprünge an Feldzufahrten für einspurige Fahrzeuge besonders kritisch sind.
Alleinrennen: Führerschein und Motorrad weg – auch ohne Gegner
Das Kammergericht Berlin hat bestätigt, dass ein Motorradfahrer wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens (§ 315d StGB) verurteilt werden kann – auch wenn er allein unterwegs war. Ein ungeeichter Polizeitacho reichte als Beweis aus.
▸ Alleinrennen auf der Berliner Stadtautobahn: Motorradfahrer verliert Führerschein und Maschine
Kammergericht Berlin: Wie ein einzelner Motorradfahrer wegen eines Alleinrennens verurteilt wurde und warum ein ungeeichter Polizeitacho als Beweis genügt.
▸ Nach Raserfahrt durch Rheine: Haft auf Bewährung und Motorrad weg
Amtsgericht Rheine: acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, 1.500 Euro Bewährungsauflage, zwei Jahre Führerscheinsperre – und die Einziehung des Motorrads nach einer Flucht vor der Polizei ohne Fahrerlaubnis, Zulassung und Versicherungsschutz.
Motorradraser überführt: Online-Inserat bringt Kawasaki-Beschlagnahmung
Acht Monate nach einer Flucht mit über 140 km/h innerorts konnte die Polizei Bad Mergentheim einen 21-Jährigen überführen und seine Kawasaki ZX-10R beschlagnahmen. Der entscheidende Hinweis kam von einem Online-Verkaufsinserat – der Tatverdächtige wollte die Maschine offenbar loswerden. Der Fall zeigt, wie sich klassische Ermittlungsarbeit und die Beobachtung digitaler Verkaufskanäle ergänzen.
▸ Motorradraser von Löffelstelzen überführt: Polizei beschlagnahmt Kawasaki ZX-10R
Fluchtfahrt mit gefälschtem Kennzeichen, monatelange Ermittlungen und ein Online-Inserat als Wendepunkt – der komplette Fall.
KTM-Enduros und die „Alibi-Zulassung“
Eine internationale Recherche von zehn europäischen Medien wirft KTM vor, Sportenduros mit einer gedrosselten Straßenzulassung zu verkaufen, die von Händlern vor der Übergabe entdrosselt werden. Das KBA hat eine Untersuchung eingeleitet. KTM weist die Vorwürfe zurück und betont, alle Modelle verließen das Werk im homologierten Zustand – die duale Nutzbarkeit sei FIM-konform und branchenüblich. Der Fall berührt Fragen der Typgenehmigung, Händlerverantwortung und der Konsequenzen für Fahrer entdrosselter Maschinen.
▸ KTM-Enduros unter Verdacht: Was hinter der „Alibi-Zulassung“ wirklich steckt
Recherche-Ergebnisse, KBA-Ermittlungen, Abgrenzung zum VW-Dieselskandal und die rechtlichen Risiken für Händler und Fahrer.
▸ KTM reagiert auf Enduro-Vorwürfe: Alle Modelle verlassen das Werk vorschriftskonform
Die offizielle Stellungnahme der KTM AG: FIM-Regularien, Händlerverantwortung und wirtschaftliche Einordnung.
StVZO-Änderung 2025: Neues Verfahren für Anbauteile
Seit Juni 2025 ist eine nationale Teiletypgenehmigung durch das KBA vorgeschrieben. Betroffen sind Auspuffanlagen, Bremskomponenten, Federelemente und Fußrasten.
▸ Große StVZO-Änderung 2025: Teiletypgenehmigung ersetzt Teilegutachten
Was sich für Hersteller, Händler und Schrauber ändert.
▸ Änderungen im Straßenverkehr 2024 für Motorradfahrer
Euro 5+, CO₂-Steuer, Bußgeld-Angleichung und mehr.
▸ Straßenverkehrsgesetz 2026: Punktehandel verboten – was sich zum 1. Juli ändert
Verbot des Punktehandels (bis 30.000 Euro), Scancars zur Parkkontrolle, längere Verjährungsfrist und digitaler Führerschein.
▸ Grundlage für Sonntagsfahrverbote soll beschlossen werden?
Was die Bundesrats-Drucksache 432/21 vorsieht.
