- Erste Kundenauslieferungen in Chennai gestartet, Bengaluru folgt im April 2026
- 29,5 PS und 70 Nm aus einem Elektromotor mit Hochvolt-Architektur
- Preis ab 2,39 Lakh Rupien (circa 2.220 Euro / 2.600 US-Dollar)
Nach mehr als sieben Jahren Entwicklungsarbeit hat das indische Startup Raptee.HV mit den Kundenauslieferungen seines Elektromotorrads T30 begonnen. Die ersten Maschinen wurden in Chennai übergeben, dem Heimatmarkt des in der südindischen Metropole ansässigen Unternehmens. Damit erreicht die T30 einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg vom Prototypen zum regulären Serienprodukt.

Hochvolt-Technik aus der Elektroauto-Welt
Das zentrale technische Merkmal der Raptee.HV T30 ist die sogenannte HV-Tec-Architektur, die laut Hersteller aus dem Elektroauto-Bereich abgeleitet wurde. Anders als viele Elektro-Zweiräder auf dem indischen Markt, die mit Niedervolt-Systemen arbeiten, setzt die T30 auf ein Hochvolt-Konzept. Der Elektromotor leistet 29,5 PS (22 kW) und liefert ein Drehmoment von 70 Nm. Als Energiespeicher dient ein Akkupaket mit einer Kapazität von 5,4 kWh.
Eine Besonderheit im Zweirad-Segment ist die Kompatibilität mit dem CCS2-Ladestandard, der in Indien primär für Elektroautos genutzt wird. Dadurch kann die T30 an öffentlichen Schnellladesäulen geladen werden. Per DC-Schnelllader soll der Akku von 20 auf 80 Prozent in 36 Minuten aufgeladen sein. Über das mitgelieferte Onboard-Ladegerät zu Hause soll eine vollständige Ladung etwas mehr als eine Stunde dauern.
Garantie und Service als Verkaufsargument
Die Raptee.HV T30 wird zu einem Preis von 2,39 Lakh Rupien (circa 2.220 Euro / 2.600 US-Dollar) ab Werk angeboten. Im Paket enthalten ist eine Akkugarantie von acht Jahren, die der Hersteller als branchenweit einzigartig bezeichnet. Dazu kommt eine dreijährige Fahrzeuggarantie. Ergänzend setzt Raptee.HV auf ein strukturiertes Service-Konzept: Jeder Kunde erhält einen festen Ansprechpartner als persönlichen Kontakt und hat Zugang zu einem Pannenhilfe-Partner.
CEO und Mitgründer Dinesh Arjun sprach anlässlich des Lieferstarts davon, dass dieses Produkt das Ergebnis von sieben Jahren Arbeit sei. „With the commencement of large-scale customer deliveries, we’re excited to be sharing our product with a larger audience, a product that’s been seven years in the making.“ (Übersetzung: „Mit dem Beginn der Kundenauslieferungen im großen Maßstab freuen wir uns, unser Produkt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ein Produkt, an dem sieben Jahre lang gearbeitet wurde.“) Er betonte, dass das Vertrauen der ersten Kunden die Grundlage für diesen Moment bilde und dass Raptee.HV nicht nur lieferbereit, sondern auch servicebereit sei.

Expansion in Südindien und darüber hinaus
Chennai ist der erste operative Markt für Raptee.HV, mit bereits aktiver Infrastruktur für Auslieferungen und Kundenservice. Im April 2026 soll Bengaluru folgen, wo ein eigener Showroom und ein autorisiertes Servicecenter eröffnet werden sollen. Bis Ende des Jahres plant das Unternehmen, in weiteren südindischen Landeshauptstädten präsent zu sein und zusätzlich den westindischen Markt zu erschließen.
7.530 Kilometer quer durch Indien: Rekord im Asia Book of Records
Noch vor dem offiziellen Lieferstart hat die T30 bereits für Aufsehen gesorgt. Der E-Motorrad-Fahrer Baala Manikandan, der bereits zwei vorherige Rekorde mit Elektromotorrädern hält, legte mit der T30 eine 7.530 Kilometer lange All-India-Fahrt in nur 19 Tagen zurück. Das entspricht der Reisezeit, die üblicherweise mit einem Verbrenner-Motorrad für eine vergleichbare Strecke benötigt wird. Es war die erste Fahrt eines Elektromotorrads durch ganz Indien in diesem Umfang.
Im Durchschnitt legte Manikandan 407 Kilometer pro Tag zurück, rund 100 Kilometer mehr als bei seinen früheren Langstreckenfahrten mit Elektromotorrädern. An DC-Schnellladesäulen betrug die Ladezeit etwa 30 Minuten, an AC-Ladepunkten rund eine Stunde bis 80 Prozent. Nach der gesamten Strecke von über 7.500 Kilometern mit intensiver Nutzung von Schnellladeinfrastruktur soll der Akkuzustand laut Hersteller weiterhin bei 100 Prozent gelegen haben. Die Leistung wurde offiziell sowohl im Asia Book of Records als auch im India Book of Records anerkannt.

Ex-Tesla-Ingenieur und 156 Patente
Hinter Raptee.HV steht ein 2019 gegründetes Startup mit Sitz in Chennai. Mitgründer und CEO Dinesh Arjun arbeitete zuvor als Ingenieur bei Tesla. Das Unternehmen gibt an, die gesamte Elektronik der T30 vollständig im eigenen Haus entwickelt zu haben, und hat bislang 156 Patente angemeldet. Die Produktionsstätte in Chennai erstreckt sich über 4,5 Acres (rund 18.200 Quadratmeter) und soll eine jährliche Kapazität von 100.000 Einheiten bieten. Finanziell hat Raptee.HV bisher 5 Millionen US-Dollar (circa 4,2 Millionen Euro) in einer Pre-Series-A-Runde eingesammelt und arbeitet derzeit an einer Series-A-Finanzierung über 20 Millionen US-Dollar (circa 16,8 Millionen Euro). Für die zukünftige Expansion der Produktion hat sich das Unternehmen zusätzlich 40 Acres Fläche im Industriegebiet SIPCOT Cheyyar gesichert.
Einordnung auf dem indischen Markt
Die T30 positioniert sich im Performance-Segment der indischen Elektro-Zweiradlandschaft. Mit dem Hochvolt-Ansatz und der CCS2-Kompatibilität versucht Raptee.HV, sich technisch von der etablierten Konkurrenz abzuheben, die überwiegend auf proprietäre Ladesysteme oder langsamere Ladestandards setzt. Ob sich das Konzept im preissensiblen indischen Markt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die aggressive Expansionsstrategie für 2026 deutet darauf hin, dass der Hersteller zügig Reichweite aufbauen will, bevor größere Wettbewerber ähnliche Technologien in ihre Modelle integrieren.

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