- 3,91 kWh Lithium-Ionen-Akku mit luftgekühltem Magnesiumgehäuse
- 15,4 kW Spitzenleistung (circa 21 PS / 15,4 kW) und 60 Nm Drehmoment
- 124 kg Leergewicht, fünf Fahrmodi und schräglagenabhängiges ABS
Nach über eineinhalb Jahren seit der Premiere auf der EICMA 2024 in Mailand hat Royal Enfield am 7. April 2026 sämtliche Spezifikationen der Flying Flea C6 offengelegt. Am 10. April soll das Motorrad in Indien offiziell auf den Markt kommen, später folgen Exporte in weitere Länder. Für Royal Enfield ist es ein historischer Schritt: In 125 Jahren Firmengeschichte hat der Hersteller noch nie ein Serienmodell mit Elektroantrieb angeboten. Die Serienproduktion läuft bereits im Werk in Chennai.

Antrieb und Akku der Flying Flea C6
Das Herzstück der Flying Flea C6 ist ein permanenterregter Synchronmotor (PMSM) mit integriertem Motor Controller und Luftkühlung. Die Spitzenleistung liegt bei 15,4 kW, was umgerechnet rund 21 PS entspricht. Das maximale Drehmoment beträgt 60 Nm. Die Kraft gelangt über einen Riemenantrieb ans Hinterrad, was einen wartungsarmen Betrieb ermöglichen soll. Damit beschleunigt das Motorrad in 3,7 Sekunden von 0 auf 60 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h. In puncto Leistung siedelt Royal Enfield die Flying Flea C6 damit auf dem Niveau eines 125er bis 150er Verbrenner-Motorrads an.
Der Lithium-Ionen-Akku fasst 3,91 kWh und steckt in einem luftgekühlten Gehäuse aus Magnesium mit Kühlrippen. Geladen wird über einen integrierten Onboard-Charger mit konfigurierbarer Ladeleistung zwischen 500 und 2.200 Watt. Von 20 auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang rund 60 bis 65 Minuten, eine Vollladung unter optimalen Bedingungen bei 25 Grad Celsius soll 2 Stunden und 16 Minuten dauern.
154 Kilometer Reichweite: Ein sehr optimistischer Wert
Royal Enfield gibt für die Flying Flea C6 eine IDC-Reichweite von 154 Kilometern an. Der IDC-Testzyklus (Indian Driving Cycle) basiert auf standardisierten, idealisierten Fahrbedingungen mit niedrigen Geschwindigkeiten und minimalem Beschleunigungsanteil. In der Praxis dürften die Werte deutlich geringer ausfallen.
Rechnerisch ergibt sich aus den 3,91 kWh bei 154 Kilometern ein Verbrauch von rund 25 Wh pro Kilometer. Das wäre einer der niedrigsten Werte, die jemals bei einem Elektro-Zweirad gemessen wurden, und würde die Flying Flea C6 effizienter machen als viele E-Bikes mit Pedalunterstützung. Unter realistischen Stadtbedingungen mit gemischtem Fahrmodus schätzen indische Medien eine tatsächliche Reichweite im Bereich von 100 bis 110 Kilometern. Bei konstanter Fahrt nahe der Höchstgeschwindigkeit oder häufigem starkem Beschleunigen dürfte der Wert noch deutlich weiter sinken. Rein rechnerisch wäre der 3,91-kWh-Akku bei voller Motorleistung von 15,4 kW in weniger als 15 Minuten leer.
Solche Diskrepanzen zwischen Herstellerangaben und Alltagsreichweite sind in der E-Motorrad-Branche keine Seltenheit. Allerdings fällt die Differenz bei der Flying Flea C6 besonders groß aus, was hauptsächlich am vergleichsweise kleinen Akkupaket liegt.

Fahrwerk, Gewicht und Bremsen
Mit einem Leergewicht von nur 124 Kilogramm (273 lbs) ist die Flying Flea C6 das leichteste Motorrad, das Royal Enfield je gebaut hat. Die Zuladung liegt bei 160 Kilogramm (353 lbs). Vorn arbeitet eine Girder-Gabel mit hydraulischer Zwillingseinheit und Lenkeranlenkung, die von den Vorkriegsmodellen der originalen Flying Flea aus den 1930er Jahren inspiriert ist. Hinten kommt ein Monoshock-Federbein mit internem Schwimmkolben zum Einsatz. Der Federweg beträgt vorn 100 mm und hinten 110 mm. Die Sitzhöhe liegt bei 823 mm, die Bodenfreiheit bei 207 mm.
Gebremst wird mit einer 260-mm-Scheibe vorn und einer 220-mm-Scheibe hinten. Das Dual-Channel-ABS arbeitet schräglagenabhängig und bietet drei Empfindlichkeitsstufen, wobei sich das Hinterrad-ABS komplett deaktivieren lässt. Dazu kommt eine ebenfalls schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Die Flying Flea C6 rollt auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit schmalen CEAT-Reifen im Format 90/90-19 vorn und hinten.
Ausstattung und Konnektivität
Die Ausstattungsliste fällt für ein Einstiegs-Elektromotorrad ungewöhnlich umfangreich aus. Das runde 3,5-Zoll-TFT-Display mit Touchscreen zeigt Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrdaten und mehr an. Die Smartphone-Anbindung umfasst Google-Maps-Navigation, SMS- und Anrufbenachrichtigungen, Musiksteuerung, Sprachassistenz und einen Drehmomentbandanzeiger. Unter der Tankabdeckung sitzt ein kabelloses Ladegerät für Smartphones mit 15 Watt, dazu gibt es einen USB-C-Anschluss mit 27 Watt.