Tempo 80 auf Landstraßen: DVR-Forderung, VMK-Debatte und NVSK 2026
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert seit 2014 Tempo 80 auf schmalen Landstraßen bis sechs Meter Breite. Die Verkehrsministerkonferenz nahm den Bericht im März 2026 zur Kenntnis, ein konkreter Verordnungsentwurf liegt aber nicht vor. Auch die 3. Nationale Verkehrssicherheitskonferenz am 14. April 2026 in Berlin brachte keinen Beschluss – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder legte sich nicht auf ein konkretes Tempolimit fest. Stattdessen rücken zwei andere Themen ins Zentrum, die Motorradfahrer direkt betreffen: die Einführung einer Halterverantwortlichkeit (besonders sensibel, weil die Fahrererkennung am Kraftrad durch Integralhelm technisch anfällig ist) und der flächendeckende Einsatz kamerabasierter Kontrollen (MONOcam) gegen Ablenkung am Steuer.
▸ Tempo 80 auf Landstraßen: Warum die Forderung noch lange kein Beschluss ist
DVR-Forderung, VMK-Beschluss, BMV-Bericht und was das für Motorradfahrer bedeutet.
▸ Tempo 80 nach der NVSK 2026: Kein Beschluss, aber Halterhaftung und Handy-Blitzer rücken näher
Was die Berliner Konferenz gebracht hat und was nicht – und warum Halterhaftung und MONOcam für Motorradfahrer relevanter sind als das Tempolimit selbst.
Womit der DVR seine verkehrspolitischen Forderungen unterfüttert, zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 501 Motorradfahrern, die der Rat im Juli 2026 zum Start der Kampagne „Hartes Pflaster: Landstraße“ veröffentlicht hat. 89 Prozent der Befragten wissen, dass sich die meisten tödlichen Motorradunfälle auf Landstraßen ereignen – 72 Prozent halten das Fahren dort trotzdem für sicher. Die Kampagne läuft seit 2021 und wird vom DVR gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung getragen.
▸ 45 Prozent mit Beinahe-Unfall: Motorradfahrer unterschätzen Landstraße
Die Forsa-Zahlen im Detail, die Kurve als blinder Fleck und was die Unfallstatistik zur Landstraße wirklich sagt.
Kurvenmarkierungen: Zeichen Z343 bisher nur auf einer Erprobungsstrecke
Neben Tempolimits rückt eine zweite Antwort auf die Landstraßen-Unfälle in die verkehrspolitische Debatte: Fahrbahnmarkierungen, die Motorradfahrer auf eine sichere Kurvenlinie führen. Als Zeichen Z343 („Kurvenmarkierung für Zweiradfahrende“) ist das Symbol im Bundesverkehrsblatt bereits eingeführt – allerdings ausschließlich für die Erprobungsstrecke L218 in der Eifel. Rechtlich bindend ist die Markierung nicht, jeder darf sie überfahren. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat forderte im Oktober 2025 das Bundesverkehrsministerium auf, die rechtlichen Voraussetzungen für einen bundesweiten Einsatz zu schaffen; NRW hat die Erprobung im März 2026 auf weitere Abschnitte ausgeweitet.
▸ Kurvenmarkierungen für Motorräder: Norwegen zieht nach, NRW weitet aus
80 Prozent weniger Motorradunfälle mit Personenschaden in Tirol, 61 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten in Schottland – und der Stand der Erprobung in Deutschland, Wales und Norwegen.
Lärm-Plakette: Umweltverbände fordern 80-dB-Grenze und Lärmschutzzonen
Ein Antrag des Bundesverbands gegen Motorradlärm an die Verkehrsministerkonferenz – mitgetragen unter anderem von der Deutschen Umwelthilfe – fordert eine Schallobergrenze von 80 dB(A), ein Verbot werkseitiger Auspuffklappen und Soundgeneratoren sowie bundesweite Lärmschutzzonen mit Plakettenpflicht nach dem Vorbild der Umweltplakette. Je nach Messgröße würde eine 80-dB-Grenze nahezu den gesamten heutigen Motorradbestand betreffen – selbst ein vergleichsweise leiser 125er-Roller liegt beim Standgeräusch bereits darüber. Eine Bestandsschutzregelung ist in den Forderungen nicht vorgesehen.
