- Wassergekühlter 125er-Einzylinder mit angeblich 13 PS (9,5 kW) und Sechsganggetriebe
- Upside-down-Gabel, Drahtspeichenräder und LED-Beleuchtung ab 3.299 Britischen Pfund (circa 3.810 Euro / 4.450 US-Dollar)
- Bislang nur in Grossbritannien verfügbar, Euro-5+-Homologation wäre aber vorhanden
AJS Motorcycles gehört zu den ältesten Motorradmarken Englands. Gegründet wurde das Unternehmen 1909 in Wolverhampton, wo in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Renn- und Strassenmaschinen entstanden, die unter anderem bei der Isle of Man TT für Aufsehen sorgten. Wie viele britische Hersteller verschwand AJS irgendwann von der Bildfläche, doch der Markenname überlebte. Heute sitzt das Unternehmen in Andover in der Grafschaft Hampshire und wird von der Familie Collier geführt. Eine eigene Fertigung in England gibt es allerdings nicht mehr. AJS stellt sein Sortiment aus Motorrädern und Rollern von 50 bis 250 Kubikzentimetern mit Unterstützung chinesischer Hersteller zusammen. Dieses Geschäftsmodell ist im Einsteigerbereich inzwischen weit verbreitet: Eine britische Traditionsmarke mit globalem Zuliefernetzwerk und moderner Homologation.

Klassisches Scrambler-Design mit durchdachten Details
Die JFT 125 soll das klassische Scrambler-Thema neu interpretieren, ohne dabei in reine Nostalgie abzugleiten. Drahtspeichenräder mit hochfesten, eloxierten Aluminiumfelgen und Geradzugspeichen treffen auf einen runden Scheinwerfer mit schützender Stahlrohrkonstruktion, schlichte Tanklinien und eine aufgeräumte Heckpartie. Der Benzintank besteht aus Stahlblech und fasst 14,5 Liter, was bei einem angeblichen Verbrauch von 2,4 Litern pro 100 Kilometer eine rechnerische Reichweite von rund 600 Kilometern ergibt. Die Abgasanlage ist aus Edelstahl gefertigt und WIG-geschweisst, der Lenker besteht aus konisch zulaufendem Aluminium. Die gepolsterte Sitzbank ist ergonomisch geformt und soll auch auf längeren Fahrten angenehm bleiben. Erhältlich ist die JFT 125 in drei Farbvarianten: Blazing Orange, Sundown Metallic Red und Classic Black, jeweils mit lackierter Oberfläche.
Wassergekühlter DOHC-Einzylinder mit 13 PS
Unter der Retro-Hülle arbeitet ein durchaus moderner Antrieb. Der wassergekühlte 125-Kubikzentimeter-Einzylinder verfügt über zwei obenliegende Nockenwellen und vier Ventile. Laut Herstellerangabe leistet das Triebwerk 9,5 kW, was umgerechnet rund 13 PS (9,5 kW) entspricht. Damit bleibt die JFT 125 etwa 2 PS unter dem in Europa geltenden 15-PS-Limit für die Führerscheinklasse A1 beziehungsweise die deutsche B196-Erweiterung. Eine Ausgleichswelle soll für vibrationsarmen Lauf sorgen. Geschaltet wird über ein Sechsganggetriebe, der Kraftschluss zum Hinterrad erfolgt per O-Ring-Kette. Zum Verbrauch nennt der Hersteller auf dem britischen Markt einen Wert von 97 mpg, was den oben genannten 2,4 Litern pro 100 Kilometer entspricht. Mit dem Sechsganggetriebe soll laut Einschätzung die Höchstgeschwindigkeit bei rund 100 km/h liegen.

