- Designpatent für die TVS Ronin Café Racer in Indien eingereicht
- Konzept basiert auf dem Factory Custom von der MotoSoul 2024
- Kein offizielles Statement von TVS zur Serienproduktion
Der indische Motorradhersteller TVS Motor Company sorgt mit einem frisch aufgetauchten Designpatent für Aufsehen. Die Zeichnungen zeigen eine Café-Racer-Variante der bereits etablierten Ronin 225 und erinnern stark an ein Showbike, das TVS Ende 2024 auf dem hauseigenen MotoSoul-Festival als sogenanntes Factory Custom der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Ob die Café-Racer-Version tatsächlich in Serie geht, hat TVS bislang nicht bestätigt. Dennoch liefert das Patent einen konkreten Hinweis darauf, dass der Hersteller die Idee zumindest intensiv weiterverfolgt.

Vom Showbike zum Patentamt
Die Geschichte der Ronin Café Racer beginnt nicht erst mit der Patentanmeldung. TVS vermarktet die Ronin unter dem Motto „Unscripted“, also als Motorrad, das sich keinem einzelnen Segment zuordnen lässt. In diesem Geist experimentiert der Hersteller regelmäßig mit verschiedenen Interpretationen der Plattform. Ende 2024 zeigte TVS erstmals eine Café-Racer-Version als Factory Custom. Anders als bei vielen Designpatenten, bei denen Jahre zwischen Einreichung und einem möglichen Serienmodell vergehen, folgte die Patentanmeldung hier vergleichsweise schnell auf die Enthüllung des Konzepts.
Auf der MotoSoul 2025 im Dezember legte TVS nach und präsentierte weitere Custom-Interpretationen auf Ronin-Basis. Unter anderem zeigte das indonesische Custom-Studio Smoked Garage einen Umbau namens „Kensai“ mit umfangreichen Änderungen an Design, Fahrwerk und Unterbau. Die Ronin dient TVS also bewusst als flexible Basis für unterschiedliche Stilrichtungen.
Das unterscheidet die Café Racer von der Standard-Ronin
Die Patentzeichnungen und die bereits gezeigten Konzeptbilder lassen erkennen, welche Änderungen TVS gegenüber der Serien-Ronin vorgenommen hat. Im Zentrum steht eine deutlich sportlichere Sitzposition: Tief angesetzte Clip-on-Lenker ersetzen den aufrechteren Lenker der Standardversion, dazu kommen nach hinten versetzte und leicht erhöhte Fußrasten. Diese Kombination ergibt eine gestrecktere, sportlichere Haltung, wie sie für Café Racer typisch ist. Auch der Lenkkopfwinkel soll steiler ausfallen als beim Basismodell.
Optisch fällt zunächst die sogenannte Bikini-Verkleidung auf, die zusammen mit einer nach hinten geschwungenen Scheibe in den Scheinwerfer integriert ist. Dieser Aufbau soll nicht nur Wind abweisen, sondern auch den Scheinwerfer vor Steinschlag schützen. Der 14-Liter-Tank bleibt offenbar erhalten und geht nahtlos in die kleine Verkleidung über.
Am Heck ersetzt eine Sitzbank im typischen Café-Racer-Stil den bisherigen Zweisitzer. Statt eines Soziussitzes gibt es ein Heck-Cowl, das in der Serienversion mit Startnummern im Rennstil versehen sein soll. Das hintere Schutzblech ist schärfer in das Rücklicht integriert, was dem Motorrad eine deutlich kompaktere Linie verleiht. Auffällig ist zudem ein nach oben geführter, kürzerer Endschalldämpfer, der sich deutlich vom Auspuff der Serien-Ronin unterscheidet.
Während das Standardmodell ein seitlich versetztes Instrumenten-Display nutzt, zeigen die Patentbilder ein zentral positioniertes, rundes Kombiinstrument. Tankform und Leichtmetallräder entsprechen hingegen der regulären Ronin. Mit exklusiven Farbvarianten und Grafiken könnte TVS die Café-Racer-Version optisch zusätzlich vom Basismodell abheben.

Technik bleibt weitgehend unverändert
Unter der neuen Hülle steckt weiterhin der bekannte 225,9-ccm-Einzylinder mit SOHC-Ventilsteuerung und Ölkühlung. Je nach Quelle leistet der Motor 20,1 bis 20,4 PS (14,8 bis 15 kW) und liefert ein maximales Drehmoment von 19,93 Nm. Geschaltet wird über ein Fünfganggetriebe mit Assist- und Schleppkupplung. Größere mechanische Veränderungen am Antrieb sind nicht zu erwarten, denn bei der Café-Racer-Version handelt es sich primär um eine optische und ergonomische Neuinterpretation.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk der Ronin basiert auf einem Doppelschleifen-Rahmen. Vorne arbeitet eine 41-mm-USD-Gabel, hinten ein Monoshock-Federbein mit siebenstufig einstellbarer Vorspannung. An beiden Achsen sitzen 17-Zoll-Räder. Die Bremsanlage besteht aus einer 300-mm-Scheibe vorne und einer 240-mm-Scheibe hinten. Je nach Ausstattungsvariante ist die Ronin mit Einkanal- oder Zweikanal-ABS erhältlich, inklusive der ABS-Modi Rain und Urban. An der Café-Racer-Version könnten laut Beobachtern eine straffere Abstimmung des Fahrwerks und sportlichere Reifen zum Einsatz kommen, um das Handling und die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten zu verbessern.
Steigende Verkaufszahlen als Argument für die Erweiterung
Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung über eine mögliche Serienproduktion dürften die aktuellen Absatzzahlen der Ronin sein. Anfang 2025 lag der monatliche Durchschnitt noch bei rund 4.000 bis 5.000 verkauften Einheiten. In den vergangenen Monaten hat die Ronin die Marke von 8.000 Stück pro Monat überschritten und damit ihren bisherigen Höchststand erreicht. Mit diesem Aufwärtstrend wäre der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Modellpalette zu erweitern und zusätzliche Käufergruppen anzusprechen.
Im indischen Markt konkurriert die Ronin vor allem mit der Royal Enfield Hunter 350, die sie beim Absatz deutlich übertrifft. Echte Café Racer sind in Indien bislang rar und meist deutlich teurer angesiedelt, etwa die Royal Enfield Continental GT 650 oder die Triumph Thruxton. Eine Café-Racer-Ronin im 200- bis 250-ccm-Segment wäre damit ein vergleichsweise erschwinglicher Einstieg in diese Kategorie und könnte TVS einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Marktstart offen, aber Zeichen stehen nicht schlecht
Offiziell hat sich TVS nicht zu Produktionsplänen für die Ronin Café Racer geäußert. Ein Designpatent allein bestätigt noch keine Serienfertigung. Allerdings sprechen mehrere Faktoren dafür, dass es nicht beim bloßen Schutz geistigen Eigentums bleibt: die enge Anlehnung des Patents an ein bereits öffentlich gezeigtes Konzept, die wachsenden Verkaufszahlen der Ronin und die strategische Lücke im indischen Café-Racer-Segment unterhalb der 650er-Klasse. Einige Branchenbeobachter halten einen Marktstart binnen sechs bis acht Monaten für möglich, wobei auch eine limitierte Sonderedition denkbar wäre, ähnlich wie bei der kürzlich vorgestellten Ronin Agonda Edition.

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