▸ Lärm-Plakette für Motorräder: Was die 80-dB-Forderung bedeuten würde
Standgeräusch vs. Fahrgeräusch, das Tiroler Modell als Blaupause und was Lärmschutzzonen für Tourenfahrer bedeuten würden.
Polizeipraxis: Kontrollen, Sicherstellungen, Social Media
Die Polizei wird bei Motorradkontrollen zunehmend kreativ – von Rundenzeitmessung bis zur gezielten Auswertung von YouTube-Videos. Auch die europäischen Blitzermarathon-Wochen betreffen Motorradfahrer: Die zweite Speedweek 2026 läuft vom 3. bis 9. August, zusätzlich richtet ROADPOL vom 1. bis 7. Juni eine eigene Kontrollwoche speziell für Zweiradfahrer aus.
▸ Blitzermarathon im August 2026: Auch Motorradfahrer im Visier von ROADPOL
Zweite Speedweek, ROADPOL-Kontrollwoche für Zweiräder und was Motorradfahrer 2026 beachten sollten.
▸ Blitzerranking Deutschland: Der Spitzenplatz hält der Prüfung nicht stand
Warum der Städtevergleich zu Bußgeldeinnahmen und Kontrolldichte teilweise etwas anderes misst, als seine Überschriften vermuten lassen.
▸ Wegen YouTube-Videos: Motorrad sichergestellt, Datenträger kassiert
Polizei Göppingen wertet MotoVlogs systematisch aus.
▸ Sicherstellung wegen fehlendem dB-Killer
dB-Killer war vorhanden, aber unter der Sitzbank – Motorrad trotzdem sichergestellt.
▸ Rennleitung stoppt die Rundenzeiten
Aachener Polizei misst Durchschnittsgeschwindigkeiten auf der Eifelrunde.
Straftaten gegen Motorradfahrer: Wenn Biker zu Geschädigten werden
Motorradfahrer sind nicht nur Adressaten von Verkehrsrecht, sie geraten auch selbst ins Visier. Im Juli 2026 schmierten Unbekannte an neun Stellen auf beliebten Kurvenstrecken östlich von Stuttgart Drohungen gegen Motorradfahrer auf den Asphalt. Die Polizei ermittelt nicht wegen Sachbeschädigung, sondern wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nach Paragraf 315b StGB – ein Straftatbestand, der Freiheitsstrafe vorsieht. Ein zunächst kursierender Verdacht auf ausgebrachtes Öl hat sich nach Angaben der Polizei nicht bestätigt.
Inzwischen halten die Ermittler einen Zusammenhang zwischen den Fällen im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Esslingen für wahrscheinlich. Die Polizeipräsidien Aalen und Reutlingen stehen deshalb im direkten Austausch, die Ermittlungsgruppe sitzt beim Polizeirevier Schorndorf, und die Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde über den Sachverhalt unterrichtet. Zum Motiv und zu möglichen Tatverdächtigen macht die Polizei bislang keine Angaben. Verletzt oder gefährdet wurde nach Angaben der Behörden bisher kein Motorradfahrer.
▸ „Biker stirb“ bei Stuttgart: Was die Polizei zum Ölverdacht sagt
Neun Tatorte im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Esslingen, eine eigene Ermittlungsgruppe beim Polizeirevier Schorndorf – und die Einordnung als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.
▸ „Biker stirb“: Polizei hält Zusammenhang der Fälle für wahrscheinlich
Der Ermittlungsstand aus erster Hand: warum zwei Polizeipräsidien zusammenarbeiten, welcher Wortlaut amtlich bestätigt ist und was die Polizei Motorradfahrern rät.
Internationales Motorradrecht
Gesetze und Urteile aus aller Welt, die für Motorradfahrer relevant sind.
USA
▸ Los Angeles prüft Verkaufsverbot: Wann ein E-Bike als Motorrad gilt
Der Stadtrat von Los Angeles hat am 25. August 2026 einstimmig einen Prüfauftrag beschlossen, ob der Verkauf nicht straßenzugelassener E-Motos verboten werden kann – warum Sur-Ron und Talaria in Kalifornien seit dem 1. Januar 2026 per Gesetz SB 586 als elektrische Offroad-Motorräder gelten und welche Strafen Fahrern und Eltern drohen.
