- Mutares hat ein unwiderrufliches Kaufangebot des Managements von Peugeot Motocycles erhalten
- Der Abschluss wird im zweiten Quartal 2026 erwartet
- Peugeot Motocycles erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 140 Millionen Euro
Die Rollermarke Peugeot Motocycles steht vor einem erneuten Eigentümerwechsel. Der Münchner Investmentfonds Mutares SE & Co. KGaA hat nach eigenen Angaben ein unwiderrufliches Kaufangebot vom aktuellen Managementteam des Unternehmens erhalten. Damit würde der traditionsreiche Hersteller von motorisierten Zwei- und Dreirädern wieder in französische Hände übergehen. Der Abschluss der Transaktion soll nach Anhörung der Betriebsräte und vorbehaltlich der üblichen Bedingungen im zweiten Quartal 2026 erfolgen.

Bewegte Eigentümergeschichte über mehr als ein Jahrzehnt
Peugeot Motocycles blickt auf eine wechselhafte jüngere Vergangenheit zurück, was die Eigentümerstruktur angeht. Im Jahr 2015 sicherte sich der indische Konzern Mahindra eine 51-prozentige Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen. Unter der Führung von Mahindra lag der Fokus weiterhin stark auf dem Rollergeschäft, das bis heute das Kerngeschäft von Peugeot Motocycles ausmacht. Zwar bietet der Hersteller auch einige Motorräder mit kleinem Hubraum an, das Rollerportfolio ist jedoch deutlich breiter aufgestellt.
Nach acht Jahren unter Mahindra-Regie übernahm der deutsche Investmentfonds Mutares im Jahr 2023 die Mehrheit an Peugeot Motocycles. Seitdem durchlief das Unternehmen nach Angaben von Mutares eine umfassende operative und strategische Transformation, die darauf abzielte, die Marktposition zu stärken, die Effizienz zu verbessern und die Grundlage für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.
Meilensteine unter Mutares: DAB Motors, Sherco und Pulsion Evo
Während der Zugehörigkeit zu Mutares erreichte Peugeot Motocycles laut dem Investmentfonds mehrere wichtige Meilensteine. Dazu gehörte die Übernahme von DAB Motors, die als Schritt zur Ausweitung der Präsenz im Premium- und Elektromotorradsegment beschrieben wird. Darüber hinaus ging Peugeot Motocycles eine Kooperation mit dem französischen Motorradhersteller Sherco ein, aus der unter anderem der neue XP6 hervorging. Zuletzt brachte das Managementteam den neuen Pulsion Evo auf den Markt.
Neben diesen produktseitigen Initiativen trugen nach Darstellung von Mutares auch operative Verbesserungen und strukturelle Maßnahmen dazu bei, das Unternehmen fokussierter und widerstandsfähiger aufzustellen. Das Management sei zudem maßgeblich an der Internationalisierung der Marke beteiligt gewesen und habe starke Entwicklungspläne für die kommenden Jahre erarbeitet.

Management-Buyout soll Wachstumskurs sichern
Mit dem Management-Buyout soll Peugeot Motocycles, das einen Jahresumsatz von rund 140 Millionen Euro über seine europäische und asiatische Präsenz erwirtschaftet, in eine eigenständige Zukunft geführt werden. Johannes Laumann, CIO von Mutares, äußerte sich zuversichtlich über den geplanten Übergang: „Wir sind zuversichtlich, Peugeot Motocycles nun für die nächste Phase in die bestmöglichen Hände zu geben. Das Team hat einen klaren und überzeugenden Plan für die Zukunft des Unternehmens entwickelt und während unserer Eigentümerschaft starke Umsetzungskompetenzen unter Beweis gestellt. Wir glauben, dass das Managementteam ideal positioniert ist, um die Marke weiterzuentwickeln und ihre Wachstumsstrategie erfolgreich umzusetzen.“
Für Peugeot Motocycles bedeutet der Schritt eine Rückkehr zu französischen Eigentumsverhältnissen, nachdem die Marke zuletzt mehr als ein Jahrzehnt lang von ausländischen Investoren geführt wurde.
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