- Übernahme durch Arcmont und HPS nach EU Freigabe
- Schuldenreduzierung um 190 Millionen Euro €
- Zusätzliche Investition von 30 Millionen Euro €
Nach Monaten intensiver Gespräche mit Gläubigern ist die Zukunft von Dainese neu geordnet. Der Eigentümerwechsel beendet eine Phase erheblicher finanzieller Unsicherheit, die weniger mit den Produkten als mit der bisherigen Finanzstruktur zusammenhing.
Neuer Eigentümerkreis nach EU Genehmigung
Die Europäische Kommission hat der Übernahme durch Arcmont Asset Management und HPS Investment Partners zugestimmt. HPS gehört seit Kurzem zum Einflussbereich von BlackRock, dem weltweit größten Vermögensverwalter. Damit endet die Eigentümerschaft der Carlyle Group, die Dainese im Jahr 2022 für 630 Millionen Euro € 683 Millionen $ übernommen hatte.
Der Verkauf erfolgte nun zum symbolischen Preis von 1 Euro €. Entscheidend war nicht der Kaufpreis, sondern die Neuordnung der Verbindlichkeiten.
Schuldenabbau und frisches Kapital
Im Zuge der Transaktion wurden die Verbindlichkeiten von Dainese um 190 Millionen Euro € (205 Millionen $) reduziert. Damit sinkt der Schuldenstand von über 300 Millionen Euro € auf rund 142 Millionen Euro €. Zusätzlich stellen die neuen Eigentümer 30 Millionen Euro € Eigenkapital für Investitionen bereit. Ergänzend wurde eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 45 Millionen Euro € vereinbart.
Diese Maßnahmen sollen dem Unternehmen finanziellen Spielraum verschaffen, um Produktentwicklung und Innovationen fortzuführen. Laut Unternehmensangaben bleibt der operative Betrieb unverändert. Die weltweit betriebenen Dainese Stores, darunter sechs Standorte in Deutschland, sollen wie gewohnt geöffnet bleiben.
Hintergrund der finanziellen Krise
Die angespannte Lage hatte sich über mehrere Jahre aufgebaut. Nach dem Verkauf durch Firmengründer Lino Dainese im Jahr 2014 an Investcorp wechselte das Unternehmen mehrfach den Eigentümer. Der hohe Kaufpreis von 630 Millionen Euro €, den Carlyle zahlte, belastete die Bilanz erheblich. Erwartete Wachstumsimpulse, insbesondere in Asien, sollen hinter den Prognosen zurückgeblieben sein. Abschreibungen und Zinslasten führten schließlich zu hohen Verlusten.
Zur Gruppe gehört auch der Helmhersteller AGV, der ebenfalls von der finanziellen Restrukturierung betroffen ist.
Einordnung aus dem Motorsportumfeld
Unabhängig von der finanziellen Neuaufstellung gab es zuletzt Veränderungen im Rennsport. Der dreifache WorldSBK Champion Toprak Razgatlioglu wird zur Saison 2026 im MotoGP Umfeld nicht mehr mit Dainese antreten, sondern zu Alpinestars wechseln. Auch Jack Miller tritt künftig in Lederkombis des Konkurrenzherstellers an. Beide Fahrer werden im Umfeld von Yamaha aktiv sein. Diese sportlichen Entscheidungen stehen laut Berichten nicht in direktem Zusammenhang mit der Eigentümerstruktur.
Ausblick für Mitarbeiter und Marke
Für die rund 1.200 Beschäftigten in Italien, Rumänien, Tunesien und Vietnam bedeutet die Einigung vor allem Stabilität. Die neuen Eigentümer kündigen an, die bestehende Strategie fortzuführen und gleichzeitig Investitionen in Technologie, Schutzsysteme und Design zu ermöglichen. Ob der Einstieg von Finanzinvestoren langfristig Ruhe in die Eigentümerstruktur bringt, bleibt abzuwarten.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für dich als Motorradfahrer ändert sich im Alltag zunächst wenig. Dainese bleibt am Markt aktiv, die Stores sind geöffnet und bestehende Produkte, Garantien sowie Serviceleistungen sollen unverändert bestehen bleiben. Durch den deutlichen Schuldenabbau und die zusätzliche Investition von 30 Millionen Euro erhält das Unternehmen finanziellen Spielraum, um Entwicklung und Produktion weiterzuführen. Kurzfristig sind keine Hinweise auf Einschnitte im Sortiment oder bei der Verfügbarkeit zu erkennen. Mittel bis langfristig bleibt abzuwarten, ob sich der stärkere Einfluss von Finanzinvestoren auf Preise, Modellpolitik oder Innovationsgeschwindigkeit auswirkt. Für den Moment steht jedoch Stabilisierung im Vordergrund, nicht eine Neuausrichtung zulasten der Kunden.
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