▸ Aufgehobene Helmpflicht in Michigan: Krankenhauskosten steigen um 26 Prozent
Neue Studie: Nach dem Wegfall der universellen Helmpflicht stiegen die stationären Behandlungskosten pro Unfallpatient um 5.785 US-Dollar – die Folgen tragen Steuerzahler und Traumazentren.
▸ Kansas Motorsports Venue Protection Act: Rennstrecken per Gesetz vor Anwohnerklagen geschützt
Kansas immunisiert bestehende Rennstrecken gegen Lärmbeschwerden zugezogener Anwohner – der dritte US-Bundesstaat mit Right-to-Race-Gesetzgebung.
▸ Motorrad-Definition: Gesetzentwurf H.R. 3385 bedroht Autocycles
Eine Änderung der bundesweiten Motorrad-Definition könnte zehntausende Fahrzeuge betreffen.
▸ Supreme Court kippt Trump-Zölle
6:3-Urteil gegen die Zollpolitik. Auswirkungen auf Motorrad-Importe.
Kanada
Seit dem 8. September 2026 erhebt Kanada 50 Prozent Zoll auf Motorräder US-amerikanischen Ursprungs mit Verbrennungsmotoren über 800 Kubikzentimetern. Weil schon die kleinste Harley-Davidson (Nightster, 975 cm³) und die kleinste Indian (Scout Sixty, 999 cm³) darüber liegen, trifft die Maßnahme praktisch das komplette Programm beider Marken. Ausgenommen sind Elektromotorräder, Maschinen bis 800 Kubikzentimeter sowie Fahrzeuge, die bereits im Land oder unterwegs sind.
▸ Kanada verzollt Harley und Indian: Kein Modell bleibt unter 800 Kubik
Seit dem 8. September 2026 erhebt Kanada 50 Prozent Zoll auf Motorräder US-amerikanischen Ursprungs mit mehr als 800 Kubikzentimetern – warum davon praktisch das gesamte Programm von Harley-Davidson und Indian betroffen ist, welche Maschinen ausgenommen bleiben und was das für die Preise bedeutet.
Schweiz
▸ Rennverbot nach 67 Jahren aufgehoben
Beide Parlamentskammern stimmten für die Aufhebung des historischen Rundstreckenverbots.
Niederlande
▸ Hells Angels in den Niederlanden verboten
Zivilgericht Utrecht: Verbot wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung.
Großbritannien
▸ James May vor Gericht: Wenn ein nicht versichertes Oldtimer-Motorrad zum Problem wird
Continuous Insurance Enforcement: Warum allein der Besitz eines unversicherten Fahrzeugs in Großbritannien strafbar ist – und wie es auch Sammler treffen kann.
▸ Guy Martin muss sechs Monate auf Führerschein verzichten
Zwei Geschwindigkeitsverstöße auf dem Motorrad kosten den Ex-TT-Piloten den Führerschein. Das britische Punktesystem greift automatisch – Martin akzeptiert die sechsmonatige Sperre.
▸ NMC fordert Anerkennung des Motorrads als Verkehrsmittel
Paradigmenwechsel in der britischen Verkehrspolitik gefordert.
▸ Britische Motorradbranche fordert umfassende Führerscheinreform
MCIA, NMC und NMDA reichen gemeinsame Stellungnahme zur DVSA-Konsultation ein: Rückkehr zur einteiligen Prüfung, Anreize für den Aufstieg vom CBT zur Volllizenz und Berücksichtigung elektrischer L-Kategorie-Fahrzeuge.
▸ Britisches Motorrad-Erbe unter Druck: Verbände fordern Schutzmaßnahmen
VMCC und NMC veröffentlichen Grundsatzpapier: 400.000 Klassiker, 1,6 Milliarden Pfund Wirtschaftsleistung – und wachsende Bedrohungen durch Kraftstoffpolitik und Umweltauflagen.
