- Der neue 350cc-Motor basiert auf dem bekannten 398cc-Einzylinder mit reduzierter Bohrung
- Leistungseinbußen fallen je nach Modell unterschiedlich aus, das Drehmoment sinkt spürbar
- Die Modelle sollen trotz kleinerem Hubraum weiterhin unter dem Namen „400“ verkauft werden
Triumph Motorcycles steht in Indien vor einem der wichtigsten Produktstarts der jüngeren Firmengeschichte. Am 6. April 2026 soll die komplette 400er-Reihe, bestehend aus Speed 400, Scrambler 400 X/XC, Speed T4 und Thruxton 400, mit einem neuen 350cc-Motor an den Start gehen. Kurz vor der offiziellen Vorstellung sind nun die technischen Daten des verkleinerten Triebwerks durchgesickert und zeigen im Detail, was sich unter dem Tank ändert.

Warum Triumph den Hubraum reduziert
Der Hintergrund für den Schritt ist keine technische Weiterentwicklung, sondern ein steuerlicher. Im September 2025 hat die indische Regierung mit der Einführung von GST 2.0 die Besteuerung von Motorrädern grundlegend umstrukturiert. Modelle mit einem Hubraum von bis zu 350 Kubikzentimetern werden seitdem mit 18 Prozent besteuert, zuvor lagen die Abgaben bei 28 Prozent. Motorräder oberhalb dieser Schwelle werden hingegen mit 40 Prozent belastet, was eine deutliche Erhöhung gegenüber den früheren 31 Prozent darstellt.
Für Triumph und den indischen Produktionspartner Bajaj Auto bedeutet das eine massive Verschiebung der Wettbewerbsfähigkeit. Die bisherige 400er-Reihe mit ihrem 398,15 Kubikzentimeter großen Einzylinder liegt knapp oberhalb der Steuergrenze und wird daher mit dem höchsten Satz belastet. Durch die Reduzierung des Hubraums auf rund 349 Kubikzentimeter rutschen die Motorräder in die niedrigere Steuerklasse. Händlerquellen zufolge sollen die Preise dadurch um 15.000 bis 20.000 Indische Rupien (circa 160 bis 215 Euro / 175 bis 235 USD) sinken, je nach Modell.
Rajiv Bajaj, Geschäftsführer von Bajaj Auto, hatte den April-Launch bereits Ende Februar offiziell bestätigt. Triumph verkauft in Indien im Durchschnitt rund 4.000 Einheiten der 400er-Reihe pro Monat, trotz der aktuell höheren Besteuerung.
Die durchgesickerten Motordaten im Detail
Der neue Motor ist kein komplett neues Aggregat, sondern eine hubraumreduzierte Version des bestehenden 398cc-Einzylinders. Die Verkleinerung soll über eine reduzierte Bohrung bei unverändertem Hub erreicht werden. Das hat Auswirkungen auf die Leistungscharakteristik, wobei die Unterschiede je nach Modell variieren.
Speed T4
Das Einstiegsmodell Speed T4 soll in der 350cc-Version rund 28,6 PS (21,3 kW) bei 7.500 Umdrehungen pro Minute leisten. Das maximale Drehmoment liegt den Daten zufolge bei 31 Nm bei 5.500 Umdrehungen. Im Vergleich zum bisherigen 398cc-Motor bedeutet das einen Rückgang um etwa 2 PS (1,5 kW) und 5 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 60 km/h soll 3,5 Sekunden betragen, von 0 auf 100 km/h 9,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit sinkt von 141,4 km/h auf 137 km/h.
Speed 400 und Scrambler 400 X/XC
Die Speed 400 und die Scrambler-Modelle sollen mit dem 350cc-Triebwerk rund 36,5 PS (27,2 kW) bei 8.500 Umdrehungen pro Minute leisten. Das Drehmoment liegt bei 32 Nm bei 7.000 Umdrehungen. Zum Vergleich: Der aktuelle 398cc-Motor kommt auf 39,5 PS (29,5 kW) bei 8.000 Umdrehungen und 37,5 Nm bei 6.500 Umdrehungen. Der Leistungsrückgang fällt mit 3 PS (2,2 kW) moderat aus, beim Drehmoment beträgt der Unterschied allerdings 5,5 Nm.
Thruxton 400
Die Thruxton 400 behält in der 350cc-Ausführung die stärkste Abstimmung der Reihe. Sie soll 39,5 PS (29,5 kW) bei 8.750 Umdrehungen liefern und 32 Nm bei 7.500 Umdrehungen erreichen. Das aktuelle Modell leistet 41,5 PS (30,9 kW) und 37,5 Nm. Die Thruxton bleibt mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h das schnellste Modell der Reihe.
Auffällig ist über alle Modelle hinweg, dass die Spitzenleistung bei höheren Drehzahlen erreicht wird als beim 398cc-Motor. Das deutet auf einen etwas drehfreudigeren Charakter hin, der im Gegenzug beim Durchzug im unteren Drehzahlbereich Einbußen mit sich bringen könnte. Ob sich das im Alltag tatsächlich bemerkbar macht, lässt sich erst nach ersten Fahrberichten beurteilen.

