- V2-Motor auf 996 cm³ vergrößert, 106 PS (78,5 kW) bei 9.000/min
- 95 Nm bei 6.500/min
- Trockengewicht 225 kg, Hinterreifen 240/55 ZR17
Die Cyclone RA1000 tritt nach langer Verzögerung aus dem Schatten ihres Konzeptvorgängers. Als die Studie RA9 vor vier Jahren für Aufsehen sorgte, galt sie als eines der ambitioniertesten Motorräder aus chinesischer Produktion. Inzwischen hat sich die Industrie dort jedoch rasant entwickelt. Während Marken wie CFMoto, QJMotor oder Kove die Messlatte immer höher legen, bringt Cyclone nun dennoch das Serienmodell auf den Markt, das optisch und technisch eng an die ursprüngliche Idee anknüpft.

Design zwischen Konzept und Serienreife
Überarbeitete Optik mit bekannten Elementen
Die Grundform der RA1000 orientiert sich weiterhin am 2021 gezeigten Konzept. Besonders die vordere Hälfte mit Lampenverkleidung, Tank und seitlichen Kühlerschalen blieb nahezu unverändert. Das Heck wirkt weniger extrem als bei der Studie, behält jedoch die eigenständige Gestaltung über der Einarmschwinge bei.
Eine starke visuelle Nähe zu italienischen Power-Cruisern ist unverkennbar. Der breite 240er Hinterreifen, der kurze Auspuff auf der rechten Seite und die gedrungene Silhouette erinnern stark an die Ducati Diavel. Optisch tritt die RA1000 nicht kleiner auf und setzt vor allem hinten deutliche Akzente.

Technik: Aprilia-V2 mit chinesischer Weiterentwicklung
Überarbeiteter Shiver-Motor
Die technische Basis stammt eindeutig von der Aprilia Shiver 900. Rahmen und Motorlayout sind klar zu erkennen, doch Zongshen vergrößerte den Hubraum. Durch eine Erweiterung der Bohrung von 92 auf 97 Millimeter, kombiniert mit dem originalen Hub von 67,4 Millimetern, steigt das Volumen auf 996 Kubikzentimeter.
Damit verbunden sind Leistungsdaten, die leicht über dem Shiver-Niveau liegen. Cyclone nennt 106 PS (78,5 kW) bei 9.000/min sowie ein maximales Drehmoment von 95 Nm bei 6.500/min. Der Motor gilt aus seiner Aprilia-Zeit als kultiviert und drehfreudig, weshalb der Einsatz im Cruiser-Konzept naheliegt.
Fahrwerk und Gewicht
Die Kombination aus Stahlrohr- und Aluminiumrahmen ähnelt dem bekannten Shiver-Aufbau. Markant bleibt die Einarmschwinge, die bereits das Konzept definierte. Trotz massiver Optik fällt das Trockengewicht mit 225 Kilogramm vergleichsweise moderat aus. Die Shiver lag mit 199 Kilogramm zwar deutlich darunter, dennoch bleibt die RA1000 im realistischen Bereich für einen Power-Cruiser.

Marktposition und internationale Perspektiven
China als Kernmarkt, Europa mit Fragezeichen
Während Zongshen in China zu den etablierten Herstellern zählt und dort bereits Aprilia-Modelle über ein Joint Venture fertigt, agiert die Premium-Marke Cyclone international vorsichtiger. In Europa ist sie bisher nur regional vertreten. Die RA1000 wird bereits auf chinesischen Straßen gesichtet, doch ein offizieller Preis und eine klare Aussage zur europäischen Verfügbarkeit fehlen bisher.
Konkurrenzumfeld hat sich stark verändert
Seit ihrer Vorstellung 2021 hat sich die chinesische Motorradlandschaft rasant weiterentwickelt. Modelle von CFMoto, Zontes, QJMotor oder neuen Playern wie Kove oder Souo haben das Leistungsniveau deutlich angehoben. Der Shiver-basierte Unterbau der RA1000 wirkt deshalb nicht mehr so innovativ wie zur Konzeptpräsentation. Dennoch soll der Mix aus kraftvollem V2, eigenständigem Design und markantem Cruiser-Auftritt eine relevante Nische bedienen.

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