▸ NMC-Plan gegen Motorraddiebstahl: Was sofort greift und was Wunsch bleibt
Am 21. September 2026 hat der National Motorcyclists Council mit Unterstützung der MCIA einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt: härtere Strafen, Pflichtregistrierung für neue Offroad-Motorräder, Tracker ab Werk, strengere Regeln für den Online-Handel. Die Motorcycle Action Group fordert zugleich, Motorraddiebstahl endlich getrennt zu erfassen – und verweist auf die neuen Tracker-Durchsuchungsbefugnisse aus dem Crime and Policing Act 2026.
Russland / annektierte Krim
▸ Krim verbietet Motorräder nachts: Motorenlärm soll Drohnenabwehr stören
Die von Russland eingesetzte Verwaltung untersagt seit dem 17. Juni 2026 die nächtliche Nutzung von Motorrädern, Rollern und Quads – offiziell, weil der Motorenlärm die Drohnenabwehr stören soll.
Italien
▸ Italien setzt Motorradsteuer 2027 aus: Wer profitiert und wer nicht
Der Ministerrat hat am 16. September 2026 die Aussetzung der Kfz-Steuer (Bollo) für 2027 beschlossen – für Motorräder ohne Hubraum- oder Leistungsgrenze, für Autos nur bis 80 kW, jeweils nur ein Fahrzeug pro Privatperson.
▸ Piacenza: Illegale Nachtrennen kehren zurück und werden zur Social-Media-Show
Vollgasfahrten und Wheelies auf einer für den Verkehr offenen Straße, über soziale Netzwerke verabredetes Publikum – und warum die täglichen Kontrollen von Carabinieri und Polstrada an der Statale 45 wenig ausrichten.
Malaysia
▸ Superman-Trick auf dem Motorrad: Drei Frauen in Malaysia festgenommen
Ein 48 Sekunden langes Video von der Kuantan-Umgehungsstraße führte binnen weniger Tage zu drei Festnahmen – wie konsequent Malaysia gefährliche Stunts im Straßenverkehr verfolgt.
Motorsport-Regulierung
▸ Superbike Road Racing: Verbot auf öffentlichen Straßen ab 2026
FIM und IRRC streichen die Superbike-Klasse auf öffentlichen Straßen.
Motorradpolitik: Wer kämpft für deine Rechte?
Verbände wie FEMA, BVDM und nationale Organisationen setzen sich für Motorradfahrer ein.
Wenn neue Gesetze oder Fahrverbote drohen, sind es meist die Verbände, die als erste dagegen vorgehen. Die FEMA vertritt Motorradfahrer auf EU-Ebene, der BVDM kämpft in Deutschland gegen Streckensperrungen und unverhältnismäßige Polizeimaßnahmen. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es dafür im Europäischen Parlament erstmals einen festen Anlaufpunkt: Der parteiübergreifende Motorcycling MEP Club unter Vorsitz des deutschen Abgeordneten Andreas Glück (Renew Europe) bringt Abgeordnete mit Herstellern, Fahrerverbänden und Sicherheitsfachleuten zusammen. FEMA und FIM sind dort offizielle Beobachter, die Verwaltung liegt beim Herstellerverband ACEM. Am Sudelfeld hat der Verband die Klage gegen die einseitige Motorradsperre bis zum Urteil begleitet: Das Verwaltungsgericht München wies sie am 29. Juli 2026 ab und stufte die Anordnung des Landratsamtes Rosenheim für die B 307 als zulässige Erprobungsmaßnahme ein. Der BVDM wartet nun die schriftlichen Urteilsgründe ab und macht weitere Schritte davon abhängig, ob die Sperrung zur Saison 2027 dauerhaft wird.
▸ Motorcycling MEP Club: Motorradfahrer bekommen Stimme in Brüssel
Gründung am 1. Juli 2026, ein Vorstand aus vier Ländern und vier Fraktionen, FEMA und FIM als Beobachter – und welche Themen von Führerscheinregeln bis Umweltvorgaben der Club begleiten soll.
▸ EU-Motorrad-HU: Warum die Sicherheitsdebatte eine Lobby-Frage ist
FEMA und nationale Verbände: Technische Defekte bei unter 2% der Unfälle ursächlich.