350cc-Motor, aber weiterhin „400“ auf dem Tank
Ein bemerkenswertes Detail der Marketingstrategie: Obwohl die Motorräder mit einem 350cc-Motor ausgestattet werden, sollen sie weiterhin unter den bisherigen Modellbezeichnungen mit dem Namenszusatz „400“ verkauft werden. Die Motorräder, die bereits bei Händlern gesichtet wurden, tragen unverändert das „Speed 400“-Emblem.
Aus Sicht von Triumph und Bajaj ergibt das aus geschäftlicher Perspektive durchaus Sinn. Die 400er-Reihe hat in Indien bereits eine starke Markenbekanntheit aufgebaut. Die Bezeichnung „350“ könnte diese Wahrnehmung abschwächen, besonders in einem Marktsegment, in dem die Hubraumzahl für viele Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle spielt. Die Vorgehensweise ist in der Branche nicht ungewöhnlich, auch bei anderen Herstellern stimmen Modellbezeichnungen nicht immer exakt mit dem tatsächlichen Hubraum überein.
400er-Reihe bleibt vorerst parallel im Angebot
Trotz der Einführung der 350cc-Varianten plant Bajaj-Triumph offenbar, die bestehenden 400cc-Modelle weiterhin auf dem indischen Markt anzubieten. Da Bajaj die 400er-Reihe ohnehin für internationale Märkte weiterproduziert, soll zunächst die Marktreaktion abgewartet werden. Je nachdem, wie stark die Nachfrage nach den teureren 400cc-Versionen ausfällt, wird über deren Zukunft auf dem indischen Markt entschieden.
Einige Händler haben bereits vor dem offiziellen Launch mit inoffiziellen Buchungen für die neuen 350cc-Modelle begonnen. Die Buchungsgebühren sollen je nach Händler bei etwa 5.000 Indischen Rupien (circa 54 Euro / 59 USD) liegen.

Nicht nur Triumph: Auch KTM und Bajaj planen den Downsize
Die Hubraumreduzierung betrifft nicht nur Triumph. Bajaj Auto hat bestätigt, dass die gleiche Strategie auch auf die KTM-Modellpalette ausgedehnt wird. Rakesh Sharma, Executive Director von Bajaj Auto, hatte bereits im Rahmen der Quartalszahlen erklärt, man arbeite gemeinsam mit den Partnern KTM und Triumph an einer Neuausrichtung des Portfolios, um die niedrigeren GST-Sätze zu nutzen. Auch hauseigene Bajaj-Modelle wie der Dominar 400 und der Pulsar NS400Z sollen perspektivisch auf unter 350 Kubikzentimeter gebracht werden.
Was das für den indischen Markt bedeutet
Das 350cc-Segment in Indien wird traditionell von Royal Enfield dominiert, daneben sind Honda und Jawa stark vertreten. Triumph positioniert sich mit der Kombination aus britischem Markenimage und Bajajs kostengünstiger lokaler Fertigung als Premium-Alternative in diesem Segment. Die niedrigere Besteuerung verschafft der Marke dabei einen finanziellen Spielraum, der auch die Finanzierungskosten und Versicherungsprämien für Käufer senken dürfte.
Ob das Konzept aufgeht, wird sich nach dem Launch am 6. April zeigen. Die Leistungsdaten fallen trotz des kleineren Hubraums nur geringfügig niedriger aus, der spürbarste Unterschied liegt beim Drehmoment. Wie sich das im realen Fahrbetrieb anfühlt, dürfte letztlich darüber entscheiden, ob die Rechnung aufgeht.

Häufige Fragen
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Warum bringt Triumph in Indien eine 350cc-Version der 400er-Reihe?
Der Hauptgrund ist die indische Steuerreform GST 2.0 vom September 2025. Motorräder bis 350 Kubikzentimeter werden mit 18 Prozent besteuert, Modelle darüber mit 40 Prozent. Durch die Hubraumreduzierung sollen die Preise um 15.000 bis 20.000 Rupien (circa 160 bis 215 Euro / 175 bis 235 USD) sinken.
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Wie viel PS hat die Triumph Speed 400 mit 350cc-Motor?
Die Speed 400 mit dem neuen 350cc-Motor soll rund 36,5 PS (27,2 kW) bei 8.500 Umdrehungen pro Minute leisten. Das sind etwa 3 PS (2,2 kW) weniger als die bisherige 398cc-Version mit 39,5 PS (29,5 kW).
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Wird die Triumph 400 trotz 350cc-Motor weiterhin 400 heißen?
Ja, die Modelle sollen trotz des kleineren Hubraums weiterhin unter den Bezeichnungen Speed 400, Scrambler 400 und Thruxton 400 vermarktet werden. An Design, Ausstattung und Optik ändert sich nichts.
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Wann kommt die Triumph 350cc-Reihe auf den Markt?
Der offizielle Launch in Indien ist für den 6. April 2026 bestätigt. Einige Händler haben bereits vorab inoffizielle Buchungen entgegengenommen.
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Wird die bisherige 400cc-Version weiterhin verkauft?
Bajaj-Triumph plant, die 400cc-Modelle zunächst parallel weiterzuverkaufen. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der 400er-Versionen auf dem indischen Markt soll von der Marktreaktion abhängen.

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