- Offizielle Präsentation am 18. März 2026, kurz vor der Osaka Motorcycle Show
- Silhouette im Teaser-Video erinnert stark an die Kawasaki Ninja ZX-4RR
- Modellname, Ausstattung und Verfügbarkeit für Europa noch nicht bestätigt
Bimota hat in den eigenen Social-Media-Kanälen ein kurzes Teaser-Video veröffentlicht, das die Silhouette eines neuen Motorrads zeigt. Dazu gibt es eine klare Terminansage: Am 18. März 2026 soll das neue Modell offiziell vorgestellt werden, nur wenige Tage vor dem Start der Osaka Motorcycle Show in Japan. Das Motto der Ankündigung lautet „Espresso di Bimota“ und liefert zusammen mit dem Teaser-Bild bereits einige Hinweise darauf, was sich hinter dem neuen Projekt verbergen könnte.

Silhouette deutet auf Kawasaki Ninja ZX-4RR als Basis
Die im Teaser-Video erkennbare Silhouette lässt sich recht eindeutig der Kawasaki Ninja ZX-4RR zuordnen. Formen und Proportionen stimmen nahezu überein, was die technische Verwandtschaft nahelegt. Das wäre keine Überraschung, denn Kawasaki hält seit 2019 knapp 50 Prozent der Anteile am legendären italienischen Kleinserien-Hersteller aus Rimini. Sämtliche aktuellen Bimota-Modelle basieren seitdem auf Kawasaki-Technik. Die bekannteste Zusammenarbeit ist die Bimota KB998 Rimini, die auf der Kawasaki Ninja ZX-10RR aufbaut und seit 2025 auch in der Superbike-Weltmeisterschaft eingesetzt wird.
Auch der Zeitpunkt und Ort der Präsentation sind ein deutlicher Hinweis. 400er-Modelle haben traditionell in Japan den größten Stellenwert, und die Osaka Motorcycle Show ist eine der wichtigsten Branchenmessen im asiatischen Raum. Dass Bimota die Enthüllung gezielt in dieses Umfeld legt, spricht dafür, dass der japanische Markt eine zentrale Rolle bei der Vermarktung spielen soll.
Hochdrehender Reihenvierzylinder mit 399 Kubik
Sollte die Kawasaki Ninja ZX-4RR tatsächlich als technische Basis dienen, würde die neue Bimota deren Reihenvierzylinder-Motor mit 399 Kubikzentimetern Hubraum übernehmen. In der aktuellen Kawasaki-Abstimmung leistet das Triebwerk 77 PS (57 kW) bei 14.500 Umdrehungen pro Minute. Mit Ram-Air-Staudruck bei hohen Geschwindigkeiten sollen es angeblich bis zu 80 PS (59 kW) sein. Eine nennenswerte Leistungssteigerung über diese Werte hinaus wäre in einer straßenzugelassenen Bimota-Version mit Abgasreinigung kaum zu erwarten.
Der Vierzylinder der ZX-4RR ist in seiner Hubraumklasse ein Sonderfall: Kein anderer aktueller 400er-Motor dreht bis in solche Regionen und bietet dabei vier Zylinder. Genau das könnte zum Namen „Espresso“ passen, der in der italienischen Kaffeekultur für ein kleines, aber konzentriertes und intensives Ergebnis steht.
Weniger Gewicht durch Carbon und Titan?
Die Kawasaki Ninja ZX-4RR bringt nach Werksangaben 189 Kilogramm (417 lbs) fahrfertig auf die Waage, mit gefülltem 15-Liter-Benzintank und einem Gitterrohrrahmen aus Stahl. Bei einer Bimota-Version dürfte die Gewichtsreduzierung eines der zentralen Themen sein. Verkleidungsteile aus Carbon, eine Abgasanlage aus Titan und hochwertige Anbauteile aus Aluminium-Frästeilen gehören bei Bimota traditionell zum Konzept. Beim großen Schwestermodell KB998 Rimini setzt Bimota bereits auf handlackierte Rahmen, Carbon-Verkleidungen und Brembo-Bremsanlagen.
In verschiedenen internationalen Medien wird spekuliert, dass die neue 400er unter 180 Kilogramm (397 lbs) wiegen könnte. Auch von Brembo-Bremsen, geschmiedeten Felgen und einer Lithium-Ionen-Batterie ist die Rede. Offiziell bestätigt ist davon allerdings nichts. Ebenso kursieren Preisschätzungen zwischen 18.000 und 22.000 Euro (circa 18.900 bis 23.100 US-Dollar), was in etwa dem Doppelten der Kawasaki Ninja ZX-4RR entsprechen würde. Diese Zahlen basieren jedoch ausschließlich auf Spekulationen und der Erfahrung mit bisherigen Bimota-Modellen, nicht auf Angaben des Herstellers.
Möglicher Modellname: Bimota KB399 Espresso
Beim Modellnamen lässt sich eine logische Herleitung anstellen. Die aktuelle Bimota KB998 Rimini trägt das Kürzel KB für die Zusammenarbeit zwischen Kawasaki und Bimota, gefolgt vom Hubraum 998. Überträgt man dieses Schema auf ein 400er-Modell, ergibt sich die Bezeichnung KB399. Der Zusatz „Espresso“ stammt direkt aus dem Teaser und dem Motto der Ankündigung. Ob Bimota diesen Namen tatsächlich übernimmt, bleibt bis zur offiziellen Präsentation offen.
Nicht die erste 400er in der Bimota-Geschichte
Bimota hat bereits Erfahrung mit der 400er-Klasse. In den 1980er-Jahren produzierte der Hersteller die YB7 Folgore auf Basis der Yamaha FZR 400. Seit der Beteiligung von Kawasaki im Jahr 2019 sind allerdings ausschließlich KB-Modelle auf Kawasaki-Basis im Programm, darunter die KB998 Rimini, die Tesi H2 mit dem aufgeladenen Motor der Kawasaki Ninja H2 und die retro-orientierte KB4.
Europa-Verfügbarkeit und möglicher Renneinsatz noch unklar
Ob die neue Bimota ausschließlich für den japanischen Markt gedacht ist oder auch nach Europa kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Die Kawasaki Ninja ZX-4RR kostet in Deutschland aktuell rund 10.000 Euro (circa 10.500 US-Dollar). Dass eine Bimota-Version deutlich teurer ausfallen würde, steht außer Frage. In welcher Größenordnung sich der Aufpreis bewegt, lässt sich vor der offiziellen Vorstellung nur vermuten.
Interessant ist auch die Frage nach einem möglichen Renneinsatz. Die Kawasaki ZX-4RR wird in Großbritannien bereits in der Kawasaki Superteen-Klasse eingesetzt und wechselt 2026 in eine neue Junior-Sportbike-Kategorie. Ob Bimota mit der neuen 400er auch auf Rennstreckenebene aktiv werden könnte, etwa in der neuen World-Sportbike-Klasse, ist reine Spekulation. Bei der KB998 Rimini war der Renneinsatz in der Superbike-WM allerdings von Anfang an Teil des Plans.
Am 18. März 2026 wird Bimota die Karten auf den Tisch legen. Bis dahin bleibt „Espresso di Bimota“ ein vielversprechendes Versprechen mit einer Silhouette, die ziemlich deutlich in Richtung Kawasaki Ninja ZX-4RR zeigt.

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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich.
Verantwortlich für die Seiten www.Motorcycles.News, www.Motorrad.Training und den YouTube-Kanal "Motorrad Nachrichten", sowie deren social Media-Seiten.









