- Neuer E-Motor mit 19,2 kW (circa 26 PS) Spitzenleistung
- 5,5 kWh Akku für 2 bis 3 Stunden Enduro-Betrieb
- 112 kg fahrbereit, ab 16 Jahren mit A1 oder B196 fahrbar
KTM hatte die Neuauflage der Freeride E ursprünglich für Anfang 2025 angekündigt. Die Insolvenz-Turbulenzen rund um das Stammwerk in Mattighofen machten dem Zeitplan jedoch einen Strich durch die Rechnung und verzögerten den Produktionsstart erheblich. Ab April 2026 steht die Elektro-Enduro nun als Modelljahr 2027 bei den KTM-Händlern. Flankiert wird der verspätete Marktstart von einer ungewöhnlichen Marketing-Aktion: Der sechsjährige Zayn Sofuoglu, Sohn des fünffachen Supersport-Weltmeisters Kenan Sofuoglu, durfte die Freeride E für ein Promovideo bewegen und fuhr dabei direkt nach dem Aufsteigen über eine Holzleiter einen Wheelie.

KTM Freeride E seit 2014: Vom Pionier zur zweiten Generation
Die Geschichte der KTM Freeride E reicht zurück bis ins Jahr 2014. Damals stellten die Österreicher die erste Generation in den Varianten Enduro und Motocross vor. KTM beschreibt die Weiterentwicklung so: “2014 wurde die erste KTM Freeride E in den Varianten Enduro und Motocross vorgestellt. Später kam eine für den Straßenverkehr zugelassene Version hinzu. Ein Jahrzehnt später ist die Technologie fortgeschrittener, die Hardware besser und leichter, die Software intelligenter.” Diese Aussage tätigte der Hersteller bereits im Oktober 2024 bei der erstmaligen Vorstellung der neuen Generation. An dem Grundkonzept einer kompakten, leichten und geländetauglichen Elektro-Enduro hat sich seither nichts geändert, wohl aber an der Technik im Detail.
Neuer E-Motor: 19,2 kW Spitzenleistung bei 8,3 kW Nennleistung
Den Kern der Freeride E bildet ein von KTM neu entwickelter, flüssigkeitsgekühlter Elektromotor mit 50,4 Volt Betriebsspannung. In der Spitze stehen bis zu 19,2 kW (circa 26 PS) zur Verfügung, die formale Dauer-Nennleistung liegt bei 8,3 kW (circa 11 PS). Das maximale Drehmoment beträgt 37,6 Nm und fällt damit geringer aus als bei der Vorgängerversion, die noch 42 Nm lieferte. Als Höchstgeschwindigkeit gibt KTM 95 km/h an.
Durch die Nennleistung von 8,3 kW bleibt die Freeride E formal ein Leichtkraftrad der 125er-Kategorie. In Europa darf sie ab 16 Jahren mit dem Führerschein der Klasse A1 bewegt werden, in Deutschland auch mit der Pkw-Führerscheinerweiterung B196. Praktisch relevant ist dabei auch das Leistungsgewicht-Limit der A1-Klasse von maximal 0,1 kW pro Kilogramm, das bei 112 kg Fahrzeuggewicht komfortabel eingehalten wird.
Der neue E-Motor ist wasser- und staubdicht ausgeführt und soll leiser arbeiten als sein Vorgänger. Da nur ein Gang zum Einsatz kommt, entfallen Kupplung und Schaltung komplett. Stattdessen bedienen beide Handhebel die Bremsen.

Drei Fahrmodi und dreistufige Rekuperation
Die Leistungsabgabe lässt sich über drei Fahrmodi steuern: Eco, Normal und Sport. Ergänzend dazu stehen drei Rekuperationsstufen (Aus, Mittel, Hoch) zur Verfügung, die sowohl das Verzögerungsverhalten als auch die Energierückgewinnung beeinflussen. Eine einstellbare Schlupfregelung gehört ebenfalls zur Ausstattung. Ein Kippsensor unterbricht bei einem Sturz die Stromzufuhr.
5,5 kWh Akku: 20 Prozent mehr Kapazität als beim Vorgänger
Das Akkupack vom Typ MX50 basiert auf Lithium-Ionen-Technik und bietet eine Kapazität von 5,5 kWh (110 Ah). Im Vergleich zur ersten Generation entspricht das einer Steigerung um 1,5 kWh, was laut KTM rund 20 Prozent mehr Fahrzeit oder Reichweite ergibt. Je nach Einsatzprofil sollen zwei bis drei Stunden Enduro-Betrieb möglich sein.
Das Akkupack wiegt 29 Kilogramm und ist laut Hersteller in weniger als zehn Minuten austauschbar. Wer ein zweites Pack bereithält, kann die Nutzungsdauer entsprechend verlängern. Die Akkuzellen sollen mehr als 1.000 Ladezyklen überstehen und danach noch rund 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität behalten.
Die Ladezeiten fallen allerdings vergleichsweise lang aus. Eine vollständige Ladung an einer Standard-Steckdose dauert mit dem mitgelieferten 660-Watt-Ladegerät circa acht Stunden (480 Minuten). Von 20 auf 80 Prozent vergehen laut KTM vier bis fünf Stunden (rund 360 Minuten).

Sportenduro-Fahrwerk von WP mit bis zu 250 mm Federweg
Das Fahrwerk setzt auf einen Rahmen aus Chrom-Molybdän-Stahlrohren, in dem die Einheit aus Motor und Batterie schwerpunktgünstig als mittragendes Element integriert ist. Das Rahmenheck besteht aus Aluminium und glasfaserverstärktem Nylon und ist für den Solo-Betrieb ausgelegt.
Vorne arbeitet eine einstellbare WP XACT Upside-down-Telegabel mit 250 Millimetern Federweg. Hinten kommt ein WP XPLOR-Federbein mit PDS-System zum Einsatz, das 240 Millimeter Federweg bietet. Die Scheibenbremsen messen 260 Millimeter im Durchmesser an der Vorderachse und 220 Millimeter an der Hinterachse.
Weder ABS noch ein kombiniertes Bremssystem (CBS) sind verbaut. Das ist trotz Straßenzulassung zulässig, da für Sport-Enduros mit einer Sitzhöhe von über 900 Millimetern als Einsitzer eine Ausnahmeregelung greift.
112 Kilogramm fahrbereit: Leicht, hoch und geländetauglich
Fahrbereit wiegt die KTM Freeride E 112 kg (247 lbs). Die Sitzhöhe liegt bei 910 Millimetern und die Bodenfreiheit bei 360 Millimetern, beides typische Werte für eine sportliche Enduro. Die Drahtspeichenräder tragen Reifen in den Dimensionen 90/90-21 vorne und 120/90-18 hinten.

Verfügbarkeit und Preis der KTM Freeride E 2027
Die überarbeitete KTM Freeride E ist ab April 2026 im Handel erhältlich. Einen offiziellen Preis hat KTM bislang nicht kommuniziert. Als Orientierung kann der letzte Preis der Vorgängerversion Freeride E-XC dienen, die 2023 bei circa 13.000 Euro lag. In Italien soll ein Preis von 10.590 Euro (circa 11.100 USD) kursieren. Ob unter den Schwestermarken Husqvarna und GasGas in absehbarer Zeit verwandte Elektro-Enduros folgen, bleibt abzuwarten.


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