▸ Motorradverbände fordern Mitsprache: FIM Europe, FEMA und NMC veröffentlichen Positionspapier 2026
77 Organisationen stellen 17 Forderungen zu Elektrifizierung, Führerschein, Infrastruktur und Leitplanken.
▸ NMCU: Norwegen setzt auf Dialog statt Altersgrenze
Vier tödliche Unfälle bei unter 18-jährigen A1-Fahrern 2024: Warum NMCU Prävention über eine Altersanhebung stellt und was FEMAs Young Riders Initiative dazu beiträgt.
▸ Sudelfeld: Klage wirft Landkreis Verfahrensmängel vor
BVDM-unterstützte Klage: Fehlende Transparenz und politische Einflussnahme.
▸ Sudelfeld-Fahrverbot bestätigt: Jetzt entscheidet die Saison 2027
Das VG München weist die Klage am 29. Juli 2026 ab und hält die Anordnung des Landratsamtes Rosenheim für rechtmäßig. Der Verkehrsversuch endet Ende September 2026 – über eine dauerhafte Sperrung wird zur Saison 2027 entschieden.
▸ Motorradverbot L 1152 bei Sonneberg: trotz Klage jetzt auch freitags
Auch in Thüringen unterstützt der BVDM eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Meiningen – während der Landkreis Sonneberg das Verbot 2026 sogar auf Freitage ausweitet.
▸ Steel & Speed 2026: Berlins Motorradszene zeigt, was Artikel 2 bedeutet
44 Teams, erstmals Demonstrationsfahrt durch Berlin: Wie die Bikerkultur für Grundrechte und freie Entfaltung einsteht.
FIA Road Safety Index: Ein Sicherheitsmaßstab, der Motorräder ausdrücklich mitzählt
Wie Sicherheitsvorgaben entstehen, entscheidet sich nicht nur in Parlamenten. Der Automobilweltverband FIA hat seinen Road Safety Index 2026 von drei auf fünf Sterne erweitert und bewertet damit, wie Unternehmen Verkehrssicherheit organisieren, messen und nachweisen. Für Motorradfahrer ist daran vor allem eines relevant: Anders als die EU-Verordnung 2019/2144 (Fahrzeugklassen M, N und O) oder die Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung (Klassen M und N), die Motorräder der Klasse L jeweils außen vor lassen, schließt der Index das Zweiradgeschäft ausdrücklich ein. Honda hat als erstes Unternehmen die Höchstwertung in der Kategorie Produkte und Dienstleistungen erhalten, geprüft in 17 Ländern, die zusammen mehr als 90 Prozent des weltweiten Motorrad- und Autoabsatzes des Konzerns abdecken. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem wirbt dafür, dass auch Regierungen prüfen, ob sich die Methodik des Index für Regulierungsrahmen nutzen lässt – aus einem freiwilligen Rating könnte damit perspektivisch ein Baustein staatlicher Sicherheitsstandards werden.
▸ Honda holt fünf FIA-Sterne: Was das für Motorradfahrer bedeutet
Wie der Index aufgebaut ist, welche drei Prüfmodule für vier und fünf Sterne dazukommen, welche 17 Länder geprüft wurden und warum Hondas Ziele – halb so viele Verkehrstote bis 2030, keine mehr bis 2050 – Motorräder ausdrücklich einschließen.
Freedom is our Religion: Zehnte Motorraddemo in Berlin
▸ Freedom is our Religion: 700 Biker und der Streit ums Polizeigesetz
Mehr als 700 Motorräder rollten am 12. September 2026 durch die Berliner Innenstadt – warum der Verein seit der Änderung des Vereinsgesetzes 2017 demonstriert, welche sieben Redner aus Clubs, Verbänden und Initiativen auftraten und worum es beim Normenkontrollantrag gegen das verschärfte Berliner Polizeigesetz geht.
Immer auf dem Laufenden bleiben
Motorradrecht ist kein statisches Thema. Diese Seite wird laufend aktualisiert, sobald relevante Entscheidungen fallen.
Alle aktuellen Artikel findest du auch unter Rechtliches in der Artikelübersicht. Für Streckensperrungen und lokale Fahrverbote siehe die separate Übersichtsseite Streckensperrungen.
Du hast einen Hinweis auf ein relevantes Urteil, eine Gesetzesänderung oder eine politische Entwicklung? Schreib uns – wir greifen das Thema gerne auf.











