- Tönungswechsel laut Hersteller in unter einer Sekunde
- Energieversorgung über integriertes Solarpanel, ohne Batterie
- Kompatibel mit Race R Pro GP, Aeron GP und Aeron
Wechselnde Lichtverhältnisse gehören zu den konstanten Herausforderungen beim Motorradfahren. Gerade tief stehende Sonne, Tunnelpassagen oder bewaldete Streckenabschnitte können die Sicht spürbar beeinträchtigen. Mit dem neuen IRID Visier präsentiert Shark eine technische Lösung, die dieses Problem mit einem aktiven Ansatz adressieren soll.

Aktive statt chemischer Photochromie
Im Unterschied zu klassischen photochromatischen Visieren, die auf chemische Reaktionen durch UV Licht setzen, nutzt das IRID Visier eine elektro photochromatische Technologie. Kern des Systems ist ein Flüssigkristallfilm, der direkt auf Lichtveränderungen reagiert. Die dafür notwendige Energie liefert ein kleines Solarpanel, das im oberen Bereich des Visiers integriert ist.
Sobald Licht auf das Panel trifft, wird der Flüssigkristallfilm angesteuert und die Tönung der Scheibe verändert sich. Shark gibt an, dass der Wechsel von klar zu getönt in weniger als einer Sekunde erfolgen soll. Zum Vergleich: herkömmliche photochromatische Visiere benötigen laut Herstellerangaben teils bis zu 40 Sekunden zum Abdunkeln und deutlich länger für den Rückweg zur maximalen Transparenz.
Funktionsweise und technische Eigenschaften
Das IRID System kommt ohne Akku oder Batterie aus und soll vollständig autark arbeiten. Laut Hersteller ist die Konstruktion wasserdicht und für den dauerhaften Einsatz im Motorradalltag ausgelegt. Zusätzlich verfügt das Visier über eine integrierte Antibeschlag Schicht sowie eine kratzfeste und UV schützende Beschichtung.
Das Visier basiert auf der VZ100 Bauform und ist aktuell ausschließlich für Sharks Racing Integralhelme vorgesehen. Dazu zählen die Modelle Race R Pro GP, Aeron GP und Aeron. Eine Nutzung bei Nacht ist nicht vorgesehen, da sich das System explizit an Tageslichtbedingungen orientiert.

Varianten und Einsatzbereiche
Shark bietet das IRID Visier in drei Ausführungen an. Die Version VZ Clear besitzt eine leichte Tönung und ist für den Einsatz auf öffentlichen Straßen zugelassen. Die Varianten VZ Dark sowie VZ Iridium Blue sind stärker getönt und laut Hersteller ausschließlich für den Einsatz auf der Rennstrecke vorgesehen.
Der Hersteller plant eine gestaffelte Markteinführung. Zunächst soll die klare Version erhältlich sein, die dunkleren und farbigen Varianten sollen zeitnah folgen.
Einordnung im Marktumfeld
Mit dem IRID Visier positioniert sich Shark im Premium Segment. Der Preis liegt laut aktuellen Angaben bei rund 390 Euro für die klare Version. Damit bewegt sich das System deutlich über klassischen photochromatischen Visieren, die um die 200 Euro oder auf bestimmten Plattformen teils unter 100 Euro erhältlich sind, und auch über elektronischen Alternativen wie anderen elektrochomatischen Lösungen.
Shark sieht das IRID Visier weniger als Komfortzubehör, sondern als sicherheitsrelevante Weiterentwicklung. Schnelle Anpassung an wechselnde Lichtverhältnisse soll die Zeit reduzieren, in der die Sicht eingeschränkt ist. Ob sich der technische Aufwand und der hohe Preis im Alltag bewähren, dürfte sich erst nach breiter Markteinführung zeigen.
Verfügbarkeit und Ausblick
Aktuell bleibt das IRID Visier auf Sharks sportlichste Integralhelme beschränkt. Ob die Technologie künftig auch für straßenorientierte Helme oder andere Baureihen adaptiert wird, ist derzeit nicht bekannt. Der hohe Preis dürfte einer der Gründe sein, weshalb viele Straßenhelme weiterhin auf integrierte Sonnenblenden setzen.
Was das für mich als Motorradfahrer bedeutet?
Für mich als Motorradfahrer bedeutet das IRID Visier vor allem, dass sich die Sichtverhältnisse nicht mehr aktiv mitdenken lassen müssen. Bei schnellen Wechseln zwischen Sonne, Schatten und dunkleren Abschnitten wie Tunneln reagiert das Visier laut Hersteller praktisch sofort, ohne dass ein manuelles Eingreifen nötig ist. Das kann dazu beitragen, kurze Phasen eingeschränkter Sicht zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt es bei einem klaren Einsatzbereich: tagsüber, mit sportlicher Ausrichtung und zu einem hohen Preis. Der Nutzen hängt damit stark vom persönlichen Fahrprofil ab, insbesondere davon, wie häufig bei wechselnden Lichtbedingungen und ob mit kompatiblen Shark Helmen gefahren wird.

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