Fahrmodi und Komfortfunktionen
Fünf Fahrmodi stehen zur Wahl: City, Rain, Highway, Sport und ein individuell konfigurierbarer Custom-Modus. Jeder Modus verändert die Gasannahme und die Traktionsregelung. Ein bidirektionaler Rangier-Modus (Crawl Mode) soll das Manövrieren im Parkhaus oder im Schritttempo-Verkehr erleichtern. Weitere Komfortfunktionen sind ein elektronisches Lenkerschloss, eine Fernentriegelungsfunktion per App, eine Berganfahrhilfe, ein Umkippalarm mit Standortfreigabe sowie eine vollständige LED-Beleuchtung.
Royal Enfield betont, dass die Flying Flea C6 einen eigenen VCU-Chip (Vehicle Control Unit) besitzt, der Over-the-Air-Updates und Fernüberwachung ermöglichen soll.
Design: Retro-Charme statt Sci-Fi-Optik
Optisch geht die Flying Flea C6 einen völlig anderen Weg als die meisten Elektro-Zweiräder auf dem Markt. Statt futuristischem Design setzt Royal Enfield auf einen Neo-Retro-Stil, der klar an die originale Flying Flea aus dem Zweiten Weltkrieg angelehnt ist. Der kompakte, schlanke Aufbau, der runde LED-Scheinwerfer, die Girder-Gabel, der schwebende Sitz und der sichtbare Rahmen erzeugen eine minimalistische Silhouette mit hochwertiger Anmutung. Die abnehmbare Soziussitzbank unterstreicht den puristischen Charakter.
Indische Tester, die das Motorrad bereits auf einer 70-Kilometer-Runde bei Chennai fahren konnten, hoben vor allem die Verarbeitungsqualität hervor. Lackierung, das Magnesium-Batteriegehäuse, Schalter und Metallteile sollen eine Qualität erreichen, die bei Royal Enfield bislang so nicht üblich war. Die Flying Flea C6 verzichtet auf einen physischen Schlüssel. Stattdessen wird ein fünfstelliger Passcode über den Touchscreen eingegeben oder das Motorrad per Smartphone-App entsperrt.

Preis und Marktstart
Royal Enfield hat den offiziellen Preis noch nicht bekannt gegeben. Indische Medien rechnen mit einer Preisregion um 300.000 Indische Rupien, was umgerechnet circa 3.300 Euro (3.500 US-Dollar) entspricht. Damit würde sich die Flying Flea C6 als Premium-Lifestyle-Elektromotorrad positionieren und gegen Modelle wie die Revolt RV400, die Ola Roadster X und die Oben Rorr antreten.
Royal Enfield hat bereits angekündigt, dass die Flying Flea als eigenständige Submarke für alle künftigen Elektromodelle dienen wird. Das zweite Modell, die Scrambler-Variante Flying Flea S6, soll im Laufe des Jahres 2026 folgen, voraussichtlich im Umfeld der EICMA im November. Die Serienproduktion läuft im Werk in Cheyyar, Tamil Nadu, für das die Muttergesellschaft Eicher Motors Investitionen von 9,58 Milliarden Rupien genehmigt hat, um die Kapazitäten auszubauen.
Häufige Fragen
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Wie weit kommt die Royal Enfield Flying Flea C6 mit einer Akkuladung?
Royal Enfield gibt eine IDC-Reichweite von 154 Kilometern an. In der Praxis du00fcrften unter gemischten Stadtbedingungen eher 100 bis 110 Kilometer realistisch sein, bei hu00f6heren Geschwindigkeiten noch deutlich weniger.
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Was kostet die Royal Enfield Flying Flea C6?
Der offizielle Preis steht noch aus. Indische Medien erwarten circa 300.000 Indische Rupien, was rund 3.300 Euro (3.500 US-Dollar) entspricht.
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Wie lange dauert das Laden der Flying Flea C6?
Von 20 auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang rund 60 bis 65 Minuten. Eine Vollladung benu00f6tigt unter optimalen Bedingungen etwa 2 Stunden und 16 Minuten.
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Wie viel wiegt die Royal Enfield Flying Flea C6?
Das Leergewicht liegt bei 124 Kilogramm (273 lbs). Damit ist die Flying Flea C6 das leichteste Motorrad in der Geschichte von Royal Enfield.
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Wann kommt die Royal Enfield Flying Flea C6 nach Europa?
Royal Enfield hat angeku00fcndigt, die Flying Flea C6 nach dem Indienstart auch in weitere Mu00e4rkte zu exportieren. Der erste Flying-Flea-Showroom soll 2026 in Paris eru00f6ffnen. Ein konkreter Europastart-Termin wurde bislang nicht genannt.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2026: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.
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