- Zivilpolizisten des VSD 13 (Abt. Verkehr) beobachteten den Fahrer auf der A100
- Geschätzte Geschwindigkeit laut Polizei: 170 bis 180 km/h bei dichtem Verkehr
- Motorrad als Beweismittel beschlagnahmt, Ermittlung wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens
Was am Sonntagmorgen als routinemäßige Fahrt zweier Zivilpolizisten auf der A100 begann, entwickelte sich schnell zu einer Verfolgung. Ein Motorradfahrer fuhr laut Polizeiangaben mit lautem Auspuff und deutlich überhöhter Geschwindigkeit an dem zivilen Polizeifahrzeug vorbei. Die Beamten des Verkehrssicherheitsdienstes 13 (Abt. Verkehr) waren zu diesem Zeitpunkt mit rund 80 km/h unterwegs, doch der Biker zog links vorbei, als stünden sie still.

Polizei konnte bei 140 km/h nicht aufschließen
Die Beamten beschleunigten stark, um den Motorradfahrer einzuholen. Doch selbst bei Tempo 140 baute die Maschine laut Polizeibericht weiter Abstand auf. Der Fahrer duckte sich demnach auf seinem Motorrad ab, legte sich tief in die Kurven und sprang immer wieder durch Lücken zwischen den Fahrzeugen. In einem weiteren Streckenabschnitt beschleunigte er auf geschätzte 170 bis 180 km/h, und das in einem Bereich mit engen Kurven, dichtem Verkehr und deutlich geringerer erlaubter Höchstgeschwindigkeit.
Andere Verkehrsteilnehmer mussten laut Polizei auf das herannahende Motorrad reagieren. Mindestens ein Autofahrer bremste ab und wich aus, als sich die Maschine mit hoher Geschwindigkeit näherte.
Kontrolle erst kurz vor dem Treptower Park
Kurz vor dem Treptower Park gelang es den Zivilpolizisten schließlich, den Motorradfahrer einzuholen, anzuhalten und zu kontrollieren. Als die Beamten ihm den Vorwurf eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eröffneten, zeigte sich der Fahrer laut Polizei einsichtig. „Ja, ich bin viel zu schnell gefahren. Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich komme gerade von einem Date“, sagte er gegenüber den Polizisten.
Motorrad beschlagnahmt, Telemetriedaten werden ausgewertet
Das Motorrad, ein rotes Naked Bike, wurde noch vor Ort als Beweismittel beschlagnahmt und im Auftrag des ADAC auf einen Abschleppwagen geladen. Die Ermittler wollen nun unter anderem die Telemetriedaten der Maschine auswerten. Moderne Motorräder zeichnen Geschwindigkeitsverläufe und andere Fahrdaten auf, die als Beweismittel vor Gericht verwendet werden können.
Gegen den Fahrer wird wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ermittelt. Seit der Verschärfung des Paragrafen 315d StGB im Jahr 2017 drohen bei einem solchen sogenannten Alleinrennen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen. Werden andere Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet, kann die Strafe deutlich höher ausfallen.
Die A100 als Berliner Schwerpunkt für Geschwindigkeitsdelikte
Die Berliner Stadtautobahn A100 gilt seit Jahren als Schwerpunkt für Fahrten mit massiv überhöhter Geschwindigkeit. Auf den meist auf 80 km/h begrenzten Abschnitten werden regelmäßig Fahrer mit weit überhöhtem Tempo gemessen. Im September 2024 etwa wurde auf der A100 ein Autofahrer mit 218 km/h in einer 80er-Zone geblitzt. Bei einer siebenstündigen Kontrolle in Höhe des Westhafenkanals waren damals 369 von rund 7.000 gemessenen Fahrzeugen zu schnell unterwegs.
Auch Motorradfahrer geraten auf der Berliner Stadtautobahn immer wieder ins Visier der Polizei. Bereits 2022 wurde ein 21-jähriger Kawasaki-Fahrer auf der A100 mit 174 km/h gestoppt. Er hatte seinen Führerschein erst kurz zuvor erhalten. 2023 verfolgte die Berliner Polizei einen Motorradfahrer sogar per Hubschrauber, nachdem dieser auf der Stadtautobahn deutlich zu schnell unterwegs war.
Ob das Date des Fahrers gut oder schlecht verlaufen war, ließ die Polizei Berlin in ihrem Facebook-Beitrag mit einem Augenzwinkern offen. Die Heimfahrt dürfte sich allerdings in jedem Fall als kostspielig erweisen.

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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich.
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