Fahrwerk mit Upside-down-Gabel und einstellbarem Federbein
Auch beim Fahrwerk zeigt sich die JFT 125 ambitionierter als manch anderer 125er. Vorn kommt eine Upside-down-Telegabel mit robusten Aluminiumgabelbrücken zum Einsatz, hinten ein einzelnes, einstellbares Zentralfederbein an einer eloxierten Aluminiumschwinge. Diese Kombination war in der 125er-Klasse lange Zeit grösseren Modellen vorbehalten. Die Bereifung ist scramblertypisch grobstollig und sitzt vorn im Format 100/90-18, hinten in 130/80-17. Beim Bremssystem setzt AJS auf Scheibenbremsen an beiden Rädern in Kombination mit einem Verbundbremssystem (CBS). ABS ist nicht vorhanden, CBS erfüllt aber die in der Europäischen Union geltende Mindestanforderung für Motorräder bis 125 Kubikzentimeter.
Gewicht, Abmessungen und Ergonomie
Fahrfertig bringt die AJS JFT 125 angeblich 128 Kilogramm (circa 282 lbs) auf die Waage. Die Sitzhöhe liegt bei 820 Millimetern, was einsteigerfreundlich ist und dennoch das Gefühl einer vollwertigen Maschine vermitteln soll. In der Länge misst die JFT 125 insgesamt 2.090 Millimeter, die Breite beträgt 870 Millimeter, die Höhe 1.131 Millimeter und der Radstand 1.436 Millimeter. Zur weiteren Ausstattung gehören einstellbare Handhebel mit Rastverstellung, ein digitales LED-Display im klassisch-runden Gehäuse sowie LED-Beleuchtung rundum. Sowohl ein Seitenständer als auch ein Hauptständer sind serienmässig dabei, was bei 125ern keineswegs selbstverständlich ist.

Preis, Verfügbarkeit und Markteinordnung
Zum Marktstart im Frühjahr 2026 ruft AJS für die JFT 125 einen Preis von 3.299 Britischen Pfund auf (circa 3.810 Euro / 4.450 US-Dollar). Darin enthalten sind die britische Mehrwertsteuer, die Lieferung an den Händler, die Vorauslieferungsinspektion, der komplette Aufbau, das Nummernschild und eine 12- beziehungsweise 24-monatige Garantie. Nicht enthalten sind die Erstzulassungssteuer und die Kfz-Steuer. Ein Zubehörprogramm mit Gepäckboxen, Spritzschutz, Gepäcknetzen und weiteren Teilen ist ebenfalls erhältlich.
Bislang ist die JFT 125 ausschliesslich in Grossbritannien verfügbar. Informationen zu einem möglichen Vertrieb in der Europäischen Union liegen nicht vor. Die formalen Voraussetzungen dafür wären mit der Euro-5+-Homologation und dem CBS-Bremssystem allerdings erfüllt. AJS bietet neben der JFT 125 weitere 125er-Modelle im Retro-Stil an, darunter die Tempest Roadster und Scrambler sowie den ’71 Desert Scrambler.
Was bedeutet das für Motorradfahrer?
Mit der JFT 125 erweitert AJS das ohnehin wachsende Angebot an stilbewussten 125ern, die sich nicht mehr als reine Einstiegsmaschinen verstehen wollen. Wer einen A1-Führerschein besitzt oder die B196-Erweiterung nutzt, bekommt für umgerechnet knapp 3.810 Euro einen Scrambler mit Ausstattungsmerkmalen, die man in dieser Klasse nicht überall findet: Upside-down-Gabel, einstellbares Federbein, einstellbare Handhebel und Hauptständer ab Werk. Das geringe Gewicht von 128 Kilogramm und die moderate Sitzhöhe von 820 Millimetern machen die Maschine auch für Fahranfänger gut beherrschbar, während der 14,5-Liter-Tank für alltagstaugliche Reichweite sorgt. Allerdings bleibt abzuwarten, ob AJS den Vertrieb auf die EU ausweitet. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Interesse hat, muss sich vorerst gedulden oder den Umweg über einen britischen Händler in Kauf nehmen. Technisch stünde einer Zulassung in der EU dank Euro-5+-Homologation und CBS nichts im Weg.

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